Religiöse Pluralitätsfähigkeit als Bildungsziel im Religionsunterricht


Examensarbeit, 2016
173 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Fachwissenschaftlicher Teil
1. Theoretische Grundlagen
1.1 Pluralität, Pluralismus und Pluralitätsfähigkeit
1.2 Interreligiöser Dialog und interreligiöses Lernen
2. Aktuelle Sichtweisen
2.1 Die Perspektiven der Weltreligionen auf die interreligiöse Bildung
2.2 Die aktuelle Situation im Religionsunterricht in Baden-Württemberg
2.3 Die aktuelle Situation in der Gesellschaft
3. Religiöse Pluralitätsfähigkeit als Bildungsziel für Schule und Religionsunterricht
3.1 Grundlagen aus evangelischer Sicht
3.2 Religiöse Pluralitätsfähigkeit als Bildungsziel
3.3 Pluralitätsfähiger Religionsunterricht: Leistungen und Reformbedarf
3.4 Pluralitätsfähige Schule: Wege zu einer von Vielfalt geprägten Einheit

Fachdidaktischer Teil
4. Konzeption einer Unterrichtseinheit für die Primarstufe
4.1 Legitimation der Unterrichtseinheit Weltreligionen mit dem Bildungshhkziel religiöse Pluralitätsfähigkeit und Bedeutsamkeit für die SuS
4.2 Legitimation der Unterrichtseinheit aus Sicht des Bildungsplans
4.3 Zielsetzungen der Unterrichtseinheit
4.4 Didaktische und methodische Analyse
Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ [1] Dieses Sprichwort lässt sich auf die Situation der religiösen Pluralität in der Gesellschaft übertragen. Andere Religionen stellen eine Veränderung des bisher Bekannten dar. Einige wollen diese Veränderungen nicht, schotten sich ab und bauen quasi Mauern um sich herum auf. Andere hingegen wollen offen für Veränderungen und Neues sein, sie wollen die positiven Dinge der Veränderung kennenlernen und nutzen. Eben darauf zielt auch die religiöse Pluralitätsfähigkeit ab. In der vorliegenden Arbeit werden zunächst grundlegende Begriffe erklärt, welche im weiteren Verlauf von Relevanz sein werden. Im Anschluss daran werden aktuelle Sichtweisen betrachtet. Zum einen die Sichtweisen der fünf großen Weltreligionen auf interreligiöse Begegnungen und die Konsequenzen bezüglich der religiösen Pluralitätsfähigkeit. Zum anderen werden die aktuellen Sichtweisen derer betrachtet, die unmittelbar vom Bildungsziel der religiösen Pluralitätsfähigkeit betroffen sind: Die Lehrkräfte des evangelischen Religionsunterrichts. Diesbezüglich wird ein Fragebogen ausgewertet, welcher einen Einblick in den aktuellen Religionsunterricht und dessen Umgang mit dem Thema Weltreligionen bezüglich des Bildungsziels der religiösen Pluralitätsfähigkeit bietet. Eine weitere Perspektive wird mit Hilfe der Ergebnisse einer Umfrage dargestellt, welche einen Einblick in Sichtweisen der Gesellschaft auf die religiöse Pluralitätsfähigkeit geben. Weiterhin wird geklärt, welche Voraussetzungen es bezüglich der religiösen Pluralitätsfähigkeit als Bildungsziel für Schule und Religionsunterricht gibt. Ferner wird betrachtet, wie die aktuelle Situation diesbezüglich ist und wo Reformbedarf besteht. Zudem wird erörtert, wem welche Aufgaben zukommen, um das Bildungsziel zu erreichen. Abschließend wird die Konzeption einer Unterrichtseinheit für die Primarstufe zum Thema Weltreligionen vorgestellt, welche exemplarisch aufzeigt, wie eine Unterrichtskonzeption mit dem Bildungsziel religiöse Pluralitätsfähigkeit idealerweise aussehen kann.[2] Die Arbeit wird mit einem Fazit geschlossen, welches die wichtigen Erkenntnisse dieser Arbeit nochmals resümiert und einen eigenen Standpunkt darlegt.

Fachwissenschaftlicher Teil

1. Theoretische Grundlagen

1.1 Pluralität, Pluralismus und Pluralitätsfähigkeit

Die Begrifflichkeiten Pluralität, Pluralismus und Pluralitätsfähigkeit sind in verschiedenen Gebieten unserer modernen Lebenswelt beheimatet, sei es in der Politik, der Gesellschaft oder der Religion. So ist mit religiöser Pluralität die Existenz einer Vielfalt von Bekenntnissen und Religionen als Beschreibung einer Tatsache gemeint. Religiöser Pluralismus bezieht sich auf eben diese Vielfalt unterschiedlicher religiöser Anschauungen und meint den reflektierten Umgang mit selbiger.[3] Diese religiöse Vielfalt wird als gleichberechtigt, miteinander konkurrierend angesehen und bezieht sich theologisch betrachtet auf unterschiedliche Überzeugungen, Werthaltungen, Verhaltensweisen, Intentionen und Interessen.[4] Der Pluralismus steht der religiösen Vielheit als Merkmal der modernen Gesellschaft, die immer pluraler wird, positiv und zustimmend gegenüber.[5] Jedoch muss darauf geachtet werden, dass aus der positiven Vielfalt keine Relativierung oder Beliebigkeit entsteht.[6] Durch einen reflektierten Umgang mit verschiedenen Wahrheiten kann man der einen Wahrheit ein Stück näher kommen.[7] Wichtig ist dem Pluralismus, dass die Menschenwürde eines jeden anerkannt wird und jeder Mensch in seiner individuellen Art, seiner Andersheit, so toleriert, akzeptiert und geachtet wird, wie er ist. Die Freiheit, das glauben zu dürfen, was man glauben möchte, sollte jedem Menschen zuteilwerden.[8] Damit geht aus dem Pluralismus „[…] die ethische Grundforderung der Toleranz […]“ [9] hervor. Kritikern mag dieses Streben nach Einheit wie ein Streben nach der einen Weltreligion erscheinen. Dies soll es aber keinesfalls sein und damit darf es auch nicht verwechselt werden. Es ist vielmehr ein Streben nach einer von Einheit geprägten Gesellschaft, die in ihrer bestehenden Vielfalt angenommen, toleriert und akzeptiert wird und in der jedem seine Menschenwürde zugesprochen wird.

Der immer weiter wachsenden religiösen Vielfalt in unserer Gesellschaft muss ein ebenso weiter entwickeltes, neues Verständnis von religiöser Einheit folgen.

„Pluralitätsfähigkeit bedeutet […] eine positive Wahrnehmung von Pluralismus als einer auch dem Christentum angemessenen Form des Umgangs mit Pluralität.“. [10]

Religiöse Pluralitätsfähigkeit zielt dabei nicht darauf ab, dass Gläubige ihren Glauben und ihre eigene Identität relativieren oder diese gar verleugnen, sondern darauf, Erfahrungen mit dem Anderen zu machen, dadurch ein Gefühl der Einheit zu verspüren und zu sehen, dass dies möglich ist, gerade indem jeder seine eigene Identität beibehält. So können viele verschiedene Identitäten und Religionen aufeinander treffen und anstatt miteinander zu konkurrieren, können sie voneinander lernen und dadurch ihre jeweils eigene Identität stärken.[11]

Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Begriffe Exklusivismus und Inklusivismus. Der Exklusivismus schließt andere Religionen aus dem Heil Gottes aus. Die Heilswahrheit wird allein dem christlichen Glauben zuteil. Der Inklusivismus nimmt zwar alle anderen Religionen mit in die Heilswahrheit hinein, sieht im Christentum aber den unüberbietbaren Heilsweg. Damit schließt auch der Inklusivismus aus, dass alle Religionen gleichwertige Heilswege sind.[12] Der Pluralismus stellt eine Möglichkeit dar, diesen Absolutheitsanspruch, den die eben genannten Begriffe für sich beanspruchen, in unterschiedlichen Religionen zu erfahren und kennenzulernen. Durch Kennenlernen und Offenheit dem Anderen gegenüber, macht es der Pluralismus möglich, dass sich aus Vielheit Einheit entwickeln kann.[13] Dazu bedarf es einer wichtigen Grundlage: Toleranz. Jeder hat seine eigene Vorstellung von Toleranz. Für den einen mag es bloßes Dulden sein. Für den anderen Offenheit und vielleicht sogar Interesse und Anerkennung.[14] Was Toleranz aber in jedem Fall bedarf ist die Grundvoraussetzung Freiheit. „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“ [15] , heißt es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland unter Artikel 4, Absatz 1. Damit soll die Religionsfreiheit in Deutschland für jedermann gewährleistet sein. Es gilt sowohl die positive, als auch die negative Religionsfreiheit zu bejahen. Unter positiver Religionsfreiheit ist zu verstehen, dass jeder Mensch der Religion angehören darf, der er angehören möchte, und sich zu dem Glauben bekennen darf, den er für sich wählt. Die negative Religionsfreiheit meint, dass es jedem Menschen gestattet ist, sich keiner Religion zugehörig zu fühlen und „ atheos“, „ohne Gott““[16], sein Leben zu führen.[17] Um diese Freiheit gewährleisten zu können, kommt der Toleranz eine besondere Wertigkeit zu. Immerhin meint Religionsfreiheit die Gewährung der Toleranz gegenüber jeder Glaubensauffassung.[18] Konstruktiv geäußerte Kritik hat dabei nichts mit Intoleranz zu tun, sondern mit authentischem Auftreten, das mit Toleranz zu vereinbaren ist, denn es darf nichts Nichttolerierbares toleriert werden.[19] Wenn etwas toleriert wird, bedeutet dies nicht, dass es befürwortet wird, sondern dass anerkannt wird, dass diese Tatsache einen Wert für jemand anderen besitzt, welcher ihm zugestanden wird.[20] Toleranz bemüht sich um ein Miteinander auf Augenhöhe mit Hilfe von Verständigung. Hierzu bedarf es Empathiefähigkeit im Sinne des Zuhörenkönnens, des Eingehenkönnens auf das Gegenüber und das Hineinversetzen in den Anderen. Außerdem muss das Gegenüber ernst genommen werden und es bedarf des aufrichtigen Interesses, den anderen Menschen und sein Bezugssystem kennenzulernen. Die Toleranz gründet auf dem Wissen um die Fehlbarkeit aller Menschen und der Grenzen ihrer Erkenntnis. Jeder Mensch wird als freie, ebenbürtige Person anerkannt und ihm wird das Recht zugesprochen, sich seine eigenen Überzeugungen zu bilden und nach ihnen zu leben. Jedoch ist festzuhalten, dass Toleranz dort endet, wo die Freiheit und Würde anderer Menschen verletzt wird.[21]

„Über die Haltung der Toleranz verfügt, wer die Selbstbestimmung, das Lebensrecht, den Entfaltungswillen und die Freiheit der Andersdenkenden bejaht. […] Vollendet wird die Toleranz in der Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Anschauungen und Lebensweisen des anderen einzufühlen.“ [22]

1.2 Interreligiöser Dialog und interreligiöses Lernen

Der interreligiöse Dialog hat in der modernen, pluralen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewonnen. Religionen, die ehemals räumlich getrennt voneinander existierten, bilden nun eine Gesellschaft, die sich mit einem adäquaten Umgang erheblich schwer tut. Diese Unsicherheit macht den interreligiösen Dialog und die Verständigung zwischen den einzelnen Religionen unabdingbar.[23]

Im interreligiösen Dialog geht es vorrangig um Begegnungen. Begegnungen zwischen Menschen, die unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen angehören. Wenn diese Begegnungen real und authentisch sind, werden die beteiligten Gesprächspartner so vom jeweils anderen berührt, dass sich dadurch Verständnis bilden kann. Um diese Begegnung authentisch werden lassen zu können, muss man sowohl seine eigene Religion gut kennen und verstehen, als auch Wissen bezüglich der anderen Religion haben, um Vorurteile abzubauen und so eine Basis der Begegnung zu schaffen.[24] Raimon Panikkar beschreibt die Voraussetzung für Begegnungen wie folgt:

„Es muss ein echtes gegenseitiges Vertrauen zwischen allen an der Begegnung Beteiligten geben, was nur möglich ist, wenn alle Karten auf dem Tisch liegen, das heißt, wenn keiner der Partner seine persönlichen Überzeugungen einklammert.“ [25]

Der interreligiöse Dialog bietet diese Begegnungsfläche für Angehörige verschiedener Religionen, um sich über Gemeinsamkeiten und Differenzen auf Augenhöhe auszutauschen. Dabei wird die Beziehung zwischen den jeweiligen Religionen thematisiert. Dieser Dialog hat sich dahingehend entwickelt, dass man sich seiner Importanz bewusst geworden ist, und daraufhin seine Qualität und Intensität vertieft hat. Seine Ziele sind es, Vorurteile abzubauen, verbindende Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und zu stärken, aber auch bleibende Differenzen wahrzunehmen und diesen gerecht zu werden.[26]

Im Dialog ist es wichtig, dass jeder Gesprächsteilnehmer seine eigene Position reflektiert, diese vertritt und darstellt, ohne dabei einen Absolutheitsanspruch für seine Ansicht zu erheben.[27] Dabei geht es nicht darum, dass eine Religion ihren Glauben in irgendeiner Weise relativieren soll, sondern, dass sie anerkennt, dass es verschiedene Wege gibt, die zum Heil führen. Nur unter dieser Voraussetzung können Religionen miteinander in einen Dialog treten.[28]

Bezüglich des interreligiösen Dialogs wird schnell klar, dass die Fähigkeit, einen solchen Dialog führen zu können, schon früh initiiert werden muss. Daher spricht man immer häufiger vom interreligiösen Lernen, welches gerade im RU[29] stattfindet. Dabei ist es wichtig, die Lebenswelt aller SuS[30] miteinzubeziehen. Die Lebenswelt der Kinder unserer Gesellschaft ist nicht länger nur von einer Religion geprägt, sondern von vielen verschiedenen. Gefördert wird das interreligiöse Lernen vor allem durch Kommunikationsmöglichkeiten im RU.[31]

Ein Ziel des interreligiösen Lernens ist es, den Kindern in der Schule zu vermitteln, Angehörige anderer Religionen kennen und achten zu lernen, ohne über sie zu urteilen oder sie gar zu verurteilen. Dieses Kennenlernen ist vor allem durch reale Begegnungen, Verständigung und Kooperation möglich. Der Hauptgedanke, der beim interreligiösen Lernen verfolgt wird, ist der des Gegenseitig-zu-Gast-sein, beispielsweise bei Gebeten anderer Religionen. Das Ziel, das hierbei verfolgt wird, ist das gemeinsame Bemühen um Frieden in der Verschiedenheit der Kernpunkte jeder einzelnen Religion.[32] Aber auch für die Orientierung der Kinder ist das interreligiöse Lernen von Bedeutung. Kinder und Jugendliche befinden sich bezüglich ihrer religiösen Überzeugung auf der Suche. Sie sind in ihrer Religion noch nicht gefestigt. Um dem Trend der Individualisierung der Religion entgegen zu wirken, kann das interreligiöse Lernen den Kindern und Jugendlichen helfen, Orientierung und Gewissheit zu gewinnen und so ihren Standpunkt zu finden.[33] Kinder nehmen beim interreligiösen Lernen Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Religionen wahr. Im Dialog können sie Erfahrungen in der Gemeinschaft mit Andersgläubigen machen.[34] Den Kindern soll durch die Institution Schule ein Raum gegeben werden, in dem sie Kompetenzen im Umgang mit der religiösen Heterogenität, von der sie umgeben sind, erwerben können.[35] Die These des interreligiösen Lernens ist also, dass Kinder durch Erfahrungen mit Fremdheit lernen, interreligiös zu agieren. Eine Hürde der Fremdheit kann jedoch sein, dass sie an Stelle von Interesse und Neugier Angst oder Zurückhaltung auslöst. Das kann nicht nur zur Folge haben, dass an dieser Stelle kein Dialog entsteht, sondern dass eine Kommunikation vollkommen unmöglich ist und es auch bleiben wird. Fremdheit sollte aber nicht abschrecken, sondern als Herausforderung wahrgenommen werden. Es gilt, die Fremdheit in den Klassenzimmern zu kultivieren. Fremdheit sollte als etwas gesehen werden, das neu und nicht vertraut ist, möglicherweise nicht mit der eigenen Identität zu vereinbaren ist, aber neue Einsichten fördern kann, um so eine breitere Wahrnehmung zu gewinnen. Indem man das Fremde als Herausforderung betrachtet, wird Neugierde gefördert und neue Denkschemata können ausgebildet werden.[36] Es ist nicht immer von Vorteil, alles objektiv zu betrachten und so zu tun, als ob man sich mit allem Fremden ohne Weiteres identifizieren könnte. Manchmal muss man subjektiv werden, das befremdliche Gefühl zulassen, um dann offen für eine Kommunikation zu sein und diese anschließend reflektieren zu können.[37] Das Wissen um die Notwendigkeit der Integration von SuS nicht-christlicher Religionen besteht bereits. Zudem ist es von Bedeutung, jene SuS zu integrieren, die keiner Religion angehören. Die Gefahr eines interreligiösen Dialoges und des interreligiösen Lernens in der Schule kann sein, dass eine Religionszugehörigkeit als Voraussetzung für solch eine Zusammenkunft angesehen wird, sodass Kinder, die nicht religiös sozialisiert sind, diesen Anforderungen nicht entsprechen und deshalb ausgegrenzt werden. In der Heterogenität müssen jedoch ausnahmslos alle Menschen integriert werden, ganz gleich welche Weltanschauung vertreten wird.[38] Wie ersichtlich geworden ist, ist die interreligiöse Bildung von enormer Bedeutung. Selbstverständlich gibt es hier Herausforderungen. Doch es gilt sich diesen im Sinne der Chancen zu stellen.[39] [40]

2. Aktuelle Sichtweisen

2.1 Die Perspektiven der Weltreligionen auf die interreligiöse Bildung

2.1.1 Grundlegende Perspektiven des Judentums

Weltweit gibt es 14-15 Millionen Juden. Davon leben in Deutschland lediglich 110.000, was als Folge des Nationalsozialismus zu verzeichnen ist.[41] Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion und steht in besonderer Beziehung zum Christentum und zum Islam. Abrahams Söhne, Isaak und Ismael sind die Väter der beiden Religionen. Isaak steht in direkter Linie zu Jesus, aus dem sich das Christentum entwickelte und Ismael zu Mohammed, welcher als Stifter des Islam gesehen wird.[42] Wie an dieser Tatsache zu erkennen ist, besteht eine tiefe Verbindung zwischen den monotheistischen Religionen. Dies könnte ein Weg zur interreligiösen Bildung sein, um die Anhänger der Religionen der religiösen Pluralitätsfähigkeit näher zu bringen.

Das Thema des interreligiösen Dialogs wurde in den letzten Jahren im Judentum stark thematisiert. Darum ist festzustellen, dass das Judentum fähig ist, interreligiöse Kontakte aufzunehmen und in Beziehung mit anderen Religionen zu treten. Jedoch ist zu erwähnen, dass innerhalb des Judentums Uneinigkeit darüber herrscht, was überhaupt die Möglichkeiten eines solchen Dialogs sind. Ein weiteres Problem bezüglich des interreligiösen Dialogs seitens des Judentums stellt der Unterschied dar, dass das Judentum nicht einfach eine Religion ist, sondern diese Religion mit einem spezifischen Volk untrennbar verbunden ist. Das ist im Christentum und dem Islam nicht so. Es ist nicht das jüdische Volk, sondern es ist das israelitische Volk. Es werden demnach Glaube und Identität miteinander verbunden. Obwohl dies eine unüberwindbare Hürde zu sein scheint, profitiert das Judentum von der jahrelangen Interaktion mit den beiden anderen monotheistischen Religionen. Zudem sind trotz aller Differenzen viele Gemeinsamkeiten zwischen den drei Religionen zu entdecken.[43]

Zunächst ist die Heilige Schrift der Juden und der Christen ein gemeinsamer Text. Die hebräische Bibel der Juden, bestehend aus der Tora, den prophetischen Büchern und den Schriften, ist bei den Christen das Alte Testament der Bibel.[44] Diese Tatsache kann im interreligiösen Dialog als verbindende Gemeinsamkeit, aber auch als Element der Verschiedenheit zwischen Judentum und Christentum genutzt werden. Immerhin besitzt das Judentum noch weitere Heilige Schriften, die das Christentum nicht kennt, und das Christentum hat die hebräische Bibel um das Neue Testament erweitert.

Auch zwischen dem Islam und dem Judentum lassen sich Anknüpfungspunkte für einen interreligiösen Austausch finden. Zum einen ähnelt die hebräische Sprache der arabischen Sprache stark. Zum anderen basiert sowohl das Judentum, als auch der Islam auf dem Recht, das nicht nur das private Leben, sondern auch das öffentliche Leben betrifft. Judentum und Islam sind nicht einfach Religionen – es sind Lebensweisen.[45] Während jedoch immer noch viele Anhänger des Islam den Gesetzestexten der Scharia folgen und diese als bindende und allgemeingültige Vorschriften betrachten[46], haben insbesondere die Reformjuden die Gesetzestexte des Judentums hinterfragt.[47] Dies könnte demnach sowohl als Gemeinsamkeit, als auch als Unterschied, diskutiert werden.

Eine Verbindung zwischen Juden, Muslimen und Christen ist der Heilige Ort Jerusalem. Für Muslime ist Jerusalem ein wichtiger Ort, weil Gott Abraham hier gerade noch daran hindern konnte, seinen Sohn Ismael zu opfern. Außerdem glauben Muslime, dass Mohammed vom Felsendom aus seine Himmelsreise zu Allah antrat. Für Christen ist Jerusalem der Ort, an dem Jesus den Tod besiegen konnte. Außerdem befindet sich in Jerusalem die Grabeskirche. Dort soll Jesus gekreuzigt, gestorben, begraben und wieder auferweckt worden sein. Für Juden ist Jerusalem die Stadt Gottes. Der Tempelberg und die Klagemauer sind hier insbesondere von großer Bedeutung.[48] Trotz dieser verbindenden Dinge, war die Stellung des Judentums immer die einer Minderheitsreligion. Dies belastet die Beziehung zum Christentum und zum Islam. Auch die Shoah spielt bei der Stellung des Judentums gegenüber dem Christentum eine wichtige Rolle. Zwischen 1933 und 1945 wurden etwa sechs Millionen jüdische Menschen, darunter 1,5 Millionen Kinder, durch Deutsche systematisch in Konzentrationslagern, durch Erschießungskommandos und Folter ermordet.[49] Die Anekdote einer Exkursionserfahrung in Israel verdeutlicht die Problematik:

„Am sechsten Tag unserer Exkursion besichtigten wir die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Nachdem wir durch die Kindergedenkstätte gegangen waren, sprach uns ein Amerikaner an, nachdem er bemerkt hatte, dass wir Deutsche sind. Er wollte uns unbedingt von seinen Erfahrungen berichten. Er war ein Überlebender des Holocaust aus dem KZ in Auschwitz. Während er uns seine Geschichte schilderte, waren alle Zuhörer sehr bewegt und für einen kurzen Moment fühlte man nur eines: Schuld. Obwohl uns, die dort waren, mehrere Generationen nach dieser schrecklichen Zeit, keinerlei Schuld traf, fühlten wir uns trotzdem noch dafür verantwortlich, was diesen Menschen durch unsere Vorfahren angetan wurde.“ [50]

Die Anekdote verdeutlicht die bestehende Relevanz dieses geschichtlichen Ereignisses für die interreligiöse Beziehung zwischen Judentum und Christentum. Bezüglich des interreligiösen Dialogs zwischen den monotheistischen Religionen muss die Zurückhaltung überwunden werden. Dies ist vor allem durch Kommunikation und Interaktion möglich. Um Gemeinsames und Trennendes gemeinsam analysieren zu können, bedarf es interreligiöser Bildung.[51]

In der Beziehung des Judentums zu den polytheistischen Religionen besteht große Offenheit. Insbesondere der Buddhismus erfreut sich immer größerer Begeisterung seitens des Judentums. Viele Juden in Amerika gehören zusätzlich dem Buddhismus an. Sie nennen sich Jubu, jüdische Buddhisten. Was diese Juden vor allem am Buddhismus fasziniert, ist die Meditation.[52] Das Judentum scheint demnach auch den polytheistischen Religionen offen gegenüber zu stehen. Diese Tatsache lässt hoffen, dass ein interreligiöser Dialog zwischen den Weltreligionen vermehrt Beachtung findet. Vorrangig sollte bei der Begegnung mit Angehörigen anderer Religionen nicht die Religion oder der Glaube selbiger sein, sondern der Mensch: „[…] einmal werden wir doch wieder Menschen und nicht nur Juden sein!“ [53] [54]

2.1.2 Grundlegende Perspektiven des Christentums

Mit etwa 2,1 Milliarden Anhängern weltweit ist das Christentum die am weitesten verbreitete Weltreligion. Es beruft sich auf die Bibel, auf Jesus Christus und auf seine Botschaft von Liebe und Barmherzigkeit.[55] Bezüglich des Judentums hat die EKD eine Studie veröffentlicht, in der sie folgende Punkte festhält: Dem Antisemitismus abzusagen, das Eingeständnis einer Mitverantwortung und Schuld am Holocaust der christlichen Kirche, die Erkenntnis, dass das Judentum und das Christentum eine tiefe Verbindung eint, Israel als bleibende Erwählung anzuerkennen und in Folge dessen auch als Staat Israel zu bejahen.[56]

Zudem stützt sich das Christentum auf Aussagen, die gläubige Christen dazu animieren sollten, mehr Toleranz gegenüber Angehörigen anderer Religionen zu üben, um so miteinander in einen interreligiösen Dialog zu kommen. Im Matthäusevangelium ist beispielsweise das Doppelgebot der Liebe zu finden:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ [57]

Wenn ein Christ seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst und er sich und seinem Glauben tolerant gegenüber ist, muss er diese Toleranz auch Gläubigen anderer Religionen entgegen bringen. Damit ist Toleranz gemeint, die sich in Form von Offenheit gegenüber dem, was nicht das eigene ist, zeigt. Ein weiteres Beispiel für Nächstenliebe ist die goldene Regel: „Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um!“[58]. Die goldene Regel ist in jeder der Weltreligionen zu finden, womit ein erneuter Anknüpfungspunkt für einen Dialog gegeben ist.[59] Sie zeigt, dass ein Perspektivwechsel beim Thema interreligiöse Begegnung eine hilfreiche Möglichkeit ist, sich in dieser Begegnung zu üben.[60] Der christliche Glaube hält daran fest, dass Gottes Wille, seine Gerechtigkeit und Gnade sowie sein Heil der gesamten Schöpfung gelten. Darum ist es nicht möglich, dass Gott andere Glaubensformen oder Religionen aus seinem Heil ausschließt.[61] Die christliche Kirche hält sich beim Thema Pluralismus eher bedeckt. Es gibt weder ein Bekenntnis zum Pluralismus, noch eines, das sich gegen ihn ausspricht.[62] Aber Christus selbst, hat immer vorgelebt, dass zu Gläubigen anderer Religionen keine Grenze gezogen werden darf. In Jesus zeigt Gott seine Liebe zu allen Menschen. Er stellt sich durch das christliche Zeugnis der Menschenwerdung auf eine Ebene mit ihnen.[63] Niemals würde Gott es zulassen, dass ihm seine geliebten Geschöpfe von menschlichen Religionen weggenommen werden.[64]

Friedrich Schweitzer hat in einem Aufsatz fünf Leitlinien bestimmt, die für das interreligiöse Lernen besonders relevant sind. Für ihn ist es grundlegend, dass alle Menschen, egal ob sie der christlichen oder einer nicht-christlichen Religion angehören, respektvoll behandelt werden und niemand aus der Gesellschaft ausgegrenzt wird. Zudem sollten evangelische Christen ein Interesse daran zeigen, die Glaubensüberzeugungen anderer Religionen kennenzulernen und sich mit ihnen für eine bessere Gesellschaft in Frieden, Toleranz und Gerechtigkeit einzusetzen. Eine weitere Leitlinie meint, dass die Differenzen zwischen den Religionen niemals außer Acht gelassen werden dürfen, da sie es sind, die jede Religion individuell machen. Häufig wird versucht die Differenzen zu verschleiern und statt ihrer die Gemeinsamkeiten zu betonen. Gerade vor diesem Verhalten wird gewarnt, da in jeder Religion die Gaben Gottes durch den Menschen verändert und verfälscht werden und darum keine Religion, auch nicht das Christentum, den Anspruch erheben kann, die einzig wahre Religion zu sein. Ferner empfiehlt Schweitzer, sich im Gespräch mit anderen Religionen auseinander zu setzen und so Verständnis für den anderen zu gewinnen, wodurch automatisch Toleranz erwachsen wird. Diese Toleranz stellt die Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben dar. Eine weitere Leitlinie zeigt, dass durch Begegnungen zwischen Angehörigen verschiedener Religionen Dialoge stattfinden, deren Themen häufig das Zeugnis des eigenen Glaubens sind und gleichzeitig die Konvivenz, das Zusammenleben, gefördert wird. Das Bezeugen des eigenen Glaubens stellt häufig eine Hürde dar, dennoch sollte darauf keineswegs verzichtet werden, da dies zum missionarischen Aspekt des christlichen Glaubens gehört. Als letzte Leitlinie wird aufgeführt, dass die Frage, wie andere Religionen zu verstehen sind, theologisch bearbeitet werden muss. Die Gesellschaft ist plural – das ist eine Tatsache. Auf Grund dessen ist die evangelische Kirche aufgefordert, sich dieser Tatsache, die an mancher Stelle auch eine scheinbar unüberwindbare Herausforderung darstellt, zu stellen und sie zu bewältigen.[65]

Insgesamt ist zu sagen, dass die evangelische Kirche die religiöse Pluralität bejaht. Sie ist sich bewusst, dass es hierfür Wissen über die verschiedenen Religionen bedarf. Nur unter dieser Voraussetzung ist es möglich, dass sich die Religionen auf Augenhöhe begegnen. Zudem ist sie sich sicher, dass Gott allen Menschen nahe ist, egal, welcher Religion sie auch angehören mögen. Das Wissen darum, dass alle Menschen Geschöpfe Gottes sind, sollte zur Folge haben, dass Christen Menschen aus allen Religionen annehmen. Dieser christliche Schöpfungsglaube, der jeden Menschen rechtfertigt, ist auch in anderen Religionen zu finden. Das Judentum und das Christentum sind hierbei identisch, da beide der hebräischen Bibel folgen. Auch mit dem Islam bestehen Übereinstimmungen, da der Islam Elemente des jüdisch-christlichen Schöpfungsglaubens aufgenommen hat. Einen Schöpferglaube in dem Sinn, in dem er in den monotheistischen Religionen zu finden ist, gibt es im Buddhismus und im Hinduismus nicht. Trotzdem sind in den Schriften dieser Religionen Anweisungen zur Achtung der Schöpfung zu finden. Tritt man mit Gläubigen aus dem Hinduismus oder dem Buddhismus in einen Dialog über den Schöpferglauben, besteht nicht nur ein Anknüpfungspunkt, sondern das Verständnis kann sogar erweitert werden, denn schließlich meint es doch dasselbe: Wir als Menschen, sollen die Schöpfung bewahren und uns um sie sorgen..[66] Letztendlich ist zu sagen, dass sich die evangelische Kirche in den letzten Jahren sehr darum bemüht hat, andere Religionen als Partner anzunehmen und mit ihnen in einen Austausch zu kommen. In der Schrift der EKD Christlicher Glaube und religiöse Vielfalt in evangelischer Perspektive wird deutlich gezeigt, dass sich die evangelische Kirche an jedem Menschen erfreut, der auf der Suche nach der Wahrheit ist, auch wenn diese Suche zu einem anderen Ziel als dem Christentum führt.[67] Kein Mensch kann sich anmaßen, zu behaupten, dass seine Religion die einzig wahre sei, denn „niemand hat Gott je gesehen.“ [68] Gottes Wunsch ist es, dass alle Religionen in Frieden zusammen leben, denn er liebt alle Menschen, ist für sie alle da![69] Zu einem Hindu sagte Mutter Teresa einmal:

„Sprich du ein Gebet in deiner Religion, und ich werde ein Gebet sprechen, wie ich es kenne. Zusammen sprechen wir diese Gebete, und es wird etwas Schönes für Gott sein.“ [70]

2.1.3 Grundlegende Perspektiven des Islam

Über keine andere Weltreligion wird so intensiv diskutiert, wie über den Islam. Er polarisiert und ist scheinbar omnipräsent. Nicht erst seit den Ereignissen des 11. Septembers 2001 haftet dem Islam ein schlechtes Image an. Aus Unwissenheit setzen viele Menschen den Islam mit Terrorismus gleich. Dieser Unwissenheit muss entgegen gewirkt werden, indem Muslime und Nichtmuslime miteinander in Kontakt treten und die bestehenden Barrieren abbauen. Als Stifter des Islam gilt der Prophet Mohammed. Er war es, der das Wort Allahs, den Koran, empfing.[71] Insgesamt gibt es etwa 1,4 Milliarden Muslime weltweit. Davon leben allein in Deutschland circa 4 Millionen.[72] Man sollte annehmen, dass eine solch große Religionsgemeinschaft eingegliedert, integriert und toleriert ist. Schaut man jedoch in die Medien, kommen beinahe täglich Negativschlagzeilen aus den Ländern, in denen die islamische Religion vorherrschend ist. Es wird von Gewaltakten, Terror und Krieg berichtet, scheinbar von dieser Religion ausgehend. Dabei wird ausgeblendet, dass der Islam eine Religion wie jede andere ist und die meisten Gläubigen ein Leben wie jeder andere Gläubige führen. Die Grundlagen des Islams sind nämlich dieselben wie in anderen Religionen: Güte, Brüderlichkeit, soziale Gerechtigkeit, Frieden und Liebe.[73] Zum Beispiel gibt es im Koran eine Sure, die dem 4. Gebot im Christentum gleicht und zeigt, dass Liebe und Fürsorge im Islam sehr wichtig sind.

„[…] dass man die Eltern gut behandeln soll. Wenn eines von ihnen oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sag nicht zu ihnen: >>Pfui!<<, und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen ehrerbietige Worte. Und senke für sie aus Barmherzigkeit den Flügel der Untergebenheit […]“.[74]

Von diesen gemeinsamen Grundsätzen aus, könnte ein Schritt in Richtung interreligiöser Verständigung und religiöser Pluralitätsfähigkeit getan werden. Für den Islam sind Begriffe wie interreligiöses Lernen oder interreligiöser Dialog bekannte Bezugsgrößen. Für Muslime spielt beim interreligiösen Lernen vor allem die Gottesnähe eine wichtige Rolle. Das Gefühl des Angenommenseins durch Gott, gibt ihnen Zuversicht und Sicherheit, die die Begegnung im interreligiösen Feld ermöglichen. Wie auch schon seitens des Christentums erörtert, glauben auch Muslime, dass alle Menschen Gottes Geschöpfe sind. Dies wird durch Sure 4,94 verdeutlicht, die es den Gläubigen verbietet, andere Menschen als Ungläubige zu bezeichnen und über andere Mitgeschöpfe hinsichtlich ihrer Religion zu urteilen. Dies stellt eine Grundlage für ein in Kontakttreten mit anderen Religionen dar. Solange sich die Gläubigen die eben benannte Sure vor Augen führen und bedenken, dass es sich bei dem Gegenüber ebenfalls um ein Geschöpf Gottes handelt, ist eine Begegnung auf Augenhöhe sehr gut möglich. Aktuelle Bestrebungen des Islams bezüglich des interreligiösen Lernens sind darauf aus, Kindern von vornherein Toleranz gegenüber Andersgläubigen beizubringen, um interreligiöse Beziehungen in Zukunft weiter zu fördern. Dieser Wunsch bezieht sich vor allem auf die Buchbesitzer, also Juden und Christen.

Wie jedoch mit Religionen wie dem Buddhismus oder dem Hinduismus umgegangen werden soll, stellen viele Muslime in Frage. Da Kinder aber auch immer häufiger mit Anhängern dieser Religionen in Kontakt kommen, ist es den Vertretern des Islam wichtig, dass muslimische Kinder mit allen Religionen Erfahrungen machen, um angstfrei mit ihnen zusammen leben zu können.[75]

Hinsichtlich der Beziehung zwischen dem Christentum und dem Islam drängt sich vor allem die Frage auf, ob Christen und Muslime an denselben Gott glauben. Immerhin beten arabische Christen zu Allah, was nichts anderes ist, als das arabische Wort für Gott.[76] Zudem sind beide Religionen monotheistisch. Eine tiefgreifende Problematik stellt dabei die christliche Trinitätslehre dar. Diese wird von Muslimen häufig als Tritheismus missverstanden. Für sie glauben Christen demnach nicht an einen Gott, sondern an drei Götter.[77] Dabei meint die Trinitätslehre des Christentums nicht drei Götter, sondern einen Gott mit drei Seinsweisen.[78] Wirft man einen Blick in das Heilige Buch der Muslime, den Koran, so kann man lesen, dass der christliche Glaube auf Grund dessen, dass er sich auf eine göttliche Offenbarung zurückführen lässt, eine Beziehung zum Islam hat und deshalb kein falscher Glaube ist. [79]

„>> Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt und zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist einer. Und wir sind ihm ergeben.<<“ [80]

Für Muslime ist die Antwort demnach klar: Zwar berufen sich Christen und Muslime auf unterschiedliche Offenbarungen Gottes, trotzdem glauben sie an denselben Gott.

Abschließend ist zu sagen, dass auch der Islam eine Weltreligion ist, die für interreligiöse Begegnungen bereit und in der Lage ist. Wichtig ist vor allem, eine Weiterentwicklung der Gläubigen voranzutreiben. Davon würden alle Religionen profitieren. Außerdem wäre ein interreligiöser Dialog wichtig, um die bestehenden Vorurteile gegenüber dem Islam abzubauen. Die Religion Islam und Terror auf islamischer Basis dürfen nicht miteinander gleichgesetzt werden! Der Islam ist eine Religion, die das Töten Unschuldiger verbietet. Gläubigen zu unterstellen, sie würden Allahs Namen missbrauchen, um Terror zu stiften, würde jeden gläubigen Muslim beleidigen.[81]

2.1.4 Grundlegende Perspektiven des Hinduismus

Der Hinduismus kommt vor allem in Indien vor. Allein dort leben 550 Millionen Gläubige. Weltweit sind fast eine Milliarde Anhänger des Hinduismus zu verzeichnen, wovon in Deutschland 120.000 Hindus leben. Die Hindus nennen ihr religiöses System Sanatana Dharma, was so viel bedeutet wie ewiges Gesetz. Einen zentralen Platz im Hinduismus nehmen der Glaube an den Kreislauf der Wiedergeburten, das Karma und das Kastensystem ein.[82] Der Hinduismus bietet eine Vielzahl verschiedener Götter, die verschiedene Wege zum Heil symbolisieren, wobei jedoch kein Weg dem anderen überlegen ist. Auf Grund dieser Göttervielfalt ist der Hinduismus, anders als die abrahamitischen Religionen, eine polytheistische Religion. Häufig fällt es den polytheistischen Religionen leichter, sich für andere Religionen und ihre Glaubensvielfalt zu öffnen, da in der eigenen, den Gläubigen bekannten, Religion bereits eine solche Vielfalt besteht, dass diese und das Interesse daran nicht als fremdartig empfunden wird. Dies zeigt vor allem eine Aussage Raimon Panikkars, Sohn einer Katholikin und eines Hindus :

„Ich bin als Christ ‚gegangen‘, habe mich als Hindu ‚gefunden‘ und ich ‚kehrte‘ als Buddhist ‚zurück‘, ohne doch aufgehört zu haben, ein Christ zu sein.“ [83]

Für die meisten Anhänger einer monotheistischen Religion mag so etwas unvorstellbar sein, in Wirklichkeit zeigt es aber unsagbar tiefe Offenheit gegenüber allen Religionen dieser Welt. Diese Tatsache zeigt exemplarisch, dass es für viele Hindus nicht schwer ist, sich als religiös pluralitätsfähig zu bezeichnen oder in interreligiöse Gespräche mit Angehörigen anderer Religionen zu gehen. Deshalb wünschen sich Hindus, mehr von anderen Religionen zu erfahren, dies als Bildung vorauszusetzen, um mit Hilfe dieses Wissens in Kontakt mit anderen Religionen treten zu können. In einem Artikel zeigt Frau Albano-Müller, dass es in unserer heutigen Gesellschaft ein Bedürfnis der Menschen ist, sich nicht auf einen absoluten Weg zu Gott festlegen zu müssen, sondern mehrere Wege kennenzulernen, um dann entscheiden zu können, welcher der persönlich richtige ist. Hier setzt ihre hinduistische Perspektive zur Thematik des interreligiösen Lernens an: Zunächst müssen verschiedene Sichtweisen offen zusammengetragen werden und es müssen Gespräche über dieselben Themen aus verschiedenen Sichtweisen entstehen. Es ist wichtig, dass man allen Religionen ohne Vorbehalte, offen, mit Respekt und Achtung begegnet. Albano-Müller sieht andere Religionen als Wege, die zu demselben Ziel führen, dass wir Menschen Gott nennen. Dabei lehnt sie jeglichen Absolutheitsanspruch ab, indem sie betont, dass keiner dieser Wege der einzig richtige ist. Man sollte dem Grundsatz folgen, seine eigene Religion als Basis zu nehmen, ihr zu folgen, sich den anderen jedoch nicht zu verschließen, sondern von ihnen zu lernen.[84] Abgesehen davon, dass der Hinduismus für solche Begegnungen offen und bereit ist, gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte für ein Gespräch. Sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten können gefunden und thematisiert werden. Beispielsweise gibt es im Hinduismus fünf wichtige Gebote, von denen drei auch in den christlichen Zehn Geboten zu finden sind: Nicht zu töten, oder jemanden zu verletzen, nicht zu lügen und nicht zu stehlen.[85] Diese Gebote sind vor allem für das Karma wichtig. Wer an Karma glaubt, glaubt, dass die Taten eines Menschen in seinem Leben Auswirkungen auf sein nächstes Leben haben. Wer demnach Gutes tut, gut zu seinen Mitmenschen ist, ihnen hilft und in Frieden mit ihnen lebt, hat ein gutes Karma und kann darauf hoffen, dass sein nächstes Leben ein schönes wird.[86] Schafft es ein Hindu sogar, den Kreislauf der Wiedergeburten zu durchbrechen, gelangt er in das Brahman-Nirwana. Dies stellt den Zustand des Absoluten dar. Es könnten im interreligiösen Gespräch Unterschiede zwischen dem Nirwana und dem im Christentum vertretenen Himmel erörtert werden.[87] Mit dem Buddhismus hat der Hinduismus in diesem Punkt eine Gemeinsamkeit, welche ebenfalls thematisiert werden könnte. Mit dem Judentum und dem Islam könnten Angehörige des Hinduismus konstruktiv diskutieren, wieso ein Mensch nach dem Tod verbrannt werden sollte, wie die Hindus dies praktizieren, oder wieso er keinesfalls verbrannt werden darf, wie es im Islam und im Judentum der Fall ist.[88] Wichtig sind hierbei in jedem Fall der gegenseitige Respekt und das Gespräch auf Augenhöhe. Albano-Müller erzählt dazu beeindruckend, wie ihr ein Gefühl des sich-zu-Hause-fühlens gelingt. Durch eine Grundhaltung der Wertschätzung gegenüber allen Religionen, fühlt sie sich nirgends fremd. Egal ob Kirche, Tempel oder Synagoge – sie ist überall auf der Suche nach Gott. Anstatt Scheu zu verspüren, sich bei den rituellen Handlungen zurückzunehmen und die Dinge von außen zu betrachten, nimmt sie aktiv teil. Ob kniend oder stehend beten, ob mit geschlossenen oder geöffneten Augen. Dies kann sie, weil sie der Überzeugung ist, dass alle Menschen denselben Schöpfer haben, nach welchem sie in jedem Gotteshaus suchen kann. Als Lehre ihrer offenen Haltung beschreibt sie, dass sie von allen lernt und das, was für sie gut ist, behält sie und nimmt es auf.[89]

Um diese verschiedenen Eindrücke zu klären, darüber zu sprechen, zu diskutieren, zu hinterfragen, anzuklagen und vielleicht auch an einigen Stellen gemeinsam zu verzweifeln – dafür ist der interreligiöse Dialog unabdingbar. Hindus sind anderen Religionen gegenüber offen, weil es für sie in keiner Religion eine absolute Wahrheit gibt, sondern alle Wahrheiten relativ sind, da sie auf menschliche Interpretationen zurückgehen.[90] Denn alle Menschen wollen dasselbe:

„Jeder von uns will in Harmonie mit sich und seiner Umwelt leben, will ein inneres Gleichgewicht finden, einen Glückszustand, die Vermeidung von Leiden. Diese Ziele nennt der Hinduismus Eins mit Gott werden – tatvam asi.“ [91]

Im Grunde verbindet alle Religionen eines: Die Suche nach Gott. Der berühmte Hindu Mahatma Gandhi schrieb:

„Jesus nimmt in meinem Herzen den Platz eines der großen Menschheitslehrer ein, die mein Leben beträchtlich beeinflusst haben… Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass, wer die Lehren anderer Religionen ehrfürchtig studiert – ganz gleich zu welchem Glauben er sich selbst bekennt –, sein Herz weitet und nicht verengt. Ich betrachte keine der großen Religionen der Menschheit als falsch. Alle haben sie die Menschheit bereichert. Eine großzügige Erziehung sollte ein ehrfürchtiges Studium aller Religionen miteinschließen.“ [92]

2.1.5 Grundlegende Perspektiven des Buddhismus

Weltweit bekennen sich etwa 375 Millionen Menschen zum Buddhismus. Davon leben in Deutschland ungefähr 270.000.[93] Streng genommen ist der Buddhismus keine Religion wie die bereits aufgeführten, denn im Buddhismus gibt es keinen Gott. Trotzdem gilt der Buddhismus als Religion, da er Götter- und Geistwesen und den Weg zur Erlösung beschreibt und damit religiöse und metaphysische Inhalte aufnimmt. Er geht zurück auf seinen Stifter Siddhartha Gautama, den Buddha. Das zentrale Thema des Buddhismus ist die unendliche Liebe. Diese Tatsache ist allen Religionen gemein.[94] Ein weiteres Thema, mit dem sich der Buddhismus auseinandersetzt, ist das Leid. Diesbezüglich hat Buddha die vier edlen Wahrheiten zusammengetragen, die von der Wahrheit vom Leiden handeln, welches jedes auf der Welt lebende Wesen ertragen muss. Von der Ursache diesen Leids, welche in der Gier des Menschen liegt, von der Aufhebung, indem erkannt wird, dass die Gier vernichtet werden muss, und dem Weg zur Aufhebung dieses Leids, durch den Achtfachen Weg.[95] Der Achtfache Weg wird mit Hilfe von Meditation erreicht und umfasst: Rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechtes Leben, rechtes Streben, rechte Wachsamkeit und rechte Sammlung.[96] Betrachtet man die Forderungen des Achtfachen Wegs, fällt auf, dass hier Parallelen zu den anderen vier Weltreligionen gezogen werden können. In jeder Religion gibt es Vorschriften, Gebote, Wegweiser, die alle darauf zielen, dem Menschen zu zeigen, wie ein guter Mensch leben soll. Bezüglich der interreligiösen Bildung, können demnach die Gebote der Weltreligionen diskutiert werden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten.

Betrachtet man die frühen buddhistischen Schriften, bekommt man den Eindruck, dass viel und gerne über Religionen diskutiert und debattiert wurde. Der Buddhismus ist demnach seit seinen ersten Stunden eine Lehre, die anderen religiösen Weltanschauungen offen gegenübersteht und deshalb offen für interreligiöse Dialoge ist.[97] Die Tatsache, dass Buddha seinen Schülern stets lehrte, bei Dialogen, lediglich die Fakten darzulegen und weder bei Ablehnung ärgerlich, noch bei Zustimmung erfreut zu sein, zeigt, dass der Buddhismus eine offene Religion ist. Ihm war es wichtig, dass jede Lehre ihre Ansichten so äußern durfte, wie sie sie für richtig empfand, ohne darüber in Streit zu geraten.[98]

Im Buddhismus ist es von großer Bedeutung, Mitgefühl gegenüber anderen Geschöpfen zu empfinden. Darum ist der interreligiöse Dialog mit dem Buddhismus häufig einfacher als mit anderen Religionen, da es quasi zu seinen Grundzügen gehört, Perspektivwechsel zu vollziehen, da nur dadurch wirkliches Mitgefühl entstehen kann.[99] Zudem könnten im interreligiösen Dialog mit dem Buddhismus Themen wie der Tierschutz behandelt werden, da der Buddhismus allen Lebewesen gegenüber sinnloses Töten verbietet. Aus diesem Grund leben viele Buddhisten vegetarisch. Auch Themen wie Umweltschutz, Weltfrieden oder der Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen sind als aktuelle gesellschaftliche Themen für den interreligiösen Austausch geeignet.[100]

Unterschiede zwischen dem Buddhismus und den anderen Religionen, sind beispielsweise die unterschiedlichen Bekenntnisse in den einzelnen Religionen. Anstatt dies jedoch als Grenze zwischen den Weltreligionen zu betrachten, sollte man es eher als Bestätigung sehen, dass es keine Einheitsreligion geben kann, die den Bedürfnissen aller Menschen in gleichem Maße gerecht wird. Unterschiede können eine Chance sein, seine Religion besser kennen zu lernen und sollte als solche Chance auch im RU genutzt werden. Anhänger des Buddhismus sprechen nicht von Absolutheitsanspruch. Sie finden, dass es legitim ist, sich sicher zu sein, dass die eigene Religion für einen selbst die absolut richtige ist. Das darf aber nicht heißen, anderen diesen Anspruch auf ihre Religion abzusprechen, sondern dass auch ihnen zugestanden werden muss, dass ihre Religion für sie die absolut richtige sein darf. Meditation, die im Buddhismus einen wichtigen Stellenwert einnimmt, scheint zunächst ein Unterschied zwischen den Religionen zu sein. Der Buddhismus sieht darin jedoch einen Anknüpfungspunkt zu den anderen Religionen, da die Religionen durch gemeinsame Meditation in Kontakt miteinander treten könnten. Hierbei stellt die Meditation kein religiöses Mittel dar, sondern ist vielmehr eine Möglichkeit der Entspannung und der Selbstfindung. Es ist allen Religion gemein, dass sie im Tod eines Menschen nicht das Ende sehen. Weiterhin, dass das Agieren im Hier und Jetzt Auswirkungen auf das Leben nach dem Tod hat – sei es in Form von Wiedergeburt wie im Hinduismus und Buddhismus oder die Vorstellung von Himmel und Hölle, vom Paradies und vom Weltengericht in den monotheistischen Religionen. Auch die Erkenntnis, dass wir Menschen Sünder, Auslöser für Leid sind und dass wir trotzdem zur Erlösung fähig sind. Die Wege dorthin, die die Religionen aufzeigen, sind unterschiedliche, aber das Ziel ist dasselbe.

Der Buddhismus ist der Überzeugung, dass die Weltreligionen friedlich miteinander umgehen und gemeinsam konstruktive Ziele für die Gesellschaft erreichen können. Dies ist möglich, indem Religionen nicht länger als Machtinstrumente missbraucht werden, sondern so gelebt und angewendet werden, wie es ihrer eigentlichen Natur entspricht.[101] Die Weltreligionen haben also ein gemeinsames Ziel, dem sie gemeinsam entgegen streben sollten. Ein buddhistisches Sprichwort besagt: „Denn niemals hört im Weltenlauf die Feindschaft je durch Feindschaft auf. Durch Liebe nur erlischt der Hass, ein ewiges Gesetz ist das.“ [102] Diese Liebe, die in jeder der Religionen zu finden ist, gilt es weiter ins Zentrum zu rücken und nach ihr zu handeln – das ist auch im Sinne des Buddhismus.

2.1.6 Fazit zu den Perspektiven der Weltreligionen bezüglich des Bildungsziels

In einem Zwischenfazit ist festzuhalten, dass interreligiöse Bildung, und damit auch das Bildungsziel der religiösen Pluralitätsfähigkeit, vor allem mit Hilfe des interreligiösen Dialogs, vorangetrieben werden kann. Gelernt wird dabei durch Begegnungen! Trotzdem ist an dieser Stelle zu bemerken, dass solche Begegnungen immer subjektiv geprägt sind und man nicht von einem Gläubigen auf eine ganze Religion schließen kann und auch nicht darf:

„Nevertheless, with regard to the interfaith dialogue it must be maintained that every participant, whether Christian, Muslim, Jew, Buddhist, Hindu, etc., may only speak on his or her own behalf and not in the name of his or her respective community – i.e., s/he speaks as a Christian (and is recognizable as such), but not in the name of the Christian community, or of Christianity.” [103]

Zwischen den Weltreligionen sind viele Gemeinsamkeiten zu verzeichnen. Diese können ein Ansatz für interreligiöse Bildung sein. Ein schönes Beispiel stellt das Haus der Religionen in Hannover dar. Dieses gibt es seit 2005 und es beherbergt sechs Weltreligionen: Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Bahaitum. Im Haus der Religionen feiern diese verschiedenen Religionen gemeinsam Feste und laden sich gegenseitig in ihre Gotteshäuser ein. Diese Initiative stellt ein positives Beispiel für interreligiöse Bildung dar.[104]

Hervorzuheben ist vor allem, dass die Ethik der fünf dargestellten Weltreligionen sehr ähnlich ist. Aus diesem Grund sollten sie gemeinsam für Frieden, Liebe und Gerechtigkeit eintreten. Die Anhänger der Weltreligionen müssen sich bewusst machen, dass ein interreligiöser Dialog nicht heißt, alles aus anderen Religionen gutzuheißen und selbst vertreten zu müssen. Jeder kann, soll und darf dem Pfad seiner Religion folgen und muss auch alle anderen Wege bestehen lassen. Diese Pfade sollten sich immer wieder begegnen, ohne dass einer einen Absolutheitsanspruch erhebt.[105] Laut John Hick, einem der Pioniere der pluralistischen Theologie der Religionen, geschieht in jeder gottesdienstlichen Feier dasselbe: Menschen öffnen sich einer höheren göttlichen Wirklichkeit, den sie als ihren Gott kennen, welcher für Liebe und Gerechtigkeit steht. Alle Gläubigen sind auf der Suche nach demselben Erlösungsimpuls, den sie in ihrer Religion zu finden glauben. Und damit haben alle Religionen dieser Welt eine tiefe Verbindung.[106] Fragt man die Weltreligionen nach ihren Zielen, antwortet jede, dass diese Glück, Frieden und Liebe sind. Auch wenn die Wege jeder Religion verschieden sind, bleibt das Ziel dasselbe.[107]

Zur gemeinsamen Erreichung dieses Ziels lässt sich in Bezug auf die Schule und den RU festhalten, dass es unbedingt notwendig ist, die Weltreligionen bereits in der Primarstufe zu thematisieren. Den Kindern gilt es schon früh Wissen, sowohl zu ihrer eigenen Religion, als auch zu den anderen, zu vermitteln und ihnen Begegnungen zu ermöglichen. So werden sie dialogfähig und kommen dem Bildungsziel religiöse Pluralitätsfähigkeit näher.

Auf Grund des immer größer werdenden Anteils muslimischer SuS in der Schule steigt die Notwendigkeit eines islamischen RU[108]. Während der aktuellen Landtagswahlen in Baden-Württemberg war die Einführung des islamischen RU ein wichtiger Bestandteil der Wahlprogramme. Gegner weisen das Argument der notwendigen Integration und Toleranz gegenüber muslimischen Mitbürgern damit zurück, dass der Islam keine Organisationsform besitzt. Damit fehlt der Ansprechpartner, den der Staat für die Überwachung der Inhalte eines islamischen RU benötigt. Außerdem sind nicht genügend Fachkräfte verfügbar, so dass lediglich ein staatlich getragener Unterricht umsetzbar wäre, welcher keinem islamischen RU, sondern vielmehr einer Islamkunde entsprechen würde. Ferner würde man so vermeiden, dass die SuS gemeinsam lernen könnten. Seitens der Kritiker stellen sich viele organisatorische, rechtliche und politische Fragen, die es zu klären gilt.[109] Befürworter des islamischen RU argumentieren, dass ein interreligiöses Lernen nur dann möglich wird, wenn die Kinder die Möglichkeit haben, Wissen über ihre eigene Religion zu erlangen und sich mit ihrem Glauben auseinander zu setzen. Nur so kann sich bereits früh eine Grundlage für die Dialogfähigkeit ausbilden. Des Weiteren ist es im Islam wichtig zu zeigen, dass man ein gläubiger Muslim ist. Es besteht auf Grund dessen häufig die Angst, dass Offenheit gegenüber anderen Religionen ein Zeichen für einen schlechten Muslim ist. Diese Angst und Unsicherheit kann den Kindern durch eine Lehrkraft genommen werden, indem diese authentisch zu ihrem Glauben steht und sich trotzdem nicht gegenüber anderen Religionen verschließt. Weiterhin haben muslimische Kinder selten die Möglichkeit, Dinge ihres Glaubens zu reflektieren. Hierfür würde ein islamischer RU eine gute Plattform bieten.[110] Durch einen islamischen RU würde die gesellschaftliche Integration weiter gefördert und eine Möglichkeit des interreligiösen Dialogs gegeben sein. Deutschland sollte ein Interesse daran haben, dem Islam auf Augenhöhe zu begegnen, was nur durch Gleichberechtigung möglich ist.[111] Der Islam verbietet kritische Glaubensfragen. An Gott zu zweifeln, ihn vielleicht sogar in Frage zu stellen, ist im Islam nicht gestattet. Für Christen hingegen ist dies völlig normal. Auch Jesus zweifelte an seinem Vater: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ [112] Der islamische RU könnte muslimischen Kindern vermitteln, dass es erlaubt ist, Dinge zu hinterfragen, dass es sogar wünschenswert ist, Dinge nicht unreflektiert hinzunehmen, sondern immer zu prüfen.[113]

Aus diesen Gründen ist auch die evangelische Kirche ein Befürworter des islamischen RU. Für sie ist ein tieferes und intensiveres Verhältnis zu einer so präsenten Religion wie dem Islam unverzichtbar und es ist ihr ein Anliegen, vermehrt Begegnungen mit dieser Religion zu haben. Zudem sieht die evangelische Kirche im islamischen RU Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der Schule.[114] Abschließend ist zu sagen, dass es im Hinblick auf mehr interreligiöse Kooperation gemäß den Zielen aller Religionen zu hoffen bleibt, „that love will find a way“ [115].

2.2 Die aktuelle Situation im Religionsunterricht in Baden-Württemberg

2.2.1 Religiöse Pluralitätsfähigkeit im Bildungsplan Baden-Württemberg

Im Folgenden wird dargestellt, wie sich der Bildungsplan bezüglich religiöser Pluralitätsfähigkeit ausdrückt, wobei sowohl der Bildungsplan 2004, als auch die Anhörungsfassung des Bildungsplans 2016 Beachtung finden. Im Bildungsplan 2004 wird unter der Dimension Religionen bereits folgende Zielformulierung beschrieben: „Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass Menschen verschieden, aber gleichwertig sind.“ [116] Die SuS sollen lernen, die religiöse Pluralität in unserer Gesellschaft wahrzunehmen und sie zu akzeptieren. Religiös pluralitätsfähig zu werden. Sie sollen lernen, anderen Menschen, unabhängig von ihrem Glauben, mit Achtung und Respekt zu begegnen. Es ist dem evangelischen RU ein Anliegen, dass die SuS wissen, dass es auch andere Glaubensweisen gibt, die sich vom Christentum unterscheiden, aber ihm auch an mancher Stelle ähneln. Dieses Wissen, soll den SuS als Orientierungshilfe dienen.

Betrachtet man die Leitgedanken zum Kompetenzerwerb der evangelischen Religionslehre, ist zu lesen, dass der evangelische RU für SuS verschiedener Überzeugungen offen ist. Durch diese Offenheit wird ein Beitrag zur religiösen Pluralitätsfähigkeit gestiftet.

Als Aufgaben und Ziele nennt der Bildungsplan 2004, dass die pluralen Verhältnisse unseres Alltags aufgenommen werden müssen, um den SuS einen Raum für die Wahrnehmung und Reflexion dieser Pluralität zu geben. Der evangelische RU möchte eine Orientierungshilfe für die SuS sein. Zudem soll er als Raum für Dialog und Auseinandersetzung mit anderen Glaubensweisen dienen. Damit befähigt der evangelische RU die SuS dazu, ihre eigenen Positionen zu finden und diese zu verteidigen.

Durch Begegnungen werden Toleranz und Offenheit gefördert. Auch die übergreifenden Kompetenzen zielen auf eine religiöse Pluralitätsfähigkeit. Die SuS sollen eine religiöse Kompetenz erwerben, die sie dazu befähigt, die religiöse Vielfalt unserer Gesellschaft wahrzunehmen, zu reflektieren und mit dem eigenen Glauben zu vergleichen. Dies hilft den SuS, eine eigene Position zu finden und diese auch vertreten zu können. Die SuS sollen zudem eine personale Kompetenz erwerben, dass sie sowohl sich selbst, als auch andere Menschen empathisch wahrnehmen können und in der Lage sind, ihre persönlichen Entscheidungen zu reflektieren. Auch die kommunikative Kompetenz bei realen Begegnungen im Dialog spielt im Hinblick auf die religiöse Pluralitätsfähigkeit eine Rolle. Hier sollen die SuS die Fähigkeit erwerben, ihre Erfahrungen und Vorstellungen auszudrücken und anderen zuzuhören. Die SuS können hier Meinungen kundtun, andere Meinungen erfahren, diese annehmen, Vergleiche anstellen und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten suchen. Die soziale Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit, im Umgang mit anderen respektvoll und tolerant zu sein, sowie nach Lösungen für Konflikte zu suchen und gemeinsame Ziele zu verfolgen. Dem evangelischen RU ist es insgesamt ein großes Anliegen, die SuS an Werte wie Gerechtigkeit, Frieden, Schöpfungsbewahrung, Toleranz und Überwindung von Gewalt heranführen.[117]

In der Anhörungsfassung des Bildungsplans 2016 ist deutlich herauszulesen, dass der evangelische RU nicht nur Kinder mit evangelischer Konfession, sondern auch Kindern mit anderer und ohne Religionszugehörigkeit offen gegenüber steht. Des Weiteren betont der neue Bildungsplan die Notwendigkeit religiöser Bildung im Sinne von Orientierung und Identität. Es ist wichtig, den SuS dabei zu helfen, ihren eigenen Standpunkt zu finden und diesen vertreten zu lernen. Das Bildungsziel religiöse Pluralitätsfähigkeit wird dadurch gestärkt, dass der evangelische RU die Begrenztheit der Menschen betont, um zu zeigen, dass über andere Menschen keine Urteile gefällt werden dürfen. Zudem fördert der evangelische RU die Bereitschaft und die Fähigkeit, „andere Auffassungen zu verstehen, Einstellungen zu erfragen und miteinander ins Gespräch zu bringen“ [118] Außerdem wird betont, dass der evangelische RU nach den Grundsätzen der Evangelischen Landeskirchen Baden-Württemberg erteilt wird. Die Denkschrift aus dem Jahr 2014 Religiöse Orientierung gewinnen verdeutlicht, dass es dem evangelischen RU ein Anliegen ist, im Rahmen des allgemeinen Bildungs- und Erziehungsauftrages einen Beitrag zur Pluralitätsfähigkeit in Schulen zu leisten. Ferner zeigt der Bildungsplan 2016, dass es dem evangelischen RU wichtig ist, den SuS zu Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt zu verhelfen. Es soll ihnen möglich sein, andere in ihrer jeweiligen religiösen Zugehörigkeit annehmen zu können, ihnen mit Respekt und Toleranz zu begegnen, bereit zu sein, mit ihnen in einen Dialog zu treten und dabei offen und respektvoll zu agieren.[119] Auch beim Betrachten der angestrebten prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen wird deutlich, dass die religiöse Pluralitätsfähigkeit als Bildungsziel weiter an Bedeutung gewonnen hat. In den prozessbezogenen Kompetenzen ist zu lesen: Kommunizieren und dialogfähig sein[120]. Die SuS sollen mit Anhängern anderer Religionen respektvoll umgehen können. Es ist wichtig, dass sie lernen, Perspektivwechsel zu vollziehen und sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Zudem sollen Kinder lernen, ihre eigenen Glaubensansichten in Worte zu fassen, diese mit denen anderer Kinder zu vergleichen und sowohl die Unterschiede, als auch die Gemeinsamkeiten wertzuschätzen.

Bezüglich des Bildungsziels der religiösen Pluralitätsfähigkeit gibt es die Dimension Religion. Hier sollen die SuS der Klassen 1 und 2 zunächst wahrnehmen, dass verschiedene Menschen auch verschiedenen Religionen angehören. Darüber sollen sie sich austauschen können und ein Verständnis für die Menschen anderer Religionen entwickeln. Der Bildungsplan 2016 zeigt hier Denkanstöße auf, mit deren Hilfe sich die Teilkompetenzen erreichen lassen. In den Klassen 3 und 4 sollen die SuS tiefere Einblicke in andere Religionen gewinnen, wobei hier vor allem die monotheistischen Religionen Beachtung finden. Hierzu sollten die SuS die jeweiligen Grundzüge beschreiben können und so einen respektvollen Umgang mit Menschen anderer Religionen oder ohne Religionszugehörigkeit lernen. Von der Lehrperson wird diesbezüglich Sensibilität allen Kindern und ihrem jeweiligen Glauben gegenüber erwartet. Zudem fordert der Bildungsplan 2016 gemeinsames Nachdenken über spezifische Themen der Religionen, Kooperation mit anderen Konfessionen wie auch Religionen und den Einbezug der Erfahrungskontexte der SuS. Hierdurch sollen Möglichkeiten für Begegnungen und Dialoge gegeben werden, die wiederum zu religiöser Pluralitätsfähigkeit führen.[121]

Wie ersichtlich geworden ist, forderte bereits der Bildungsplan 2004 religiöse Pluralitätsfähigkeit als Bildungsziel. Die Anhörungsfassung des Bildungsplans 2016 vertieft dieses Anliegen noch weiter und fordert explizit zu mehr Toleranz im Umgang mit Menschen anderer Religionen auf. Er ist als Erweiterung und Vertiefung des Bildungsplans 2004 zu betrachten und stellt noch detaillierter dar, was der evangelische RU erreichen möchte. Es bleibt demnach zu hoffen, dass sich diese Vorwärtsbewegung nicht nur in der theoretischen Ausarbeitung des neuen Bildungsplans zeigt, sondern auch in der praktischen Umsetzung. Die Denkanstöße weisen den Weg, den der evangelische RU gehen soll und fordern eindeutig das Bildungsziel der religiösen Pluralitätsfähigkeit an den Grundschulen in Baden-Württemberg!

2.2.2 Sichtweisen von Grundschullehrkräften

Was der Bildungsplan vorschreibt, ist ersichtlich geworden. Offen bleibt hingegen die Frage, wie die Religionslehrkräfte diese Ziele umsetzen. Betrachtet man Ergebnisse einer Studie in Niedersachsen aus dem Jahr 2000, so verfolgt die Mehrheit der Religionslehrenden die interreligiöse Dialogfähigkeit als ein Bildungsziel des RU. Jedoch wollen die meisten Lehrkräfte, über 60%, das Hauptaugenmerk ihres Unterrichts auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen lenken. Unterschiede zu thematisieren, wird von 40% der Befragten strikt abgelehnt. Dies steht im klaren Widerspruch dazu, dass es wichtig ist, sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede zu thematisieren. Die SuS müssen lernen, dass es Ansichten gibt, die sich unterscheiden, um so zu verstehen, dass aus den Weltreligionen nicht einfach eine Einheitsreligion gemacht werden kann. Demnach sind die Angaben der befragten Lehrkräfte aus Niedersachsen überaus problematisch. Erfahrungen, die Kinder in ihrem Alltag mit dem Fremden machen, dürfen nicht ignoriert werden, sondern müssen thematisiert werden![122] Religiöse Bildung, die vom RU verfolgt werden sollte, muss darauf abzielen, die Kinder in ihrem Glauben und in ihrer Identität zu stärken. Gleichzeitig müssen verschiedene Sachlagen geklärt werden, sodass die SuS eine Beurteilungskompetenz erwerben, mit der sie in der religiösen Pluralität unserer Gesellschaft bestehen können.[123] Die Kenntnis voneinander ist Voraussetzung für interreligiöse Begegnungen, in denen man Gläubigen und dem, was sie glauben, mit Achtung und Respekt begegnet. Für die SuS ist es sehr wichtig sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen den Religionen kennen zu lernen, um so Missverständnissen und Vorurteilen vorzubeugen. Aufgabe der Religionslehrkräfte ist es, den SuS Unterschiede bewusst zu machen, ohne dies als trennenden Gegensatz darzustellen. Sobald Unterschiede wahrgenommen werden können, wird auch der interreligiöse Dialog möglich. Die eigene Identität wird gestärkt und es ist legitim zu erkennen: Mein Gegenüber ist nicht wie ich und ich bin nicht wie mein Gegenüber – und das ist auch gut so. Solche Erkenntnisse blockieren SuS nicht, sondern bringen sie sowohl in ihrem eigenen Glauben, als auch in der Begegnung mit anderen, weiter.[124] Folglich gilt: „Gemeinsamkeiten stärken – Unterschieden gerecht werden.“ [125].

Um aktuelle Sichtweisen aus den Grundschulen in Baden-Württemberg aufzeigen zu können, wurde im Rahmen dieser Arbeit ein Fragebogen für Grundschullehrkräfte des Faches evangelische Religionslehre erstellt.[126] Im Folgenden werden die Ergebnisse vorgestellt, um erörtern zu können, ob das Bildungsziel religiöse Pluralitätsfähigkeit in Baden-Württembergs Grundschulen in dem Rahmen behandelt wird, wie der Bildungsplan dies fordert. Insgesamt haben 50 Lehrkräfte den Fragebogen ausgefüllt. Davon waren 19 Teilnehmer 6-15 Jahre im Beruf, zwölf unterrichteten seit 1-5 Jahren, 14 waren 16-25 Jahre tätig, vier seit 26-35 Jahren und eine über 35 Jahre. 35 von 50 Teilnehmern gaben an, alle vier Klassenstufen der Grundschule in Religion zu unterrichten, acht unterrichten die Klassenstufen 1-2, drei die Klassenstufen 3-4, zwei gaben an keine 1. Klasse, sondern nur Klasse 2-4 zu unterrichten und zwei unterrichten die Klasse 3 im Fach evangelische Religion.

Bezüglich der Unterrichtsgestaltung wurde zunächst abgefragt, welche der Lehrkräfte in der Grundschule das Thema Weltreligionen behandelt. 42 Lehrkräfte gaben an, die verschiedenen Religionen im evangelischen RU zu behandeln, lediglich acht tun dies nicht. Diese erste inhaltliche Frage verdeutlicht schon, dass das Bildungsziel der religiösen Pluralitätsfähigkeit zumindest in der Hinsicht Beachtung findet, dass die Kinder in der Grundschule bereits verschiedene Religionen kennenlernen. Anschließend wurden Umsetzungsideen abgefragt. Dabei wurde am häufigsten genannt, dass die SuS reale Begegnungen mit anderen Religionen haben sollen und praktische Erfahrungen mit Gegenständen der jeweiligen Religion machen sollen. Zudem wurde die Notwendigkeit einer Medien- und Methodenvielfalt beschrieben. Des Weiteren wurde von den Lehrkräften die Eigenarbeit der SuS durch Rechercheaufgaben oder Stationen betont. Deutlich wurde auch, dass es wichtig ist, die Religionen zu reflektieren, sie miteinander zu vergleichen, dabei Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und Unterschiede hervorzuheben, ohne diese zu bewerten.[127]

Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu den Erkenntnissen aus der Studie aus Niedersachsen. Da diese aus dem Jahr 2000 stammen, zeigen die aktuellen Ergebnisse aus dem Jahr 2015/2016 bereits eine Entwicklung in diesem Bereich auf.

Zudem wurde häufig genannt, dass direkte Kontakte gesucht werden, indem beispielsweise SuS eingeladen werden, die einer anderen Religion angehören. Anzumerken wäre hier, dass diese Kinder jedoch niemals als Experten ihrer Religion eingeladen werden dürfen. Dies würde zur Überforderung der Kinder führen. Man würde ihnen damit ihre eigene Identitätssuche verweigern, denn Kinder befinden sich in diesem Alter immer noch im Such- und Orientierungsprozess. Die Expertenrolle sollte stattdessen von den Lehrkräften übernommen werden.[128]

Auffallend war, dass die Lehrkräfte, die das Thema Weltreligionen in der Grundschule behandeln, sehr viel Wert auf persönlichen Kontakt und reale Erfahrungen legen. Begegnungen ermöglichen, echter Kontakt und das Nachempfinden der anderen Religion, wurde von fast jeder Lehrkraft angegeben, was zeigt, dass die Forderungen des Bildungsplans diesbezüglich beinahe flächendeckend erfüllt werden.

Weiterhin war von Interesse, welche Religionen die Lehrkräfte in ihrem RU behandeln. Der Bildungsplan fordert nur die Thematisierung der drei monotheistischen Religionen in der Primarstufe. Dies spiegelte sich auch in den Antworten der Lehrkräfte wider. Zu bemerken ist, dass alle Lehrkräfte, auch jene, die zuvor angegeben hatten, das Thema Weltreligionen nicht zum Unterrichtsgegenstand zu machen, eine Angabe machten. Das Christentum wurde diesbezüglich von allen 50 Lehrkräften angegeben. Auch Judentum und Islam folgten den Vorgaben des Bildungsplans und wurden von 49 Lehrkräften genannt. Dass der Buddhismus thematisiert wird, gaben immerhin 17 Lehrkräfte an und auch beim Hinduismus bemerkten 16 Lehrkräfte, diesen zum Unterrichtsgegenstand zu machen. Jeweils eine Lehrkraft thematisiert den Konfuzianismus und den Daoismus. Zudem gab eine Lehrkraft an, auch Sekten zum Gegenstand ihres RU zu machen. Das Bahaitum wurde von keiner der Lehrkräfte genannt. Wie zu erkennen ist, halten sich beinahe alle Lehrkräfte an die Vorgaben des Bildungsplans und greifen teilweise sogar noch weiter. Als Begründung wurde häufig genannt, dass den SuS ein breites Vorwissen vermittelt werden sollte, um damit bereits früh Orientierungsmöglichkeiten zu geben. Damit auch in unserer Gesellschaft häufig unbekannte Religionen das Interesse der SuS wecken, merkte eine Lehrkraft folgendes an:

„Ich führe auch in diese ungewöhnlichen Religionen ein, weil ich finde, dass alles kennengelernt werden sollte. Die Kinder sollen zumindest einen Überblick haben, was es alles gibt. Das Bahaitum war mir bisher unbekannt – vielleicht werde ich auch das aufnehmen“.[129]

In dieser Aussage ist die große Offenheit der Lehrkraft gegenüber anderen Religionen zu spüren. Indem sie diese Offenheit ihren SuS vorlebt, ohne dabei ihren christlichen Glauben hinten an zu stellen, zeigt sie den SuS, dass Interesse und Toleranz gegenüber anderen Religion mehr als legitim ist. Dies bestätigen auch die bereits erörterten Perspektiven der Weltreligionen, die allesamt mehr Dialoge fordern, deren Grundlagen so früh wie möglich angebahnt werden sollten. Trotzdem waren sich alle Lehrkräfte einig: Das Christentum hat Priorität und dient als Basis für die Betrachtung aller weiteren Weltreligionen. Im Hinblick auf die religiöse Pluralitätsfähigkeit ist zu bemerken, dass die Thematisierung dieser vielen verschiedenen Religionen im evangelischen RU dazu verhilft, dass die SuS von Anfang an in Kontakt mit dem Fremden kommen und ihre Scheu verlieren. Gerade die persönlichen Begegnungen helfen den Kindern dabei, offen gegenüber anderen Religionen zu werden.

Ferner wurde abgefragt, wie viele Stunden die Lehrkräfte für dieses Thema aufbringen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob die SuS wirklich die Möglichkeit haben, sich auf andere Religionen einzulassen, oder es vielmehr nur ein Anreißen der einzelnen Religionen ist. Hierbei gaben zehn Lehrkräfte an, weniger als acht Stunden aufzubringen. Die meisten, 24 Befragte, gaben an acht bis zwölf Unterrichtsstunden zu verwenden. Weitere elf Lehrkräfte nannten 13 bis 20 Unterrichtsstunden und fünf Lehrkräfte gaben sogar an, dass sie über 20 Unterrichtsstunden für das Thema Weltreligionen nutzen. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass die Lehrkräfte das Thema ernst nehmen. Die zehn Befragten, die weniger als acht Stunden aufbringen, lassen sich damit erklären, dass davon acht Befragte angaben, dieses Thema gar nicht zu thematisieren. Dementsprechend ist das Ergebnis der aufzubringenden Stundezahl sehr zufriedenstellend und lässt darauf hoffen, dass die SuS so genug Zeit und Raum bekommen, anderen Religionen zu begegnen. Als Grundvoraussetzung für interreligiöse Lernprozesse gelten vor allem eine entspannte Atmosphäre und das gegenseitige Interesse aneinander.[130]

Ob dieses Interesse seitens der SuS besteht, wurde ebenfalls im Fragebogen erfragt. Dabei bekundeten 39 der Lehrkräfte, dass ihre SuS neugierig auf andere Religionen reagieren würden, und 47 gaben an, dass Interesse seitens der Klasse bestehe, mehr über die eigene und andere Religionen zu erfahren. Lediglich vier Lehrkräfte bemerkten, dass ihre Klasse eher belustigt sei und jeweils zwei sprachen von Desinteresse und Verwirrtheit. Bezüglich der Vorkenntnisse antworteten 14 Lehrende, dass ihre SuS viele Vorkenntnisse hätten, und 27, dass kaum bis gar keine Vorkenntnisse vorhanden seien. Die hohen Zahlen an Interesse und Neugierde zeigen deutlich, dass es nicht nur ein Wunsch des Bildungsplans ist, den Kindern verschiedene Religionen nahe zu bringen. Dieselbe Lehrkraft, die zuvor angab, alle Religionen zu behandeln, schrieb an dieser Stelle dazu:

„Die SuS sind total interessiert und lieben es, ihre eigene und andere Religionen kennenzulernen. Sie sind total motiviert und stellen sehr viele Fragen. Ich habe den Eindruck, dass auch immer mehr Eltern ihre Kinder in diesem Bereich weiterbilden wollen.“

[...]


[1] Wittwer: Individuelle Veränderungskompetenz, 2010, S. 178

[2] Das dazugehörige Unterrichtsmaterial ist dem Anhang der Arbeit zu entnehmen

[3] Vgl. Schweitzer: Interreligiöse Bildung, 2014, S. 134

[4] Vgl. Narr et al.: EKL, 1992, S. 1234

[5] Vgl. Thiede: TRT, 2008, S. 934

[6] Vgl. Kreiner: LThK, 1993, S. 363

[7] Vgl. Pönninghaus: Wörterbuch des Christentums, 1988, S. 977

[8] Vgl. Schneider: LThK, 1993, S. 361

[9] Vorgrimler: Neues theologisches Wörterbuch, 2008, S. 502

[10] Schweitzer: Interreligiöse Bildung, 2014, S. 134

[11] Vgl. Gerlitz: TRE, 1996, S. 718

[12] Vgl. Schwöbel: RGG, 2005, S. 311

[13] Vgl. Gerlitz: TRE, 1996, S. 721

[14] Vgl. Höffe: Pluralismus/ Toleranz, 2005, S. 380f.

[15] Deutscher Bundestag: Grundgesetz, 2015, S. 16

[16] Das aktuelle Wissen.de Lexikon, 2004, Band 2, 131

[17] Vgl. Thiede: TRT, 2008, S. 935

[18] Vgl. Gräb-Schmidt: Religionsfreiheit als Grundlage, 2011, S. 56

[19] Vgl. van den Brink: Pluralismus, Wahrheit, Toleranz, 2011, S. 22f.

[20] Vgl. Krimmer: Evangelischer Religionsunterricht und reflektierte Toleranz, 2013, S. 58

[21] Vgl. Höffe: Pluralismus/ Toleranz, 2005, S. 385

[22] Höffe: Pluralismus/ Toleranz, 2005, S. 384f.

[23] Vgl. Asbrand, Scheunpflug: Verhältnis, 2005, S. 274

[24] Vgl. Sieg: Inhalte interreligiösen Lernens, 2005, S. 391f.

[25] Panikkar: Der neue religiöse Weg, 1990, S. 98

[26] Vgl. Lähnemann: RGG, 2005, S. 206f

[27] Vgl. Sieg: Inhalte interreligiösen Lernens, 2005, S. 386

[28] Vgl. Bernhardt: Pluralistische Theologie der Religionen, 2005, S. 170

[29] In der vorliegenden Arbeit wird Religionsunterricht konsequent (abgesehen von der Einleitung, Schluss und Überschriften) mit RU abgekürzt

[30] In der vorliegenden Arbeit wird Schülerinnen und Schüler konsequent mit SuS abgekürzt

[31] Vgl. Hellmann: Religiöse Bildung, interreligiöses Lernen, 2001, S. 3ff.

[32] Vgl. Lähnemann: RGG, 2005, S. 206f.

[33] Vgl. Baumann: Akteure, 2005, S. 397

[34] Vgl. Sieg: Inhalte interreligiösen Lernens, 2005, S. 386

[35] Vgl. Asbrand, Scheunpflug: Verhältnis, 2005, S. 274

[36] Vgl. Streib: Interreligiöse Lernprozesse, 2005, S. 231

[37] Vgl. ebd., S. 240

[38] Vgl. Asbrand, Scheunpflug: Verhältnis, 2005, S. 276

[39] Es wird hierbei auf die fünf großen Weltreligionen eingegangen

[40] Interreligiöse Bildung meint in diesem Kontext sowohl interreligiöse Dialoge, interreligiöses Lernen sowie die daraus resultierende religiöse Pluralitätsfähigkeit

[41] Vgl. Tworuschka: Weltreligionen Kindern erklärt, 2013, S. 8

[42] Vgl. Fischer: Weltreligionen, 2004, S. 14

[43] Vgl. Magonet: Jüdische Perspektiven, 2005, S. 134ff.

[44] Vgl. Tworuschka: Weltreligionen Kindern erklärt, 2013, S.19

[45] Vgl. Magonet: Jüdische Perspektiven, 2005, S. 137

[46] Vgl. Ev. Kirche Westfalen: Christen und Muslime, 2008, S. 15

[47] Vgl. Magonet: Jüdische Perspektiven, 2005, S. 137

[48] Vgl. Holleben, Baer-Krause: Kinderfragen, 2015, S. 130

[49] Vgl. Fischer: Weltreligionen, 2004. S. 22f.

[50] Gespräch mit einer Teilnehmerin der Israelexkursion 2014 der PH Schwäbisch Gmünd

[51] Vgl. Magonet: Jüdische Perspektiven, 2005, S. 134

[52] Vgl. ebd.

[53] Frank et al.: Tagebuch, 2001, S. 248

[54] In diesem Abschnitt wird die Perspektive des evangelischen Christentums dargestellt

[55] Vgl. Tworuschka: Weltreligionen Kindern erklärt, 2013, S.48 u. Fischer: Weltreligionen, 2004. S. 40

[56] Vgl. Kirchenamt der EKD: Christen und Juden, 2002, S. 116

[57] Mt 22,37-40

[58] Mt 7, 12

[59] Vgl. Holleben, Baer-Krause: Kinderfragen, 2015, S. 26

[60] Vgl. Höffe: Theologische Grundbegriffe, 2005, S. 381

[61] Vgl. Bernhardt: Pluralistische Theologie der Religionen, 2005, S. 170

[62] Vgl. Eber: ELThG, 1994, S. 1579

[63] Vgl. Bernhardt: Pluralistische Theologie der Religionen, 2005, S. 171

[64] Vgl. Kirchenamt der EKD: Christlicher Glaube und nichtchristliche Religionen, 2003, S. 19

[65] Vgl. Schweitzer: Evangelische Perspektiven, 2005, S. 118ff.

[66] Vgl. Kirchenamt der EKD: Christlicher Glaube und nichtchristliche Religionen, 2003, S. 8ff.

[67] Vgl. Kirchenamt der EKD: Christlicher Glaube, 2015, S. 29

[68] Joh 1,18

[69] Vgl. Panzer: Für alle!, 2016

[70] Vgl. Chawla: Mutter Teresa, 1993, S. 224

[71] Vgl. Fischer: Weltreligionen, 2004. S. 72, S. 80

[72] Vgl. Tworuschka: Weltreligionen Kindern erklärt, 2013, S. 88

[73] Vgl. Lunde: Islam, 2002, S. 11f.

[74] Sure 17,23-24

[75] Vgl. Müller: Islamische Perspektiven, 2005, S. 143ff.

[76] Vgl. Müller: Islamische Perspektiven, 2005, S. 142

[77] Vgl. Ev. Kirche Westfalen: Christen und Muslime, 2008, S. 4

[78] Vgl. Holleben, Baer-Krause: Kinderfragen, 2015, S. 91

[79] Vgl. Schweitzer: Interreligiöse Bildung, 2014, S. 190

[80] Sure 29,46

[81] Vgl. Tworuschka: Weltreligionen Kindern erklärt, 2013, S. 134ff.

[82] Vgl. Fischer: Weltreligionen, 2004. S. 72, S. 92

[83] Panikkar: Der neue religiöse Weg, 1990, S. 51

[84] Vgl. Albano-Müller: Hinduistische Perspektive, 2005, S. 330f.

[85] Vgl. Tworuschka: Weltreligionen Kindern erklärt, 2013, S. 161

[86] Vgl. Holleben, Baer-Krause: Kinderfragen, 2015, S. 52

[87] Vgl. Fischer: Weltreligionen, 2004. S. 72, S. 101

[88] Vgl. Holleben, Baer-Krause: Kinderfragen, 2015, S. 156f.

[89] Vgl. Albano-Müller: Hinduistische Perspektive, 2005, S. 332

[90] Vgl. ebd., S. 333f.

[91] Albano-Müller: Hinduistische Perspektive, 2005, S. 330

[92] Ebd., S. 332

[93] Vgl. Tworuschka: Weltreligionen Kindern erklärt, 2013, S. 174f.

[94] Vgl. Fischer: Weltreligionen, 2004. S. 130ff.

[95] Vgl. Ceming: Buddhismus, 2012, S. 9

[96] Vgl. Fischer: Weltreligionen, 2004, S. 143

[97] Vgl. Lusch: Buddhistische Grundlagen, 2005, S. 161

[98] Vgl. Lusch: Buddhistische Grundlagen, 2005, S. 164ff.

[99] Vgl. ebd., S. 166

[100] Vgl. Tworuschka: Weltreligionen Kindern erklärt, 2013, S. 217ff.

[101] Vgl. Petersen: Erfahrungen im interreligiösen Dialog, 2005, S. 344ff.

[102] Fischer: Weltreligionen, 2004. S. 142

[103] Schumann: Reflections, 2003, S. 13

[104] Vgl. Holleben, Baer-Krause: Kinderfragen, 2015, S. 139; vgl. außerdem: http://www.haus-der-religionen.de/haus-der-religionen-hannover-ev-0

[105] Vgl. Petersen: Erfahrungen im interreligiösen Dialog, 2005, S. 342f.

[106] Vgl. Hick: Gott und seine vielen Namen, 2001, S. 20

[107] Vgl. Holleben, Baer-Krause: Kinderfragen, 2015, S. 26

[108] Auf den Islam wird in diesem Zwischenfazit in besonderer Weise eingegangen, da diese Religion im Schulalltag am häufigsten neben dem Christentum vertreten ist

[109] Vgl. Kreß: Selbstbestimmungsrecht und Toleranz, 2011, S. 94ff.

[110] Vgl. Müller: Islamische Perspektiven, 2005, S. 144f.

[111] Vgl. Kretschmann: Getrennt, aber nicht gleichgültig, 2014, S. 88f.

[112] Mk 15,34

[113] Vgl. Müller: Islamische Perspektiven, 2005, S. 146

[114] Vgl. Kirchenamt der EKD: Religiöse Orientierung gewinnen, 2014, S. 61

[115] Blessid Union Of Souls: I believe, 1995

[116] Ministerium für KJS BaWü: Bildungsplan, 2004, S. 27

[117] Vgl. Ministerium für KJS BaWü: Bildungsplan, 2004, S. 22ff.

[118] Ministerium für KJS BaWü: Bildungsplan 2016, S. 5

[119] Vgl. Ministerium für KJS BaWü: Bildungsplan 2016, S. 6

[120] Ministerium für KJS BaWü: Bildungsplan 2016, S. 7f.

[121] Vgl. ebd., S. 7ff., S. 13, S. 27, S. 39

[122] Vgl. Streib: Interreligiöse Lernprozesse, 2005, S. 230

[123] Vgl. Grümme: Öffentliche Religionspädagogik, 2015, S. 135

[124] Vgl. Heine et al.: Christen und Muslime im Gespräch, 2014, S. 10ff.

[125] Vgl. Kirchenamt der EKD: Religiöse Orientierung gewinnen, 2014, S. 64

[126] Ausführliches Testlayout zum Fragebogen, der Fragebogen, sowie die Ergebnisse in grafischer und tabellarischer Darstellung sind in Anhang I zu finden

[127] Die exakten Antworten sind den Tabellen im Anhang zu entnehmen

[128] Vgl. Baumann: Akteure interreligiösen Lernens, 2005, S. 397f.

[129] Die zitierten Aussagen der Lehrkräfte sind im Anhang zu finden

[130] Vgl. Streib: Interreligiöse Lernprozesse, 2005, S.241

Ende der Leseprobe aus 173 Seiten

Details

Titel
Religiöse Pluralitätsfähigkeit als Bildungsziel im Religionsunterricht
Hochschule
Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
173
Katalognummer
V423599
ISBN (eBook)
9783668701083
ISBN (Buch)
9783668701090
Dateigröße
3618 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
religiöse, pluralitätsfähigkeit, bildungsziel, religionsunterricht
Arbeit zitieren
Laura Volkmann (Autor), 2016, Religiöse Pluralitätsfähigkeit als Bildungsziel im Religionsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423599

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