Die ausführliche Unterrichtsplanung wurde für eine 4. Klasse mit dem Thema "Das Gleichnis vom verlorenen Sohn" erstellt. In der betreffenden Religionsgruppe der Klasse 4 der Schule X befinden sich 13 Kinder. Diese sind aus allen drei Vierer-Klassen kombiniert. Sieben Kinder kommen aus der Klasse 4a, zwei aus der Klasse 4b und vier Kinder aus der Klasse 4c. Diese klassenübergreifende Mischung hat jedoch keine erkennbaren, negativen Auswirkungen auf das soziale Klima innerhalb der Religionsgruppe.
Insgesamt handelt es sich bei dieser Religionsgruppe um eine sehr interessierte, aufmerksame und engagierte Gruppe, mit der sowohl tiefe theologische Gespräche als auch selbstständige Arbeitsphasen, die produktive Ergebnisse hervorbringen, möglich sind. Das religiöse Vorwissen der SuS ist sehr groß und zeigt sich vor allem in den Schüleräußerungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse
1.1 Soziokulturelle Voraussetzungen
1.2 Fachliche Voraussetzungen und Entwicklungsstand der SuS
1.3 Methodische Voraussetzungen
2. Didaktische Analyse
2.1 Begründung des Themas vor dem Hintergrund der Lerngruppe
2.2 Einbettung der Stunde in den Gesamtzusammenhang
2.3 Legitimation des Themas vor dem Hintergrund des Bildungsplans
2.4 Lernziele
3. Sachanalyse
3.1 Das Lukasevangelium
3.2 Schuld und Vergebung
3.3 Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11-32)
4. Methodische Analyse
4.1 Ritualisierter Beginn
4.2 Hinführungsphase
4.3 Erarbeitungsphase
4.4 Arbeitsphase
4.5 Präsentationsphase
4.6 Vertiefungsphase
4.7 Abschluss
5. Unterrichtsskizze
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die einfühlsame, perspektivenübernehmende und vertiefte Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn, um ihnen die Thematik Schuld und Vergebung lebensnah zu vermitteln. Im Zentrum steht dabei die Erkenntnis der bedingungslosen Zuwendung Gottes sowie die Reflexion eigener Erfahrungen mit Fehlverhalten und Versöhnung.
- Vermittlung des christlichen Gottesbildes als barmherziger Vater
- Entwicklung von Verständnis für die Problematik von Schuld und Versöhnung
- Förderung der Perspektivübernahme durch Rollenspiele und Bodenbilder
- Erarbeitung eines persönlichen Zugangs zur biblischen Erzählung
- Reflexion über eigenes Handeln und die Bedeutung von Vergebung im Alltag
Auszug aus dem Buch
3.3 Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11-32)
Gleichnisse sind leicht verständliche Erzählungen Jesu, die er gewählt hat, um von den Menschen leichter verstanden zu werden und Sachverhalte bildhafter darzustellen. Die Metaphorik der Gleichnisse soll die Zuhörer fesseln und sie so zum Nachdenken anregen. Die Besonderheit an Gleichnissen ist zweifellos, dass sie immer sehr allgemeingültig formuliert sind. Entsprechend verhält es sich auch mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Es werden keine Namen genannt, sodass die Geschichte für jedermann gültig sein und beliebig übertragen werden kann. Ein Perspektivenwechsel wird hierdurch sehr gut möglich, da der Leser des Gleichnisses weniger durch die Personen, als durch die Handlung angesprochen wird. Der Inhalt des Gleichnisses, der von Schuld und Vergebung Selbiger handelt, ist jedem Menschen bekannt, weshalb auch jeder angesprochen wird. Zudem werden auch keine Zeit- und Ortsangaben gemacht. Darum kann das Gleichnis auch auf jede beliebige Zeit übertragen werden.
Das Gleichnis verdeutlicht eine familieninterne Problematik, die nicht sofort auf eine religiöse, gar biblische, Geschichte hindeutet. Jedoch übersteigt zum Ende des Gleichnisses das barmherzige Verhalten des Vaters das Verhalten eines normalen Elternteils. Aus diesem Grund wird deutlich, dass der Vater der Geschichte als Metapher für Gott verwendet wird. Als Jesus dieses Gleichnis erzählte, verdeutlichte er, wie Gott zu Sündern steht- wie ein barmherziger Vater, der nicht nur auf die Umkehr des Sohnes hofft, sondern nach ihm Ausschau hält und ihm sogar entgegeneilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die soziokulturellen und fachlichen Voraussetzungen der Lerngruppe sowie die methodischen Rahmenbedingungen für den Religionsunterricht.
2. Didaktische Analyse: Hier wird das Thema in den Gesamtzusammenhang der Einheit eingeordnet und die Relevanz sowie die Lernziele auf Basis des Bildungsplans begründet.
3. Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert den biblischen Kontext des Lukasevangeliums sowie die theologische Bedeutung der zentralen Begriffe Schuld und Vergebung im Gleichnis.
4. Methodische Analyse: Dieser Teil detailliert den Unterrichtsaufbau, inklusive der verschiedenen Phasen von der Hinführung über die Erarbeitung bis zum Abschluss.
5. Unterrichtsskizze: Das Kapitel bietet eine tabellarische Übersicht des geplanten Unterrichtsverlaufs mit Zeitplan, Sozialformen und methodischen Kommentaren.
Schlüsselwörter
Gleichnis vom verlorenen Sohn, Schuld, Vergebung, Religionsunterricht, Didaktik, Lukasevangelium, Perspektivübernahme, Gottesbild, Bodenbild, Schuld und Vergebung, Barmherzigkeit, Grundschule, Bibeldidaktik, Versöhnung, Handlungs- und Produktionsorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein ausführlicher Unterrichtsentwurf für den evangelischen Religionsunterricht in einer 4. Klasse, der das Thema Vergebung anhand des Gleichnisses vom verlorenen Sohn behandelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der konstruktive Umgang mit eigener Schuld, das Erfahren von Vergebung sowie das Verständnis von Gott als barmherzigem Vater.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist, den Schülerinnen und Schülern eine einfühlende und perspektivenübernehmende Auseinandersetzung mit dem Gleichnis zu ermöglichen, damit sie die Bedeutung von Vergebung für ihr eigenes Leben erkennen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Unterricht folgt der kritisch-konstruktiven Didaktik nach Klafki und setzt auf handlungsorientierte Methoden wie Bodenbilder und Rollenspiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungs-, Didaktik-, Sach- und Methodische Analyse, gefolgt von einer konkreten Unterrichtsskizze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Gleichnis, Schuld, Vergebung, Perspektivübernahme und religionspädagogische Planung charakterisieren.
Warum ist das Bodenbild als methodisches Element gewählt worden?
Das Bodenbild ermöglicht den SuS, nicht nur passiv zuzuhören, sondern aktiv als Mitgestalter in die Geschichte einzutauchen und verschiedene Perspektiven der Figuren visuell darzustellen.
Wie gehen die SuS mit dem Konflikt zwischen den beiden Söhnen um?
Die SuS erarbeiten in Rollenspielen und durch das Schreiben von Gedankenblasen die unterschiedlichen Sichtweisen der Brüder, um deren Handeln und Gefühle nachvollziehbar zu machen.
- Citar trabajo
- Laura Volkmann (Autor), 2017, Ausführlicher Unterrichtsentwurf zur Religionsstunde am mit dem Thema „Das Gleichnis vom verlorenen Sohn“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423608