Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Theories, Models, Terms and Definitions

Die Kultivierungshypothese im Kontext der Medienwirkungsforschung: Ansätze, Kritik, Alternativen

Title: Die Kultivierungshypothese im Kontext der Medienwirkungsforschung: Ansätze, Kritik, Alternativen

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sven Weidner (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Sucht man in der gegenwärtigen Universitätslandschaft nach einer medienwissenschaftlichen Fakultät, wird man schnell fündig. Seit seiner Institutionalisierung Ende der Achtziger Jahre erlebt das Fach neben einer ständigen Weiterentwicklung vielfach auch inhaltliche Modifikationen. Nicht selten sind die Medienwissenschaften eine Teildisziplin der Kommunikationswissenschaften, oder Publizistikwissenschaften. In den siebziger Jahren entstand graduell das Bestreben, die Medienwissenschaften aus dem Bereich der Publizistik herauszunehmen, um ihnen später ein eigenes wissenschaftliches Podium einzurichten. Die ersten medienwissenschaftlichen Ansätze findet man nach dem zweiten Weltkrieg. Genau besehen arbeitet die Medienwissenschaft mit Erkenntnisse aus verschiedenen Fachgebieten.
Allen voran den Kommunikationswissenschaften, der Psychologie, der Soziologie, der Philosophie, den Literatur-, Politik-, Film-, aber auch den Geschichts- und Wirtschaftwissenschaften, um nur einige zu nennen.. Besondere Phänomene aus der Medienwirkungsforschung um die es in der nachfolgenden Arbeit gehen wird, wären ohne psychologische aber auch soziologische Erkenntnisse schlichtweg nicht fundiert zu erklären.
Ohne die oben angeführten Disziplinen, würde die Medienwissenschaft dahinsiechen wie ein Fisch ohne Wasser.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Generelle Vorbemerkungen zu den Medienwissenschaften; Zielsetzung der Arbeit

2. Der aktuelle Stand der Medienwirkungsforschung innerhalb der Medienwissenschaft

3. Die Kultivierungshypothese nach Gerbner et.al

4. Eine kritische Revision der Thesen Gerbners durch Michael Schenk und Paul Hirsch

5. Alternative Konzepte und Überlegungen zur Kultivierungshypothese

6. Fazit – Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Kultivierungshypothese im Kontext der Medienwirkungsforschung mit dem Ziel, die von George Gerbner aufgestellten Thesen kritisch zu beleuchten und den kausalen Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und Gewaltbereitschaft zu hinterfragen. Durch die Gegenüberstellung mit alternativen Ansätzen und Revisionen soll ein fundierter Überblick über die komplexen Wirkungszusammenhänge zwischen Medieninhalten und individuellen Einstellungen gegeben werden.

  • Grundlagen und aktueller Stand der Medienwirkungsforschung
  • Darstellung der Kultivierungshypothese nach Gerbner et.al.
  • Kritische Revision der Kultivierungsanalyse durch Michael Schenk und Paul Hirsch
  • Diskussion alternativer Konzepte wie Habitualisierung und Suggestion
  • Methodische Problematiken der empirischen Medienwirkungsforschung

Auszug aus dem Buch

3. Die Kultivierungshypothese nach George Gerbner et.al.

George Gerbner, der mit Mitarbeitern der Annenberg-School in vielen Befragungen und Auswertungen den Zusammenhang zwischen dem Medium Fernsehen und den Auswirkungen auf die Gesellschaft untersucht hat, macht eine direkte Auswirkung von im Fernsehen gezeigter Gewalt auf das Verhalten, die Einstellung und das Agieren von Individuen aus. Diese Phänomen nennt er Kultivierungshypothese. Gerbner sieht im Fernsehen ein stabiles System in dem Botschaften jeglicher Art an den einzelnen weitergegeben werden, was nach seinem Dafürhalten die Sozialisation bestimmter Gruppen prägt. Im Vordergrund steht die Auseinandersetzung mit im Fernsehen gezeigter Gewaltdarstellungen, und deren Auswirkungen auf einzelne Gruppierungen. Im sogenannten Violence-Index unterteilt Gerbner die einzelnen Sendungen nach ihrem Gewaltgehalt, wobei er allerdings offen lässt, was genau unter dem Begriff „Gewalt“ zu subsumieren ist, und wie konkret hier Grenzziehungen vorgenommen werden. (In der neueren Medienwirkungsforschung versucht man differenziertere Gewaltprofile als Grundlage für statistische Erhebungen zu entwickeln.) Relativ pauschal geht die Annenberg-Gruppe davon aus, dass sich die Kultivierungseffekte bei Vielsehern wesentlich schneller einstellen als bei Wenigsehern und das auch die politische Orientierung mit dem Fernsehkonsum in einem kausalen Zusammenhang steht. Weiterhin beeinflusst das Fernsehen den öffentlichen Diskurs und auch das jeweilige Bewusstsein. Die Kultivierung ist nicht nur eine lineare Ursache-Wirkungskette von Medieninhalten und Publikumseinstellungen, sondern auch ein Entwicklungsprozess mit lang anhaltenden kulturellen Konsequenzen.

Die zunächst pragmatisch erscheinende Einteilung, wonach Vielseher mehr als vier Stunden täglich, und .Wenigseher weniger als zwei Stunden täglich fernsehen, ist insofern problematisch, als andere Fernsehkonsumenten, wie z.B. die Extremseher aber auch Nichtseher nicht in diese Schema erscheinen. Gerbner und Kollegen legen in ihrem Aufsatz Die angsterregende Welt des Vielsehers (1976) dar, dass die Vielseher die reale Welt für weitaus gefährlicher und schrecklicher halten als die Wenigseher und infolgedessen auch mehr Angst vor der Realität haben. Vielseher übertragen nach der Annenberg-Gruppe bestimmte Stereotypen oder festgelegte Geschlechterrollen die ihnen im Programm suggeriert werden viel häufiger in ihre reale Welt, als Wenigseher.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Generelle Vorbemerkungen zu den Medienwissenschaften; Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die medienwissenschaftliche Disziplin und Definition des Ziels, die Kultivierungshypothese im Kontext der Medienwirkungsforschung zu analysieren.

2. Der aktuelle Stand der Medienwirkungsforschung innerhalb der Medienwissenschaft: Überblick über den Wandel der Medientheorien vom Stimulus-Response-Modell hin zu multifaktoriellen Ansätzen und Vorstellung aktueller Theorien wie Agenda-Setting und Uses-and-Gratifacations.

3. Die Kultivierungshypothese nach Gerbner et.al: Detaillierte Darstellung der von Gerbner entwickelten Hypothese, die einen Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und einer verzerrten Wahrnehmung der Realität postuliert.

4. Eine kritische Revision der Thesen Gerbners durch Michael Schenk und Paul Hirsch: Auseinandersetzung mit methodischen Defiziten der Annenberg-Studien und wissenschaftliche Gegenpositionen zur Validität der Kultivierungseffekte.

5. Alternative Konzepte und Überlegungen zur Kultivierungshypothese: Vorstellung weiterführender Theorien wie die Habitualisierungs-Hypothese und die Suggestions-These zur Erklärung von Mediengewaltwirkungen.

6. Fazit – Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Schwierigkeit, kausale Zusammenhänge in der Medienwirkung empirisch eindeutig nachzuweisen, und Plädoyer für die Entwicklung von Medienkompetenz.

Schlüsselwörter

Medienwirkungsforschung, Kultivierungshypothese, Fernsehkonsum, Mediengewalt, Vielseher, Agenda-Setting, Wissenskluft, Resonanztheorie, Mainstreaming, Habitualisierung, Desensibilisierung, Suggestion, Medienkompetenz, Rezipientenforschung, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Kultivierungshypothese innerhalb der Medienwirkungsforschung und untersucht, inwieweit das Fernsehen einen kausalen Einfluss auf das Weltbild und die Gewaltbereitschaft der Rezipienten hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Medienwirkungsforschung, die Kultivierungsanalyse nach George Gerbner, deren kritische Überprüfung durch Schenk und Hirsch sowie ergänzende Ansätze wie die Habitualisierungs- und Suggestionsthese.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Thesen der Annenberg-Gruppe kritisch gegenüberzustellen und aufzuzeigen, dass ein einfacher kausaler Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und gesellschaftlicher Wahrnehmung wissenschaftlich stark umstritten ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden beleuchtet?

Die Arbeit analysiert vor allem inhaltsanalytische Ansätze, empirische Befragungsmethoden der Kultivierungsforschung sowie deren methodische Schwachstellen, wie die mangelnde Differenzierung von Gewaltbegriffen.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Darstellung der Kultivierungshypothese, der methodischen Kritik daran durch Michael Schenk und Paul Hirsch sowie der Einordnung weiterer Medientheorien in den Gesamtrahmen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kultivierung, Vielseher-Forschung, Medienwirkungsmodelle, Mainstreaming-Theorie und die kritische Revision empirischer Studiendesigns.

Warum wird die Kultivierungshypothese von Schenk und Hirsch kritisiert?

Die Kritik entzündet sich an methodischen Unzulänglichkeiten, der Problematik der "Selbsteinschätzung" der Probanden beim Fernsehkonsum und der einseitigen Fokussierung auf Quantität statt auf die inhaltliche Qualität des Gesehenen.

Was besagt die Resonanztheorie im Kontext der Kultivierung?

Die Resonanztheorie ergänzt die Hypothese dahingehend, dass der Kultivierungseffekt verstärkt wird, wenn das im Fernsehen Gezeigte mit den unmittelbaren Alltagserfahrungen des Zuschauers übereinstimmt, was zu einer "Doppeldosierung" der Fernsehbotschaft führt.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Die Kultivierungshypothese im Kontext der Medienwirkungsforschung: Ansätze, Kritik, Alternativen
College
University of the Arts Berlin
Course
Modelle der Medienwirkungswissenschaften
Grade
1,3
Author
Sven Weidner (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V42386
ISBN (eBook)
9783638404273
ISBN (Book)
9783640747627
Language
German
Tags
Kultivierungshypothese Kontext Medienwirkungsforschung Ansätze Kritik Alternativen Modelle Medienwirkungswissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Weidner (Author), 2005, Die Kultivierungshypothese im Kontext der Medienwirkungsforschung: Ansätze, Kritik, Alternativen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42386
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint