Der sogenannte Berliner Engel oder auch Engel am Heiligen Grab gehört zu den eindrucksvollsten Holzskulpturen der niederrheinischen Romanik. Die gut erhaltene Erstfassung des Engels macht ihn zu einem Unikat der romanischen Holzplastik und vermittelt eindrucksvoll die bunte Farbigkeit des frühen Mittelalters. Nur wenige Vergleichswerke dieser Qualität haben die Jahrhunderte überdauert und stützen die kunsthistorische Bedeutung dieser Skulptur.
Diese Hausarbeit widmet sich verschiedenen Punkten im Zusammenhang mit der Skulptur, unter anderem Erhaltungszustand, Ikonographie und Funktionszusammenhang.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Provenienz
Beschreibung
Erhaltungszustand
Fassung
Ikonographie
Funktionszusammenhang
Das Ostergrab oder Heiliges Grab
Ergänzende Werke
Mögliche Aufstellung
Zeitliche Einordnung und Vergleichswerke zum Berliner Engel
Stilistische Einflüsse
Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit widmet sich der kunsthistorischen Analyse des sogenannten "Berliner Engels" aus dem Bodemuseum und untersucht dessen ikonographische Bedeutung, seine ursprüngliche liturgische Funktion im Kontext des mittelalterlichen Ostergrabes sowie seine stilistische Einordnung in die niederrheinische Romanik des 12. Jahrhunderts.
- Provenienz und Beschreibung der Holzskulptur
- Ikonographische Deutung als Engel der Verkündigung der Auferstehung
- Liturgischer Funktionszusammenhang: Die "Visitatio sepulchri"
- Vergleichende Analyse mit der "Heiligen Frau mit Salbgefäß"
- Stilistische Einflüsse und zeitliche Einordnung
Auszug aus dem Buch
Provenienz:
Die mit der Inventarnummer 2969 versehene Holzskulptur im Berliner Bodemuseum konnte vor Eröffnung des von Wilhelm von Bode neugegründeten Kaiser-Friedrich-Museums bei einer Münchner Auktion des Auktionshauses Hugo Helbig im Dezember des Jahres 1904 erworben werden.
Der Engel vom Heiligen Grab gehörte zur Sammlung des deutschen Geschichts- und Altertumswissenschaftler Friedrich Gustav Habel, die zu einer der größten Altertumssammlungen Europas gehörte. Nach dem Tod verwaltete und erweiterte sein Neffe Wilhelm Conray die Sammlung, die schlussendlich nach dem Tod von Conray im Jahr 1903 von seinen Erben veräußert wurde.
Trotz dieser Provenienz waren weder die ursprüngliche Herkunft der Figur lokalisierbar noch existierten schriftliche Quellen oder Hinweise über die genaue zeitliche Datierung und auszuführende Werkstatt. Dies erschwerte die geographische sowie stilistische Einordnung der Figur, konnte aber durch kunsthistorische Methoden und Untersuchungen relativ sicher in einen historischen und stilistischen Kontext eingegliedert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Berliner Engels als bedeutende Holzskulptur der niederrheinischen Romanik und Einführung in die Fragestellung.
Provenienz: Rekonstruktion der Herkunftsgeschichte des Werkes von der Sammlung Friedrich Gustav Habels bis zum Erwerb durch das Bodemuseum.
Beschreibung: Detaillierte formale Analyse der sitzenden Engelsgestalt hinsichtlich ihrer Haltung, Physiognomie und Kleidung.
Erhaltungszustand: Untersuchung des physischen Zustands der Skulptur, der Materialität und der Bearbeitungsspuren.
Fassung: Analyse der Farbfassung und der Bedeutung der Erstfassung für das Erscheinungsbild der Skulptur.
Ikonographie: Deutung der Geste und Rolle des Engels im Kontext der biblischen Berichte zur Auferstehung Jesu.
Funktionszusammenhang: Einordnung der Skulptur in das liturgische Spiel der "Visitatio sepulchri" im 12. Jahrhundert.
Das Ostergrab oder Heiliges Grab: Erläuterung der Bedeutung von Heiligen-Grab-Imitationen und deren Funktion im Mittelalter.
Ergänzende Werke: Untersuchung von Vergleichsstücken, insbesondere der Heiligen Frau mit Salbgefäß aus Esztergom.
Mögliche Aufstellung: Diskussion über die ursprüngliche räumliche Anordnung der Figuren innerhalb eines Ostergrab-Ensembles.
Zeitliche Einordnung und Vergleichswerke zum Berliner Engel: Vergleichende Stilkritik zur Bestimmung des Entstehungszeitraums.
Stilistische Einflüsse: Betrachtung französischer und byzantinischer Einflüsse auf die niederrheinische Formensprache.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der kunsthistorischen Bedeutung des Engels als Teil einer verlorenen Osterzeremonie.
Schlüsselwörter
Berliner Engel, Engel vom Heiligen Grab, Bodemuseum, niederrheinische Romanik, Visitatio sepulchri, Ostergrab, Holzskulptur, 12. Jahrhundert, Ikonographie, Liturgie, Heilige Frau, Kunstgeschichte, Mittelalter, Provenienz, Sakrale Kunst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Einordnung und Deutung einer romanischen Holzskulptur, des sogenannten "Berliner Engels".
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Provenienz, die formale Beschreibung, die Ikonographie sowie die liturgische Funktion innerhalb mittelalterlicher Osterfeiern.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Untersuchung zielt darauf ab, die Herkunft, die Funktion und den kunsthistorischen Kontext des Berliner Engels als Teil einer größeren Inszenierung (Ostergrab) zu bestimmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es kommen kunsthistorische Methoden wie die formale Stilkritik, der Vergleich mit anderen zeitgenössischen Werken sowie die Auswertung von Quellen zur Liturgiegeschichte zum Einsatz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Figur, die Analyse ihrer Einbettung in das Ostergrab-Drama und den Vergleich mit anderen Werken der niederrheinischen Romanik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Berliner Engel, niederrheinische Romanik, Visitatio sepulchri, Ostergrab und liturgische Funktion.
Warum wird die "Heilige Frau mit Salbgefäß" als Vergleichsbeispiel herangezogen?
Aufgrund stilistischer Ähnlichkeiten im Faltenwurf und in der Ausarbeitung wird in der Forschung vermutet, dass beide Figuren Teil desselben ursprünglichen Skulpturenensembles waren.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zur ursprünglichen Aufstellung?
Die Autorin stellt fest, dass die Aufstellung der Figuren aufgrund fehlender Originalquellen eine kritische Rekonstruktion bleibt, auch wenn sie vermutlich in einen liturgischen Kontext am Altar eingebunden waren.
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- Katja Aksenenka (Author), 2016, Berliner Engel oder Engel vom Heiligen Grab. Ein kritischer Katalogeintrag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423905