1. Einleitung
„Je früher ein Kind mit dem Begriff „Helfen“ konfrontiert wird, umso eher wird es als Heranwachsender die Bereitschaft zur Hilfeleistung mitbringen.“
(MALTESER Hilfsdienst e. V. 2000, 7)
Durch meine abgeschlossene Berufsausbildung zur Arzthelferin habe ich mich schon seit langer Zeit für medizinische Sachverhalte und Erste Hilfe interessiert. Da es in den Schulpausen häufig zu kleinen „Notfällen“ kommt, die von den Schülern oftmals falsch bewertet werden, kam die Idee, einen „Themenkoffer Erste Hilfe“ zusammenzustellen.
Zudem existieren bereits unterschiedliche Themenboxen in der Schule, die von den Lehrern positiv aufgenommen und häufig eingesetzt werden.
Eine Vorüberlegung war, dass dieser Koffer mit unterschiedlichsten Gegenständen, Materialien und Medien ausgestattet sein soll, die sowohl die Bereitschaft zum Helfen bei den Kindern wecken, als auch ihre Handlungskompetenzen in Erste Hilfe Situationen erweitern sollen. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Rettungskette in einem Notfall ist sowohl die Bereitwilligkeit zum Handeln, als auch ein ausreichendes Wissen der Beteiligten.
Daher soll bereits bei den Kindern in der Grundschule ein Bewusstsein für diese Aspekte schrittweise aufgebaut werden (vgl. KLEIN 2001). Da in Notfällen häufig wertvolle Sekunden entscheidend sind, sollte jedermann Grundkenntnisse in Erster Hilfe erwerben und zum Helfen bereit sein, um möglichst schnell und effektiv handeln zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begründung der ausgewählten Thematik
2.1 Aufgaben der Schule
2.1.1 Aussagen der Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule
2.1.2 Rechtliche Grundlagen
2.2 Zur derzeitigen Situation an der St. Marienschule Appelhülsen
3. Erste Hilfe an der St. Marienschule Appelhülsen
3.1 Zum Begriff Erste Hilfe im Hinblick auf die Thematisierung in der Grundschule – Versuch einer näheren Bestimmung
3.2 Grundsätze und Zielsetzungen des Themenkoffers Erste Hilfe in der Grundschule
4. Verschiedene Aspekte der Zusammenstellung des Themenkoffers „Erste Hilfe“ an der St. Marienschule Appelhülsen
4.1 Allgemeine Überlegungen zu dem Einsatz und Aufbau des Themenkoffers Erste Hilfe
4.2 Inhalte des Koffers
4.2.1 Die Arbeitsmappe für den Lehrer
4.2.2 Medien
4.2.3 Reale Materialien
4.3 Überlegungen und Konsequenzen für den Themenkoffer Erste Hilfe
4.4 Mögliche Schwierigkeiten und Grenzen bei der Verwirklichung an der St. Marienschule
4.5 Möglichkeiten zur Beschaffung der Materialien
5. Einsatzmöglichkeiten des Themenkoffers „Erste Hilfe“ in Form einer spiralcurricularen Vorgehensweise
5.1 Ermöglichung unterschiedlicher Arbeitsformen
5.2 Ausgewählte Aspekte und Möglichkeiten für die Jahrgangsstufe 1/2
5.3 Ausgewählte Aspekte und Möglichkeiten zur Weiterführung für die Jahrgangsstufe 3/4
5.4 Außerschulische Hilfen und Lernorte
5.5 Elternarbeit
6. Schlussbetrachtung / Retrospektive
7. Anhang
8. Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie durch einen speziell zusammengestellten „Themenkoffer Erste Hilfe“ die Bereitschaft von Grundschülern zur Hilfeleistung gefördert und deren Handlungskompetenzen in Notfallsituationen an der St. Marienschule Appelhülsen erweitert werden können.
- Entwicklung und Zusammenstellung eines praxisorientierten Themenkoffers
- Analyse rechtlicher Grundlagen und curricularer Vorgaben für den Grundschulunterricht
- Spiralcurriculare Integration des Themas in den Schulalltag
- Förderung sozialer Kompetenzen und Abbau von Hemmschwellen bei Kindern und Lehrern
Auszug aus dem Buch
4.1 Allgemeine Überlegungen zu dem Einsatz und Aufbau des Themenkoffers Erste Hilfe
Eine allgemeine Voraussetzung für die Nutzung des Themenkoffers ist eine sachliche Auseinandersetzung mit der Ersten Hilfe. Im Rahmen dieser Arbeit wird jedoch die Darstellung der theoretischen Aspekte vernachlässigt, um den Schwerpunkt auf die praktische Umsetzung legen zu können.
Bei den Schülern wird Interesse und Neugier für einen Lerngegenstand besonders dadurch geweckt, dass die Materialien und Medien ansprechend gestaltet sind und dass Lernen in verschiedenen Formen und Zusammenhängen ermöglicht wird. Hier ist ein weiterer wichtiger Aspekt, dass die Kinder die Gelegenheit bekommen, eigenständig tätig zu werden. Dadurch werden sie für die Bearbeitung des Themas motiviert und eine bessere Wirksamkeit des Lerngegenstandes ist damit gewährleistet.
Die Lernpsychologie geht davon aus, dass 90 % von dem, was selbst ausprobiert und durchgeführt wurde, im Gedächtnis verankert bleibt. Im Gegensatz dazu wird lediglich 20 % von dem was gehört wird und 10 % von Gelesenem im Gehirn gespeichert. Daraus lässt sich folgern, dass der Themenkoffer die Möglichkeit eröffnen muss, den Schülern grundlegende Kenntnisse der Ersten Hilfe anschaulich und nachvollziehbar zu vermitteln (vgl. HÜHOLDT 1995, 248).
Der Themenkoffer soll für alle Lehrer der Schule zur Verfügung stehen und je nach Ermessen der Lehrkraft individuell einsetzbar sein. Er soll für alle Schulstufen Anregungen für die unterrichtliche Praxis bieten. Daher ist es für den Themenkoffer wichtig eine spiralcurriculare Einsetzbarkeit zu beachten (vgl. Kap. 5). Das heißt, dass der Themenkomplex unter verschiedenen Aspekten und in jeweils altersgemäßer Komplexität im Laufe der Schulzeit und über die Schulstufen hinweg mehrfach behandelt wird (vgl. BUNDESZENTRALE für gesundheitliche Aufklärung 2000, 9). Die Lehrkraft wählt aus dem Themenkoffer die für ihren Unterricht gewünschten Teile aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Motivation für das Projekt auf Basis ihrer medizinischen Vorbildung und der Beobachtung häufiger kleinerer Unfälle im Schulalltag.
2. Begründung der ausgewählten Thematik: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit von Erster Hilfe an der Grundschule unter Bezugnahme auf Richtlinien, Lehrpläne, Unfallstatistiken und die spezifische Situation der St. Marienschule.
3. Erste Hilfe an der St. Marienschule Appelhülsen: Hier erfolgt eine fachliche Definition von Erster Hilfe mit Fokus auf die Grundschule sowie die Ableitung von Grundsätzen und Zielsetzungen für den Themenkoffer.
4. Verschiedene Aspekte der Zusammenstellung des Themenkoffers „Erste Hilfe“ an der St. Marienschule Appelhülsen: Das Kapitel beschreibt den konzeptionellen Aufbau des Koffers, inklusive der notwendigen Inhalte wie Arbeitsmappen, Medien und realen Materialien sowie der Möglichkeiten zur Beschaffung.
5. Einsatzmöglichkeiten des Themenkoffers „Erste Hilfe“ in Form einer spiralcurricularen Vorgehensweise: Die Autorin gibt praktische didaktische Anregungen für unterschiedliche Altersstufen, inklusive der Einbindung von Experten, außerschulischen Lernorten und der Elternarbeit.
6. Schlussbetrachtung / Retrospektive: Die Autorin reflektiert den Prozess der Konzepterstellung und betont den positiven Nutzen des Themenkoffers für das Schulklima und das Sicherheitsgefühl der Kinder.
7. Anhang: Enthält eine visuelle Dokumentation des Koffers sowie eine detaillierte Inhaltsübersicht.
8. Quellenverzeichnis: Umfasst die zur Erstellung der Arbeit genutzte Fachliteratur sowie Internetressourcen.
Schlüsselwörter
Erste Hilfe, Grundschule, Themenkoffer, Unfallprävention, Handlungskompetenz, Hilfeleistungsbereitschaft, Schulsanitätsdienst, Sachunterricht, Notruf, Erste-Hilfe-Material, Pädagogik, Gesundheitserziehung, spiralcurriculare Vorgehensweise, Sicherheitsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Entwicklung und Implementierung eines „Themenkoffers Erste Hilfe“ an der St. Marienschule Appelhülsen, um Grundschüler zur Hilfeleistung zu befähigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Förderung der Bereitschaft zum Helfen, das Training von Handlungskompetenzen, Unfallverhütung und die Einbettung in den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch motivierende Materialien und eine spiralcurriculare Didaktik Ängste abzubauen und Schülern Sicherheit im Umgang mit Notfällen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu pädagogischen und rechtlichen Vorgaben sowie auf der Entwicklung eines eigenen, praxisorientierten Konzepts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Konzeption des Themenkoffers, dessen Inhalten (Medien, reale Materialien) sowie konkreten didaktischen Szenarien für den Einsatz im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Erste Hilfe, Themenkoffer, Grundschule, Unfallprävention und Handlungskompetenz.
Warum ist die Einbeziehung von Eltern so wichtig?
Die Eltern sind ein wesentlicher sozialer Bezugspunkt der Kinder und können durch ihre Unterstützung, etwa bei der Materialbeschaffung oder Reflexion im Alltag, zum Erfolg des Konzepts beitragen.
Welche Rolle spielt die „spiralcurriculare Vorgehensweise“?
Sie ermöglicht es, das Thema Erste Hilfe über die gesamte Grundschulzeit hinweg in altersgerechter Komplexität immer wieder aufzugreifen und zu vertiefen.
Wie kann das Problem der Angst bei Lehrkräften gelöst werden?
Die Autorin schlägt vor, den Lehrern durch leicht zugängliche Materialien, Fortbildungen und die Unterstützung durch externe Fachorganisationen Sicherheit zu vermitteln.
Welchen Beitrag leistet die beigefügte CD-Rom?
Sie dient als auditive und visuelle Unterstützung, unter anderem mit Geräuschen wie Martinshorn und Sirene, sowie Kopiervorlagen für Urkunden und Arbeitsblätter.
- Quote paper
- Astrid van Reine (Author), 2005, Der Themenkoffer „Erste Hilfe“ als Möglichkeit zur Förderung der Bereitschaft zum Helfen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42392