Im vorliegenden Essay soll die konstruktivistische Lerntheorie auf ihr Lernverständnis hin betrachtet und Schlussfolgerungen für den Unterricht erarbeitet werden.
Die konstruktivistische Didaktik basiert auf der Tatsache, dass jedes Individuum, anlehnend an sein Wissen und Erfahrungen, seine eigene Wirklichkeit konstruiert. Lernen wird dementsprechend als selbstständiger „Konstruktionsprozess“ gesehen. Die Maxime des Konstruktivismus lautet „Konstruktion statt Instruktion“ und lässt sich hinsichtlich der politischen Bildung lockern und ermöglicht so eine Mischung zwischen Konstruktion und Instruktion. Lernen ist aus konstruktivistischer Sicht u.a. auf kooperatives, situiertes, selbsttätiges, handelndes, entdeckendes Lernen angewiesen.
Der Konstruktivismus stellt ein gegensätzliches Lernverständnis zum üblichen Lernverständnis dar und bietet darüber hinaus diverse Arrangements für (Lehr-)und Lernprozesse. Einige Aspekte des konstruktivistischen Lernverständnisses sollen im Folgenden erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Lernverständnis der konstruktivistischen Didaktik und die Konsequenzen für den Politikunterricht
Zielsetzung und Themen
Das Essay setzt sich zum Ziel, die konstruktivistische Lerntheorie hinsichtlich ihres Lernverständnisses zu analysieren und daraus fundierte Schlussfolgerungen für die Gestaltung des Unterrichts, insbesondere im Bereich der politischen Bildung, abzuleiten.
- Grundlagen des konstruktivistischen Lernverständnisses
- Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung und Lehrerrolle
- Vergleich zwischen Instruktion und Konstruktion
- Bedeutung von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Lernenden
- Praxisbeispiel: Konstruktivistischer Unterricht zum Thema Nachrichten
Auszug aus dem Buch
Lernverständnis der konstruktivistischen Didaktik und die Konsequenzen für den Politikunterricht
Im dem vorliegenden Essay soll die konstruktivistische Lerntheorie auf ihr Lernverständnis hin betrachtet und Schlussfolgerungen für den Unterricht erarbeitet werden. Die konstruktivistische Didaktik basiert auf der Tatsache, dass jedes Individuum, anlehnend an sein Wissen und Erfahrungen, seine eigene Wirklichkeit konstruiert (vgl. Riemer 2002, 60). Lernen wird dementsprechend als selbstständiger „Konstruktionsprozess“ gesehen (Sander 2014, 79). Die Maxime des Konstruktivismus lautet „Konstruktion statt Instruktion“ und lässt sich hinsichtlich der politischen Bildung lockern und ermöglicht so eine Mischung zwischen Konstruktion und Instruktion. Lernen ist aus konstruktivistischer Sicht u.a. auf kooperatives, situiertes, selbsttätiges, handelndes, entdeckendes Lernen angewiesen. Der Konstruktivismus stellt ein gegensätzliches Lernverständnis zum üblichen Lernverständnis dar und bietet darüber hinaus diverse Arrangements für (Lehr-)und Lernprozesse (vgl. Haan und Rülcker 2009, 7). Einige Aspekte des konstruktivistischen Lernverständnisses sollen im Folgenden erläutert werden.
Lernen wird im Konstruktivismus als „Prozess der Konstruktion von Wissen und Verstehen“ verstanden (Sander 2014, 87). In diesem Zusammenhang ist Lernen zwar mit Lernangeboten von außen erregbar, aber nicht steuerbar, geschweige denn erzwingbar (vgl. Sander 2008, 160). Die Lernenden entscheiden selbst, was sie aus dem vermittelten Input lernen (vgl. Sander 2014, 87). Da jeder beliebige Input in sein Konzeptsystem aufnimmt, muss der konstruktivistische Unterricht darauf Acht geben, den Inhalt auf das was die Schüler und Schülerinnen „already know and believe“, abzustimmen (zitiert nach Sander 2014, 87). Außerdem sollten Lerninhalte viabel und anschlussfähig sein, um an dem Vorwissen der Lernenden anknüpfen zu können (vgl. Siebert 2000, 146). Zusätzlich wird Lernen vielmehr als biographische und kulturelle (Re-)Konstruktion von Wirklichkeit gesehen anstatt eine Wiederspiegelung der Lehre (vgl. Siebert 2000, 146).
Zusammenfassung der Kapitel
Lernverständnis der konstruktivistischen Didaktik und die Konsequenzen für den Politikunterricht: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen des Konstruktivismus ein, definiert Lernen als aktiven Konstruktionsprozess und erläutert die Konsequenzen für eine subjektorientierte Unterrichtsgestaltung.
Schlüsselwörter
Konstruktivismus, Konstruktivistische Didaktik, Politikunterricht, Konstruktionsprozess, Selbstbestimmung, Viabilität, Strukturdeterminierte Wahrnehmung, Offener Unterricht, Schülerorientierung, Handlungskompetenz, Rekonstruktion, Instruktion, Subjektorientierung, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der konstruktivistischen Lerntheorie auf den Politikunterricht und untersucht, wie ein verändertes Verständnis von Lernen die Unterrichtspraxis beeinflussen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören das konstruktivistische Lernverständnis, die Abgrenzung von Konstruktion und Instruktion, die Bedeutung von Vorwissen sowie die Rolle von Reflexion und sozialem Lernen im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aus den theoretischen Annahmen des Konstruktivismus Schlussfolgerungen für eine moderne, schülerorientierte Unterrichtspraxis in der politischen Bildung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dem Essay verwendet?
Die Arbeit ist ein theoretisches Essay, das auf der Auswertung und Zusammenführung fachwissenschaftlicher Literatur und didaktischer Konzepte verschiedener Autoren basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil vertieft das Verständnis des Konstruktivismus, analysiert die Konsequenzen für das Lehrer-Schüler-Verhältnis und demonstriert anhand eines konkreten Beispiels (Thema Nachrichten), wie sich konstruktivistische Didaktik praktisch umsetzen lässt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Konstruktivismus, Selbstbestimmung, Handlungskompetenz und konstruktivistische Didaktik definiert.
Welche Bedeutung hat der Begriff der "Viabilität" im Konstruktivismus?
Viabilität ersetzt den klassischen Wahrheitsbegriff und bezeichnet die Brauchbarkeit oder Gangbarkeit von Wissen für das Individuum, um sich in der Welt zu orientieren.
Wie verändert sich die Rolle der Lehrkraft im konstruktivistischen Unterricht?
Die Lehrkraft tritt als Instrukteur in den Hintergrund und fungiert eher als Begleiter, der den Lernprozess unterstützt, statt starre Lehrinhalte vorzugeben.
Was genau versteht der Autor unter "strukturdeterminiertem Lernen"?
Jedes Individuum reagiert aufgrund seiner eigenen Voraussetzungen und Erfahrungen individuell auf äußere Impulse (Input), weshalb Lernen nicht direkt steuerbar ist.
Warum ist das Thema "Nachrichten" ein gutes Beispiel für konstruktivistischen Unterricht?
Das Beispiel verdeutlicht, wie durch die drei Schritte Rekonstruktion, Konstruktion und Dekonstruktion aus einem passiven "Beobachter" ein aktiver, handelnder Teilnehmer gemacht wird.
- Citation du texte
- Altay Siakiroglou (Auteur), 2015, Konstruktivismus. Lernverständnis der konstruktivistischen Didaktik und die Konsequenzen für den Politikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424189