Ein Phänomen, welches in unserer heutigen Kultur anzutreffen ist, sind die Hipster. Eine Subkultur, die eigentlich nicht als Subkultur beschrieben werden kann, da inzwischen jeder ein Hipster ist. Beziehungsweise keiner. Also was denn jetzt?! Bei dem Versuch herauszufinden, was ein Hipster wirklich ist, scheint es so als ob jeder wüsste was und wer ein Hipster sei. Geht man jedoch mit den Fragen weiter ins Detail und fragt einmal genauer nach werden die Antworten schon schwammiger. So richtig scheint niemand genau zu wissen was einen Hipster letztendlich ausmacht. Fängt man bei dem äußeren Erscheinungsbild an, so fallen einem direkt viele Schlagwörter ein: Hornbrille, Mütze, Bart, Rennrad, Longboard, Spiegelreflexkamera, Skinnyjeans, Jutebeutel etc. Aber reicht das schon aus um ein Hipster zu sein und vor allem ist jeder der ein bis zwei dieser Attribute an sich trägt ein Hipster? Inwiefern gehört eine politische Motivation, ein gesellschaftskritischer Gedankengang oder eine Abgrenzung zu dem Mainstream zum wesentlichen Bestandteil eines Hipsters? Ein weiteres Phänomen ist der eigene Umgang mit dieser Gruppe. Fragt man einen Punk, ob er Punk sei wird er es mit Stolz bejahen und seinen Standpunkt verdeutlichen und einen evtl. in eine Diskussion begleiten. Bei einem Hipster ist es hingegen etwas ganz anderes. Nomikladiert man eine offensichtlich der Hipster-Bewegung zugehörigen Person als Hipster, so scheint man ihn fast schon zu beleidigen und er streitet es vehement ab. Es scheint so als sei es fatal diese Person mit dieser Subkultur in Verbindung zu bringen. Die Frage, die sich nun aufdrängt ist offensichtlich: „Warum?!“ Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wird in dieser Arbeit als erstes versucht eine Art Definition eines Hipsters zu finden. Was macht ihn aus. Dafür muss der Ursprung dieser Subkultur und Bewegung analysiert werden, welcher in den USA der 50er Jahre in einem Essay von Norman Mailer gefunden wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Ursprünge
3. Der Hipster der Gegenwart
4. Die Botschaft und Motivation
5. „Was? Nein, ich bin kein Hipster!“
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Hipstertums, um ein tieferes Verständnis für die Hintergründe dieser Bewegung zu entwickeln und zu klären, warum sich Angehörige dieser Subkultur häufig nicht als solche identifizieren.
- Historische Herleitung des Hipster-Begriffs anhand von Norman Mailer
- Analyse des äußeren Erscheinungsbildes als Ausdruck einer Geisteshaltung
- Gegenüberstellung der Ursprungsideologie mit der heutigen medialen Wahrnehmung
- Untersuchung der bewussten Abgrenzung vom gesellschaftlichen Mainstream
- Psychologische Aspekte der individuellen Distanzierung von Subkulturen
Auszug aus dem Buch
2. Die Ursprünge
Beschäftigt man sich mit der Herkunft von Hipstern so müssen die Ursprünge in den USA des 20. Jahrhunderts gesucht werden.
Schon 1957 wird der Begriff von dem amerikanischen Autor Norman Mailer in seinem Essay „The White Negro: Superficial Reflections in the Hipster“ verwendet. Hierin beschreibt er eine Subkultur von weißen Vorortjugendlichen die sich von ihrer konformierten und uniformierten Kultur distanzierten und sich der black culture angehörig fühlten. Hipster hörten vor allem Jazz und Swing und trugen exzentrische avangardedistische Kleidung um ihre Mittelschichtseltern zu brüskieren und sich zu distanzieren. Mailer beschreibt weiter in seinem Essay, dass der Hipster ein enfant terrible sei, welches sich von der Gesellschaft bewusst distanziert, da es mit ihr nicht mehr konform ist.
So ist das Rauchen von Marihuana, und das Hören von Jazz ein wichtiger Aspekt, da diese Erfahrungen nicht mit den Squares (engl. Viereck; gemeint: Langweiler/Spießer) geteilt werden können. Jazz ist strukturlos und „wild“. Er wird nicht von dem Durchschnittsbürger gehört und vor allem nicht verstanden. Gleiches gilt für die Kleidung. Ein wichtiges Kriterium ist hier die völlige Distanzierung von der Norm und den Mitläufern in allen Bereichen. Als Auslöser für diese Entfernung von der weißen Mittelschicht, von den Spießern und Opportunisten, betrachtet Mailer den historischen Kontext und die Ereignisse, welche diese Generation zu verarbeiten hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit, den Hipsterbegriff präzise zu definieren, und stellt die Forschungsfrage nach den Ursprüngen und der eigentlichen Identität dieser Subkultur.
2. Die Ursprünge: Dieses Kapitel analysiert die historischen Wurzeln des Hipstertums in den 1950er Jahren, basierend auf Norman Mailers Essay über die Distanzierung der Jugend von der konformistischen weißen Mittelschicht.
3. Der Hipster der Gegenwart: Hier wird das heutige Erscheinungsbild und die mediale Wahrnehmung der Hipster im Vergleich zu ihrer ursprünglichen Definition betrachtet.
4. Die Botschaft und Motivation: Dieses Kapitel untersucht die zugrunde liegende Geisteshaltung und die bewusste Abgrenzung des modernen Hipsters von einer als konsumorientiert und kapitalistisch wahrgenommenen Gesellschaft.
5. „Was? Nein, ich bin kein Hipster!“: Der Text beleuchtet das Phänomen, warum sich die als Hipster bezeichneten Personen vehement gegen diese Kategorisierung wehren und eine Identifikation mit der Gruppe ablehnen.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass es sich um eine bewusste, aber durch Trittbrettfahrer verwässerte Form der Distanzierung handelt, die eine differenzierte Betrachtung erfordert.
Schlüsselwörter
Hipster, Subkultur, Norman Mailer, Mainstream, Gesellschaftskritik, Konsumgesellschaft, Identität, Individualismus, Distanzierung, Modetrend, Jazz, Rebellion, Zeitgeist, Lifestyle, Avantgarde
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Hipster-Subkultur, ihrer geschichtlichen Entwicklung seit den 1950er Jahren und ihrem heutigen Stellenwert in der Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die historischen Ursprünge, die äußere Erscheinung, die gesellschaftskritische Motivation der Hipster und die paradoxe Ablehnung des Hipster-Labels durch die Betroffenen selbst.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Ursprung und die Beweggründe dieser Bewegung zu analysieren und ein tieferes Verständnis für die psychologischen und soziologischen Aspekte der Hipster-Identität zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Der Autor stützt sich vor allem auf eine qualitative Analyse von Feuilletons, Blogs und Zeitungsartikeln sowie auf die historische Einordnung durch den Essay von Norman Mailer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Transformation vom historischen Hipster der 50er Jahre hin zur heutigen Modeerscheinung, die Kritik am Konsumkapitalismus und das fehlende Zugehörigkeitsgefühl der Szene diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind hierbei Distanzierung, Individualität, Mainstream, Subkultur, Gesellschaftskritik sowie das Spannungsfeld zwischen bewusstem Lebensstil und medialisierter Massenmode.
Warum betrachten Medien den Hipster heute meist negativ?
Der Autor führt aus, dass Medien das Phänomen oft als oberflächliche Modeerscheinung wahrnehmen, bei der "Trittbrettfahrer" lediglich einen Lebensstil kopieren, ohne die ursprüngliche kritische Intention zu teilen.
Warum lehnen Hipster ihre eigene Bezeichnung kategorisch ab?
Die Ablehnung resultiert aus dem Wunsch, sich als echtes Individuum von der Masse zu distanzieren; die Einordnung in eine Gruppenschublade würde diesem Anspruch der Einzigartigkeit widersprechen.
- Citation du texte
- Henrik Sponbiel (Auteur), 2015, Die Masse der Individuen. Wodurch zeichnet sich das neue Phänomen aus und was sind die Hintergründe?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424287