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Das Thema Pubertät im Film "Ginger Snaps" und die Bedeutung für Jugendliche

Title: Das Thema Pubertät im Film "Ginger Snaps" und die Bedeutung für Jugendliche

Term Paper , 2016 , 13 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Raphaela Kaiser (Author)

Film Science
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Das Horrorgenre im Film ist besonders bei Jugendlichen populär. Das belegen zahlreiche Studien, wie etwa die qualitative Studie zu Mediennutzungsgewohnheiten und normativen Medienpräferenzen von Marci-Boehncke und Rath (2007), welche 1500 Jugendliche aus Deutschland und Österreich zwischen 12 und 16 Jahren befragten. Auffallend ist, dass Horrorfilme bei beiden Geschlechtern mit jeweils circa 40 Prozent am beliebtesten sind, wobei andere Genres, wie zum Beispiel Liebes- und Actionfilme bei Mädchen und Jungen verschiedenermaßen präferiert werden. Der Horror übt also eine Faszination auf Jugendliche aus. „Der Horrorfilm ist ein jugendliches Genre“, schreibt Benjamin Moldenhauer und auch Marcus Stiglegger stellt fest: „Jugendliche brauchen Horror“. Der Grund ist, dass diese Filme die Möglichkeit bieten, sich zum Einen mit der Realität der Gesellschaft und zum Anderen mit der körperlichen Entfremdung auseinanderzusetzen.

Für die 16-Jährige Ginger aus dem Film Ginger Snaps (2000) wird ebendiese Pubertät zum Alptraum. Ihr Körper verändert sich nicht nur durch Hormone, sondern auch durch einen Werwolfbiss. Außerdem sind sie und ihre jüngere Schwester Mobbing-Opfer an der Schule durch Attacken der Rivalin sowie sexistische Äußerungen ihrer männlichen Schulkameraden. Gingers Bedürfnis nach Beliebtheit bleibt aufgrund des Außenseiter-Daseins unerfüllt und die Mutter kann mit ihren pubertierenden Töchtern nicht umgehen. Hier wird deutlich, dass das Thema Pubertät im Film Ginger Snaps eine große Rolle spielt. Nun stellt sich die Frage, wie dieses Motiv des modernen Horrorfilms im Film abgehandelt wird und welche Bedeutung es für Jugendliche hat. Dafür werden einzelne Motive des Themas Pubertät anhand von Filmszenen erläutert und deren Bedeutung für jugendliche Rezipienten aufgezeigt. Der Schluss zeigt die Wichtigkeit von Horrorfilmen für Jugendliche auf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Thema Pubertät im Film „Ginger Snaps“ und die Bedeutung für Jugendliche

2.1. Verständnislosigkeit seitens der Erwachsenenwelt

2.2. Menstruation

2.3. Zersplitterte Identität und Sinnsuche

2.4. Werwolfmythos als Metapher

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Motiv der Pubertät im modernen Horrorfilm, exemplarisch dargestellt am Film "Ginger Snaps", inszeniert wird und welche spezifische Bedeutung diese Darstellung für Jugendliche im Prozess ihrer Identitätsbildung hat.

  • Die Wahrnehmung und Bewältigung von Pubertät im modernen Horrorfilm
  • Die Interaktion zwischen Jugendlichen und der verständnislosen Erwachsenenwelt
  • Die symbolische Funktion der Menstruation als "Fluch" und Identitätsmarker
  • Der Werwolfmythos als Metapher für körperliche und psychische Metamorphosen
  • Die Identitätsfindung und Selbstermächtigung im jugendlichen Alter

Auszug aus dem Buch

2.4. Werwolfmythos als Metapher

Wie schon im Kapitel zur Menstruation erwähnt, wird der Werwolfmythos als Fluch im Film Ginger Snaps doppeldeutig verwendet. Jedoch kann die gesamte Metamorphose zum Werwolf als Metapher für die Pubertät gedeutet werden. Parallelen finden sich vor allem auf körperlicher und sexueller Ebene.

So steht die sich langsam ausbreitende Wolfsbehaarung auf Gingers Körper für die beginnende Scham- und Achselbehaarung bei Pubertierenden. Als sie auf der Damentoilette der Schule zum ersten Mal weiße Haare auf ihrer Schulter entdeckt, ist sie geschockt und wütend. Sie zeigt es Brigitte und frägt sie: „Wieso krieg ich auf einmal so einen Haarwuchs? Das ist beschissen! So ne Scheiße, so ein verdammter Mist!“ (Fawcett 2000 25:55). Diese Szene könnte sich auch bei einem gewöhnlichen heranwachsenden Mädchen so abspielen, welches gerade Haare unter ihrem Arm entdeckt. Aus diesem Grund findet sich jugendliches Publikum hier wieder. Das Gleiche gilt für die Szene, als Brigitte Rasierer voll mit Haaren und eine Dose Rasierschaum im Mülleimer findet sowie einen Schwanzfortsatz an Ginger entdeckt, während sie schläft. Damit niemand den Hundeschwanz beim Sportunterricht entdeckt, klebt ihn Brigitte an Gingers Bein fest. Auch dies erinnert an die Pubertät: Schamgefühle und den Drang, die Brust verstecken zu wollen, sind besonders bei jungen Mädchen bekannt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Popularität des Horrorgenres bei Jugendlichen und führt in das zentrale Untersuchungsziel ein, wie das Motiv der Pubertät im Film "Ginger Snaps" thematisiert wird.

2. Das Thema Pubertät im Film „Ginger Snaps“ und die Bedeutung für Jugendliche: Dieses Hauptkapitel analysiert vier zentrale Motive – Verständnislosigkeit der Erwachsenen, Menstruation, Identitätssuche und den Werwolfmythos –, um die Identifikationsmöglichkeiten für jugendliche Zuschauer aufzuzeigen.

2.1. Verständnislosigkeit seitens der Erwachsenenwelt: Die Analyse zeigt auf, wie durch die Unfähigkeit der Erwachsenen, die Ängste der Jugendlichen zu verstehen, eine Entfremdung entsteht, die die Pubertät der Protagonistinnen zusätzlich erschwert.

2.2. Menstruation: Dieses Kapitel untersucht die Dämonisierung und Symbolik der Menstruation im Film, die als "Fluch" sowohl die körperliche Reifung als auch die Verwandlung zum Werwolf einleitet.

2.3. Zersplitterte Identität und Sinnsuche: Hier wird der Prozess der Identitätsbildung in der Pubertät betrachtet, wobei die Faszination für den Tod und die Suche nach einem erwachsenen Ich als zentrale psychologische Herausforderungen identifiziert werden.

2.4. Werwolfmythos als Metapher: Dieses Kapitel erläutert, wie die Metamorphose zum Werwolf als übertriebenes Sinnbild für die körperlichen und sexuellen Veränderungen sowie für das Streben nach Selbstermächtigung während der Adoleszenz fungiert.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass "Ginger Snaps" komplexe Alltagserfahrungen Jugendlicher widerspiegelt und durch die Darstellung dieser Krisen ein hilfreiches Medium zur Identitätsfindung und zur Reflexion alternativer Handlungsmöglichkeiten bietet.

Schlüsselwörter

Pubertät, Ginger Snaps, Horrorfilm, Identitätsbildung, Menstruation, Werwolfmythos, Adoleszenz, Körperhorror, Jugendsubkultur, Sozialisation, Identifikationsfläche, Erwachsenenwelt, Metamorphose, Sexualität, Selbstermächtigung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Horrorfilm "Ginger Snaps" und dessen Darstellung der Pubertät, um zu verstehen, warum dieses Genre bei Jugendlichen so populär ist und welche Bedeutung die gezeigten Motive für diese Altersgruppe haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Identitätsfindung, körperliche Veränderungen während des Heranwachsens, das Verhältnis zur verständnislosen Erwachsenenwelt sowie die symbolische Aufladung von Sexualität und Menstruation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Motive des modernen Horrorfilms anhand des Films "Ginger Snaps" zu erläutern und deren psychologische und soziale Relevanz für jugendliche Rezipienten aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Filmanalyse, in der spezifische Filmszenen in Bezug auf jugendkulturelle Themen wie Identitätskrise und Pubertät interpretiert und mit theoretischen Ansätzen (u.a. Reß, Mayer, Miess) verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier inhaltliche Analysen: die Entfremdung von Erwachsenen, die Menstruation als identitätsstiftender "Fluch", die Suche nach Identität und die Deutung des Werwolfs als Metapher für pubertäre Wandlungsprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Pubertät, Identitätsbildung, Horrorfilm, Adoleszenz, Körperhorror, Metamorphose und Selbstermächtigung.

Wie unterscheidet sich die Reaktion des Vaters von der der Mutter im Film?

Der Vater erkennt die dunklen Machenschaften der Töchter früher als die Mutter, da er ihr Verhalten nicht reflexhaft als reine Pubertät abtut, während die Mutter ihre Töchter durch unsensible Kommentare und Unverständnis unbewusst von sich wegstößt.

Warum spielt der "Werwolfbiss" eine so wichtige Rolle für das Verständnis des Films?

Der Biss fungiert als Katalysator: Er löst nicht nur körperliche Veränderungen aus, die den Pubertätsstress verschärfen, sondern ermöglicht der Hauptfigur Ginger auch eine Form der Selbstermächtigung, mit der sie ihre schulischen Rivalen und Unterdrücker schlussendlich überwindet.

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Details

Title
Das Thema Pubertät im Film "Ginger Snaps" und die Bedeutung für Jugendliche
College
Klagenfurt University  (Medien- und Kommunikationswissenschaften)
Course
Angst/Lust und Körperhorror
Grade
1,00
Author
Raphaela Kaiser (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V424394
ISBN (eBook)
9783668697645
ISBN (Book)
9783668697652
Language
German
Tags
Horrorfilm Körperhorror Angst Lust Pubertät Jugend Jugendliche Ginger Snaps
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Raphaela Kaiser (Author), 2016, Das Thema Pubertät im Film "Ginger Snaps" und die Bedeutung für Jugendliche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424394
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