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"Das Spektakel des Anderen" von Stuart Hall und die Flüchtlingsdebatte. Strategien zur Bekämpfung von Stereotypen

Título: "Das Spektakel des Anderen" von Stuart Hall und die Flüchtlingsdebatte. Strategien zur Bekämpfung von Stereotypen

Trabajo Escrito , 2016 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Raphaela Kaiser (Autor)

Ciencias Culturales - Ciencias culturales empíricas
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Angesichts der derzeitigen Flüchtlingssituation erlangt Stuart Halls Text "Das Spektakel des Anderen" eine besonders große Aktualität. Denn mit den Flüchtlingen gelangen bestimmte Bilder und Vorstellungen nach Europa, die Ängste schüren und Stereotype wach rufen. Diese Bilder werden unter anderem geformt durch Begegnungen, koloniale Erfahrungen, aber auch durch Repräsentationen in den Medien, in Literatur, Kultur und in politischen Diskursen.

Die Belästigung und Vergewaltigung von mehr als 500 Frauen in der Silvesternacht 2015 in Köln und Hamburg, wofür hauptsächlich männliche Flüchtlinge verantwortlich gemacht wurden, ließ gängige Repräsentationen aufkeimen. So seien muslimische Männer aus dem arabischen Raum kriminell und hätten eine andere Vorstellung von Sexualität. Frauen besäßen in ihren Herkunftsländern einen Objektstatus und das Kopftuch der Muslima kennzeichne diese Unterdrückung der Frau. Solche Repräsentationen von Muslimen und männlichen Flüchtlingen werden besonders in der Medienberichterstattung deutlich. Anlässlich der sich seit 2015 zuspitzenden Flüchtlingssituation stellt sich daher die Frage, wie deutsche Leitmedien Flüchtlinge repräsentieren.

Diese Arbeit basiert auf einem Referat zum Text "Das Spektakel des Anderen" von Stuart Hall mit dem Ziel, dessen Aktualität aufzuzeigen. Dafür werden wichtige Aspekte am Beispiel aktueller Bilder und Debatten dargelegt. Ansonsten wird sich an Halls Text gehalten. Zunächst werden vier theoretische Ansätze zur Begründung von Differenz beschrieben. Das dritte Kapitel erklärt die Entstehung der Differenz anhand des Waren-Kolonialismus und der Plantagen-Sklaverei. Es folgt ein geschichtlicher Rückblick zu den Stereotypen im amerikanischen Kino. Anschließend werden die Machtstrukturen von Stereotypen und dem Orientalismus aufgezeigt. Als aktuelles Beispiel dient die Darstellung von Flüchtlingen in den deutschen Medien. Anhand von Magazincover und Titelbilder werden die vorliegenden Repräsentationen und Machtstrukturen herausgearbeitet. Anschließend werden Strategien zur Bekämpfung solcher Bilder und Stereotype nach Hall beschrieben, bevor ein Fazit gezogen wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wichtigkeit von Differenz

3. Die Entstehung rassischer Differenz

3.1 Der Waren-Rassismus

3.2 Die Plantagen-Sklaverei in den USA

4. Die Inszenierung der Differenz

5. Die Macht der Repräsentationen

5.1 Stereotypisierung

5.2 Orientalismus

5.3 Macht und Wissen über Flüchtlinge in den deutschen Medien

6. Die Veränderung von Stereotypen

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aktualität von Stuart Halls Theorie „Das Spektakel des Anderen“ anhand der medialen Repräsentation von Flüchtlingen in deutschen Leitmedien. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Stereotypisierung und koloniale Machtstrukturen Wissensproduktionen entstehen, die Fremdheit konstruieren und rassistische Diskurse legitimieren.

  • Theoretische Grundlagen zur Entstehung von Differenz
  • Historische Herleitung rassischer Stereotype (Waren-Rassismus, Sklaverei)
  • Mechanismen von Stereotypisierung, Orientalismus und Macht
  • Mediale Analyse aktueller Magazin-Cover (Stern, Focus, SZ, Spiegel)
  • Strategien zur Dekonstruktion und Veränderung von Stereotypen

Auszug aus dem Buch

5.1 Stereotypisierung

Um die Macht zu verdeutlichen, die von rassischen Repräsentationen ausgeht, ist es zunächst wichtig, deren Funktionsweise zu betrachten. Rassische Repräsentation geschieht aufgrund von Stereotypisierung, also durch Reduktion eines Menschen „auf einige wenige, einfache Wesenseigenschaften, die als durch die Natur festgeschrieben dargestellt werden“. (Hall 2004: 143) Hall orientiert sich in seiner Argumentation an Richard Dyer, der die Wichtigkeit der Einteilung der Welt in Typen und Stereotypen betont. Denn ohne die Einteilung von Dingen und Menschen in die der jeweiligen Kultur entsprechenden Klassifikationssysteme, würden sich Menschen nicht in ihrer Umwelt zurechtfinden. Erst solche Kategorienschemata geben Dingen eine Bedeutung. (Hall 2004: 143)

Dyer versteht unter einer Typisierung eine einfache Charakterisierung, „in der einige wenige Eigenschaften im Vordergrund stehen und Wandel oder ‚Entwicklung‘ auf einem minimalen Niveau gehalten wird“. (Dyer 1977: 28, zitiert nach Hall 2004) Soziale Typen leben nach den Normen und Regeln der Gesellschaft; damit sind sie leicht in Kategorien einzuordnen. Stereotype hingegen fallen aus dem Raster, indem sie eine symbolische Grenze überschreiten. Sie kennzeichnen das, was nicht ‚normal‘ ist – das, was nicht von der Gesellschaft akzeptiert wird. Somit wird alles nicht den Regeln Konforme ausgeschlossen, um die symbolische Ordnung aufrechtzuerhalten. Hall beschreibt Dyers Definition von Stereotypisierung als einen Prozess, der „reduziert, essentialisiert, naturalisiert“ (Hall 2004: 144) und Differenz festschreibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verknüpft Stuart Halls kulturtheoretische Überlegungen mit der aktuellen Flüchtlingssituation in Deutschland und definiert die Forschungsfrage zur medialen Repräsentation.

2. Die Wichtigkeit von Differenz: Dieses Kapitel erläutert vier theoretische Ansätze aus Linguistik, Anthropologie und Psychoanalyse, um zu erklären, wie Bedeutung und Differenz entstehen.

3. Die Entstehung rassischer Differenz: Es wird dargelegt, wie koloniale Praktiken wie Waren-Rassismus und die Plantagen-Sklaverei die rassische Differenz in westlichen Gesellschaften etablierten.

3.1 Der Waren-Rassismus: Dieses Unterkapitel analysiert, wie koloniale Werbeanzeigen und Alltagsprodukte des 19. Jahrhunderts den binären Gegensatz zwischen Zivilisation und afrikanischer Bevölkerung konstruierten.

3.2 Die Plantagen-Sklaverei in den USA: Die Analyse zeigt auf, wie die Sklavenhaltung in den USA durch eine Rassenideologie gerechtfertigt wurde, die Kultur und Natur strikt voneinander trennte.

4. Die Inszenierung der Differenz: Dieses Kapitel untersucht die Fortdauer rassistischer Stereotype im 20. Jahrhundert am Beispiel des amerikanischen Kinos und der Typologien von Donald Bogle.

5. Die Macht der Repräsentationen: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen der Stereotypisierung mit der Machtausübung durch Wissen und Repräsentation.

5.1 Stereotypisierung: Hier wird der Prozess der Reduktion und Naturalisierung von Eigenschaften als Mechanismus zur Aufrechterhaltung symbolischer Ordnung beschrieben.

5.2 Orientalismus: Unter Rückgriff auf Edward Said wird die diskursive Herstellung des "Orients" als Machtinstrument westlicher Hegemonie analysiert.

5.3 Macht und Wissen über Flüchtlinge in den deutschen Medien: Anhand von Zeitschriften-Covern wird praktisch untersucht, wie aktuelle Medien Diskurse über Flüchtlinge prägen.

6. Die Veränderung von Stereotypen: Dieses Kapitel diskutiert drei Strategien, wie rassistische Repräsentationen bekämpft oder durch subversive Formen umgekehrt werden können.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass alte Stereotype in der heutigen Berichterstattung fortbestehen und der Kampf gegen diese, aufgrund komplexer Intersektionalität, fortwährend bleibt.

Schlüsselwörter

Stuart Hall, Kulturtheorie, Repräsentation, Stereotypisierung, Rassismus, Orientalismus, Medienanalyse, Differenz, Kolonialismus, Flüchtlingsdebatte, Machtstrukturen, binäre Gegensätze, Identität, Diskurs, Wissensproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die aktuelle Relevanz von Stuart Halls Kulturtheorie, insbesondere seines Textes „Das Spektakel des Anderen“, im Kontext der medialen Berichterstattung über Flüchtlinge in deutschen Medien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Differenz durch gesellschaftliche Klassifikationssysteme, die historische Wurzel der Rassifizierung im Kolonialismus sowie die Wirkmächtigkeit von Stereotypen in modernen Printmedien.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, zu analysieren, wie deutsche Leitmedien Flüchtlinge repräsentieren und welche symbolische Macht bzw. "Wissensproduktion" durch diese Darstellungen erzeugt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz. Nach einer Erarbeitung der kulturtheoretischen Grundlagen von Stuart Hall erfolgt eine qualitative Analyse aktueller Magazin-Cover mittels bildanalytischer Verfahren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungen zur Entstehung von Differenz, einen historischen Rückblick auf rassische Repräsentationen sowie eine praktische Analyse von Coverbildern bekannter deutscher Magazine.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Repräsentationsregime, Orientalismus, Stereotypisierung, koloniale Machtstrukturen und mediale Konstruktion des "Anderen" beschreiben.

Wie bewertet die Autorin die Strategie des Magazins „Der Spiegel“?

Die Autorin stellt fest, dass der Spiegel im Gegensatz zu anderen Publikationen versucht, die evozierten rassistischen Vorurteile durch Bildtexte explizit zu hinterfragen und zu falsifizieren, wenngleich der langfristige Erfolg dieser Strategie fraglich bleibt.

Welche Rolle spielt der Begriff „Intersektionalität“ im Fazit?

Die Autorin nutzt diesen Begriff, um aufzuzeigen, dass der Kampf gegen Stereotype besonders schwierig ist, da sich die Zuschreibungen aufgrund von Herkunft, Hautfarbe und Flüchtlingsstatus bei den betroffenen Menschen überschneiden.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
"Das Spektakel des Anderen" von Stuart Hall und die Flüchtlingsdebatte. Strategien zur Bekämpfung von Stereotypen
Universidad
Klagenfurt University  (Medien- und Kommunikationswissenschaften)
Curso
Aktuelle Entwicklungen der Kulturtheorie
Calificación
1,0
Autor
Raphaela Kaiser (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
18
No. de catálogo
V424396
ISBN (Ebook)
9783668697768
ISBN (Libro)
9783668697775
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kulturtheorie Stuart Hall Spektakel des Anderen Orientalismus Macht Wissen Flüchtlinge Medien Rassismus Stereotypisierung Sklaverei
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Raphaela Kaiser (Autor), 2016, "Das Spektakel des Anderen" von Stuart Hall und die Flüchtlingsdebatte. Strategien zur Bekämpfung von Stereotypen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424396
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