Im Rahmen dieser Hausarbeit werde ich die Kapitel, die sich mit der Kirche im Mittelalter beschäftigen, der beiden Schulgeschichtsbücher „mitmischen 1“ und „Die Reise in die Vergangenheit“ im Hinblick auf Multiperspektivität analysieren. Ich werde untersuchen, wo in den Kapiteln Multiperspektivität zu finden ist und wie sie methodisch umgesetzt wird. Dazu wird zwischen narrativer Darstellung, Arbeitsaufträgen sowie Text- und Bildquellen unterschieden. Die beiden Schulbücher wurden ausgewählt, da sie beide für die Haupt- und Gesamtschulen konzipiert wurden, sie für die gleiche Klassenstufe sind, sie dem gleichen Jahrgang entstammen und von unterschiedlichen Verlagen sind, wodurch sie einen guten Ansatz zum Vergleich bieten. Zuvor werde ich im Rahmen dieser Hausarbeit neben der geschichtsdidaktischen Begründung und Ziele von multiperspektivischen, historischen Lernen auch die Probleme und Schwierigkeiten sowie die Methoden von Multiperspektivität im Geschichtsunterricht darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Multiperspektivität im Geschichtsunterricht
2.1 Geschichtsdidaktische Begründung von Multiperspektivität
2.2 Ziele von multiperspektivem, historischen Lernen
2.3 Schwierigkeiten und Problem von multiperspektivem Geschichtsunterricht
2.4 Methoden des multiperspektiven Unterrichts
3. Multiperspektivität im Schulbuch „mitmischen 1“
3.1 Multiperspektivität in der narrativen Darstellung
3.2 Multiperspektive Text- und Bildquellen
3.3 Multiperspektivität in den Arbeitsaufträgen
4. Multiperspektivität im Schulbuch „ Die Reise in die Vergangenheit 5/6“
4.1 Multiperspektivität in der narrativen Darstellung
4.2 Multiperspektive Text- und Bildquellen
4.3 Multiperspektivität in den Arbeitsaufträgen
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Multiperspektivität in modernen Geschichtsschulbüchern. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Lehrwerke „mitmischen 1“ und „Die Reise in die Vergangenheit 5/6“ multiperspektivische Ansätze in ihrer narrativen Darstellung, ihrer Quellenauswahl und ihren Arbeitsaufträgen umsetzen.
- Grundlagen und Bedeutung der Multiperspektivität im Geschichtsunterricht
- Herausforderungen bei der Implementierung multiperspektivischer Lernformen
- Methodische Vergleichsanalyse zweier ausgewählter Schulgeschichtsbücher
- Evaluation der Qualität von Text- und Bildquellen hinsichtlich ihrer multiperspektivischen Aussagekraft
- Kritische Würdigung der didaktischen Umsetzung in Form von Arbeitsaufträgen
Auszug aus dem Buch
2.4 Methoden des multiperspektiven Unterrichts
Die Hintergrundnarration ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass ein Schülerüberhaupt erst historisch denken und zu historisch begründeten Deutungen kommen kann. Werden Quellen ohne Zusatzinformationen präsentiert, so kann leicht der Eindruck entstehen, dass alle Quellen gleichberechtigt sind. Dies kann zu der Illusion führen, die Perspektiven seien voreinander gleich und ihre Verfasser hätten die gleichen Möglichkeiten gehabt, sich in ihrer Zeit zu artikulieren und durchzusetzen. Der multiperspektive Geschichtsunterricht sollte den Aspekt der gesellschaftlichen Ungleichheit von Artikulations- und Partizipationschancen behandeln, bevor multiperspektive Quellen ihren Einsatz finden.
Um Multiperspektivität einzuüben, schlägt Pandel folgendes methodisches Vorgehen vor: beginnen soll man mit der Einübung des Erkennens von Perspektiven. Der nächste Schritt besteht in der Gegenüberstellung einer Doppelperspektive, dazu werden zwei Quellen zum gleichen Sachverhalt mit unterschiedlichen Perspektiven herangezogen. Anschließend können auch mehrere Quellen zu einem Sachverhalt präsentiert werden, mit denen im Unterricht gearbeitet wird.
Zur Förderung von Multiperspektivität gibt es viele Methoden. Für den kritischen Umgang mit Quellen bietet sich besonders der „klassische Weg“, der sogenannten W-Fragen an. Es besteht auch die Möglichkeit im Erstellen einer Gegenposition zu einer bestimmten Quelle. Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise fiktive Tagebucheinträge, Briefe, Zeitungskommentare oder Leserbriefe erstellen. Damit die Perspektivenübernahme gelingt, ist es besonders wichtig, die Lernenden in der Ich-Form schreiben zu lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Bedeutung des Schulbuchs als zentrales Medium des Geschichtsunterrichts und identifiziert den Forschungsbedarf bezüglich fehlender Standards für die Darstellung von Multiperspektivität.
2. Multiperspektivität im Geschichtsunterricht: Definiert die geschichtsdidaktischen Grundlagen und Zielsetzungen des Konzepts sowie die damit verbundenen methodischen Herausforderungen im Unterrichtsalltag.
3. Multiperspektivität im Schulbuch „mitmischen 1“: Analysiert die narrative Darstellung, die Quellenauswahl und die Arbeitsaufträge des Lehrwerks hinsichtlich ihrer multiperspektivischen Qualität.
4. Multiperspektivität im Schulbuch „ Die Reise in die Vergangenheit 5/6“: Führt eine analoge Analyse für das zweite Schulbuch durch und bewertet die Umsetzung der multiperspektiven Ansätze.
5. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und kritisiert die oft nur oberflächliche Implementierung multiperspektivischer Elemente in den untersuchten Schulbüchern.
Schlüsselwörter
Multiperspektivität, Geschichtsunterricht, Schulbuchanalyse, historische Quellen, Perspektivenübernahme, Geschichtsdidaktik, Quellenkritik, Narrative Darstellung, Interkulturelles Lernen, Geschichtsbewusstsein, Unterrichtsmethoden, Medienkompetenz, Historisches Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie zwei ausgewählte Geschichtsschulbücher das Konzept der Multiperspektivität inhaltlich und methodisch umsetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die geschichtsdidaktische Begründung von Multiperspektivität, die Analyse narrativer Texte sowie die Bewertung von Quellenarbeit und Aufgabenstellungen in Schulbüchern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, ob die untersuchten Schulbücher Schülern ermöglichen, historische Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, anstatt nur eine einseitige Sichtweise zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin führt eine inhaltsanalytische Untersuchung durch, die narrative Darstellungen, die Art der Quellenauswahl sowie die Qualität der Arbeitsaufträge in den Kapiteln zur Kirche im Mittelalter vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Multiperspektivität und die praktische Analyse der Schulbücher „mitmischen 1“ sowie „Die Reise in die Vergangenheit 5/6“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Multiperspektivität, Geschichtsunterricht, Schulbuchanalyse, Quellenkritik und Perspektivenübernahme.
Inwiefern unterscheiden sich die beiden analysierten Schulbücher?
Beide Bücher zeigen ähnliche Defizite; während sie eine Fülle an Quellenmaterial bereitstellen, bleiben die Arbeitsaufträge oft auf einer rein rezeptiven Ebene, anstatt echtes historisches Denken zu fördern.
Welche besondere Schlussfolgerung zieht die Autorin im Fazit?
Sie stellt fest, dass Schulbuchtexte oft doktrinär bleiben und sich die notwendige Wende hin zur kritischen Reflexion, wie sie die Geschichtsdidaktik fordert, in den analysierten Werken nicht ausreichend widerspiegelt.
- Citation du texte
- Saskia Böhm (Auteur), 2018, Multiperspektivität im Geschichtsunterricht. Eine Schulbuchanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424441