Ethnologische und soziologische Analyse von Kendrick Lamar’s "To Pimp A Butterfly"


Essay, 2017
13 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorstellung der Produktion
2.1. Das Album
2.2. Das Artwork
2.3. Die Musikvideos

3. Kulturanalyse
3.1. Ethnologische Theorie
3.2. Soziologische Theorie
3.3. Deutung von soziologisch-relevanter Semiotik

4. Einfluss und Auswirkungen

5. Intention der Macher

6. Schlussbetrachtung

1. Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem audiovisuellen Gesamtwerk „ To Pimp A Butterfly “ des Rappers Kendrick Lamar. Das Musikalbum aus dem Genre Hip-Hop erschien 2015 über Interscope Records und wurde von Dr. Dre produziert1. Für die Musikvideos führten Colin Tilley, The Little Homies, Jack Begert, Alexandre Moors und Director X Regie2. Das Cover stammte von Denis Rouvre 3 . Der Longplayer erlangte Platinstatus und wurde mehrfach von der Presse als bestes Album 2015 gefeiert. 456 Außerdem wurde es neben zahlreichen anderen Preisen, mit elf Grammys nominiert und mit fünf ausgezeichnet.7

Für die Kulturanalyse wird das Gesamtprodukt aus Musik, Textinhalt, Musikvideos und Artwork auf seine ethnologischen und soziologischen Darstellungen sowie soziologisch- relevante Symbolik beleuchtet. Hierfür werden aussagekräftige Textzeilen, Filmszenen sowie Fotografien und Typografien untersucht. Da das Album als ein durchgehender Song angesehen werden kann, liegt der Fokus auf die Kernaussage des gesamten musikalischen Werks.

Welche Einflüsse auf die Produktion wirkten und welche Auswirkungen das Werk auf die Medienlandschaft hatte, wird anhand einiger Beispiele beleuchtet. Abschließend wird die mögliche Intentionen der Macher erörtert und meine persönlichen Eindrücke und Kritik geschildert.

Allmusic.com: (2017): Kendrick Lamar - To Pimp A Butterfly (https://www.allmusic.com/album/to- pimp-a-butterfly-mw0002835159) 09.10.2017

IMDb.com (2017): Kendrick Lamar (http://www.imdb.com/find? ref_=nv_sr_fn&q=kendrick+lamar&s=all), 17.09.2017

Spex (2017): To Pimp A Butterfly-Artwork: Wie Kendrick Lamar und Fotograf Denis Rouvre Geschichte fortschreiben (http://www.spex.de/2015/03/13/to-pimp-a-butterfly-artwork-wie-kendrick- lamar-und-fotograf-denis-rouvre-geschichte-fortschreiben/) 09.10.2017

The Guardian (2015): Best albums of 2015: No 1 - To Pimp a Butterfly by Kendrick Lamar (https://www.theguardian.com/music/2015/dec/18/best-albums-of-2015-no-1-to-pimp-a-butterfly-by- kendrick-lamar) 26.09.2017

Rolling Stone (2015): 50 Best Albums of 2015 (http://www.rollingstone.com/music/lists/50-best- albums-of-2015-20151201/kendrick-lamar-to-pimp-a-butterfly-20151130) 26.09.2017

BBC (2015): Kendrick Lamar's To Pimp A Butterfly is critics' top album of 2015 (http:// www.bbc.com/news/entertainment-arts-35132077) 26.09.2017

Beta.latimes.com (2017): Grammy Awards 2016: Kendrick Lamar made history with an unapologetically black album (http://beta.latimes.com/entertainment/music/posts/la-et-ms- grammys-2016-kendrick-lamar-grammy-history-20151206-story.html) 09.10.2017

2. Vorstellung der Produktion

Das Herzstück der Produktion „ To Pimp A Butterfly “ ist das Musikalbum, als Basis für die visuelle Umsetzung von Video und Artwork. Der Lonplayer reflektieret die heutige gesellschaftliche Rolle der Afroamerikaner anhand der autobiografischen Karrierelaufbahn Lamar ’ s. Das Artwork und die Musikvideos unterstützen die vom Album vorgegebene Idee.

2.1. Das Album

Lamar beginnt sein Album mit den Eindrücken aus der Zeit, in der er seinen Plattenvertrag unterschrieb und somit de facto dem Ghetto von Compton entfliehen konnte. Prompt erhält er einen Dämpfer von Seiten des amerikanischen Nationalsymbols Uncle Sam, Lamar solle sich doch bitte an die Regeln des Systems halten. Angekommen in einer Scheinwelt aus Schampus und überheblicher Selbstinszenierung erleidet Lamar eine Identitätskrise. Er stellt sich die Frage, wie er den Einfluss des afroamerikanischen Ghettos in seiner Kunst anwendet. Dient dieser der weiteren Vermarktung oder kann er den Ghettobürgern etwas zurückgeben? Lamar reflektiert sich und das Armutsviertel. Dabei versucht Luzifer, in der Gestalt der verführerischen Lucy, ihm zum Wohle der Musikindustrie jegliche Selbstzweifel auszureden. Der Interpret flüchtet zurück nach Compton zu seinen Freunden und Familie. Dort stellt er fest, dass er seine Ghettoherkunft nicht ablegen kann und dass sein Einfluss als erfolgreicher Schwarzer begrenzt ist. Die Mächtigen die die Rassenverhältnisse ändern könnten, wollen es schlichtweg nicht. Lamar spricht mit Gott und dieser will ihm den Weg mit einer Metapher weisen. Lamar sei eine Raupe, die im Kokon von dem kapitalistischen Amerika zu einem Schmetterling aufgemotzt wurde. Nun liege es an ihm, aus dem Kokon auszubrechen. Im Folgenden will Lamar von nun an als gutes Vorbild fungieren. Er will nicht nur die vorgegebene Rollenverteilungen von Schwarz und Weiß kritisieren, sondern auch die afroamerikanische Community dazu bewegen, die Opferrolle abzulegen, um aktiv an einer Wandlung in der Gesellschaft mitzuwirken.

Nach dem letzten Song liest Lamar ein Gedicht, welches schon vorher zwischen den Songs auszugsweise angespielt wird und die einzelnen Meilensteine auf dem Album in wenigen Sätzen konkludiert. Das Gedicht endet versöhnlich analog zum letzten Song.

In der Form eines Abspanns tauschen sich Kendrick Lamar und der 1996 verstorbene 2Pac über das Gedicht und die Zukunftsperspektiven der schwarzen Jugend im weißen Amerika aus.

2.2. Das Artwork

Auf dem in schwarzweiß gehaltenem Cover, posiert eine Gruppe Afroamerikaner verschiedenen Alters, sichtlich aus der Unterschicht, vor dem Weißen Haus in Washington. Die meisten von ihnen sind oberkörperfrei gekleidet und halten Geldbündel in den Händen, die sie frontal zur Kamera präsentieren. Die Stimmung ist ausgelassen und feierlich. Unter ihnen liegt ein scheinbar weißer Toter in Robe und mit Richterhammer. Seine Augen sind jeweils mit dem Buchstaben X bedeckt. Der Schwarze, der mittig über den vermeintlichen Richter in Hocke geht, hält in der linken Hand eine Champagnerflasche, die er stolz wie die Mordwaffe in die Richtung der Kamera hält.

Auf dem rückseitigen Inlay findet sich die Trackliste wieder. Sie ist in einer handgeschriebenen Schrift abgedruckt, wie sie bei Graffiti von Straßengangs üblich ist. Ebenfalls in schwarzweiß.

2.3. Die Musikvideos

Die Musikvideos besitzen eine gleichbleibende Bildästhetik und einige wiederkehrende Elemente deuten einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Auskopplungen an. Jedoch versuchen die Regisseure nicht die Geschichten aus den Songs visuell abzubilden. Stattdessen sind die Musikvideos als eigenständige Werke, die von der Musik inspiriert sind, zu verstehen. So wurden die Songs i, King Kunta, God is Gangsta (u und For Sale? zusammengefasst ), These Walls und Alright verfilmt.

3. Kulturanalyse

Das Gesamtwerk bietet ein breites Spektrum in vielen kulturtheoretischen Bereichen. Maßgeblich beeinflusst wurde das Werk von dem Ungleichgewicht der Ethnien und Gesellschaftsklassen in der USA. Lamar will einerseits mit dem Werk für die anhaltenden Missstände der afroamerikanischen Gesellschaft sensibilisieren, andererseits bietet er einen Lösungsansatz den er im Laufe des Albums entwickelt. Im Folgenden werden die Darstellungen der afroamerikanischen Ethnie untersucht. Darüber hinaus sollen anhand der Inszenierungen, deren Möglichkeiten im sozialen Raum aufgezeigt werden. Weiterhin wird die Semiotik, mit der das Ungleichgewicht der Gesellschaftsklassen inszeniert wird, analysiert.

3.1. Ethnologische Theorie

Laut Bourdieu lassen sich Ethnien anhand ihres Habitus einordnen.8 So findet man Verweise zur ethnischen Zugehörigkeit zu dem afroamerikanischen Kulturkreis, in nahezu allen Visualisierungen der Lebensäußerungen wieder. Sei es das Ganggraffiti in der Trackliste, die Gestiken und Tänze in den Musikvideos, die abgelichteten Konsumgüter oder die humoristischen Einsätze von Stereotypen über Afroamerikaner.

Trotz Lamar ’ s durchweg philosophisch und anspruchsvollen Texten, verwendet er überwiegend eine umgangssprachliche Ausdrucksweise des afroamerikanischen Straßenjargons, der stellenweise obszön und gewalttätig ist.9 Dieses textliche Identifikationsmittel übernehmen auch die Sänger und Sängerinnen die einen Gastbeitrag beisteuern (z.B. Wesley ’ s Theorie, Institutionalized) sowie die Sprecher in den kurzen Hörspielszenen in den Songs (z.B. For Free?, For Sale?). Darüber hinaus finden sich neben der Hauptgeschichte, etliche Verweise auf die afroamerikanische Historie, wie die Versklavungen aus dem 17. Jahrhundert (z.B. Institutionalized, i, The Blacker The Berry) bis hin zu aktuellen Ereignissen, wie die Steuerschulden des schwarzen US- Schauspielers Wesley Snipes (Wesley ’ s Theory).

Dr. Dre wählte für die Umsetzung der musikalischen Untermalung ausschließlich Strömungen aus der afroamerikanischen Musikhistorie. Die Einflüsse beschränken sich strickt auf Jazz, Soul, Funk, Gospel und Hip-Hop. Alles Genres, die im Ursprung von den schwarzen Amerikanern stammen.10 Weiterhin verwendet der Produzent zahlreiche Samples und Zitate, die aus der Pop-Kultur der Afroamerikaner stammen (z.B. das Boris Gardiner- Sample in Wesley ’ s Theorie oder das The Comrads- Zitat in Institutionalized).11

Bourdieu, Pierre (1982): Die feinen Unterschiede, Berlin: Suhrkamp Verlag Bourdieu, Pierre (1982): Die feinen Unterschiede, Berlin: Suhrkamp Verlag

Bourdieu, Pierre (1982): Die feinen Unterschiede, Berlin: Suhrkamp Verlag

YouTube (2017): Every Sample From Kendrick Lamar's To Pimp A Butterfly (https://

www.youtube.com/watch?v=G1O3fMwMLio) 21.09.2017

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Ethnologische und soziologische Analyse von Kendrick Lamar’s "To Pimp A Butterfly"
Hochschule
Middlesex University in London  (SAE Institute Frankfurt am Main)
Note
1,2
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V424443
ISBN (eBook)
9783668713932
ISBN (Buch)
9783668713949
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ethnologische, analyse, kendrick, lamar’s, pimp, butterfly
Arbeit zitieren
Maurice Kissner (Autor), 2017, Ethnologische und soziologische Analyse von Kendrick Lamar’s "To Pimp A Butterfly", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424443

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