Schwierigkeiten bei der mündlichen Sprachproduktion

Forschungsbericht


Studienarbeit, 2016
11 Seiten, Note: 2,00

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Forschungsdesign
1.1. Unterrichtssequenz
1.2. Auswertung der Aufnahme
1.3. Interview mit der Lernenden
1.4. Interview mit der Lehrperson

2. Präsentation der Daten: DATENSATZ III
2.1. Die häufigsten Schwierigkeiten bei der Sprachproduktion
2.2. Empfehlungen der Lehrperson

3. Reflexion und mögliche Datentriangulation
3. 1 Verbesserungsvorschläge
3. 2 Reflexion der Forschungsmethoden
3. 3 Mögliche Datentriangulation
3. 4 Themenverwandte Forschungen

Quellenverzeichnis

Einleitung

Als Impuls für unsere Forschung diente der Text „Vermittlung der Sprechfertigkeit von Martina Liedke. Wie sie im Kapitel „Mangelnde Sprechfertigkeit“ betont (Liedke 2010:985), sind die Schwierigkeiten bei der mündlichen Sprachproduktion immer die auffälligsten. Es ist ein Ziel von jedem Lernenden, solche auffällige Fehler zu vermeiden. Wir als künftige Lehrpersonen sollten in der Lage sein, den Lernenden auf dem Weg zu diesem Ziel entsprechend zu begleiten. Damit die Schwierigkeiten effizient eliminiert werden können, muss die Lehrperson in der Kooperation mit den Lernenden zuerst die Ursachen identifizieren und dann logisch und gemäß dem sprachlichen Niveau erklären. Die Schwierigkeiten werden dadurch vermieden und das metasprachliche Bewusstsein und das Verstehen des Lernprozesses werden unterstützt. Aus diesen Gründen entschieden wir uns für die Untersuchung, in der die Lernende und die Lehrperson die sprachlichen und nichtsprachlichen Fehler bei der Sprachproduktion und ihre mögliche Ursachen reflektieren.

Bei den sprachlichen Fehlern handelt es sich um die Mangel in den Bereichen Grammatik, Aussprache, Syntax oder Wortschatz. Die Definition der „nichtsprachlichen“ Fehler wird von Liedke inspiriert: „Der Sprecher hat Schwierigkeiten bei der Umsetzung eines gedanklichen Konzepts in lexikalische Einheiten und serialisierte grammatische Strukturen.

(…) Dem Sprecher fällt es schwer, bestimmte artikulatorische oder gestische Bewegungen umzusetzen.“ (Liedke 2010:986). Bei der Analyse mussten wir entscheiden, welche Fehler dem Sprachniveau der Lernenden noch angemessen sind und welche schon nicht mehr akzeptabel sind. Dabei half uns der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen und seine Kann-Deskriptoren für das Niveau B1.

Welche Schwierigkeiten bei der mündlichen Sprachproduktion gibt es? Am Beispiel einer Unterrichtssequenz wird analysiert, auf welche Probleme die Lernende oft stößt und in welcher Form diese auftreten (Pausen, Reparaturen, Wiederholungen). Wodurch werden sie verursacht? Es wird untersucht, wie die Lernende selbst die Fehlerursachen einschätzt und welche Stellung die Lehrperson zu den Fehlerursachen nimmt. Schließlich wird eine praktische Frage gestellt: Wie würde die Lehrperson der Lernenden die Fehlerursachen vermitteln und welche Empfehlungen hat sie für gesamte Verbesserung der Fertigkeit Sprechen? Dieselbe Frage sollte auch die Lernende beantworten: Welche Übungen, Mittel und Erklärungen seitens der Lehrperson könnten meine Sprechfertigkeit unterstützen? Die subjektiven Erkenntnisse der Lernenden und der Lehrperson ergänzen wir um unsere eigene Analyse der Schwierigkeiten beim Sprechen, die aufgrund der ausgewählten Unterrichtssequenz durgeführt wurde.

1. Forschungsdesign

Die Grundlage der Untersuchung bildet die Aufnahme der Unterrichtssequenz im Einzelunterricht mit anschließenden Interviews. Einzelunterricht hatte für uns mehrere Vorteile - präzisere Möglichkeit der Transkription, einfachere technische Bedingungen für die Tonaufnahme und genaueren Fokus auf die Lernende. Außerdem wollten wir sicher sein, dass nicht nur Qualität, sondern auch Quantität des Inputs für die Untersuchung ausreicht. Beim Einzelunterricht ist ganz klar, dass wir in 15 Minuten genug sprachlichen Input gewinnen.

1.1. Unterrichtssequenz

Die Lehrperson führte den Unterricht nach dem vorher vereinbarten Plan durch. In der ersten Phase wird die Lernende gefragt, wie es ihr geht und was sie den ganzen Tag machte. Die Konversation läuft ohne Vorbereitung, die Lehrperson korrigiert die Fehler nicht. Ziel dieser Phase ist, einen angenehmen Einstieg in den Unterricht zu schaffen und den ersten Anlass zum freien Sprechen zu geben. In der zweiten Phase liegen auf dem Tisch Ansichtskarten zu verschiedenen Anlässen - Geburtstag, Urlaub, Werbung. Die Lernende soll eine Karte auswählen, die sie am meisten anspricht, den Auswahl begründen und sagen, ob sie selbst Ansichtskarten an Freunde oder Familie schickt. In dieser Phase korrigiert die Lehrperson immer noch nicht. In der dritten Phase geht die Konversation weiter, nur die Lehrperson korrigiert die Fehler der Lernenden.

Datenerhebungsmethode

Die Tonaufnahme des gesamten Unterrichts dauert 13:38 Minuten, daraus wurde zur genaueren Untersuchung eine Sequenz in der Länge von 7 Minuten transkribiert. Die Sequenz wurde mithilfe der literarischen Umschrift mit gesprächsanalytischen Elementen durchgeführt und dauerte ca. 2,5 Stunden. Der literarische Stil wurde mit Rücksicht auf möglichst überschaubare Gestaltung ausgewählt, die gesprächsanalytischen Elemente sollten nur die Merkmale umfassen, die uns wichtig sind und ausgewertet werden - Pausen inkl. Länge, Wiederholungen, Korrekturen, Verzögerungspartikeln (Vgl. Liedke 2010:985).

1.2. Auswertung der Aufnahme

Nach dem Unterricht folgt eine 15 Minuten lange Pause, in der die Unterrichtssequenz vom Forschungsteam analysiert wird. Bei Brainstorming werden die auffälligsten Schwierigkeiten festgestellt: Abbrüche, Selbstkorrekturen und Wiederholungen, zahlreiche Pausen, starker Einsatz von Verzögerungspartikeln, verlangsamtes Sprachtempo und Ersetzung der unbekannten Wörter durch spanische oder englische Äquivalenten. Auch wenn die Lernende das Thema selbst ausgewählte, ist der Wortschatz dafür nicht ausreichend und es gibt auch offensichtliche Mangel im Bereich der Syntax (Verbposition) und Satzkonstruktion (viele Übernahmen aus dem Spanischen). An diese Erkenntnisse wird später bei den individuellen Interviews eingegangen.

1.3. Interview mit der Lernenden

Nach der Pause wird die Lernende interviewt. Die Frau kommt aus Mexiko, ihre Erstsprache ist Spanisch und in Wien lebt sie zwei Jahre. Mit Deutschlernen begann sie erst in Österreich und vor kurzem absolvierte sie einen B1-Kurs. Zurzeit besucht die Lernende einen DaZ-Sprachkurs auf dem Niveau B2. Von Beruf ist sie Opernsängerin und außer spanisch und deutsch spricht sie fließend englisch. Diese Informationen erfahren wir im informellen Teil des Interviews. Anschließend kann die Lernende die gesamte Unterrichtssequenz anhören und es folgen die Fragen zum Forschungsthema. Den Lernenden wurden die Interviewfragen vor dem Unterricht nicht bekannt:
- Was ist dir aufgefallen? Z. B. Hast du jetzt einen Fehler, den du in der Einheit gemacht hast, bemerkt? Wenn ja, welche(n)?
- Machst du diese(n) Fehler öfter?
- Hast du (einen) Fehler gemacht, den du sonst nicht machst? Wenn ja, welchen? Weißt du auch warum du diese(n) Fehler gemacht hast?
- Weißt du, welche(n) Fehler du sonst manchmal in Deutsch machst? Wenn ja, welche(n)? Und weißt du warum du diese(n) machst?
- Was fällt dir beim Sprechen in Deutsch schwer?
- Was glaubst du, würde dir helfen, diese Schwierigkeiten zu überwinden? Datenerhebungsmethode

Das Interview wurde genauso wie die Unterrichtssequenz im literarisch- gesprächsanalytischen Stil transkribiert. Bei dem Gespräch war der Inhalt der Aussagen wichtig, die Bedeutung tragen jedoch auch die Verzögerungspartikeln und die Pausen. Die Tonaufnahme in der Länge von 12:38 Min wurde ca. 2,5 Stunden transkribiert.

1.4. Interview mit der Lehrperson

Parallel zum Interview mit der Lernenden geschieht ein informelles Gespräch mit der Lehrperson. Wir erfahren dabei, dass sie universitäre Ausbildung im DaF/DaZ und mehr als zehnjährige Unterrichtserfahrung hat. Die Lehrperson spricht sehr gut englisch und spanisch (Muttersprache der Lernenden) und ist auch im privaten Leben mit der Lernenden im Kontakt. Dann Folgen die Fragen zur Unterrichtssequenz:
- Welche sind die häufigsten Fehler der Lernenden, die bei der mündlichen Sprachproduktion erkennbar sind?
- Welche Kennzeichen mangelnder Sprechfertigkeit bzw. Schwierigkeiten bei der Sprachproduktion sind deiner Meinung nach zu erkennen?
- Woran liegt das? Was könnten die Ursachen für diese sein?
- Gibt es eventuell einen Zusammenhang zwischen Fehlertypen und der Erstsprache deiner Lernenden?
- Sind hier Schwächen zu erkennen, die sie sonst nicht so oft aufzeigt? Oder eventuell auch auffällig häufige Selbstkorrekturen? Was könnte die Ursache dafür sein?
- Treten oft oder selten zwischen euch Kommunikations- oder
Verständnisschwierigkeiten auf? Wenn ja, in welcher Form?
- Wie könnte man deiner Meinung nach bei ihr die Bereiche, in denen sie Schwierigkeiten aufweist, fördern?

Die Lehrperson hört die Tonaufnahme der gesamten Unterrichtssequenz und darf dabei Notizen machen. Danach folgt das Interview:

Datenerhebungsmethode

Als Erhebungsmethode wurde Interviewleitfaden mit der literarischen Umschrift ausgewählt, da es bei der Lehrperson ausschließlich um den Inhalt der Äußerungen geht, nicht um die Form oder Sprechweise. Das Interview wurde in voller Länge (13:06 Minuten) transkribiert. Wenn die Interviewerin oder die Lehrperson etwas hervorheben wollte, wurden manche Wörter oder Wörterteilen großgeschrieben. Die Transkription hat insgesamt drei Stunden gedauert.

[...]

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Details

Titel
Schwierigkeiten bei der mündlichen Sprachproduktion
Untertitel
Forschungsbericht
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
SE Sprechen und mündliche Kommunikation im Unterricht DaF/DaZ
Note
2,00
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V424521
ISBN (eBook)
9783668698772
ISBN (Buch)
9783668698789
Dateigröße
591 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mündliche Kommunikation, Fehlertherapie, Transfer
Arbeit zitieren
M.A. Anna Grohová (Autor), 2016, Schwierigkeiten bei der mündlichen Sprachproduktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424521

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