In dieser Arbeit soll die DACH-Landeskunde mit der aktuellen kulturwissenschaftlichen verglichen werden. Dabei werden Kulturverständnis, Lernziele und Kritikpunkte näher betrachtet.
Im Vergleich zu dem ursprünglichen Konzept der faktenorientierten DACH(L)-Landeskunde beschäftigt sich die kulturwissenschaftliche Landeskunde mehr mit Wissen über die Umstände, unter denen wir unsere subjektive Realität bilden. Die Lernenden sind nicht mehr die „Konsumenten“ der Fakten, sie werden vielmehr zu einer aktiven Reflexion und Perspektivenwechsel aufgefordert.
Inhaltsverzeichnis
1. Vergleich des kulturwissenschaftlichen Ansatzes mit anderen Methoden
2. Kulturverständnis
3. Lernziele
4. Kritikpunkte
5. Eigene Meinung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel von der klassischen, faktenorientierten DACH-Landeskunde hin zu einem modernen, kulturwissenschaftlich geprägten Lernansatz im DaF/DaZ-Unterricht und reflektiert dessen praktische Anwendbarkeit sowie methodische Herausforderungen.
- Paradigmenwechsel: Vom Faktenwissen zur Deutung menschlichen Handelns.
- Kulturverständnis: Dekonstruktion homogener Nationalkulturen.
- Lernziele: Förderung der Fähigkeit zu Perspektivenwechsel und globaler Interaktion.
- Kritik an räumlich-territorialen Anbindungen.
- Integration von diskursiven Mustern in den Unterricht.
Auszug aus dem Buch
Vergleich des kulturwissenschaftlichen Ansatzes mit anderen Methoden
In der Geschichte des Fremdsprachenunterrichts ließ sich ab Mitte der 80er Jahre die Tendenz zur interkulturellen Landeskunde beobachten. Das grundlegende Prinzip dieses Ansatzes besteht im ständigen Vergleichen der ‚eigenen‘ und der ‚fremden‘ Kultur aus der Sicht der Lernenden. In Reaktion darauf können wir in den letzten Jahren eine deutliche Intention zur Perspektivierung beobachten, die als Paradigmenwechsel oder ‚cultural turn‘ bekannt ist.
Mit dieser Wende tritt der kulturwissenschaftliche Ansatz in den Vordergrund. Das neue Konzept hinterfragt kritisch die Begriffe ‚eigene‘ und ‚fremde‘ und weist darauf hin, dass solche Einstellung zu den Kulturen zu einer unvermeidbaren Stereotypisierung führt. Mehr als auf Fakten, Umfragen und Texten liegt nun der Fokus auf Deutungen des menschlichen Handelns. Die Dominanz von “hard facts” und der objektiven Beschreibungen der äußeren Welt wurde abgeschafft und ersetzt durch das Kennenlernen von Motiven der sozialen Interaktion - der Sinnzuschreibungen und symbolischen Ordnungen. (Vgl. Altmayer 2013:16)
Im Vergleich zu dem ursprünglichen Konzept der faktenorientierten DACH(L)-Landeskunde beschäftigt sich die kulturwissenschaftliche Landeskunde mehr mit Wissen über die Umstände, unter denen wir unsere subjektive Realität bilden. Die Lernenden sind nicht mehr die „Konsumenten“ der Fakten, sie werden vielmehr zu einer aktiven Reflexion und Perspektivenwechsel aufgefordert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vergleich des kulturwissenschaftlichen Ansatzes mit anderen Methoden: Dieses Kapitel erläutert den Paradigmenwechsel vom faktenorientierten zum kulturwissenschaftlichen Ansatz, der den Fokus auf soziale Sinnzuschreibungen legt.
2. Kulturverständnis: Es wird dargelegt, wie der Kulturbegriff neu definiert werden muss, um homogene nationale Identitäten aufzubrechen und Vielfalt zu ermöglichen.
3. Lernziele: Dieses Kapitel beschreibt die notwendige Anpassung der Lehrziele an den ‚cultural turn‘, wobei die Fähigkeit zur globalen Interaktion und zum Perspektivenwechsel im Vordergrund steht.
4. Kritikpunkte: Hier werden die Grenzen der traditionellen Landeskunde aufgezeigt und die Notwendigkeit diskutiert, Heterogenität stärker in sozialen und politischen Dimensionen statt nur regional zu betrachten.
5. Eigene Meinung: Die Autorin reflektiert kritisch über die Anwendbarkeit der kulturwissenschaftlichen Konzepte und plädiert für eine Einbeziehung weiter kultureller Räume bei der Vermittlung.
Schlüsselwörter
DACH-Landeskunde, Kulturwissenschaft, Paradigmenwechsel, Interkulturalität, Fremdsprachenunterricht, Identität, Deutungsmuster, Perspektivenwechsel, Diskurs, Global Citizenship, soziale Interaktion, Symbolische Ordnung, Migration, Landeskundevermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Wandel der Landeskundevermittlung im Deutschunterricht von einer traditionellen, faktenorientierten Sichtweise hin zu einem modernen kulturwissenschaftlichen Ansatz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Bedeutungswandel von Kultur, die Kritik an nationalstaatlichen Homogenisierungsbestrebungen und die Neuausrichtung didaktischer Lernziele.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den „cultural turn“ in der Fremdsprachendidaktik zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Lernende zu aktiver Reflexion und zum Perspektivenwechsel befähigt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse bestehender kulturwissenschaftlicher Fachliteratur, insbesondere basierend auf den Thesen von Claus Altmayer, und ergänzt diese durch eine kritische Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Transformation des Kulturbegriffs, die Neudefinition von Lernzielen im Kontext von „Global Citizenship“ sowie die Kritik an räumlich-territorialen Ansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kulturwissenschaft, Perspektivenwechsel, Diskurs, Deutungsmuster und interkulturelle Didaktik charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der neue Ansatz von der klassischen Landeskunde?
Während die klassische Landeskunde Fakten und Geographie in den Vordergrund stellt, fokussiert der neue Ansatz auf die Analyse von Sinnzuschreibungen und diskursiven Prozessen.
Warum hinterfragt die Autorin den Begriff der „Region“?
Die Autorin weist darauf hin, dass Regionen keine objektiven Fakten sind, sondern diskursive Muster, und kritisiert die einseitige Fixierung auf räumliche Grenzen statt auf soziale oder politische Dimensionen.
Welchen Stellenwert nimmt die LernerInnenzentriertheit ein?
Unabhängig von der gewählten Methode muss laut der Autorin die LernerInnenzentriertheit stets im Mittelpunkt der Unterrichtsplanung stehen, um den individuellen Deutungsmustern gerecht zu werden.
- Citation du texte
- Anna Grohová (Auteur), 2016, Die DACH-Landeskunde im Spiegel aktueller kulturwissenschaftlicher Ansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424523