Inwiefern kann man Hitlers Autobiografie "Mein Kampf" als Hetzschrift bezeichnen?

Eine historisch-stilistische Untersuchung


Facharbeit (Schule), 2017
24 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung
Hetzschrift - Definition

B. Hauptteil
1. Historischer Kontext
2. Fälschungen
3. Verleumdungen
4. Stilisierungen
5. Rhetorische Stilmittel

C. Schlussfolgerungen

D. Anhang
1. Endnoten
2. Literaturverzeichnis

A. Einleitung: Hetzschrift - Definition

Adolf Hitlers Autobiografie ,,Mein Kampf'' ermöglicht einen Einblick in Hitlers politischen Werdegang und seine radikale politische Ideologie. Es wird oft als ein gefährliches Buch bezeichnet. Der Neudruck des Buches war vor dem 1. Januar 2016 in Deutschland nach dem Urheberrecht unzulässig. Es gilt als „Hetzschrift“. Wie lässt sich Hetzschrift jedoch definieren? Da es sich bei „Hetze“ heutzutage um einen Straftatbestand handelt, wird dieser auch im Strafgesetzbuch erläutert. Paragraph 130 des Strafgesetzbuches erklärt: ,,Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, 1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder 2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.''1

Bei einer Hetzschrift müsste der Autor also in Textform zu Hass, Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen eine ethnische, nationale oder religiöse Gruppe aufrufen. Der Leser wird vom Autor einer Hetzschrift dazu angestachelt, sich einer Gruppe oder einem Teil der Bevölkerung aggressiv, diskriminierend oder gar gewaltbereit zu präsentieren.

Der Duden definiert Hetzschrift als eine ,,zu etwas, gegen jemanden, etwas aufhetzende Schrift, Abhandlung''.2

In der deutschen Geschichte gab es des Öfteren teilweise bekannte Hetzschriften, auch vor „Mein Kampf“. Eine der berühmtesten stammt vom Reformator Martin Luther. Er verfasste mehrere Schriften über die Juden, in denen er sich abfällig und abschätzig über das Judentum per se und über Juden äußerte. Es besteht heute Konsens darüber, dass Luthers Aussagen über die Juden antijudaistisch, allerdings nicht rassistisch oder antisemitisch waren. Seine Verachtung für das jüdische Volk lässt sich theologisch begründen. Die Bibel (das Neue Testament) stellte die Juden als Mörder Jesu Christi dar, zudem verstanden viele Christen nicht warum die Juden sich nicht zu Christen umtaufen ließen, da die christliche Religion die Erfüllung des Judentums biete. Dieser Antijudaismus war prägend für das christliche Europa, welches zu vielen Zeiten Judenfeindschaft und antijüdische Verhaltensweisen praktizierte. Allerdings finden sich auch in Luthers Hetzschrift ,,Von den Juden und ihren Lügen'' radikale Äußerungen, welche Gemeinsamkeiten mit denen von Hitler haben. Martin Luther schreibt: ,,Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden? [...] Ich will meinen treuen Rat geben: Erstlich, daß man ihre Synagoga oder Schule mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum anderen, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Zum Dritten, daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten. Zum Vierten, daß man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren. Zum Fünften, daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe. Zum Sechsten, daß man ihnen den Wucher verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinode an Silber und Gold nehme. Zum Siebten, daß man den jungen, starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel, und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nase.“3

Es handelt sich - wie man sieht - um eine äußerst brutale Aufforderung, welche an die Anfangsphase der Radikalisierung des Nationalsozialismus erinnert, schließlich fordert Luthers Schrift die Entamtung und Entrechtung der Juden, sogar gewalttätige Übergriffe, Zerstörung jüdischen Eigentums und das Zwingen kräftigerer Juden zu körperlicher Arbeit.

Nach der Meinung vieler Historiker bereitete dieser weit verbreitete Antijudaismus den späteren sozialdarwinistisch-rassistisch geprägten Antisemitismus vor, welcher bekanntlich eine große Rolle im Nationalsozialismus spielte.

Zu der Etymologie des Wortes ,,hetzen“ erklärt das Etymologische Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer ,,hetzen Vb. ‘jagen, antreiben, aufwiegeln’, mhd. hetzen ‘jagen, antreiben’, aengl. hettan ‘verfolgen’ ist eine kausative Bildung zu dem unter hassen (s. d.) behandelten Verb, daher eigentl. ‘hassen machen, zur Verfolgung bewegen’.

Das aus der Jägersprache (‘Hunde zur Jagd antreiben, Wild mit Hunden jagen’) stammende Wort geht schon früh in den allgemeinen Sprachgebrauch im Sinne von ‘zur Eile antreiben, eilen’ und ‘durch Worte aufstacheln, aufwiegeln, gegeneinander aufbringen’ über.“4 Die Etymologie des Wortes beleuchtet auch die Intention solcher Hetzschriften. Ihre aufwiegelnde, aufstachelnde Wirkung ruft zur Jagd einer Volksgruppe auf, das Jagdmotiv ist deswegen nicht so abwegig, wenn man Hetzschrift definieren möchte.

Der Leser wird dazu veranlasst, sich einem Teil der Bevölkerung gegenüber hasserfüllt zu zeigen. Ob der Sinn einer Hetzschrift allerdings einfach nur der ist, den Leser von solchen Einstellungen oder Handlungen zu überzeugen oder ob es Leser und Anhänger der gleichen Ideologie in ihrer bereits vorhandenen Einstellung und ihren möglicherweise daraus folgenden Handlungen bestätigen soll, darauf komme ich später zurück.

Versuchen wir jedoch eine allgemein gültige Definition für Hetzschrift aus den bereits erwähnten Beispielen und Definitionen zu formulieren. Die Definition des Duden und des Strafgesetzbuches bieten hierbei ein gutes Fundament. Kombinieren wir diese und berücksichtigen weitere Aspekte, wie die Etymologie und was andere Hetzschriften zu solchen machte, könnte sich die folgende derartige Definition als sinnvoll erweisen: Eine Hetzschrift ist eine gegen jemanden oder gegen eine Gruppe aufwiegelnde, zu Hass aufstachelnde Schrift, welche, um ihre Intention zu verwirklichen, oftmals manipulativ und verleumdend ist. Daher werde ich im Folgenden ausgewählte Teile von Hitlers „Mein Kampf“ unter den Gesichtspunkten Fälschungen, Verleumdungen, Stilisierungen und Rhetorische Mittel untersuchen. Neben den bekannten historischen Fakten und der geschichtliche Entwicklung wie der spätere Holocaust soll der sprachliche Aspekt einer solchen Hetzschrift darf keineswegs in den Hintergrund rücken. Schließlich ist die Vermittlung von Inhalten an die Sprache gebunden.

B. Hauptteil

1. Historischer Kontext

Die Entstehungsgeschichte von „Mein Kampf“ fällt in eine für Deutschland und für Hitler schwierige Zeit. Das politische Klima in Deutschland war Anfang der Zwanziger Jahre geprägt vom Ende des Ersten Weltkrieges: Hungersnöte, erhöhte Arbeitslosigkeit, radikale politische Strömungen und soziale Spannungen waren die Folge. In dieser Zeit versucht der junge Hitler, sich als Politiker durchzusetzen. Nach seinem gescheiterten Putschversuch am 9. November 1923 in München, bei dem Hitler, Erich Ludendorff und weitere Putschisten versuchten, die Regierungsmacht an sich zu reißen, saß Hitler in der Landesberger Festungshaft. Hier schrieb er 1924 den ersten Band seines Buches. Der zweite Band entstand in den Jahren 1925/1926. Diese beiden Bände wurden zunächst getrennt publiziert. Den ersten veröffentlichte der Eher-Verlag 1925, den zweiten 1926. Wichtig hierbei ist, dass der erste Band, welcher eher Hitlers Werdegang behandelte, deutlich besser verkauft wurde als der zweite, daher gab es auch mehr Auflagen des ersten Bandes. 1930 wurden beide Bände in als ,,Volksausgabe“ vereint. Bis zur Machtergreifung 1933 wurden 240.000 Stück verkauft. Danach entstanden viele verschiedene Ausgabenvarianten (Jubiläums-, Hochzeits- und andere Sonderausgaben). Diese verkauften sich unterschiedlich gut.

1944, am Ende der Buch-Produktion im Dritten Reich, sind rund 12,5 Millionen Exemplare von „Mein Kampf“ gedruckt worden.

Laut Hitlers eigener Aussage in der Vorrede von „Mein Kampf“ war der Zweck des Buches, ,,die Ziele unserer Bewegung klarzulegen“ sowie ,,ein Bild der Entwicklung derselben zu zeichnen.“

Nach Hitlers Auffassung waren es die Fronterlebnisse und die Erfahrung seiner Wiener Zeit, die ihn prägten. Diese Auffassung ist ziemlich glaubwürdig, wenn man Stil und Inhalt seiner Schrift genauer betrachtet. Hitler kam bekanntlich nach Wien, da er an der Wiener Kunstakademie studieren wollte. Die Beamtenlaufbahn, welche sein Vater für ihn vorgesehen hat, war für Hitler ein Albtraum. Das Fronterlebnis im Ersten Weltkrieg ist aber mindestens ebenso wichtig: Der Kampf für Deutschland verleiht Hitlers Dasein wieder Ziel und Sinn. Er schildert in „Mein Kampf“ auch die mentale Umstellung, welche der Krieg erfordert: ,,an Stelle der Schlachtenromantik aber war das Grauen getreten“. Hitler kämpfte seiner Darstellung nach in diesen Jahren einen inneren Kampf. ,,Schon im Winter 1915/16 war bei mir dieser Kampf entschieden. Der Wille war endlich restlos Herr geworden.“ Der Titel ,,Mein Kampf“ erschließt sich aus solchen Passagen.

Hitler stellt sich als jemand dar, der auf allen Ebenen einen Kampf ausgefochten hat, für die Durchsetzung seiner Partei und Weltanschauung, aber zunächst auch für sein inneres Gleichgewicht. So - könnte man sagen - siegte bei Hitler der Wille, aber nicht die Vernunft.

Der Kampf bildet das Zentrum seines Denkens und Seins, damit auch seiner Weltanschauung. Hitler sieht sein Werk u.a. als Antwort auf den Marxismus. Aus diesem Grunde musste ihm eine ,,Lehre von besserer Wahrhaftigkeit aber gleicher Brutalität der Durchführung entgegengestellt“ werden. Er möchte dem von ihm als jüdisch gesehenen Marxismus eine Offensive bieten.5

Der Hitler-Putsch in München und seine Niederschlagung ist ein Höhepunkt und gleichzeitig das Ende der Krisenjahre (1919-1923) der Weimarer Republik. November 1923 endet die Inflation durch eine neue Währungsordnung. Der Beginn der Niederschrift von „Mein Kampf“ fällt schon in den Beginn der Phase der Konsolidierung der Weimarer Republik (1924 - 1928). Der Regierung Stresemann gelingt es, die gefährliche Krise vorübergehend zu meistern. Es folgt eine Zeit des ruhigeren Aufbaus der Republik, innen- wie außenpolitisch. Allerdings hatte die Inflation zur Verarmung vor allem in den Mittelschichten durch Vernichtung des Sparkapitals geführt. Die Arbeitslosenzahl blieb meist recht hoch.

Nachdem die NSDAP nach dem Novemberputsch zunächst verboten war, wurde sie am 27. Februar 1925 neugegründet.6 Die 2015 erschienene kritischen Edition von „Mein Kampf“ gibt in der Einleitung einen ziemlich detaillierten Überblick über die Entstehungsgeschichte von „Mein

Kampf. Dort heißt es: ,,Es war eine Niederlage, die 'Mein Kampf' erst ermöglicht hat. Mit seinem Putsch im November 1923 hatte Hitler alles auf eine Karte gesetzt - und verloren. Im Jahr 1924 schien die NS-Bewegung nicht mehr als eine kurzlebige Erscheinung gewesen zu sein, ein Krisenphänomen, das sich nun überlebt hatte. Kaum etwas war von ihr übrig geblieben. Eine langfristig angelegte Strategie war ebenso wenig vorhanden wie ein wirkliches Programm oder eine ausformulierte Ideologie. Das viel beschworene '25-Punkte-Programm' der NSDAP vom 24. Februar 1920 war nicht viel mehr als eine dürftige Sammlung vager, zum Teil widersprüchlicher Forderungen; entsprechend begrenzt blieb seine Bedeutung für die Politik der Partei. In einem Umfeld wie dem völkischen, das sich in hohem Maße ideologisch definierte, und in einer Zeit, deren Kennzeichnen nicht zuletzt eine wahre Flut von Weltanschauungsliteratur war, konnten eine Partei und ihre Propagandisten nur dann an Profil gewinnen, wenn sie öffentlich erklärten und begründeten, was sie eigentlich wollten. Hitler besaß, als er im Juni 1924 in Landsberg mit der Abfassung von 'Mein Kampf' begann, bereits Erfahrung im Schreiben. In den Jahren davor waren nicht nur zahlreiche seiner Reden im 'Völkischen Beobachter' veröffentlicht worden, in diesem Blatt publizierte er am 1. Januar 1921 auch seinen ersten Artikel: 'Der völkische Gedanke und die Partei'. Den Völkischen Beobachter, der sich erst seit Dezember 1920 im Besitz der NSDAP befand, konnte Hitler in der Folgezeit intensiv als Sprachrohr nutzen: Seinem ersten Artikel folgten bis Juni 1921 rund 40 weitere Aufsätze, ehe Hitler seine 'Schreibtätigkeit schlagartig ein(stellte)' - jedenfalls in der Öffentlichkeit.“7

Hitler hatte also Erfahrung im Schreiben, inwiefern diese ihm aber dabei half, ein ganzes Buch zu verfassen, ist schwer zu sagen. ,,Doch trotz aller Konzentration dürfte Hitler den Aufwand völlig unterschätzt haben, den es kostete, ein so umfangreiches Buch wie 'Mein Kampf' zu schreiben. Dass er sich Ende Juni 1924 bereits mit der Gestaltung des Einbands beschäftigte, ist Ausdruck dieser mangelnden Erfahrung. Gleichwohl teilte der Eher-Verlag, [...] dessen Optimismus.“8,,[...] begann Hitler relativ bald mit der Arbeit am zweiten Band. [...] Wieder glaubte er an eine rasche Fertigstellung [...] Doch auch das erwies sich als Fehleinschätzung.“9

2. Fälschungen

Hitlers Autobiografie enthält eine Menge Fälschungen. Oftmals fälscht er historische Begebenheiten, in vielen Fällen kommt wohl einfach das Unwissen Hitlers, der keine höhere Schulbildung hatte, „zu Hilfe“. Außerdem manipuliert er Fakten so, dass sie brauchbar für seine

Argumentation werden, wobei Unwissen und gezielte Fälschung in einander übergehen. Sie zu unterscheiden, spielt manchmal keine allzu wichtige Rolle, denn Hitler verwendet die veränderte Wahrheit zu dem Nutzen der Überzeugung und der Manipulation.

So behauptet er in „Mein Kampf“, dass die ,,Protokolle der Weisen von Zion“, in denen ein angeblicher Plan für eine Verschwörung der jüdischen Weltherrschaft dargestellt wird, wahr seien. Diese wurden allerdings in Russland bereits 1908 als Fälschung entlarvt. Nun argumentiert Hitler, dass als Beweis für die Wahrheit dieser Protokolle reiche, dass die von ihm als „jüdisch“ gesehene „Frankfurter Zeitung“ diese als Fälschung ansieht.10 Es handelt sich hier um eine sehr einfach gestrickte und ziemlich ineffektive Argumentationsweise. Wir wissen allerdings, dass Hitler offenbar überzeugt war, dass die ,,Protokolle'' authentisch sind; so berichtet zumindest Joseph Goebbels, der Reichspropagandaminister, der die Protokolle selber für eine Fälschung hielt, in seinem Tagebuch 1943: ,,Der Führer vertritt den Standpunkt, dass die Zionistischen Protokolle (im Original kursiv, PL) absolute Echtheit beanspruchen könnten. So genial könne kein Mensch das jüdische Weltstreben nachzeichnen, [...]“11

Hitler kannte die ,,Protokolle“ seit August 1921 und verwendete sie in verschiedenen Reden als Argument. Sie zählen übrigens zu den wenigen Quellen von „Mein Kampf“, welche er ausdrücklich nennt, sonst macht er kaum konkrete Angaben zu seinen Quellen.

Man könnte sagen, dass Hitler an der historischen Wahrheit wenig gelegen ist, solange eine Argumentation ihm effektiv und propagandistisch brauchbar zu sein scheint. Er sagt: ,,Es ist ganz gleich aus wessen Judenkopf diese Enthüllungen stammen, maßgebend aber ist, dass sie mit gerade zu grauenerregender Sicherheit das Wesen und die Tätigkeit des Judenvolkes aufdecken [...]“12

Hitler zeigt also kein wirkliches Interesse daran, woher diese ,,Protokolle“ tatsächlich stammen. Er hält sie für passend, um seine Vorstellungen über die angebliche Judenverschwörung zu stützen, und deswegen zeigt er keine Skrupel, sie ohne jegliche Skepsis für authentisch zu deklarieren. Adolf Hitler scheint sich zudem nicht sehr gründlich mit dem Judentum und seiner Geschichte befasst zu haben oder er verschweigt eventuell gewisse Aspekte und Fakten, um seinen Standpunkt zu stützen. Denn er schreibt: ,,Da nun der Jude niemals einen Staat mit bestimmter territorialer Begrenzung besaß und damit auch nie eine Kultur sein eigen nannte, entstand die Vorstellung, als handle es sich hier um ein Volk, das in die Reihe der Nomaden zu rechnen wäre. Dies ist ein ebenso großer wie gefährlicher Irrtum. Der Nomade besitzt sehr wohl einen bestimmt umgrenzten Lebensraum, nur bebaut er ihn nicht als seßhafter Bauer, sondern lebt vom Ertrage seiner Herden, mit denen er in seinem Gebiete wandert. [...] Wahrscheinlich war auch der Arier erst Nomade und wurde im Laufe der Zeit seßhaft, allein deshalb war er doch wohl niemals Jude!“13

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Inwiefern kann man Hitlers Autobiografie "Mein Kampf" als Hetzschrift bezeichnen?
Untertitel
Eine historisch-stilistische Untersuchung
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V424531
ISBN (eBook)
9783668700642
ISBN (Buch)
9783668700659
Dateigröße
640 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hitler, Nationalsozialismus, Drittes Reich, Deutsches Reich, Mein Kampf, Adolf Hitler, Mein Kampf Autobiographie, Hetzschrift, Rhetorik, Hitler Rhetorik, Hitler Mein Kampf, Adolf Hitler Mein Kampf
Arbeit zitieren
Philipp Lölke (Autor), 2017, Inwiefern kann man Hitlers Autobiografie "Mein Kampf" als Hetzschrift bezeichnen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424531

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