Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Thema der sozialen Ungleichheit in der EU. Nicht zuletzt bedeutet die Ungleichheit auf der sozialen Ebene eine zusätzliche Belastung der Steuer-, Transfer und Tarifsysteme und die zunehmende Migration. Immer mehr nimmt die Bedeutung der regionalen Ungleichheit in der soziologischen Forschung zu. Diese Arbeit stellt den Versuch dar, die Ungleichheiten der EU auf der regionalen Ebene zu untersuchen. Dabei stellen sich folgende Forschungsfragen: Welche Gestalt nimmt die aktuelle Bedeutung der europäischen sozialen Ungleichheit an?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Problemaufriss der europäischen Sozialungleichheitsforschung
2.2. Neudimensionierung der Bedeutung von sozialer Ungleichheit im Zuge des Europäisierungsprozesses
3. Praktischer Teil
3.1. Regionale Ungleichheit: Ost-West-Gefälle
3.2. Regionale Ungleichheit am Beispiel der NUTS 3-Regionen: Budapest vs. Paris
4. Zwischenbilanz
5. Auswirkungen sozialer Ungleichheit für die EU-Gesellschaft
6. Maßnahmen zur Herstellung von sozialer Gleichheit in der EU
7. Wie europäisch sind Sie? Ausblick und Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Ausprägung und Dynamik sozialer Ungleichheit innerhalb der Europäischen Union mit einem Fokus auf regionale Disparitäten und das Ost-West-Gefälle. Ziel ist es, zu analysieren, wie sich Ungleichheitsmuster im Zuge des Europäisierungsprozesses verändert haben und welche politischen Mechanismen zur Vermeidung dieser Ungleichheiten existieren.
- Analyse der europäischen Sozialungleichheitsforschung und methodologischer Ansätze.
- Untersuchung der regionalen Ungleichheit (Ost-West-Gefälle) in der EU.
- Vergleich der NUTS-3-Regionen Budapest und Paris als Fallbeispiele.
- Diskussion der Auswirkungen sozialer Ungleichheit auf den Zusammenhalt der EU-Gesellschaft.
- Bewertung von Maßnahmen zur Herstellung sozialer Gleichheit auf EU-, nationaler und individueller Ebene.
Auszug aus dem Buch
3.1. Regionale Ungleichheit: Ost-West-Gefälle
„In der Literatur besteht weitgehend Übereinstimmung darüber, dass im europäischen Referenzrahmen der Regionalisierung von Ungleichheiten ein zentraler Stellenwert zukommt“ (Bach 2008: 67) Man spricht dabei über den Unterschied zwischen Ost und West, über das sogenannte Ost-West-Gefälle. Verbreitet ist die Rede von einer Änderung der sozialen Ungleichheit in der Europäischen Union, insbesondere nach bzw. im Zuge der Osterweiterung-2004 nach dem Beitritt von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern (vgl. die Beiträge in Bach 2008: 69 sowie in Härpfer/Schwarze 2006: 137).
Diese These soll u.a. im Weiteren überprüft werden. Dabei lautet die Ausgangsfrage: Gibt es erhebliche Änderungen in den Ungleichheitsbeziehungen zwischen den neuen und alten EU-Ländern im Vergleichszeitraum Vor-dem-Beitritt und Nach-dem-Beitritt.
Die Europäisierung der Sozialforschung geschieht mithilfe der einheitlichen statistischen Berichterstattung. Vor allem die Statistiken des Statistischen Amtes der EK dienen zur Verallgemeinerung der Indikatoren und Kriterien und werden im Folgenden für die Analyse als Belege herangezogen.
Eine der wichtigsten Maßeinheiten der Ungleichheit ist der Gini-Koeffizient. Die Tabelle 1 aus dem Anhang zeigt die Veränderung des Gini-Koeffizienten in der EU im Zeitraum von 2000 bis 2015. Die Zeitspanne wurde ausgewählt für die Analyse der Änderung des Gini-Koeffizienten Vor- und Nach- dem-Beitritt der neuen Ost-Länder.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des sozialen Zusammenhalts in der EU ein und formuliert die Forschungsfragen hinsichtlich der Entwicklung sozialer Ungleichheitsmuster.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel definiert den Begriff soziale Ungleichheit im europäischen Kontext und diskutiert die methodischen Herausforderungen der Sozialforschung bei der Analyse transnationaler Verflechtungen.
3. Praktischer Teil: Hier wird das Ost-West-Gefälle empirisch analysiert und ein detaillierter Vergleich zwischen den NUTS-3-Regionen Budapest und Paris durchgeführt.
4. Zwischenbilanz: Dieses kurze Kapitel fasst die Erkenntnisse über die abnehmende Ungleichheit zwischen den Ländern bei gleichzeitiger Zunahme innerhalb der Länder zusammen.
5. Auswirkungen sozialer Ungleichheit für die EU-Gesellschaft: Das Kapitel beleuchtet die negativen Folgen sozialer Ungleichheit wie Misstrauen, Kriminalität und Politskeptizismus für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
6. Maßnahmen zur Herstellung von sozialer Gleichheit in der EU: Es werden verschiedene politische Ansätze auf EU-, nationaler und individueller Ebene zur Bekämpfung von Ungleichheiten diskutiert.
7. Wie europäisch sind Sie? Ausblick und Schlussfolgerungen: Zum Abschluss werden Ergebnisse einer eigenen Umfrage zur europäischen Identität präsentiert und ein Ausblick auf die Weiterentwicklung der EU gegeben.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, EU-Integration, Ost-West-Gefälle, Europäisierung, NUTS-Regionen, Gini-Koeffizient, soziale Gerechtigkeit, Wohlstandsgefälle, Transnationalisierung, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Catch-up-Effekt, Entsolidarisierung, Sozialpolitik, europäische Identität, Regionalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der sozialen Ungleichheit innerhalb der Europäischen Union und untersucht, wie sich diese Ungleichheitsstrukturen durch den Prozess der europäischen Integration und die EU-Osterweiterung entwickelt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Ost-West-Gefälle, die regionale Differenzierung in der EU, der Vergleich von europäischen Metropolregionen sowie die Auswirkungen von Ungleichheit auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die europäische Identität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, welche Gestalt die soziale Ungleichheit in der EU annimmt, ob sich Muster nach der Osterweiterung 2004 verändert haben und wie sich Ungleichheitsverhältnisse sowohl zwischen den EU-Ländern als auch innerhalb dieser verändern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Aufarbeitung soziologischer Konzepte zur sozialen Ungleichheit sowie eine empirische Analyse basierend auf statistischen Daten (z. B. Gini-Koeffizienten) und einer eigenen Web-Umfrage.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, untersucht regionalen Ungleichheiten (mit Fokus auf Budapest und Paris), thematisiert Folgen wie Misstrauen in der Gesellschaft und erörtert Maßnahmen zur Herstellung sozialer Gleichheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, Europäisierung, Ost-West-Gefälle, NUTS-Regionen, Gini-Koeffizient und gesellschaftlicher Zusammenhalt geprägt.
Warum wird der Vergleich zwischen Budapest und Paris als Beispiel herangezogen?
Budapest und Paris dienen als NUTS-3-Fallbeispiele für das Ost-West-Gefälle, um die unterschiedlichen Ausprägungen von Wohlstand, Erwerbstätigkeit und Lebenszufriedenheit in zwei EU-Hauptstädten direkt gegenüberzustellen.
Welche Rolle spielt die "Entsolidarisierung" in der Argumentation der Autorin?
Die Autorin argumentiert, dass die europäische Wirtschaftsintegration zu einer zunehmenden Entsolidarisierung innerhalb der Nationalstaaten führt, da Marktlogik die traditionellen wohlfahrtsstaatlichen Prinzipien teilweise verdrängt.
Was zeigt die eigene Umfrage zum Thema "Wie europäisch sind Sie?"?
Die Umfrage unter Studenten zeigt, dass sich die Mehrheit zwar als europäisch identifiziert, die Begründungen dafür jedoch stark an Wohn- oder Geburtsortprinzipien festgemacht werden, was auf ein noch begrenztes Verständnis für eine tiefere europäische Identität hindeutet.
- Citar trabajo
- Irina Zorina (Autor), 2015, Regionalisierung sozialer Ungleichheit in der EU. Neue Tendenzen im Ost-West-Gefälle, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424600