Einleitung
Auf einer Internetseite fand ich zum Thema Farbbedeutung rot die folgenden Aphorismen, die man aus heutiger Sicht in Verbindung mit rot setzt. „Rot steht für die Liebe, Körperbewusstsein, Selbstvertrauen, Furchtlosigkeit, Kraft, Durchhaltevermögen, Sinnlichkeit, Triebhaftigkeit, Leidenschaft, Wut, Hass, Selbständigkeit, Lebenslust, Macht und Eroberung.“1 In der vorliegenden Arbeit möchte ich versuchen das Farbadjektiv rot etymologisch zu untersuchen. Dabei versuche ich herauszufinden, ob die oben genannten Assoziationen zu rot in Verbindung stehen mit der geschichtlichen Entwicklung und Bedeutung dieser Farbe. Somit ist es also nicht nur wichtig, sich der lexikalischen und semantischen Darstellungen anzunehmen sondern auch die Kulturgeschichte diese Farbadjektivs zu betrachten. Darüber hinaus gilt die Aufmerksamkeit auch den Phraseologismen, den typischen Wortverbindungen und charakteristischen Redensarten, die mit rot in Zusammenhang gebracht werden. Denn mit Hilfe der Intention dieser Phaseologismen kann man auch die Wortbedeutung und Wortgeschichte der Farbe rot verständlich und logisch darstellen beziehungsweise belegen. Beginnen möchte ich mit der etymologischen Betrachtung des Begriffes Farbe, um aufzuzeigen wie das Wort entstanden ist und wie sich die Bedeutung, des uns heute bekannten Oberbegriffes für alle Farben, im Laufe der Zeit verändert hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. etymologische Betrachtung zum Begriff Farbe
3. Etymologie des Farbadjektivs rot
3.1. lexikalische und semantische Darstellung der Wortgeschichte
3.2. Kulturgeschichtliche Bedeutung der Farbe Rot
3.2.1. Die traditionelle Wirkung
3.2.2. Die psychologische und symbolische Wirkung
3.3. Farbphraseologische Verbindungen mit dem Adjektiv rot
3.3.1. Teilweise idiomatisierte adnominale Farbphraseologismen
3.3.2. Vollständig idiomatisierte adnominale Farbphraseologismen
3.3.3. Nicht- adnominale Farbphraseologismen
4. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die etymologische Herkunft des Farbadjektivs "rot" und setzt diese in Bezug zu seiner kulturgeschichtlichen Entwicklung sowie zu gebräuchlichen Farbphraseologismen, um die vielschichtige Bedeutung des Phänomens Rot zu ergründen.
- Etymologische Herleitung des Begriffs "Farbe" und des Farbadjektivs "rot".
- Kulturgeschichtliche Analyse der Symbolik von Rot von der Antike bis zur Gegenwart.
- Psychologische Wirkungsweisen und assoziative Bedeutungsfelder der Farbe.
- Untersuchung von adnominalen und nicht-adnominalen Farbphraseologismen.
- Herleitung der Signalfunktion und der historischen Bedeutung von Rot als Machtsymbol.
Auszug aus dem Buch
3.2.2. Die psychologische und symbolische Wirkung
„Die Symbolik der Farbe rot ist geprägt von zwei elementaren Erfahrungen: rot ist das Blut, rot ist das Feuer.“40 Neben diesen beiden grundlegenden psychologischen und symbolischen Wirkungen der Farbe rot zählt Eva Heller auch noch die Wirkungsweise ‚die Farbe aller Leidenschaften’, ‚die Nähe und die Materie’, ‚das männliche und das weibliche rot – das reine und das unreine rot’, ‚die Farbe der Korrektur und der Kontrolle’ und ‚die Farbe der Dynamik und der Werbung’ an, die ich im Folgenden genauer erläutern möchte.
Das Blut galt in vielen Kulturen als Sitz der Seele. Blutopfer waren bei allen frühen Religionen üblich. Dabei wurden nicht nur Tiere geopfert, um die Götter zu erfreuen, auch das so genannte unschuldige Blut von Kindern und Jungfrauen galt als besonders opferwürdig. Im Blut besonders schöner und kräftiger Tiere wurden in frühen Zeiten Neugeborene gebadet oder Hochzeitspaare wurden damit übergossen, um die Kräfte des Tieres auf den Menschen zu übertragen. Die römischen Gladiatoren tranken das Blut aus den Wunden ihrer sterbenden Gegner, um deren Stärke in sich aufzunehmen. Die Griechen ließen Blut in die Gräber fließen, um den Verstorbenen im Jenseits Kraft zu geben.41 Somit lässt sich sagen, dass in den Religionen wie auch in der Magie die Substanz Blut eine herausragende Stellung einnahm. Auch die heutige Wirkung der Farbe rot sieht Heller eng damit verknüpft, dass rot die farbliche Entsprechung des Blutes ist. Diesen Zusammenhang bringt sie auf die folgende griffige Formel: Von der Liebe bis zum Hass – alle Gefühle, die das Blut in Wallung bringen, werden mit rot verbunden. Rot ist die Symbolfarbe der guten und schlechten Leidenschaften. Hinter der Symbolik steht die Erfahrung: Das Blut steigt zu Kopf, man wird rot vor Verlegenheit oder Verliebtheit, man wird rot, weil man sich schämt, weil man zornig, in hektischer Aufregung ist.42
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Faszination der Farbe Rot und setzt den Rahmen für die etymologische und kulturgeschichtliche Untersuchung.
2. etymologische Betrachtung zum Begriff Farbe: Dieses Kapitel erörtert die schwierige Herkunft des Begriffs "Farbe" und dessen semantischen Wandel vom Aussehen zur Eigenschaft.
3. Etymologie des Farbadjektivs rot: Hier wird die indogermanische Herkunft des Farbadjektivs "rot" untersucht und seine weite Verbreitung in indoeuropäischen Sprachen belegt.
3.1. lexikalische und semantische Darstellung der Wortgeschichte: Dieser Abschnitt widmet sich den historischen Belegen und der Entwicklung der Bedeutungsnuancen des Wortes "rot" in verschiedenen Sprachen.
3.2. Kulturgeschichtliche Bedeutung der Farbe Rot: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle von Rot als Machtsymbol, Herrscherfarbe und Zeichen der Justiz.
3.2.1. Die traditionelle Wirkung: Hier werden die historischen Kontexte von Rot in der Antike, im Mittelalter und in der Liturgie beschrieben.
3.2.2. Die psychologische und symbolische Wirkung: Diese Unterkapitel analysiert die elementaren Assoziationen mit Blut und Feuer sowie die moderne Wahrnehmung der Farbe.
3.3. Farbphraseologische Verbindungen mit dem Adjektiv rot: Dieser Teil untersucht, wie das Adjektiv "rot" in feststehenden Redewendungen die Wortgeschichte und Bedeutung reflektiert.
3.3.1. Teilweise idiomatisierte adnominale Farbphraseologismen: Fokus auf Begriffe wie "rotes Buch" oder "Roter Graben" im historischen Kontext.
3.3.2. Vollständig idiomatisierte adnominale Farbphraseologismen: Betrachtung bekannter Redensarten wie "roter Faden" und "roter Hahn".
3.3.3. Nicht- adnominale Farbphraseologismen: Analyse verbaler Fügungen wie "rot sehen" und deren Bezug zu menschlichen Affekten.
4. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die Bedeutung von Rot als älteste Farbbezeichnung und als konstante Signalfarbe zusammen.
Schlüsselwörter
Rot, Etymologie, Wortgeschichte, Farbsymbolik, Kulturgeschichte, Phraseologismus, Idiomatik, Blut, Feuer, Signalfarbe, Sprachgeschichte, Semantik, Indogermanisch, Machtsymbol, Farbbedeutung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit widmet sich der etymologischen Untersuchung des Farbadjektivs "rot" und seiner historischen sowie kulturellen Bedeutung im Deutschen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Wortgeschichte, der Symbolik der Farbe im Wandel der Zeit und der Analyse von Farbphraseologismen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die geschichtliche Entwicklung und die assoziativen Verbindungen zu "rot" zu analysieren, um zu verstehen, warum die Farbe eine so tiefgreifende symbolische Bedeutung besitzt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine philologische Auswertung etymologischer Wörterbücher, historischer Texte und die Auseinandersetzung mit der Farbenlehre und Symbolforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine etymologische Herleitung, eine Untersuchung der kulturgeschichtlichen Bedeutung sowie eine detaillierte Analyse von Farbphraseologismen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Etymologie, Farbsymbolik, Phraseologismen, Signalfarbe und historische Wortgeschichte.
Welche Rolle spielt das "rote Buch" in der Untersuchung?
Das "rote Buch" wird als Beispiel für teilidiomatisierte Farbphraseologismen im historischen Rechtswesen und der Verwaltung angeführt.
Warum wird der Begriff "roter Faden" besonders hervorgehoben?
Der "rote Faden" dient als klassisches Beispiel für einen vollständig idiomatisierten Ausdruck, dessen Herleitung durch Goethe und die englische Marine detailliert nachgezeichnet wird.
Wie erklärt die Autorin die Wendung "rot sehen"?
Die Wendung wird als Ausdruck von Zorn interpretiert, wobei die Herkunft auf den Stierkampf und die psychologische Entsprechung zu Gesichtsveränderungen bei Affekten zurückgeführt wird.
- Citar trabajo
- Carolin Spangenberg (Autor), 2004, Zur Etymologie des Farbadjektivs rot, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42471