Einleitung
Nach der Schule erst einmal in der Stadt „cruisen"1, danach „home flippen"2,später dann bei den „Homies"3 oder im Internetcafe chatten und wochenends ab in die Clubs zum „Raven"4, „Chillen" 5 und „Dancen"6. So sehen sie aus, die nicht ungewöhnlichen Tage im Leben eines Jugendlichen, der die Pubertät knapp hinter sich gelassen hat oder noch mittendrin steckt. Seinen Eltern erzählt der Sprössling dann beim Frühstück, dass er mit der „Posse“7 auf′ner voll fetten Party war. Und die Eltern? Die verstehen bei der so genannten „Jugendsprache" Bahnhof. Aber sind diese Phrasen, Wörter und Ausdrücke wirklich jugendsprachlich? Was ist eigentlich Jugendsprache? Es gibt Lexika, die vorgeben, Ausdrücke von Jugendlichen erklären zu können. Allerdings verfolgen sie eher das Ziel sich in die Seele der Jugendlichen einschleichen zu können, doch am Ende gewinnt man eher den Einblick in die Seele des Verfassers, denn in die der Jugendlichen. Zu Beginn dieser Hausarbeit möchte ich versuchen mit Hilfe unterschiedlichster Literatur den Begriff Jugendsprache zu definieren, um zu klären ob es das Phänomen „Jugendsprache" eigentlich als solches gibt oder ob es sich dabei nur um jugendsprachliche Ausdrücke zur Abgrenzung von weiteren Gesellschaftsgruppen handelt.
Nicht nur in den Jugendlichen-Gruppen an sich, sondern auch in der Werbung tritt die Jugendsprache auf. Dies ist der nächste Teil meiner Hausarbeit, wo ich die Merkmale der Jugendsprache und Werbesprache aufführen will, um anschließend die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Sprachstile hervorzuheben. Damit gebe ich die Einleitung für das benötigte Verständnis gegenüber meinem nächsten Teil. Ich werde direkt an Print- Werbeanzeigen das Jugendsprachliche aufführen und will dann versuchen es kritisch zu diskutieren und analysieren. Somit verdeutliche ich zu Beginn meiner Hausarbeit die Voraussetzungen und Erläuterungen, die dann zum Schluss zur Klärung des eigentlichen Themas, nämlich „Jugendsprache in der Werbung" führen. Zum Abschluss wünsche ich jetzt „total viel Fun und echt geniale Power beim readen."
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1 sich schnell bewegen, vorzüglich mit einem Auto
2 sich nach Hause bewegen
3 Freunde mit denen man fast täglich seine Zeit verbringt
4 Tanzstil einer bestimmten Musikrichtung
5 sich entspannt in einer Atmosphäre aufhalten
6 tanzen
7 Freundeskreis
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Jugendsprache
3. Jugendsprache und Werbung
3.1 Merkmale der Jugendsprache
3.2 Gemeinsamkeiten zwischen Jugend- und Werbesprache
3.3 Unterschiede zwischen Jugend- und Werbesprache
4. eigene Untersuchungen zu jugendsprachlichen Werbeanzeigen
4.1 Vorhaben, Arbeitshypothese, Vorgehensweise
4.2 Analysen
5. Schlussbemerkungen
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie jugendsprachliche Elemente in der modernen Print-Werbung eingesetzt werden, um die Zielgruppe der Jugendlichen effektiv anzusprechen und zu beeinflussen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit eine authentische jugendsprachliche Kommunikation als Erfolgsfaktor für Werbeanzeigen fungiert und welche Kriterien dabei für die Glaubwürdigkeit aus Sicht der Zielgruppe entscheidend sind.
- Theoretische Definition und Abgrenzung des Phänomens "Jugendsprache".
- Analyse der sprachlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Jugend- und Werbesprache.
- Untersuchung verschiedener Jugendzeitschriften als Werbeplattformen.
- Kritische Analyse und Vergleich konkreter Werbeanzeigen (z. B. U-Boot, Barmer, Killer Loop).
- Diskussion über das Verhältnis von Authentizität, Glaubwürdigkeit und Einflussnahme in der Jugendwerbung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Merkmale der Jugendsprache
Die Merkmale der Jugendsprache betrachtet man seitens verschiedener Ebenen. Man bezieht sich auf die Schwerpunkte der lexikalisch-semantischen Ebene, auf die syntaktische Ebene, betrachtet Phonologie, Pragmatik, Morphologie und allgemeine Merkmale.
Auf der lexikalisch-semantischen Ebene lassen sich die Meisten und auffälligsten Merkmale finden, denn der Wortschatz der Jugendlichen unterliegt den schnellsten, aber oberflächlichsten Sprachwandelprozessen. Wie schon beschrieben reduzieren einige Jugendsprachforscher die Jugendsprache auf den Wortschatz und bezeichnen sie als Sonderlexik, welches aus der Dominanz hyperbolischer Ausdrücke z.B. „hammergeil" und der großen Präferenz von Wörtern aus dem angloamerikanischen Bereich z.B. „cool down" resultiert. Ihre Sprache weist desweiteren eine hohe Affinität zu Modewörtern auf z.B. „fett, irre". Mathias Buschmann stellt außerdem fest, dass bei einigen Partikeln und Füllwörtern sich extrem weite Assoziationshöfe feststellen lassen, wie z.B. bei irgendwie, oder so. Ein hohes Innovationspotential jugendlicher Stile schlägt sich vor allem in der ausgeprägten Bildlichkeit nieder. In der Jugendsprache findet man so genannte Merkmale auch Neologismen, die man allerdings eher als Desementierungen beziehungsweise Dekontektualisierungen bezeichnet, denn z.B. hat das Wörtchen „geil" nichts mehr mit Sexualität und das Wort „echt" nur wenig mit Originalität zu tun.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz der Jugendsprache im Alltag und definiert das Ziel der Untersuchung in Bezug auf Werbeanzeigen.
2. Definition von Jugendsprache: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit verschiedenen wissenschaftlichen Definitionsansätzen auseinander und hinterfragt den Mythos einer homogenen "Jugendsprache".
3. Jugendsprache und Werbung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Werbesprache, deren Merkmale sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Jugendsprache detailliert untersucht.
4. eigene Untersuchungen zu jugendsprachlichen Werbeanzeigen: Die Autorin analysiert verschiedene Print-Werbeanzeigen aus Jugendzeitschriften und bewertet diese hinsichtlich ihrer jugendsprachlichen Authentizität und Werbewirkung.
5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse, in der betont wird, dass das Zusammenspiel von Sprache, Bildlichkeit und Authentizität entscheidend für den Erfolg von Werbekampagnen bei Jugendlichen ist.
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Werbesprache, Print-Werbung, Zielgruppenanalyse, Sprachwandel, Anglizismen, Neologismen, Kommunikation, Authentizität, Glaubwürdigkeit, Sprachliche Register, Mediale Beeinflussung, Jugendzeitschriften, Hyperbolik, Gruppensprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel und die Schnittstellen zwischen Jugendsprache und der Sprache in der kommerziellen Werbung, um zu verstehen, wie Marken junge Konsumenten erfolgreich ansprechen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Definition von Jugendsprache, die linguistischen Gemeinsamkeiten von Jugend- und Werbesprache sowie die kritische Analyse von Print-Werbeanzeigen, die sich an Jugendliche richten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie gezielter Einsatz jugendsprachlicher Merkmale in der Werbung die Glaubwürdigkeit einer Marke bei Jugendlichen beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zur linguistischen Definition von Jugendsprache sowie einer qualitativen Analyse und Bewertung ausgewählter Print-Werbeanzeigen aus verschiedenen Jugendzeitschriften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Sprachmerkmale und eine praktische Fallstudien-Analyse, in der Werbekampagnen verschiedener Marken kritisch hinterfragt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendsprache, Werbesprache, Zielgruppenansprache, Authentizität, Anglizismen und Sprachwandel.
Warum spielt das @-Zeichen bei der Barmer-Werbung eine Rolle?
Das @-Zeichen wird als Symbol für die sogenannte "Generation @" verwendet, um den technisierten Lebensstil der heutigen Jugendlichen direkt und bildlich anzusprechen.
Warum bewertet die Autorin die D2-Vodafone-Werbung als wenig glaubwürdig?
Die Autorin empfindet die Anzeige als "aufgesetzt" und unseriös, da das Motiv nicht zeitgemäß erscheint und die verwendeten Sprüche wie von Erwachsenen wirken, die krampfhaft jugendlich sein wollen.
- Quote paper
- Carolin Spangenberg (Author), 2002, Jugendsprache in der Werbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42472