Immer wieder geraten Unternehmen in die Insolvenz. Ein bekanntes Beispiel war im August 2017 die Air Berlin PLC. Gläubiger und Kunden des Unternehmens verloren ihr Kapital oder konnten bereits bezahlte Leistungen des Unternehmens nicht mehr in Anspruch nehmen. Ebenfalls kostete die Insolvenz bisher 2.500 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz bei der Fluggesellschaft. Aber nicht nur die Gläubiger von großen Konzernen, über die in den Medien berichtet wird, sondern auch Investoren, Lieferanten und Kapitalgeber von kleinen oder mittelständischen Unternehmen verlieren jedes Jahr viel Geld durch die hohe Anzahl an Insolvenzen. Im Jahr 2017 verloren in Deutschland Gläubiger von insgesamt 20.200 insolventen Unternehmen rund 26,6 Mrd. Euro durch den Forderungsausfall.
Für das Sozialsystem des Staates stellt nicht nur die Summe des Forderungsausfalls, sondern auch die hohe Anzahl von Mitarbeiterentlassungen eine enorme Belastung dar. Bei vielen Insolvenzen handelt es sich um neu gegründete Unternehmen, sogenannte Startups, aber es sind auch größere, bereits lang am Markt etablierte Unternehmen betroffen.
Es gibt jedoch im Vorfeld Möglichkeiten, ein Unternehmen vor dem Niedergang zu bewahren, wenn die Krise im Unternehmen früh erkannt wird. Diese Früherkennung scheint in den letzten Jahren Wirkung zu zeigen. Im Jahr 2016 gab es noch 21.560 insolvente Unternehmen mit einem Forderungsausfall von rund 27,5 Mrd. Euro. Seit dem höchsten Stand der Unternehmensinsolvenzen von 39.470 im Jahr 2003 hat sich die Anzahl seitdem fast halbiert. Maßgeblich beteiligt an diesem Rückgang ist das gesteigerte Interesse an Private Equity, welches unter anderem zur Sanierung und Restrukturierung von Krisenunternehmen eingesetzt wird...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Unternehmenskrisen, Krisenarten und Krisenerkennung
2.2 Private Equity und anlassbezogene Verwendung
2.3 Krisenbewältigung in Form von Sanierung und Restrukturierung
3 Analyse der Sanierung und Restrukturierung durch Private Equity
3.1 Maßnahmen einer Sanierung und Restrukturierung
3.2 Führung in der Unternehmenskrise
3.3 SWOT-Analyse der Finanzierung durch Private-Equity-Gesellschaften
4 Praxisbeispiel: Studienkreis-Gruppe
5 Fazit und Ausblick
5.1 Zusammenfassung und Handlungsempfehlung
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Private-Equity-Gesellschaften bei der Bewältigung von Unternehmenskrisen durch Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen, um die Rentabilität und Zukunftsfähigkeit notleidender Unternehmen wiederherzustellen.
- Definition und Identifikation von Unternehmenskrisen
- Einsatzmöglichkeiten von Private Equity in Krisensituationen
- Analyse leistungswirtschaftlicher, personeller und finanzieller Sanierungsmaßnahmen
- Bewertung der Eignung von Private-Equity-Investoren mittels SWOT-Analyse
- Praktische Untersuchung der Sanierung der Studienkreis-Gruppe durch Aurelius
Auszug aus dem Buch
3.1 Maßnahmen einer Sanierung und Restrukturierung
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Maßnahmen der Sanierung und Restrukturierung zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit. Die Maßnahmen zur Krisenbewältigung werden, wie die Unternehmenskrise an sich, durch Klassifikationskriterien unterschieden. In dieser Arbeit werden die Maßnahmen auf die Bereiche Leistung, Personal und Finanzen bezogen.
Leistung wird als „Ergebnis des betrieblichen Erzeugungsprozesses“ definiert. Um das Ergebnis der Arbeit zu optimieren, müssen die verschiedenen Tätigkeitsfelder innerhalb des Unternehmens verbessert werden, damit das Leistungspotenzial des Unternehmens voll ausgeschöpft werden kann. Diese Tätigkeitsfelder umfassen Forschung und Entwicklung, Materialbeschaffung, Produktion, Marketing und Vertrieb sowie die Informationstechnologie.
In dem Bereich Forschung und Entwicklung ist es für das Krisenunternehmen wichtig, die entsprechenden Projekte neu auszurichten, um das Projektportfolio anzupassen. Nur die wirklich relevanten Forschungsthemen und die Projekte mit Aussicht auf Erfolg sollten weiterentwickelt und umgesetzt werden. Die Kosten und das Budget müssen auf ein Minimum reduziert werden. Im Falle einer bereits eingetretenen oder drohenden Liquiditätskrise kann es möglich sein, dass die Forschung und Entwicklung ganz beendet werden muss, da hierbei viele liquide Mittel abfließen ohne direkte Umsätze zu generieren und somit die Ertragslage nicht zeitnah verbessert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Relevanz von Unternehmenskrisen und führt die Leitfrage nach dem Potenzial von Private Equity als Sanierungsinstrument ein.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Unternehmenskrise, Krisenarten sowie die Formen der Krisenbewältigung und ordnet Private Equity als Finanzierungsinstrument ein.
3 Analyse der Sanierung und Restrukturierung durch Private Equity: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung spezifischer Sanierungsmaßnahmen in den Bereichen Leistung, Personal und Finanzen sowie eine kritische Bewertung der Eignung von Private-Equity-Investoren mittels SWOT-Analyse.
4 Praxisbeispiel: Studienkreis-Gruppe: Das Kapitel veranschaulicht die theoretischen Erkenntnisse anhand der erfolgreichen Restrukturierung der Studienkreis-Gruppe durch Aurelius.
5 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beantwortung der Leitfrage und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von Private Equity bei Turnarounds.
Schlüsselwörter
Unternehmenskrise, Sanierung, Restrukturierung, Private Equity, Turnaround, Krisenbewältigung, Eigenkapital, Studienkreis-Gruppe, Aurelius, Liquiditätskrise, Erfolgskrise, Unternehmensführung, Finanzmanagement, Unternehmenswert, Exit-Strategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch, inwieweit Private-Equity-Gesellschaften geeignet sind, Unternehmen in der Krise durch Eigenkapital sowie Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen wieder auf einen Erfolgskurs zu führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Krisenursachen, die Darstellung spezifischer operativer und finanzieller Sanierungshebel sowie die Untersuchung der Rolle von Private-Equity-Investoren als aktiven Gestaltern des Wandels.
Was ist das primäre Ziel der Seminararbeit?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, welches Potenzial die Finanzierung durch Private Equity für die Sanierung und Restrukturierung von Krisenunternehmen tatsächlich besitzt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung der Krisen- und Restrukturierungsthematik und kombiniert diese mit einer SWOT-Analyse, um die Vor- und Nachteile von Private-Equity-Investments zu bewerten. Ergänzend dient eine Fallstudie (Studienkreis-Gruppe) zur empirischen Veranschaulichung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Krisenphasen und Private-Equity-Grundlagen sowie eine praxisnahe Analyse von Maßnahmen in den Bereichen Leistung, Personal und Finanzen. Abschließend erfolgt eine SWOT-Analyse dieser Finanzierungsform.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Unternehmenskrise, Turnaround, Private Equity, Restrukturierung, Sanierung und Unternehmensführung.
Warum wurde die Studienkreis-Gruppe als Praxisbeispiel gewählt?
Die Studienkreis-Gruppe dient als exemplarisches Beispiel für einen erfolgreichen Turnaround unter der Ägide eines Private-Equity-Investors (Aurelius), an dem konkrete operative Maßnahmen wie IT-Modernisierung, Produktportfolio-Anpassung und Managementwechsel demonstriert werden können.
Welches Fazit ziehen die Verfasser zur Rolle von Private Equity?
Die Verfasser kommen zu dem Schluss, dass Private Equity für Krisenunternehmen eine geeignete, wenngleich anspruchsvolle Finanzierungsform darstellt, da sie neben Kapital auch notwendiges Know-how einbringt, jedoch mit hohem Leistungsdruck und kurzfristigen Exit-Zielen für das Unternehmen verbunden ist.
- Arbeit zitieren
- Nicolas Fell (Autor:in), Gabriel Socha (Autor:in), 2018, Bewältigung von Unternehmenskrisen durch Eigenkapital von Private-Equity-Gesellschaften. Eine kritische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424772