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Frauengeschichte in Bildern. Frauen als Objekt der Begierde und Verehrung

Title: Frauengeschichte in Bildern. Frauen als Objekt der Begierde und Verehrung

Term Paper , 2018 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jenny Wilken (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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"Frauen in der bildenden Kunst: Adieu, Heilige und Huren!"
So lautete ein Artikel von Almuth Spiegler zum Weltfrauentag 2011 in der Freien Presse. Der Weltfrauentag findet jährlich am 8. März statt, um auf die Ungleichstellung der Frau hinzuweisen und wurde von sozialistischen Frauenrechtler*innen wie Clara Zetkin initialisiert und später von den Vereinten Nationen festgesetzt.

Frauen standen schon sehr früh im Fokus der darstellenden Künste, aber nicht als Künstlerinnen, sondern als Objekt der Begierde und Verehrung. Als Heilige und Huren eben. Diese Arbeit beleuchtet diesen patriarchalischen Blickwinkel in der Kunst und möchte dabei auch neue Frauenbilder betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Frauen als Objekt der Begierde und Verehrung

3. Neue Frauenbilder

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und künstlerische Darstellung von Frauen, wobei ein besonderer Fokus auf der Objektivierung und der Zuweisung von Rollen wie der "Geliebten", "Muse" oder "Heiligen" liegt. Ziel ist es, den patriarchalischen Blickwinkel in der Kunstgeschichte aufzuzeigen und zu analysieren, wie sich dieser durch gesellschaftliche Veränderungen, insbesondere durch emanzipatorische Bewegungen, gewandelt hat und zu neuen, selbstbestimmten Frauenbildern führte.

  • Historische Entwicklung der Frauendarstellung in der bildenden Kunst
  • Analyse der Objektivierung und Voyeurismus in klassischen Werken
  • Der Wandel vom passiven Objekt zum aktiven Subjekt
  • Einfluss der Frauenbewegung und moderner Selbstinszenierung

Auszug aus dem Buch

2. Frauen als Objekt der Begierde und Verehrung

Wenn man über Frauendarstellungen schreibt, kommt man nicht umhin, bei der "ersten Frau" anzufangen: Eva. Sie wird in der Bibel, Thora und dem Koran als die erste Frau auf der Erde beschrieben, allen drei Religionen gilt sie als Heilige Urmutter und ihre "Erschaffung" ist ein viel verwendetes Motiv in der Kunst. Michelangelo malte 1508-1512 Die Erschaffung der Eva (Abbildung 1); dieses Werk ist heute in der sixtinischen Kapelle zu sehen. Eva ist zentral gesetzt, sie ist nackt und steigt von Gott geleitet empor, sie erwacht zum Leben. Adam liegt schlafend neben ihr, es wird angedeutet dass Eva an seiner linken Seite lag. Eva wird von der Seite gezeigt, ihre Arme verdecken die Brüste, und durch den Ausfallschritt wird die Vulva verdeckt. Der Körper würde heute als trainiert bezeichnet, sie erscheint als starke Frau und als Bindeglied zwischen Gott und Adam. Sie ist die mächtige Urmutter. Durch die zentrale Stellung und die nackte Pose, umgeben von 2 männlichen Figuren und nackten Engeln um das Bild herum wird hier die Frau zum Objekt der Verehrung gemacht. Offensichtlich wird die Begierde an der Darstellung der Eva von Lucas Cranach des Älteren (Abb. 2). Eva präsentiert den angebissenen Apfel dem Adam mit der rechten, die linke hängt lässig herab. Die Blickrichtung ist nach oben, ein verführerischer Augenaufschlag. Dazu die Lippen geschlossen, den Kopf leicht geneigt. Die nackte Pose mit den hervorstehenden Brustwarzen ist eine Pose der Hingabe, die harten Brustwarzen ein Zeichen der Erregung. Sie wird zum Lustobjekt degradiert. "Und wer könnte je entscheiden, ob der Hauch von Perversität, den Cranach der Ältere den Körpern junger Mädchen verlieh, deren anmutige Umrisse er zeichnete, ihm von seinen eigenen Phantasien oder vielmehr von denen des Kurfürsten von Sachsen aufgenötigt wurde, dessen Begierden er schmeichelte?"6

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Thematik der Frauendarstellung in der Kunst, wobei betont wird, dass Frauen primär als Muse oder Objekt und selten als Schöpferin in Erscheinung traten.

2. Frauen als Objekt der Begierde und Verehrung: Analyse biblischer und mythologischer Motive, die Frauen von der "Urmutter" Eva bis hin zur "Heiligen Hure" Maria Magdalena als Lustobjekte oder Projektionsflächen männlicher Begierde stilisieren.

3. Neue Frauenbilder: Betrachtung emanzipatorischer Prozesse ab der französischen Revolution, die es Frauen ermöglichten, sich selbst als Subjekte darzustellen und klassische Rollenbilder in der Moderne zu durchbrechen.

4. Fazit: Resümee über den gesellschaftlichen Wandel und die anhaltende Notwendigkeit, patriarchale Strukturen in der Kunstgeschichte zu hinterfragen und die Sichtbarkeit von Frauen als Akteurinnen zu stärken.

Schlüsselwörter

Frauengeschichte, Kunstgeschichte, Objektivierung, Weiblichkeit, Patriarchat, Voyeurismus, Neue Frau, Emanzipation, Aktmalerei, Geschlechterforschung, Repräsentation, Selbstbestimmung, Frauenbewegung, Identität, Kunstakademie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Darstellung von Frauen in der bildenden Kunst und wie diese über Jahrhunderte hinweg durch männlich dominierte Perspektiven geprägt und objektiviert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die kunstgeschichtliche Objektivierung des weiblichen Körpers, der Wandel von der Rolle als Muse oder Lustobjekt hin zur selbstbewussten Frau und die Auswirkungen emanzipatorischer Bewegungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den patriarchalischen Blickwinkel in der Kunstgeschichte aufzuzeigen und zu analysieren, wie sich die Repräsentation der Frau vom passiven "Objekt" hin zum aktiven "Subjekt" gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse von Bildquellen, kombiniert mit der Einordnung in historische und kunsthistorische Kontexte sowie feministische Theorie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Stilisierung von Frauenfiguren (z.B. Eva, Madonna, Maria Magdalena) sowie die Entwicklung neuer Frauenbilder in der Moderne, inklusive Beispielen aus der Malerei und Fotografie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Frauengeschichte, Objektivierung, Emanzipation, Geschlechterforschung, Patriarchat und Identität sind die maßgeblichen Begriffe.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Maria Magdalena von der der Jungfrau Maria in der Kunst?

Während die Jungfrau Maria oft als Symbol absoluter Reinheit und Keuschheit dargestellt wird, wurde Maria Magdalena von der Kirche zur "Sünderin" und "Hure" instrumentalisiert, was sie in der Kunstgeschichte zu einem Lustobjekt machte.

Welche Rolle spielt die "Neue Frau" für die künstlerische Darstellung im 20. Jahrhundert?

Die "Neue Frau" markiert einen Wendepunkt, an dem Künstlerinnen und Frauen selbstbewusster auftreten, ihre eigene Sexualität ausdrücken und sich als Subjekte statt als bloße Lustobjekte behaupten.

Warum wird das Coming-Out von Caitlyn Jenner in der Arbeit erwähnt?

Es dient als Beispiel für eine zeitgenössische Form der Selbstinszenierung, bei der klassische Frauenbilder genutzt werden, um eine eigene, selbstbestimmte weibliche Identität öffentlich zu definieren.

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Details

Title
Frauengeschichte in Bildern. Frauen als Objekt der Begierde und Verehrung
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,0
Author
Jenny Wilken (Author)
Publication Year
2018
Pages
38
Catalog Number
V425015
ISBN (eBook)
9783668701229
ISBN (Book)
9783668701236
Language
German
Tags
frauengeschichte bildern frauen objekt begierde verehrung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenny Wilken (Author), 2018, Frauengeschichte in Bildern. Frauen als Objekt der Begierde und Verehrung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425015
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