Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung inwieweit sich die performanceabhängige Vergütung auf Lernerfolg und Leistung, unter restriktiven externen Einflüssen, auswirkt. Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit, sind experimentelle Forschungsergebnisse von Geoffrey B. Sprinkle, welche unter praktischer und fundamentaler betriebswirtschaftlicher Überlegung diskutiert werden.
Die praktische Anwendung und Umsetzung von performanceabhängigen Vergütungen reicht weit über die Managementebene hinaus. Insbesondere der Vertrieb ist von externen nichtvorhersehbaren Umwelteinflüssen beeinträchtigt. Dabei spielen insbesondere das veränderte Kundenbedürfnis und sonstige Rahmenbedingungen eine Rolle. Um den Unsicherheiten entgegenzuwirken sollte die erbrachte Leistung ständig evaluiert und analysiert werden. Die Unsicherheit der Absatzmärkte und der Leistungsdruck, ein renditestarkes Produkt an den Kunden zu bringen, fordern sowohl den Vertriebsmitarbeiter als auch die Entwickler von komplexen Anreizsystemen. Gerechtfertigt werden diese auf der Basis theoretischer Modelle, die in Studien und Experimenten fundierte werden.
Der meist vermutete Zusammenhang zwischen Motivation, Leistung und Lernerfolg sowie einer, meist aus subjektiver Sicht gesehenen, gerechten Vergütung wird in Studien und Experimenten fortlaufend neu untersucht und diskutiert. Einflussbereiche ergeben sich aus den geforderten Äquivalenzprinzipen der Finanzwirtschaft und Modellen der Leistungs- und Erfolgsmessung für interne und aufsichtsrechtliche Entscheidungsprozesse. Unter Zuhilfenahme empirischer Modelle und Implikationen, werden die Indikatoren operationalisiert. Trotz der Beachtung der notwendigen Voraussetzung, eine Messung objektiv, valide und reliabel zu gestalten, entstehen in der Anwendung und den resultierenden Ergebnissen kontroverse Positionen. Dahingehend sind Erkenntnisse aus früheren Studien entstanden die einen positiven Zusammenhang zwischen performanceabhängiger Vergütung und Leistung ablehnen. Die intuitive mögliche Korrelation, wie oben dargestellt, findet in den Experimenten keine Bestätigung. In Sprinkle's Veröffentlichung werden Ursachen der entstandenen Position empirisch überprüft und diskutiert. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Ergebnissen und sucht weitere empirische Evidenz.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Sprinkle’s Experiment der performanceabhängigen Vergütung
2.1 Grundlegende Annahmen des Experiments
2.2 Aufbau und Durchführung des Experiments
3 Analyse der Ergebnisse
3.1 Empirische Bewertung der aufgestellten Hypothesen
3.2 Empirische Bewertung der sonstigen Ergebnisse
4 Ausblick und praktische Implikationen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht auf Basis experimenteller Forschungsergebnisse von Geoffrey B. Sprinkle, inwieweit performanceabhängige Vergütungssysteme unter restriktiven externen Einflüssen den Lernerfolg und die Leistung von Akteuren beeinflussen, wobei insbesondere die Rolle von Feedback und Lernprozessen beleuchtet wird.
- Wirkungsweise performanceabhängiger Vergütung auf die Arbeitsleistung
- Bedeutung von Feedback-Informationen für den Lern- und Entscheidungsprozess
- Untersuchung von Anreizstrukturen in mehrperiodischen Entscheidungssituationen
- Abgrenzung von intrinsischer und extrinsischer Motivation im Arbeitskontext
- Implikationen für die Gestaltung von Anreizsystemen zur Steigerung der Arbeitseffizienz
Auszug aus dem Buch
2.1 Grundlegende Annahmen des Experiments
Wie bereits einleitend dargestellt basiert das Experiment von Sprinkle auf Forschungsergebnissen aus früheren Studien, in denen die Wirkung performanceabhängiger Vergütung auf die Leistung untersucht und als nahezu unabhängig dargestellt wurde. Dahingehend zeigen die Experimente von verschiedenen Wissenschaftlern keine Verbesserung, teilweise gleichermaßen eine Verschlechterung der Leistung, obwohl eine leistungsbasierte Vergütung gewährt wird. Begründet wird dies durch die unterschiedlichen Formen von gewährten Anreizmöglichkeiten, sowie den gewählten Modellspezifikationen. Zunächst ist dabei zu differenzieren, ob es sich um ein- oder mehrperiodische Konstrukte handelt.
Bestimmt wird dies durch die Anzahl der Abfolge von Entscheidungssituationen. In vorherigen Studien von Sprinkle und anderen Forschern lassen sich Probleme in der ein periodischen Operationalisierung erkennen, in der die möglichen Anreize auf die Leistung keinen Einfluss haben. Demzufolge erhöht sich die Leistung erst unter langfristiger kognitiven Anstrengungen. So werden zum einen, neurologische Erklärungsansätze in Form von mangelnder kognitiver Verarbeitung der Aufgabenstellung verfolgt und zum anderen, die verschiedenen Motivationsquellen als Ursache unwirksamer Anreize dargestellt.
In anderen Studien konkludieren die Forscher eine Störung der intrinsischen Motivation durch extrinsische Anreize, die Entscheidungen unter einer höheren Flexibilität und Kreativität eindämmen. Dabei sollte jedoch die Abhängigkeit von der Stärke und dem subjektiven Nutzen der extrinsischen Motivation für den Adressaten berücksichtigt werden, da ein positives Zusammenspiel von beiden Motivationsquellen nicht grundlegend abgewiesen werden kann. Weiterhin sind nach Sprinkle’s Meinung, auf Ebene der Modellformulierung, die Anreizeffekte und Feedbackmöglichkeiten fehlerhaft gesetzt. Während falsche, zu schwache oder keine Belohnungen zu stagnierenden Leistungen führen, sind nicht erhaltende oder nicht zielführende Rückmeldungen der Grund für Informationsverluste.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert den Aufbau sowie die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Wirkung von Vergütungssystemen.
2 Sprinkle’s Experiment der performanceabhängigen Vergütung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Annahmen des Experiments von Sprinkle und beschreibt detailliert den Versuchsaufbau sowie die methodische Durchführung.
3 Analyse der Ergebnisse: Hier werden die gewonnenen empirischen Daten ausgewertet, die Hypothesen geprüft und eine Analyse der weiterführenden Erkenntnisse vorgenommen.
4 Ausblick und praktische Implikationen: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet daraus praktische Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Anreizsystemen ab.
Schlüsselwörter
Performanceabhängige Vergütung, Management Accounting, Sprinkle, Lernprozess, Arbeitsleistung, Anreizsysteme, Feedback, Motivation, Entscheidungsverhalten, Experimentelle Forschung, Prinzipal-Agent-Theorie, Produktivität, Zeitaufwand, First-Best-Lösung, Leistungssteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Wirkung von performanceabhängigen Vergütungsmodellen auf die Leistung und den Lernerfolg, basierend auf dem bekannten Experiment von Geoffrey B. Sprinkle.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen monetären Anreizen, kognitiven Lernprozessen, der Bedeutung von Feedback sowie den Auswirkungen auf die Effektivität von Mitarbeitern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Anreizsysteme gestaltet sein müssen, um unter Unsicherheit nachhaltige Leistungssteigerungen zu generieren und Informationsverluste zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung und Diskussion experimenteller Forschungsergebnisse, ergänzt durch die Analyse von Varianz- und F-Tests.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Experiments von Sprinkle inklusive seiner Hypothesen sowie die empirische Analyse der erzielten Ergebnisse und deren Diskussion im Kontext weiterer wissenschaftlicher Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die zentralen Begriffe umfassen Performanceabhängige Vergütung, Feedback, Anreizsysteme, Lernerfolg, Motivation und die Prinzipal-Agent-Theorie.
Was bedeutet in diesem Kontext die „First-Best-Strategie“?
Es handelt sich um ein theoretisches Idealmodell der Output-Entscheidung, bei dem durch eigenes Lernen und Anstrengung die bestmögliche Punktzahl in einem mehrperiodischen Entscheidungsproblem erzielt wird.
Welche Rolle spielt das „Feedback“ im Experiment?
Feedback dient als wesentliche Informationsquelle, die es den Teilnehmern ermöglicht, ihre Entscheidungen kritisch zu reflektieren und den Lernprozess zur Steigerung der Leistung zu fördern.
Wie korrelieren monetäre Anreize mit intrinsischer Motivation?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass monetäre Anreize extrinsisch motivieren, aber langfristig eine positive Ergänzung durch "weiche" Faktoren wie Feedback und Selbstbestimmung benötigen, um die intrinsische Motivation nicht zu stören.
Was ist das „oversearching behaviour“?
Dies ist ein von Sprinkle beobachtetes Verhalten, bei dem Probanden übermäßig häufig Feedback anfordern, um eine Strategie zu finden, auch wenn dies aufgrund des Zeitaufwands (Kosten) die Effizienz mindert.
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- Anonym (Author), 2018, Experimentelle Forschungsergebnisse im Management Accounting, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425447