Kinder sammeln in ihrer Lebenswelt eher selten explizite Erfahrungen im Balancieren und Gleichgewicht halten. Dadurch ist ihr Bewegungsrepertoire diesbezüglich häufig eingeschränkt. Allerdings ist die Gleichgewichtsfähigkeit für Alltagsbewegungen und fast alle Sportarten als Grundlage von Bedeutung. Die Gleichgewichtschulung kann als Sturzprophylaxe dienen. Darum gilt es, das Gleichgewicht vielfältig und sensibel in unterschiedlichsten Situationen zu schulen. Diesem Vorsatz folgt die vorliegende Unterrichtsreihe.
Inhaltsverzeichnis
1 Lerngruppenanalyse
1.1 Beschreibung der Lerngruppe
1.2 Lernausgangslage
1.3 Lernstand
2 Didaktische Überlegungen zur Unterrichtsreihe und zur Stunde
3 Methodische Überlegungen zur Stunde
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Stärkung und Erweiterung der Bewegungskompetenz der Schülerinnen und Schüler im Bereich Balancieren, indem sie lernen, ihre Gleichgewichtsfähigkeit an zunehmend komplexen Gerätearrangements bewusst einzusetzen und stetig zu verbessern.
- Entwicklung und Erprobung der statischen und dynamischen Gleichgewichtsfähigkeit
- Förderung der Kooperations- und Teamfähigkeit durch Partnerarbeit und Hilfestellungen
- Stärkung des selbstständigen Arbeitens an Stationen
- Differenzierung durch verschiedene Schwierigkeitsgrade und Zusatzaufgaben
Auszug aus dem Buch
1.1 Beschreibung der Lerngruppe
Seit Anfang des Schuljahres 2015/16 unterrichte ich die Klasse 5b eigenverantwortlich für drei Wochenstunden im Fach Sport. Die Lerngruppe setzt sich aus 31 Schülerinnen und Schülern zusammen, wovon 19 weiblich und 12 männlich sind. Das ungleiche Geschlechterverhältnis fällt bislang nicht deutlich ins Gewicht. Allerdings ist derzeit eine alterstypische Abgrenzung der SuS zum jeweils anderen Geschlecht zu beobachten. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass bei freier Partner- oder Gruppenwahl hauptsächlich gleichgeschlechtliche Paarungen entstehen. Meiner Einschätzung nach verfügt der Großteil der Lerngruppe bereits über eine gute Sozialkompetenz. So pflegen die SuS überwiegend einen rücksichtsvollen und fairen Umgang miteinander. Ersichtlich wird dies im gegenseitigen Unterstützen beim Auf- und Abbau der Geräte oder im Geben leichter Hilfestellungen beim Balancieren.
Zu erwähnen ist Schüler M4, welcher nicht vollends in die Klasse integriert zu sein scheint. Dies äußert sich zum Beispiel darin, dass er sich häufiger über Ablehnungsverhalten, insbesondere seitens seiner männlichen Mitschüler, beschwert. Dies konnte bei der Gruppeneinteilung für die geplante Unterrichtsreihe beobachtet werden. So waren zwei seiner Gruppenmitglieder (M2, M11) nicht gerade glücklich darüber, M4 in ihrer Gruppe zu haben. Eine anschließende Unterhaltung mit diesen ergab, dass M4 aufgrund von „gemeinem“ Verhalten seiner Klassenkameraden gegenüber, selbst verantwortlich für seine Situation in der Klasse sei. Dennoch erklärten sie sich dazu bereit, im Rahmen der Gruppenarbeit mit ihm zu kooperieren. Dies muss im Unterricht genau beobachtet werden um ggf. eingreifen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Lerngruppenanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die Zusammensetzung, das Sozialverhalten, die Arbeitsweise und den Lernstand der Klasse 5b sowie spezifische Herausforderungen bei einzelnen Schülern.
2 Didaktische Überlegungen zur Unterrichtsreihe und zur Stunde: Hier werden die fachliche Bedeutung der Gleichgewichtsschulung, der Bezug zum Lehrplan und die pädagogischen Perspektiven des Unterrichtsvorhabens erläutert.
3 Methodische Überlegungen zur Stunde: Dieses Kapitel begründet den methodischen Aufbau der Unterrichtsstunde, den Einsatz des Stationenlernens sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen der Übungsphase.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Balancieren, Gleichgewichtsfähigkeit, Gerätturnen, Sozialkompetenz, Stationenlernen, Differenzierung, Bewegungskompetenz, Klasse 5b, Körperwahrnehmung, Teamarbeit, Kooperation, motorischer Test, Unterrichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundlegend?
Der Entwurf beschreibt eine Sportstunde für die Klasse 5b, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Gleichgewichtsfähigkeit an schrägen und schwankenden Gerätearrangements erproben und festigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtseinheit?
Die zentralen Felder umfassen die Schulung koordinativer Fähigkeiten, insbesondere des Gleichgewichts, sowie die Förderung von Kooperation, Selbstständigkeit und Urteilsfähigkeit beim Turnen.
Was ist die primäre Forschungsfrage bzw. das Ziel?
Das Hauptziel ist, dass die Kinder Möglichkeiten finden, ihr Gleichgewicht auf herausfordernden Untergründen erfolgreich zu halten oder wiederherzustellen und dabei ihre persönliche Leistungsgrenze zu reflektieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Unterricht folgt dem Konzept des genetischen Lernens und nutzt die Methode des Stationenlernens, um entdeckendes und problemorientiertes Lernen zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Lerngruppe, leitet die didaktischen und methodischen Entscheidungen für das gewählte Thema her und bietet einen detaillierten Verlaufsplan für die Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Balancieren, Gleichgewichtsfähigkeit, Stationenlernen, Bewegungskompetenz, Sozialkompetenz und Binnendifferenzierung.
Wie werden die heterogenen Leistungsgruppen im Unterricht berücksichtigt?
Durch die Gestaltung der Stationen mit drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden und zusätzlichen Aufgaben für Leistungsstarke findet eine Binnendifferenzierung statt, die eine Über- oder Unterforderung vermeidet.
Welche Rolle nehmen verletzte Schüler in der Stunde ein?
Nicht aktiv teilnehmende Schüler erhalten einen speziellen Arbeitsauftrag, bei dem sie als Co-Lehrer fungieren, ihre Mitschüler beobachten und beim Auf- und Abbau unterstützen, um sie in den Unterricht einzubeziehen.
- Quote paper
- Andreas Bonß (Author), 2017, Erprobung der Gleichgewichtsfähigkeit durch Balancieren auf unbekannten Gerätearrangements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425536