Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filología alemana - Literatura comparada

Poetische Gerechtigkeit in Heinrich von Kleists "Erdbeben in Chili" sowie in Ludwig Tiecks "Der blonde Eckbert" und "Der Runenberg"

Título: Poetische Gerechtigkeit in Heinrich von Kleists "Erdbeben in Chili" sowie in Ludwig Tiecks "Der blonde Eckbert" und "Der Runenberg"

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2017 , 65 Páginas , Calificación: 3,0

Autor:in: Dennis Meyer (Autor)

Filología alemana - Literatura comparada
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Dass es keine allgemeingültige, allumgreifende und unumstößliche Antwort gibt, was Gerechtigkeit ist, wusste schon spätestens Platon. Die dazugehörige Frage ist, wenn auch vermutlich nicht seit jeher in dieser Formulierung, wohl so alt wie die Menschheit selbst. Es ist nicht zu weit hergeholt oder übertrieben, dieses Streben nach Gerechtigkeit beziehungsweise nach der Erkenntnis, was sie ist, als anthropologische Grundkonstante zu bezeichnen, ist es doch so ausschlaggebend für unsere conditio humana, für die Bedingungen unseres Menschseins.

Um sich dieser Komplexität anzunähern, werde ich zunächst einen historischen Abriss darüber vornehmen, wie sich Definitionsversuche und Sichtweisen zur Problematik der Gerechtigkeit philosophie- und literaturgeschichtlich gewandelt haben und dabei auch der Frage nachgehen, welche Rolle der Poetik bzw. der Poesie dabei zukommt. Im Anschluss werden vor diesem Hintergrund die Novellen Das Erdbeben in Chili von Heinrich von Kleist sowie Ludwig Tiecks Der blonde Eckbert und Der Runenberg hinsichtlich der Frage analysiert und untersucht, ob bzw. inwiefern sie – poetisch – gerecht sind, also aus welcher Perspektive und auf welchen Ebenen sich gewisse Diskurse oder Theorien bzw. Definitionen über Gerechtigkeit feststellen lassen und sie Anwendung finden. Zuletzt werde ich den Versuch eines Résumés unternehmen und einen Ausblick auf mögliche Vertiefungen der Problematik geben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Gerechtigkeit als eine anthropologische Grundkonstante

-Die Annäherung an die Problematik-

Geschichtsübergreifende Gerechtigkeit?

-Ein historischer Überblick hinsichtlich des Konzeptes-

Darf Dichtung gerecht sein, muss es einen glücklichen Ausgang geben?

-Die Rolle der Gerechtigkeit im Wandel der Poetik-

Sie sehen das Paradies vor lauter Frömmigkeit nicht

-Poetische Gerechtigkeit in von Kleists Erdbeben in Chili-

„Es ist ein Unglück für den Menschen, dass er seinen Verstand nur darum bekommt, um die Unschuld seiner Seele zu verlieren“

-Die Auseinandersetzung mit Tieck-

„Sapere aude“ als Ausweg aus der Schuld

-Résumé-

Schwarzromantiker als Anprangerer falscher Gerechtigkeit?

-Ein Ausblick-

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das menschliche Streben nach Gerechtigkeit als anthropologische Grundkonstante und analysiert, wie sich dieses Ideal in literarischen Werken von Heinrich von Kleist und Ludwig Tieck widerspiegelt. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, inwiefern literarische Darstellungen poetische Gerechtigkeit abbilden können, wenn irdische Rechtssysteme und moralische Ordnungen an ihre Grenzen stoßen oder scheitern.

  • Anthropologische Grundlagen des Gerechtigkeitsempfindens und der Moral
  • Historische Entwicklung von Gerechtigkeitskonzepten in Philosophie und Poetik
  • Analyse der Gerechtigkeitsthematik in Kleists "Das Erdbeben in Chili"
  • Untersuchung von moralischer Schuld und Erlösung in Tiecks "Der blonde Eckbert" und "Der Runenberg"
  • Systemtheoretische Betrachtung des Verhältnisses von Recht und Moral

Auszug aus dem Buch

Gerechtigkeit als eine anthropologische Grundkonstante

Dass es keine allgemeingültige, allumgreifende und unumstößliche Antwort gibt, was Gerechtigkeit ist, wusste schon spätestens Platon. Die dazugehörige Frage ist, wenn auch vermutlich nicht seit jeher in dieser Formulierung, wohl so alt wie die Menschheit selbst. Es ist nicht zu weit hergeholt oder übertrieben, dieses Streben nach Gerechtigkeit bzw. nach der Erkenntnis, was sie ist, als anthropologische Grundkonstante zu bezeichnen, ist es doch so ausschlaggebend für unsere conditio humana, für die Bedingungen unseres Menschseins.

Ebenso zu dieser Grundbedingung gehört allerdings auch die bittere Einsicht, dass dieses Streben – dieses Fragen und Suchen – mit großer, mitunter gar größter Frustration und Enttäuschung einhergeht. Bei sensiblen Wesen wird dies wohl sogar noch weitergehen und zu oft in Verzweiflung, Depression oder Wahnsinn enden, wenn man erkennt, dass die Welt – vermeintlich aus einer bestimmten selektiv-subjektiven und temporären Perspektive heraus – alles andere als fair und gerecht und gut ist, sondern ganz im Gegenteil den Anschein hat, dass eher diejenigen Handlungen oder Personen gewinnen und Erfolg haben, die besonders skrupel- und gewissenlos und egoistisch zu sein scheinen und den Preis haben, dass dieser Erfolg Opfer fordert bei oftmals „Unschuldigen“, „Guten“, „Aufrechten“, „Tugendhaften“.

Zur falschen Zeit im falschen Land geboren worden zu sein beispielsweise als Grund für eine Schuld bzw. Strafe anzuerkennen, fällt aus menschlich-weltlicher Sicht doch sehr schwer, während andere dafür immer reicher und mächtiger werden und ihr Reichtum mitunter das sein könnte, was die am falschen Ort Geborenen über Hunger und Tod hinweg retten könnte, stattdessen allerdings eher dafür sorgt, dass die sogenannte Schere zwischen Arm und Reich – national wie global – immer größer, Arm immer ärmer, Reich immer reicher wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Gerechtigkeit als eine anthropologische Grundkonstante: Das Kapitel führt in das fundamentale menschliche Streben nach Gerechtigkeit ein und erläutert die damit einhergehende Frustration angesichts einer oft als unfair empfundenen Welt.

Geschichtsübergreifende Gerechtigkeit?: Hier werden historische Konzepte der Gerechtigkeit beleuchtet und die Unterscheidung zwischen austeilender und ausgleichender Gerechtigkeit sowie die Rolle des Rechtsgefühls diskutiert.

Darf Dichtung gerecht sein, muss es einen glücklichen Ausgang geben?: Dieses Kapitel analysiert die Rolle der poetischen Gerechtigkeit im Wandel der Literaturgeschichte und untersucht das Verlangen nach einer moralischen Ordnung in fiktiven Erzählungen.

Sie sehen das Paradies vor lauter Frömmigkeit nicht: Eine detaillierte Analyse von Kleists „Das Erdbeben in Chili“, wobei besonders die Kritik an religiöser Selbstgerechtigkeit und institutioneller Gewalt im Fokus steht.

„Es ist ein Unglück für den Menschen, dass er seinen Verstand nur darum bekommt, um die Unschuld seiner Seele zu verlieren“: Dieses Kapitel widmet sich Ludwig Tieck und untersucht, wie in „Der blonde Eckbert“ und „Der Runenberg“ das menschliche Unterbewusstsein und traumatische Erfahrungen das Handeln bestimmen.

„Sapere aude“ als Ausweg aus der Schuld: Das Resümee zieht eine Verbindung zwischen der Unreflektiertheit der Protagonisten und der Mahnung zu kritischem Vernunftgebrauch, um psychische und soziale Zwänge zu überwinden.

Schwarzromantiker als Anprangerer falscher Gerechtigkeit?: Der Ausblick reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und deutet Möglichkeiten für weiterführende Studien innerhalb der Schwarzen Romantik an.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, Anthropologische Grundkonstante, Poetik, Poetische Gerechtigkeit, Heinrich von Kleist, Ludwig Tieck, Rechtssystem, Moral, Rechtsgefühl, Systemtheorie, Gruppendynamik, Schuld, Vernunft, Schwarze Romantik, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das menschliche Bedürfnis nach Gerechtigkeit und dessen literarische Verarbeitung in Werken der deutschen Literatur, insbesondere bei Heinrich von Kleist und Ludwig Tieck.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Spannungsfeld zwischen Recht und Moral, die Rolle des Unbewussten bei Gruppenprozessen sowie die kritische Reflexion menschlicher Anmaßung gegenüber einer höheren Ordnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dichtung dazu dient, starre Gerechtigkeitsvorstellungen zu hinterfragen und die Komplexität menschlicher Schuld und Verantwortung innerhalb gesellschaftlicher Systeme darzustellen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der literaturwissenschaftliche Textanalysen mit philosophischen Gerechtigkeitstheorien und psychologischen Ansätzen, insbesondere der Gruppenpsychologie, verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert ausführlich die Gerechtigkeitskonzepte in Kleists „Das Erdbeben in Chili“ sowie in Tiecks Novellen „Der blonde Eckbert“ und „Der Runenberg“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Gerechtigkeit und Poetik stehen Begriffe wie Rechtsgefühl, Systemtheorie, Schuld, Unbewusstes und Anthropologie im Mittelpunkt der Analyse.

Wie lässt sich die Rolle des "Erdbebens" in Kleists Novelle deuten?

Das Erdbeben fungiert als göttliches Intervenieren, das bestehende, als ungerecht empfundene gesellschaftliche und religiöse Hierarchien vernichtet und temporär einen paradiesischen Zustand ermöglicht.

Warum scheitern die Protagonisten bei Tieck so oft an ihren eigenen Zielen?

Ihr Scheitern ist eng mit verdrängten Kindheitstraumata und der Unfähigkeit verbunden, rational-vernünftig zu handeln, was sie schließlich in eine destruktive Spirale aus Triebgesteuertheit und Wahnsinn führt.

Final del extracto de 65 páginas  - subir

Detalles

Título
Poetische Gerechtigkeit in Heinrich von Kleists "Erdbeben in Chili" sowie in Ludwig Tiecks "Der blonde Eckbert" und "Der Runenberg"
Universidad
University of Paderborn  (Germanistik & Vergleichende Literaturwissenschaft)
Calificación
3,0
Autor
Dennis Meyer (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
65
No. de catálogo
V425609
ISBN (Ebook)
9783668704398
ISBN (Libro)
9783668704404
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tieck von Kleist poetische Gerechtigkeit Gerechtigkeit Runenberg Der blonde Eckbert Erdbeben in Chili schwarze Romantik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dennis Meyer (Autor), 2017, Poetische Gerechtigkeit in Heinrich von Kleists "Erdbeben in Chili" sowie in Ludwig Tiecks "Der blonde Eckbert" und "Der Runenberg", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425609
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  65  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint