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Die Auswahl der politischen Elite als Aufgaben- und Problembereich der Parteiendemokratie in Deutschland

Title: Die Auswahl der politischen Elite als Aufgaben- und Problembereich der Parteiendemokratie in Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Holger Klahn (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Im Folgenden soll vor allem der Frage nachgegangen werden, wie sich aus welchen Gründen die parteiinterne Auswahl der politischen Eliten vollzieht und welche Auswirkungen sich daraus im politischen System ergeben. Es zeigt sich aus zu erläuternden Gründen, dass die Rekrutierung formal und organisationsintern mit Erfolg praktiziert wird. Allerdings soll aufgezeigt werden, dass die aufgrund starker Parteimacht geschlossene und verstärkt professionalisierte Struktur der Elitenrekrutierung verbunden mit einer schmalen Rekrutierungsbasis in ihrem Prozess wenig partizipationsfreundlich und restriktiv ist und im Ergebnis zu einer zunehmenden Abkopplung der Staatsorgane bzw. der Parteien vom Volk führen kann. Zunächst erscheint es allerdings ratsam einen für diesen Zusammenhang wichtigen Überblick über die Entwicklung der Parteiendemokratie in Deutschland zu geben, um für ein besseres Verständnis der Hintergründe, vor denen sich die parteiinterne Rekrutierung der politischen Eliten vollzieht, zu sorgen. Da im Rahmen dieser Arbeit sicherlich kein allumfassender Überblick dieses vielschichtigen Themenkomplexes geleistet werden kann, findet eine Beschränkung auf die wichtigsten Entwicklungstendenzen und auf für den Untersuchungsgegenstand relevante Aspekte statt. Nach dieser Grundlegung soll der Bereich der Elitenrekrutierung als Aufgaben- und Problembereich der Parteiendemokratie näher untersucht werden. Zunächst findet eine Analyse der sozialen Struktur auch im Vergleich zum Querschnitt der Bevölkerung statt, wobei der 15. Deutsche Bundestag als höchstes Verfassungsorgan weitgehend den Untersuchungsgegenstand darstellt.

Anschließend findet der Prozess der Auswahl politischer Eliten als Einfluss nehmender Faktor für die soziale Zusammensetzung der Mandatsträger Berücksichtigung, indem die Auswahlkriterien und Bedingungen im Rekrutierungsprozess näher untersucht werden. In diesem Zusammenhang werden die politischen Karrierewege mit ihren Voraussetzungen aufgezeigt und die Professionalisierungstendenzen in diesem Bereich erörtert. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der Probleme, die eine derartige Praxis der Auswahl des politischen Führungspersonals mit sich bringt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Problemstellung und Aufbau der Arbeit

2. Parteiendemokratie in Deutschland

2.1. Parteiendemokratie – Parteienstaat

2.2. Die Entwicklung der Stellung der Parteien nach 1945

2.3. Parteienwandel

3. Auswahl der politischen Elite

3.1. Soziale Struktur der Parlamentarier

3.2. politische Karrierewege

3.3. Professionalisierung

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie und aus welchen Gründen die parteiinterne Rekrutierung politischer Eliten in Deutschland erfolgt und welche Auswirkungen dieser Prozess auf das politische System und die Repräsentativität der Abgeordneten hat.

  • Machtstellung und Rekrutierungsmonopol politischer Parteien
  • Wandel des Parteientyps: Von der Massenpartei zur professionalisierten Wählerpartei
  • Soziale Struktur und Profil der Parlamentarier im Bundestag
  • Typologien politischer Karrierewege und Professionalisierungstendenzen
  • Spannungsfeld zwischen Parteienmacht, Partizipation und gesellschaftlicher Repräsentation

Auszug aus dem Buch

3.3. Professionalisierung

Im Allgemeinen kann unter Professionalisierung ein Prozess der Verberuflichung von Tätigkeiten verstanden werden, der mit einer Tendenz zur Konsolidierung bereits bestehender oder Herausbildung neuer Berufe verbunden ist (vgl. Hillmann, S.693). In der Politik findet eine Professionalisierung im Übergang von einer ehrenamtlichen zur bezahlten politischen Tätigkeit statt. Dieser Prozess geht zumeist mit der Aufgabe des bisherigen Berufs einher.

Die langjährige vorparlamentarische Phase der politischen Karriere, in der die soziale Herkunft der Parlamentarier für die weitere Karriere nicht mehr ausschlaggebend ist (WZB, S.31), nimmt hierbei eine zentrale Stellung als politikspezifische Ausbildungsphase ein, da in ihr die (politischen) Einstellungen und Werte geprägt werden und die für die Politik wichtigen Verhaltensmuster und fachlichen Qualifikationen erworben werden. Die politische Ausbildung ist insoweit vergleichbar mit einer Berufsausbildung oder einem Studium jenseits der Politik, als dass sie im Prinzip die gleichen Funktionen übernimmt. Je länger dann eine politische Haupttätigkeit durchgeführt wird, desto unwahrscheinlicher wird eine Rückkehr in den ehemaligen Beruf (vgl. Weege, S.6).

Der Bedeutungszuwachs, den die politische Ausbildungsphase in Zeiten der professionalisierten Wählerpartei erfährt, wird durch den steigenden Anteil reiner politischer Karrieren dokumentiert. Der Karriereentwurf „Politiker“ wird in durchschnittlich immer früheren Lebensphasen angestrebt. Dementsprechend kommt es zu einer stetigen Abnahme der durchschnittlichen Berufserfahrung der Mandatsträger jenseits der Politik (v. Beyme 1999: S.255) sowie zu einem zunehmenden Anteil jüngerer Parlamentarier. Die Hälfte der jetzigen MdB ging bereits vor der Erlangung ihres Mandats schon einer bezahlten politischen Tätigkeit nach (vgl. Patzelt 2005).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die zentrale Rolle der Parteien in der Demokratie sowie Darstellung der Forschungsfrage zur parteiinternen Elitenrekrutierung.

2. Parteiendemokratie in Deutschland: Analyse der theoretischen Begriffe von Parteiendemokratie und Parteienstaat sowie deren historische Entwicklung und strukturelle Wandlungsprozesse.

3. Auswahl der politischen Elite: Empirische Untersuchung des Sozialprofils, der Karrierewege und der zunehmenden Professionalisierung von Mandatsträgern im Bundestag.

4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Defizite und Vorteile des parteiinternen Rekrutierungssystems sowie Ausblick auf die Notwendigkeit stärkerer gesellschaftlicher Vernetzung.

Schlüsselwörter

Parteien, Parteiendemokratie, Elitenrekrutierung, Bundestag, Professionalisierung, Parteienstaat, Karrierewege, Repräsentation, Politische Führung, Wahlkreisnominierung, Berufspolitiker, Partizipation, Mandatsträger, Sozialstruktur, Machtmonopol

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Machtstellung der Parteien bei der Auswahl des politischen Führungspersonals in Deutschland und untersucht die Auswirkungen dieser Rekrutierungspraxis auf das demokratische System.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen den Wandel der Parteien, die sozialen Hintergründe von Abgeordneten, die verschiedenen Karrierepfade in der Politik und den Prozess der zunehmenden Professionalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie und warum sich die parteiinterne Auswahl politischer Eliten vollzieht und welche Konsequenzen dies für die Verbindung zwischen Volk und Staatsorganen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse der Parteienentwicklung sowie eine Auswertung empirischer Daten zur Sozialstruktur und zu Karrierewegen der Abgeordneten des 15. Deutschen Bundestages.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die soziale Struktur (Alter, Geschlecht, Bildung, Beruf), die typischen Karriereverläufe und die Auswirkungen der Professionalisierung auf das politische Handeln.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Parteienstaat, Elitenrekrutierung, Professionalisierung, Karrieremuster, Repräsentationsdefizit und Rekrutierungsmonopol.

Welche Rolle spielen Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst bei der Rekrutierung?

Diese Berufsgruppen sind im Bundestag überproportional vertreten, da die Tätigkeit im öffentlichen Dienst optimale Voraussetzungen und Rückkehrgarantien für eine politische Karriere bietet.

Wie werden die "informellen Parteizirkel" bei der Auswahl bewertet?

Die Arbeit kritisiert diese Zirkel als wenig partizipationsfreundlich und uneinsichtig, da sie die Vorauswahl von Kandidaten weitgehend außerhalb öffentlicher Kontrolle treffen.

Warum wird die "reine politische Karriere" kritisch gesehen?

Obwohl sie politische Profis hervorbringt, führt sie laut Autor zu einer zunehmenden sozialen Abgehobenheit der Eliten und einer Filterung politischer Themen durch rein parteipolitische Erfahrungshintergründe.

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Details

Title
Die Auswahl der politischen Elite als Aufgaben- und Problembereich der Parteiendemokratie in Deutschland
College
University of Hamburg  (Universität Hamburg, Institut für politische Wissenschaft)
Course
Hauptseminar
Grade
2,0
Author
Holger Klahn (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V42566
ISBN (eBook)
9783638405706
ISBN (Book)
9783638843317
Language
German
Tags
Auswahl Elite Aufgaben- Problembereich Parteiendemokratie Deutschland Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Holger Klahn (Author), 2005, Die Auswahl der politischen Elite als Aufgaben- und Problembereich der Parteiendemokratie in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42566
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