Das therapeutische Klonen ist eine neuartige Technik, die das Potential besitzt, die Behandlungen von verschiedenen Krankheiten nachhaltig zu verändern. Doch trotz oder vielleicht gerade wegen der Möglichkeiten, die das therapeutische Klonen und die ihm verwandten Verfahren bieten, werfen sie auch eine Vielzahl von ethischen und rechtlichen Fragen sowie Zweifel hinsichtlich der technischen Umsetzbarkeit und des Mangels an Alternativen auf.
In dieser Arbeit werden die bioethischen Positionen anhand der SKIP-Argumente (Spezies-, Kontinuums-, Identitäts- und Potentialitätsargument) behandelt, um so weitere Überlegungen in Bezug auf die Ethik solcher Verfahren anstellen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das therapeutische Klonen
2.1 Zellkernübertragung, Reprogrammierung, Embryonensplitting
2.2 Quellen für die Stammzell-Gewinnung
2.2.1 Embryonen
2.2.2 Stammzellen aus Nabelschnurblut
2.2.3 Adulte Stammzellen
2.3 Die Gesetzeslage
3 Zum moralischen Status: Die SKIP-Argumente
3.1 Das Speziesargument
3.2 Das Kontinuumsargument
3.3 Das Identitätsargument
3.4 Das Potentialitätsargument
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit des therapeutischen Klonens und analysiert dabei kritisch die bioethischen Positionen zum moralischen Status menschlicher Embryonen anhand der sogenannten SKIP-Argumente.
- Grundlagen des therapeutischen Klonens und Verfahren der Stammzellgewinnung
- Rechtliche Rahmenbedingungen in ausgewählten europäischen Ländern
- Analyse und ethische Bewertung des Speziesarguments
- Analyse und ethische Bewertung des Kontinuumsarguments
- Analyse und ethische Bewertung des Identitätsarguments
- Analyse und ethische Bewertung des Potentialitätsarguments
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Speziesargument
(1) Jedes Mitglied der Spezies Mensch hat Würde aufgrund seiner natürlichen Artzugehörigkeit.
(2) Jeder menschliche Embryo ist von Anfang an Mitglied der Spezies Mensch.
Also: (3) Jeder Embryo hat Würde.
Der Kritikpunkt der (fehlenden) Menschenwürde nimmt einen Großteil der Argumentation gegen das therapeutische Klonen ein, denn »[d]ie Würde des Menschen ist […]«, laut Art. 1 des Grundgesetzes, »[…] unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt«.
Dem oben aufgeführten Zitat und dem Artikel im Grundgesetz zufolge sollte die Frage nach der Würde des Menschen hier an und für sich leicht zu beantworten sein. Da ein menschlicher Embryo von Beginn an zur Spezies Mensch gehört, fällt auch er unter Artikel 1 des Grundgesetzes und gilt als schutzwürdig. Wie sich im weiteren Verlauf herausstellen wird, sind der moralische Status des menschlichen Embryos und damit einhergehend auch seine Schutzwürdigkeit jedoch nicht so deutlich zu definieren, wie es das Speziesargument zunächst vermuten lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Klonen ein, definiert grundlegende Begriffe wie Klon und Stammzelle und grenzt das therapeutische vom reproduktiven Klonen ab.
2 Das therapeutische Klonen: Dieses Kapitel erläutert die Technik des therapeutischen Klonens, die Verfahren zur Stammzellgewinnung und gibt einen Überblick über die unterschiedliche Gesetzeslage in verschiedenen europäischen Ländern.
3 Zum moralischen Status: Die SKIP-Argumente: In diesem Hauptteil werden die vier zentralen bioethischen Argumente (Spezies-, Kontinuums-, Identitäts- und Potentialitätsargument) anhand von Fachbeiträgen detailliert untersucht und kritisch bewertet.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und schlägt eine vorläufige Antwort auf die ethische Forschungsfrage unter Berücksichtigung von Empfindungsfähigkeit und Entwicklungsstadium des Embryos vor.
Schlüsselwörter
Therapeutisches Klonen, Bioethik, Stammzellen, SKIP-Argumente, Embryonenschutz, Menschenwürde, Speziesargument, Kontinuumsargument, Identitätsargument, Potentialitätsargument, Gentechnik, Embryonenforschung, Moralfähigkeit, Lebensrecht, Deontologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen Bewertung des therapeutischen Klonens und dem moralischen Status, der menschlichen Embryonen in diesem Kontext beigemessen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition des Klonens, die verschiedenen Quellen für Stammzellen, rechtliche Regelungen in Europa sowie philosophische Begründungsmuster für den Embryonenschutz.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit möchte feststellen, ob das therapeutische Klonen aus ethischer Sicht gestattet werden sollte oder nicht, insbesondere im Hinblick auf den moralischen Status eines Embryos.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse und kritische Sichtung bioethischer Positionen, namentlich die sogenannten SKIP-Argumente, die in der bioethischen Literatur prominent vertreten sind.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Spezies-, Kontinuums-, Identitäts- und Potentialitätsarguments durch die Gegenüberstellung verschiedener Autorenpositionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe therapeutisches Klonen, Bioethik, Stammzellen, SKIP-Argumente und Menschenwürde charakterisieren.
Welche Rolle spielt die Empfindungsfähigkeit im Fazit der Autorin?
Die Autorin argumentiert, dass die Forschung an Embryonen unter der Bedingung vertretbar sein könnte, dass eine Empfindungsfähigkeit des Embryos endgültig ausgeschlossen ist.
Warum wird das Identitätsargument als kompliziert eingestuft?
Es gilt als das komplizierteste, da die philosophische Frage nach der personalen Identität des Menschen bis heute nicht endgültig geklärt werden konnte.
- Citation du texte
- Lisa Weiler (Auteur), 2017, Therapeutisches Klonen. Eine kritische Sichtung der bioethischen Positionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425828