Zu Beginn dieser Arbeit wird ein kurzer historischer Abriss über die Entwicklung der Wasserkraft gegeben. Anschließend erfolgt ein Überblick über Zahlen und Fakten der Wasserkraftnutzung Österreichs. Um dieses Thema integrativ zu beleuchten, wird zunächst sehr detailliert auf alle möglichen Auswirkungen eines Wasserkraftwerks eingegangen, durch die Analyse einer Fachliteratur. Danach werden noch zwei Gesetze erläutert, die für den Bau und die Nutzung einer Wasserkraftanlage von großer Bedeutung sind. Konkret behandelt wird die Wasserrahmenrichtlinie der EU (WRRL) und das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVP-Gesetz).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entwicklung der Wasserkraft
3 Auswirkungen eines Wasserkraftwerks
3.1 Auswirkungen auf ober- und unterirdische Gewässer
3.2 Auswirkungen auf den Hochwasserschutz
3.3 Auswirkungen auf Flora und Fauna
3.4 Auswirkungen auf obere Bodenschichten
3.5 Auswirkungen auf den Menschen
3.6 Auswirkungen auf die Ökonomie
4 Die EU-Wasserrahmenrichtlinie
5 Die Umweltverträglichkeitsprüfung
5.1 Ablauf der UVP
5.2 Änderungen der UVP
6 Analyse des Wasserkraftwerk Gössendorf
6.1 Allgemeine Daten
6.2 Auswirkungen des Wasserkraftwerks Gössendorf
7 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert integrativ die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen von Wasserkraftwerken während der Bau- und Betriebsphase. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie umweltverträglich Wasserkraftwerke tatsächlich sind und welche Konsequenzen sich durch deren Errichtung ergeben, wobei das Kraftwerk Gössendorf als spezifisches Fallbeispiel dient.
- Historische Entwicklung der Wasserkraftnutzung
- Ökologische Folgen für Gewässer, Fauna und Flora
- Rechtliche Rahmenbedingungen (EU-WRRL und UVP-Gesetz)
- Sozioökonomische Aspekte und Infrastrukturauswirkungen
- Analyse des Kraftwerks Gössendorf
Auszug aus dem Buch
3.1 Auswirkungen auf ober- und unterirdische Gewässer
Grundsätzlich stellen Giesecke und Heimerl (2014) fest, dass „der Durchfluss, der Feststofftransport sowie die Bildung und Bewegung des Eises mehr oder weniger beeinflusst werden“. Dies hat zur Folge, dass Veränderungen der Flussbettmorphologie oder der Gestalt des Flusstales auftreten können. Räumlich kann man die Veränderungen in die folgenden Teile gliedern:
• Stauraum
• Restwasserstrecke
• schallbeeinflusste Strecke
• Umland
Im Staubereich kommt es durch das Kraftwerk zu einer Reduzierung und Vergleichmäßigung der Fließströmung, d.h. die Fließgeschwindigkeit wird geringer und die Tieferosion wird verringert. Dadurch kommt es jedoch zu einer verstärkten Sedimentation und zur Grundwasseranhebung. Der Transport von Feststoffen wird deutlich gehemmt, und somit wird das mitgeführte Material an der Stauwurzel abgelagert. Die mitgeführten Schwebstoffe lagern sich hingegen an der Stauanlage ab (Giesecke und Heimerl, 2014). Außerdem kommt es durch den Aufstau des Wassers zu einer Erwärmung des oberflächennahen Wassers, was zur Folge hat, dass ein Algenwachstum verstärkt wird. Durch den Staudamm wird das Gewässerkontinuum unterbrochen, deshalb kommt es in diesem Bereich zu vermehrten Faulschlammbildung. Noch dazu stellt die Unterbrechung eine Wanderungsbarriere für Fische und andere Lebewesen dar. Sieht man sich den Bereich nach der Stauanlage näher an, so stellt man fest, dass es zu einer erhöhten Sohlenerosion durch den Geschieberückhalt kommt. Auch das Hochwasserregime wird durch eine Wehr- bzw. Stauanlage unterschiedlich beeinflusst. Es ist belegt, dass Laufwasserkraftwerke „keinen besonders wirksamen Hochwasserrückhalt bieten können“ (Giesecke und Heimerl, 2014) im Gegensatz zu Speicherkraftwerken.
Eine weitere Auswirkung auf das Gewässer, die speziell das Umland betrifft, ist die Veränderung des Grundwasserspiegels. Während des Betrieb eines Kraftwerks kann sich der Grundwasserzustand in der näheren Umgebung deutlich ändern. Durch die Stauanlagen kann es zu Senkungen, Steigerungen oder im schlimmsten Fall zu Verunreinigungen des Grundwassers kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Wasserkraft in der Energiewende und Einführung in das Ziel der integrativen Folgenabschätzung.
2 Entwicklung der Wasserkraft: Historischer Überblick über die Nutzung der Wasserkraft von der Antike bis zur modernen Stromerzeugung in Österreich.
3 Auswirkungen eines Wasserkraftwerks: Detaillierte Betrachtung der vielfältigen ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen von Bau und Betrieb.
4 Die EU-Wasserrahmenrichtlinie: Erläuterung der EU-Vorgaben zur Erreichung eines guten ökologischen Zustands von Gewässern.
5 Die Umweltverträglichkeitsprüfung: Darstellung der rechtlichen Anforderungen und des Ablaufs einer UVP zur Vermeidung von Umweltschäden.
6 Analyse des Wasserkraftwerk Gössendorf: Konkrete Untersuchung des Kraftwerksstandortes Gössendorf an der Mur und dessen spezifische Auswirkungen.
7 Resümee: Synthese der Ergebnisse zur Umweltverträglichkeit und zur ökologischen Problematik bei der Erreichung der gesetzlichen Ziele.
Schlüsselwörter
Wasserkraft, Energiewende, Umweltverträglichkeitsprüfung, EU-Wasserrahmenrichtlinie, Kraftwerk Gössendorf, Flussbettmorphologie, Sedimentation, Fischfauna, Fischaufstiegshilfe, ökologisches Potential, Flusskraftwerk, nachhaltige Energie, Mur, Grundwasser, Lebensraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht integrativ die Auswirkungen von Wasserkraftwerken, insbesondere auf die Umwelt und das soziale Umfeld, während der Bau- und Betriebsphasen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die ökologischen Auswirkungen auf Gewässer und Artenvielfalt, ökonomische Faktoren, rechtliche Rahmenbedingungen wie die EU-WRRL und UVP sowie lokale Auswirkungen am Beispiel des Kraftwerks Gössendorf.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Umweltverträglichkeit von Wasserkraftwerken zu bewerten und ein Verständnis für die positiven sowie negativen Folgen für Infrastruktur und Ökologie zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung technischer Daten, der Analyse von Studien sowie persönlichen Interviews und Stellungnahmen von Experten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Auswirkungen (Gewässer, Hochwasserschutz, Flora/Fauna, Mensch, Ökonomie), eine Analyse der rechtlichen Vorgaben (WRRL, UVP) und eine fallbezogene Untersuchung des Wasserkraftwerks Gössendorf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wasserkraft, Umweltverträglichkeitsprüfung, EU-Wasserrahmenrichtlinie, ökologisches Potential, Flusskraftwerk und Sedimentation.
Wie wirkt sich das Kraftwerk Gössendorf konkret auf die Fischfauna aus?
Durch die Stauhaltung entstehen Wanderungsbarrieren und Veränderungen der Sohlstruktur. Trotz errichteter Fischaufstiegshilfen zeigt der ökologische Zustand nach dem Fisch Index Austria (FIA) ein mangelhaftes Ergebnis im Bereich des Kraftwerks.
Welche Rolle spielt die EU-Wasserrahmenrichtlinie für den Kraftwerksbau?
Die WRRL setzt den Rahmen für einen guten ökologischen und chemischen Zustand der Gewässer. Kraftwerke müssen diese Ziele berücksichtigen, was oft hohe Investitionen in Ausgleichsmaßnahmen erfordert.
Welche Rolle spielen Fischaufstiegshilfen am Kraftwerk Gössendorf?
Sie sollen die Durchgängigkeit des Flusses Mur wiederherstellen, damit Leitfischarten wie der Huchen ihre Laichgründe erreichen und die Art erhalten werden kann.
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- Nathalie Größ (Autor), 2017, Auswirkungen von Wasserkraftwerken durch Bau und Betrieb. Eine integrative Analyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426237