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Ist eine Definition von "Kunst" möglich?

Title: Ist eine Definition von "Kunst" möglich?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages

Autor:in: Katrin Raschke (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Innerhalb dieser Arbeit werde ich mich mit der Frage beschäftigen, ob es überhaupt möglich ist eine Realdefinition im Sinne der Angabe einer Menge notwendiger und hinreichender Eigenschaften für „Kunst“ zu geben.

Zu Beginn werde ich zunächst eine historische und inhaltliche Einführung in die durch diese Frage ausgelöste Debatte in der Ästhetik oder – und jene Bezeichnung erscheint mir heutzutage angemessener – Kunstphilosophie geben. Hierbei werde ich besonderen Wert darauf legen, den Entstehungskontext für das Aufkommen dieser Fragestellung aufzuzeigen. Anschließend werde ich das m. E. zentrale Argument gegen die Möglichkeit einer Definition von „Kunst“ herausgreifen, das von Kritikern in mehr oder weniger derselben Form vorgebracht wurde. Bei diesem Argument handelt es sich um das so genannte „open concept argument“, das besagt, dass es sich bei dem Begriff der „Kunst“ um einen „offenen Begriff“ handelt, der es rein logisch unmöglich macht, notwendige und hinreichende Bedingungen anzugeben. Da sich Vertreter dieses Arguments zumeist auf Ludwig Wittgensteins Begriff der Familienähnlichkeiten stützen, werde ich diesen im darauf folgenden Abschnitt etwas näher untersuchen. Im letzten Teil meiner Hausarbeit werde ich sowohl das zuvor rekonstruierte „open concept argument“ als auch die Untermauerung durch Wittgensteins Familienähnlichkeitsbegriff kritisieren. Am Ende hoffe ich zumindest ansatzweise gezeigt zu haben, dass das „open concept argument“ fehlschlägt.

Als Textgrundlage werde ich vor allem Morris Weitz’ 1956 erschienenen Schlüsseltext „The Role of Theory in Aesthetics“ und William E. Kennicks Aufsatz „Does Traditional Aesthetics Rest on a Mistake?” verwenden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische und inhaltliche Einführung in die Debatte

3. Das „open concept argument“

4. Ludwig Wittgensteins Begriff der Familienähnlichkeiten

5. Kritik

5.1 Zum „open concept argument“

5.2 Zum Begriff der Familienähnlichkeiten

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Kernfrage, ob eine Realdefinition von „Kunst“ im Sinne notwendiger und hinreichender Eigenschaften überhaupt möglich ist, indem sie die Argumente von Morris Weitz gegen eine solche Definierbarkeit kritisch hinterfragt.

  • Analyse des „open concept argument“ nach Morris Weitz.
  • Untersuchung von Ludwig Wittgensteins Konzept der Familienähnlichkeiten.
  • Diskussion der Grenzen von Sprachanalyse in der Kunstphilosophie.
  • Gegenüberstellung mit George Dickies institutioneller Theorie der Kunst.

Auszug aus dem Buch

3. Das „open concept argument“

Im Folgenden werde ich versuchen, das „open concept argument“, so wie es in Morris Weitz’ Aufsatz vorkommt, zu rekonstruieren. Auch wenn ich mich hierbei an dem Argument von Weitz orientiere, nach dessen Terminus „offener Begriff“ (engl. „open concept“) es auch benannt wurde, soll dieser Philosoph lediglich als Repräsentant einer typischen Position gelten und das von ihm vorgebrachte Argument als eine exemplarische Variante möglicher Argumentationsstrategien betrachtet werden.

In seinem Text „Die Rolle der Theorie in der Ästhetik“ vertritt Weitz die These, „dass die ästhetische Theorie als solche […] auf dem grundsätzlichen Irrtum [beruht], dass eine korrekte Theorie überhaupt möglich sei, weil sie die Logik des Kunstbegriffs völlig missversteht.“ Seiner Meinung nach ist sowohl eine Definition von „Kunst“ als auch eine ästhetische Theorie im Sinne der TÄ logisch unmöglich. Bevor wir uns jedoch mit dem Argument für diese These, dem so genannten „open concept argument“, beschäftigen, möchte ich zunächst erläutern, was unter der „Logik eines Begriffs“ zu verstehen ist.

Neben der hier außer Acht gelassenen umgangssprachlichen Verwendung von „Logik“ verstehen wir unter „Logik“ (von griechisch logos: Wort, Sinn und Vernunft) normalerweise die Lehre von den Prinzipien des richtigen, d. h. deduktiv gültigen Denkens und Beweisführens. Die Logik beschäftigt sich demnach mit der Form oder den Gesetzmäßigkeiten von Argumenten, d. h. Aussagesätzen, die in einer ganz bestimmten Beziehung, nämlich der von Prämisse und Konklusion, zueinander stehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Fragestellung bezüglich der Realdefinition von Kunst und der methodischen Herangehensweise der Arbeit.

2. Historische und inhaltliche Einführung in die Debatte: Erläuterung des Kontextes der „traditionellen Ästhetik“ und ihrer essentialistischen Grundüberzeugung.

3. Das „open concept argument“: Rekonstruktion des Arguments von Weitz, dass Kunst aufgrund ihrer expansiven Natur logisch nicht definierbar sei.

4. Ludwig Wittgensteins Begriff der Familienähnlichkeiten: Analyse der sprachphilosophischen Grundlagen Wittgensteins und ihrer Anwendung auf Begriffsdefinitionen.

5. Kritik: Auseinandersetzung mit der Haltbarkeit der Prämissen von Weitz und Untersuchung alternativer Theorien.

5.1 Zum „open concept argument“: Widerlegung der ersten Prämisse von Weitz durch das Beispiel der institutionellen Kunsttheorie.

5.2 Zum Begriff der Familienähnlichkeiten: Hinterfragung der Eignung des Ähnlichkeitsbegriffs als notwendiges Kriterium für die Identifizierung von Kunst.

6. Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung, dass eine Definierbarkeit von Kunst grundsätzlich möglich bleibt.

Schlüsselwörter

Kunst, Definition, Realdefinition, Kunstphilosophie, Morris Weitz, Ludwig Wittgenstein, Familienähnlichkeiten, offener Begriff, Ästhetik, Analytische Philosophie, Institutionelle Theorie, George Dickie, Sprachanalyse, essentialistisch, Kunstwerk.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung, ob „Kunst“ anhand von notwendigen und hinreichenden Eigenschaften eindeutig definiert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Kunstphilosophie, die Sprachanalyse der 1950er Jahre sowie die Debatte um Essentialismus versus Nicht-Definierbarkeit von Begriffen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die These von Morris Weitz, dass Kunst ein „offener Begriff“ und damit nicht definierbar sei, kritisch zu prüfen und die Haltbarkeit dieses Arguments zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der analytischen Philosophie, insbesondere durch die kritische Rekonstruktion von Argumenten und die Untersuchung der logischen Struktur von Begriffsverwendungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Einordnung der Debatte, die Analyse des „open concept argument“, die Rolle Wittgensteins sowie die kritische Auseinandersetzung durch Gegenbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Kunstbegriff, Familienähnlichkeiten, offener Begriff, Realdefinition und institutionelle Theorie.

Warum hält Weitz Kunst für einen „offenen Begriff“?

Weitz argumentiert, dass Kunst sich durch einen so expansiven Charakter und ständigen Wandel auszeichnet, dass neue Kunstformen die Anwendungsbedingungen des Begriffs ständig verändern und eine fixe Definition logisch unmöglich machen.

Welches Gegenbeispiel führt die Autorin gegen Weitz an?

Die Autorin führt die institutionelle Theorie von George Dickie an, welche Kunst nicht über wahrnehmbare Eigenschaften, sondern über die relationale Einbettung in soziale Institutionen definiert.

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Details

Title
Ist eine Definition von "Kunst" möglich?
College
Bielefeld University  (Philosophische Abteilung)
Course
Das Objekt der Kunst
Author
Katrin Raschke (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V42625
ISBN (eBook)
9783638406215
ISBN (Book)
9783638656733
Language
German
Tags
Definition Kunst Objekt Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Raschke (Author), 2005, Ist eine Definition von "Kunst" möglich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42625
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