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Internetpornografie und Jugendschutz

Wie findet Jugendschutz für pornografische Inhalte im Web 2.0 statt?

Title: Internetpornografie und Jugendschutz

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Benjamin Müller (Author)

Communications - Multimedia, Internet, New Technologies
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Das Internet gilt heute unter Jugendlichen als das einschlägige Medium für den Pornografiekonsum. Der Grund hierfür ist das sogenannte dreifache A-Antriebssystem (Triple A engine) „access, affordability, anonymity“ (zugänglich, kostengünstig, anonym). Sehr problematisch, innerhalb dieser Entwicklung, scheinen pornografische Websites von ausländischen Anbietern zu sein. Die für pornografische Internetseiten deutscher Herkunft geltenden Altersverifikationssysteme greifen hier nicht, da sie nicht deutschem Recht unterliegen. So gelangen Kinder und Jugendliche durch einen simplen Mausklick, durch welchen sie ihre Volljährigkeit bestätigen müssen, zum Beispiel auf die Homepage des Porno- Videoportals youporn.com. YouPorn rangiert nach einer Erhebung des Alexa Web Information System auf Platz 48 der 500 meistbesuchten Websites weltweit. In Deutschland schafft es YouPorn sogar auf Platz 23.

Auch Suchmaschinen ermöglichen direkten Zugang zu Internetseiten mit pornografischen Inhalten. Bei einer Überprüfung der großen Suchmaschinen Google, Yahoo oder Microsoft LiveSearch durch jugendschutz.net kam heraus, dass ein Fünftel der Fundstellen der gesuchten Begriffe unzulässig war, wobei es sich in den meisten Fällen um pornografische Inhalte handelte. Insbesondere die Bilder- und Videosuche wurde von jugendschutz.net als kritisch eingestuft, da jedes dritte gefundene Bild, eindeutig unzulässige, pornografische Inhalte aufwies.

Ein noch sehr neues Problemfeld, welches im Zuge des Web 2.0 immer mehr an Bedeutung gewinnt und speziell in Social Networks immer stärker auftaucht, ist das sogenannte Sexting, bei dem sexuelle Inhalte (Text, Bild, Video) von Jugendlichen verschickt werden. Es gibt also eine Vielzahl von pornografischen Inhalten im Internet, deren Gefahren ich in meiner Arbeit aufgreifen und näher beleuchten möchte. Im Fokus sollen dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen für Jugendschutz und Internetpornografie in Deutschland stehen, wobei ich speziell auf verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen und den Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) eingehen möchte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Internetpornografie?

2.1 Pornografie

2.2 Internet/ Web 2.0

2.3 Nutzung von Internetpornografie durch Jugendliche

2.4 Wirkung von Pornografie auf Jugendliche

3. Jugendschutz im Web 2.0

3.1 Verfassungsrechtliche Grundlagen

3.2 Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV)

4. Handlungsmöglichkeiten und Lösungsansätze

4.1 Handlungsmöglichkeiten des JMStV

4.1.1 Sperrung und Löschung

4.1.2 Altersverifikationssysteme

4.1.3 Jugendschutzprogramme und geschlossene Benutzergruppen

4.2 Pädagogischer Ansatz

4.3 Internationale Lösungen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie Jugendschutz vor pornografischen Inhalten im Web 2.0 realisiert werden kann, unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit bestehende Konzepte der Inhaltskontrolle und Selbstregulierung auf die dynamischen Strukturen moderner Online-Plattformen und nutzergenerierter Inhalte anwendbar sind.

  • Analyse der Nutzung und Wirkung von Internetpornografie auf Jugendliche
  • Untersuchung verfassungsrechtlicher Grundlagen für den Jugendschutz
  • Evaluation der Effektivität des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV)
  • Bewertung technischer Schutzmaßnahmen wie Sperrung, Löschung und Altersverifikation
  • Diskussion pädagogischer Ansätze und internationaler Kooperationsmodelle

Auszug aus dem Buch

2.1 Pornografie

Nähern wir uns dem Begriff der Pornografie von juristischer Seite, so ist auffällig, dass der Gesetzgeber in § 184 zur Verbreitung pornografischer Schriften zwar die Verbreitung dieser regelt, allerdings nicht definiert was pornografische Schriften sind. In der deutschen Rechtsprechung wird diesbezüglich regelmäßig auf die Definition des OLG Düsseldorf zurückgegriffen, das pornografische Schriften wie folgt beschreibt:

„[…] grobe Darstellung des Sexuellen, die in einer den Sexualtrieb aufstachelnden Weise den Menschen zum bloßen, auswechselbaren Objekt geschlechtlicher Begierde degradieren. Diese Darstellungen bleiben ohne Sinnzusammenhang mit anderen Lebensäußerungen und nehmen spurenhafte gedankliche Inhalte lediglich zum Vorwand für provozierende Sexualität“ (OLG Düsseldorf, Urteil vom 28. März 1974).

Demnach kann ein Gericht im Einzelfall entscheiden, ob es sich um Pornografie handelt oder nicht. Wichtig ist dabei, ob explizite Darstellungen der Sexualität in eine komplexe Handlung einbezogen sind, die Darsteller in menschenwürdiger Art und Weise gezeigt werden und ob das Werk eine ästhetische Qualität besitzt, die der Fantasie des Betrachters Raum zur Entfaltung lässt (vgl. Faulstich 1994, 7). Zusätzlich unterscheidet die deutsche Gesetzgebung zwischen harter und weicher Pornografie. Unter harter Pornografie, welche verboten ist, wird Sexualität mit Tieren, - Kindern oder – in Zusammenhang mit Gewalt verstanden. Wichtig ist, dass sie nichts mit der amerikanischen Hardcore Pornografie zu tun hat, welche mit der in Deutschland legalen Form von Pornografie, der weichen Pornografie gleichzusetzen ist und lediglich die explizite Darstellung der Geschlechtsorgane bezeichnet. Die weiche Pornografie wiederum, darf nicht mit der amerikanischen Softcore Pornografie verwechselt werden, bei der es sich um entschärfte Pornografie handelt, wie sie z. B. im Spätprogramm von Fernsehsendern zu sehen ist, da hier keine Nahaufnahmen der Geschlechtsorgane gezeigt werden. (vgl. Pastötter 2003, 10 ff.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Internetpornografie für Jugendliche im Web 2.0 und definiert die Fragestellung der Arbeit.

2. Was ist Internetpornografie?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Pornografie juristisch, erläutert die Strukturen des Web 2.0 und untersucht das Nutzungsverhalten sowie die Auswirkungen auf Jugendliche.

3. Jugendschutz im Web 2.0: Hier werden die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag als zentrales Regelwerk analysiert.

4. Handlungsmöglichkeiten und Lösungsansätze: Es werden konkrete staatliche und technische Maßnahmen wie Sperrungen, Altersverifikationssysteme und Jugendschutzprogramme sowie pädagogische und internationale Lösungsansätze diskutiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der aktuellen Jugendschutzmaßnahmen im Kontext des Web 2.0.

Schlüsselwörter

Internetpornografie, Jugendschutz, Web 2.0, Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, JMStV, Altersverifikation, Sperrung, Pädagogik, Medienkompetenz, Sexting, Selbstregulierung, Jugendschutzprogramme, Online-Risiken, Sexualität, Internetrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen des Jugendschutzes im Internet in Bezug auf pornografische Inhalte unter Berücksichtigung der Dynamiken des Web 2.0.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die juristische Definition von Pornografie, die Auswirkungen auf Jugendliche, die rechtlichen Grundlagen des Jugendschutzes in Deutschland und verschiedene technische sowie pädagogische Schutzansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht die Fragestellung, wie Jugendschutz für pornografische Inhalte im Web 2.0 stattfindet und welche rechtlichen und praktischen Lösungsansätze existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes, juristischen Grundlagen und einer Kontextualisierung existierender Studien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition von Internetpornografie, rechtliche Grundlagen (JMStV), konkrete Handlungsmöglichkeiten wie Sperrung und Altersverifikation sowie internationale Ansätze und pädagogische Strategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Internetpornografie, Jugendschutz, JMStV, Medienkompetenz und Web 2.0 charakterisiert.

Warum stellt das Web 2.0 eine besondere Herausforderung für den Jugendschutz dar?

Durch User-Generated-Content und die Aufhebung der Trennung von Produzent und Konsument ist eine Inhaltskontrolle erschwert, da Inhalte anonym verbreitet werden und klassische Filtermechanismen oft an Grenzen stoßen.

Welche Rolle spielt die Elternschaft im pädagogischen Ansatz?

Das Elternhaus ist essenziell für die kommunikative Begleitung von Jugendlichen, um einen reflektierten Umgang mit Pornografie zu fördern, wobei Experten auf die Notwendigkeit einer offenen und diskursiven Kommunikation hinweisen.

Warum ist das "Sexting" ein bedeutendes Problemfeld?

Sexting stellt ein neues, relevantes Online-Risiko dar, da hier intime Inhalte von Jugendlichen selbst verschickt werden, wobei oft eine Diskrepanz zwischen Wissen über die Gefahr und dem tatsächlichen Handeln besteht.

Wie effektiv sind aktuell Altersverifikationssysteme (AVS)?

AVS sind zwar wirksam für geschlossene Benutzergruppen, jedoch sind sie bei den vielfältigen Plattformen des Web 2.0, wie Social Networks oder Blogs, oft nur bedingt anwendbar oder technisch schwer umsetzbar.

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Details

Title
Internetpornografie und Jugendschutz
Subtitle
Wie findet Jugendschutz für pornografische Inhalte im Web 2.0 statt?
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Medien und Zensur
Grade
1,3
Author
Benjamin Müller (Author)
Publication Year
2012
Pages
28
Catalog Number
V426279
ISBN (eBook)
9783668708921
ISBN (Book)
9783668708938
Language
German
Tags
Medien Jugendschutz Pornografie Web 2.0
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Müller (Author), 2012, Internetpornografie und Jugendschutz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426279
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