In Folge der Digitalisierung stellt die Implementierung der digitalen Technologien in das Geschäftsmodell der Retailbanken gerade aufgrund des standardisierten Geschäfts einen bedeutenden Wettbewerbsfaktor dar. Durch geänderte Rahmenbedingungen des Marktes für Finanzdienstleistungen stehen diese vor zusätzlichen Herausforderungen. Daher ist die Implementierung der digitalen Technologien in die Finanzdienstleistungen einer Retailbank von großer Bedeutung. Aus diesem Grund ist bei der digitalen Transformation eine Standortbestimmung der Fortschrittlichkeit der Retailbanken essentiell. Ein Forschungsüberblick zeigt, dass zurzeit noch kein solches Modell existiert. In der vorliegenden Arbeit wird daher ein digitales Reifegradmodell für Retailbanken auf Basis einer umfangreichen Literaturrecherche entwickelt. Als Ergebnis werden 36 Kriterien vorgestellt, mit denen die Bestimmung eines digitalen Reifegrades für Retailbanken möglich ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aktuelle Herausforderungen deutscher Retailbanken
2.1 Veränderung der externen Rahmenbedingungen
2.1.1 Wandel durch branchenübergreifende Megatrends
2.1.2 Modifikation der branchenspezifischen Umweltfaktoren
2.2 Herausfordernde interne Modalitäten
2.3 Zwischenfazit
3 Ausgewählte Modelle zur Bestimmung des Reifegrades
3.1 Relevanz der Ermittlung eines Reifegrades
3.1.1 Funktion von Reifegradmodellen
3.1.2 Struktur von Reifegradmodellen
3.2 Überblick der bestehenden Reifegradmodelle
3.2.1 Capability Maturity Model Integration als Prozessbewertung
3.2.2 Digital Maturity Model als digitales Reifegradmodell
4 Erarbeitung eines digitalen Reifegradmodells für Retailbanken
4.1 Methodische Vorgehensweise der Modellentwicklung
4.2 Aktueller Forschungsstand
4.3 Vorstellung des Modells
4.3.1 Ebenen des Modells
4.3.2 Dimensionen und Ableitung von Einzelkriterien des Modells
4.4 Bestimmung des digitalen Reifegrades
4.5 Reifegradstufen des Modells
5 Limitationen und Ausblick
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, ein spezifisches digitales Reifegradmodell für Retailbanken zu entwickeln, das eine fundierte Standortbestimmung sowie einen Wettbewerbsvergleich der digitalen Transformation ermöglicht.
- Analyse der aktuellen Herausforderungen für deutsche Retailbanken durch Digitalisierung und veränderte Kundenbedürfnisse.
- Untersuchung bestehender Reifegradmodelle und deren Eignung für den Bankensektor.
- Entwicklung eines neuen, auf Retailbanken zugeschnittenen Reifegradmodells (DMMRB) basierend auf dem Digital Maturity Model (DMM).
- Identifikation und Ableitung von 36 spezifischen Einzelkriterien, unterteilt in drei Ebenen und zehn Dimensionen.
- Diskussion von Limitationen sowie Ausblick auf die praktische Anwendbarkeit und Weiterentwicklung des Modells.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Wandel durch branchenübergreifende Megatrends
Eine aktuelle Marktveränderung im Bereich der Finanzdienstleistungen ist unverkennbar. Walter (2016) spricht von einem Veränderungsdruck, wie er nie zuvor auf die Banken eingewirkt hat. Die Wertschöpfungskette der Bankinstitute wird durch verschiedenste Faktoren angegriffen und beeinflusst (Koch et al. 2016). Branchenübergreifende Megatrends sind dabei die Digitalisierung und die Veränderung der Kundenbedürfnisse.
Der Megatrend der Digitalisierung disruptiert fast alle Branchen (Bastid et al. 2016). So wird die Digitalisierung auch als der „größte [...] Umbruch seit der Industriellen Revolution“ (Schmidt 2014, S. 75) bezeichnet. Dies macht sich durch eine immer stärker werdende Vernetzung aller Marktakteure bemerkbar. Informationen sind jederzeit verfügbar (Henk und Holthaus 2015). Eine sich ständig weiterentwickelnde Technologie ist die Triebfeder des digitalen Strukturwandels (Durst und Durst 2016; Dierolf 2016). Technische Grenzen schwinden durch immer höhere Rechenleistung so schnell, dass diese kein Hindernis mehr darstellen (Dombret 2015). Das Internet durchdringt immer stärker alle Lebensbereiche. Die neuen Technologien ermöglichen es, Transaktionen schneller und effizienter abzuwickeln (Heinemann et al. 2015; Seitz 2017). Leeder (2014) beobachtet zudem einen Anstieg der Umsätze über die digitalen Vertriebskanäle.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den durch Digitalisierung induzierten Wandel und die Notwendigkeit für Retailbanken, sich digital weiterzuentwickeln, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
2 Aktuelle Herausforderungen deutscher Retailbanken: Dieses Kapitel analysiert externe Megatrends sowie interne strukturelle Schwierigkeiten, die den Handlungsdruck auf Retailbanken in einem dynamischen Marktumfeld erhöhen.
3 Ausgewählte Modelle zur Bestimmung des Reifegrades: Hier werden theoretische Grundlagen zu Reifegradmodellen erläutert und bestehende Ansätze wie CMMI und DMM auf ihre Eignung für Banken untersucht.
4 Erarbeitung eines digitalen Reifegradmodells für Retailbanken: Dieses zentrale Kapitel beschreibt die methodische Entwicklung des neuen DMMRB, inklusive der Ebenen, Dimensionen und der 36 spezifischen Kriterien.
5 Limitationen und Ausblick: Es erfolgt eine kritische Reflexion des Modells hinsichtlich methodischer Grenzen sowie ein Ausblick auf den Bedarf an weiterer empirischer Validierung.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Standortbestimmung mittels des entwickelten Modells zusammen und betont den Wettbewerbsvorteil, der aus einer fundierten digitalen Transformation resultiert.
Schlüsselwörter
Digitale Transformation, Retailbanking, Reifegradmodell, Digital Maturity Model, Finanzdienstleistungen, Kundenerlebnis, Omnichannel, Prozessoptimierung, Banksteuerung, Geschäftsmodell, Wettbewerbsfähigkeit, Informationstechnologie, Innovationsmanagement, Automatisierung, Standortbestimmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines strukturierten Reifegradmodells, das es Retailbanken ermöglicht, den aktuellen Fortschritt ihrer digitalen Transformation objektiv zu messen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Geschäftsmodell von Retailbanken, die Identifikation von Wettbewerbsfaktoren durch neue Technologien und die systematische Standortbestimmung mittels quantitativer und qualitativer Kriterien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines maßgeschneiderten Modells (DMMRB), welches Retailbanken als Entscheidungshilfe dient, um Stärken und Schwächen im digitalen Reifegrad zu identifizieren und einen Entwicklungspfad abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche zur Modellentwicklung, die existierende Konzepte (insbesondere das DMM) analysiert, auf die Bedürfnisse von Retailbanken adaptiert und durch neue, branchenspezifische Dimensionen erweitert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Marktherausforderungen, die theoretische Einordnung von Reifegradmodellen und die detaillierte Konstruktion des DMMRB inklusive der Festlegung von Ebenen und 36 Einzelkriterien.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie digitale Transformation, Reifegradstufen, Retailbanking, Prozessautomatisierung und Omnichannel-Strategie charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das DMMRB vom ursprünglichen DMM?
Das DMMRB erweitert den Fokus des ursprünglichen DMM durch spezifische Ebenen für Banken (Retail Bank, Customer, Channel) und passt die Dimensionen an die besonderen regulatorischen und prozessualen Anforderungen einer Retailbank an.
Welche Rolle spielt die Customer Journey in dem entwickelten Modell?
Die Customer Journey bildet die Grundlage für die Dimensionen im Bereich Customer und Channel, wobei die nahtlose Interaktion des Kunden über alle Kanäle hinweg als kritischer Erfolgsfaktor für den digitalen Reifegrad bewertet wird.
Warum ist eine Reifegradmessung für Banken derzeit essenziell?
Angesichts veralteter Banksysteme, zunehmender Konkurrenz durch Fintechs und des hohen Regulierungsdrucks ist eine datengestützte Standortbestimmung notwendig, um strategische Investitionen effizient zu steuern und einen Bedeutungsverlust abzuwenden.
- Citation du texte
- Moritz Meyer (Auteur), 2017, Bestimmung eines digitalen Reifegrades für Retailbanken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426428