Unterricht ist eine wandelbare Masse. Dementsprechend hat das Verständnis von Unterricht in den letzten Jahrhunderten einen Wandel durchlebt, der auch den Begriff der Bildung geprägt hat. Vom ehemals strikten Frontalunterricht bis hin zu weit geöffnetem Unterricht, haben sich die Ansichten über Unterrichtsformen und –werte verändert. Die Entwicklung geht immer weiter in Richtung offener Unterrichtsformen, die sich mittlerweile schon mehr oder weniger stark im Bildungsalltag etabliert haben. Der Fokus von Unterricht liegt nicht mehr ausschließlich auf dem Erwerb von Wissen und Können, sondern schließt auch das Erlangen von sozialen, moralischen und kommunikativen Kompetenzen mit ein. Bildung bedeutet nicht mehr nur bloßes Faktenwissen, sondern zeichnet ein Gesamtbild vom Menschen als selbstständiges, entdeckendes Wesen.
Das Fach Ethik setzt sich in besonderem Maße mit dem Wesen des Menschen auseinander und bietet eine Plattform für Diskussionen über moralische und ethische Sachverhalte. Bereits in der Grundschule ist die Individualität des Menschen Gegenstand des Unterrichts. Die Emotionswelt des Menschen, sowie unterschiedliche Kulturen, Traditionen, Religionen und Bräuche und die Interaktion mit seiner Umwelt stehen im Mittelpunkt von ethnischen Fragestellungen. Eine Übersicht über die Themen des Ethikunterrichts bietet der Teilrahmenplan Ethik, der eine Orientierung über die zu vermittelnden Kompetenzen liefert.
Aufgrund der stetigen Entwicklung in Richtung geöffneter Unterrichtsformen, wird sich die nachfolgende Arbeit mit der Frage befassen, inwieweit sich der Teilrahmenplan Ethik für die Grundschule handlungs- und projektorientiert umsetzen lässt.
Inhaltsverzeichnis
1. Handlungs- und projektorientierter Unterricht - Eine neue Unterrichtskultur
1.1 Was bedeutet Handlungsorientierung?
1.2 Sinn von handlungs- und projektorientiertem Unterricht
1.3 Grenzen von handlungs- und projektorientiertem Unterricht
2. Der Teilrahmenplan Ethik für die Grundschule
2.1 Schlüsselkompetenzen und -qualifikationen
2.2 Die Bezugsfelder des Ethikunterrichts
3. Handlungs- und projektorientierter Ethikunterricht
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit sich die Vorgaben des Teilrahmenplans Ethik für die Grundschule durch handlungs- und projektorientierte Unterrichtsformen realisieren lassen. Dabei steht die Analyse der didaktischen Möglichkeiten und Grenzen dieser Unterrichtskultur im Mittelpunkt.
- Definition und theoretische Grundlagen von Handlungsorientierung
- Analyse der Kompetenzbereiche im Teilrahmenplan Ethik
- Strukturierung des Unterrichts anhand der fünf Bezugsfelder
- Methodische Ansätze für einen handlungsorientierten Ethikunterricht
- Kritische Reflexion über organisatorische und pädagogische Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
1.1 Was bedeutet Handlungsorientierung?
Um über handlungs- und projektorientierten Unterricht sprechen zu können, muss zunächst geklärt werden, was unter einer „Handlung“ verstanden wird. Hobmair liefert dazu folgende Definition: „Handeln bezeichnet jede menschliche Aktivität, mit welcher bewusst und überlegt eine bestimmte Absicht verfolgt wird.“ Eine Handlung ist also zielgerichtet, da die handelnde Person einen Zustand erreichen, aufrecht erhalten oder vermeiden möchte. Dietrich fügt hinzu, dass eine Handlung immer eine Auseinandersetzung mit seiner Umwelt und seinem Selbst erfordert. Dabei spielen sowohl psychische als auch physische Aspekte eine Rolle. Als weiteren Aspekt nennt Dietrich, dass eine Handlung eine festgelegte Struktur hat, da sich der Handelnde organisieren muss, um sein Ziel zu erreichen. Jede Handlung hat außerdem ein Ergebnis, das entweder befriedigend oder unbefriedigend für den Handelnden ausfallen kann. Zudem wirkt der Mensch durch seine Taten auf seine Umwelt ein und erfährt umgekehrt durch die Erfahrungen, die er dadurch macht, eine Weiterentwicklung in seinem Denken. Es besteht also eine Wechselbeziehung zwischen der ausgeführten Handlung und dem Einfluss auf das Selbst.
Auf diesen Zusammenhang zwischen Denken und Handeln nimmt auch das Modell der vollständigen Handlung Bezug. Dieses geht auf die Handlungsregulationstheorie nach Winfried Hacker und Walter Volpert zurück und ist ein Unterrichtskonzept, das Unterricht handlungsorientiert und praxisnah gestalten soll, sodass die SuS ihre erworbenen Fähigkeiten besser auf den späteren Berufsalltag übertragen können. Ziel dieser Methode ist, dass die SuS sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Fertigkeiten entwickeln und realitätsnah Lernen und Erleben können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Handlungs- und projektorientierter Unterricht - Eine neue Unterrichtskultur: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Handlungsorientierung anhand des Modells der vollständigen Handlung und erörtert deren Bedeutung für einen modernen, schülerzentrierten Unterricht.
2. Der Teilrahmenplan Ethik für die Grundschule: Der Fokus liegt auf der Analyse der im Rahmenplan geforderten Schlüsselkompetenzen sowie der pädagogischen Ziele innerhalb der fünf zentralen Bezugsfelder des Ethikunterrichts.
3. Handlungs- und projektorientierter Ethikunterricht: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen mit der Praxis, indem konkrete Unterrichtsmethoden wie der Klassenrat oder projektorientierte Vorhaben zur Umsetzung der Bezugsfelder vorgestellt werden.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierung, Projektorientierter Unterricht, Ethikunterricht, Teilrahmenplan Grundschule, Vollständige Handlung, Kompetenzorientierung, Schülerorientierung, Klassenrat, Bezugsfelder, Sozialkompetenz, Reflexionskompetenz, Ganzheitliches Lernen, Methodik, Didaktik, Schulpraxis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von handlungs- und projektorientierten Lehr- und Lernformen in den Ethikunterricht der Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Handlungsorientierung, die Vorgaben des Teilrahmenplans Ethik sowie die praktische Anwendbarkeit dieser Konzepte in der Grundschule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es zu klären, inwieweit die Lehrinhalte des Teilrahmenplans Ethik durch handlungs- und projektorientierte Methoden erfolgreich vermittelt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die durch Literaturrecherche und die exemplarische Skizzierung fiktiver Unterrichtsbeispiele gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Modell der vollständigen Handlung, die Kompetenzbereiche des Ethikunterrichts und entwickelt konkrete Methoden wie den Klassenrat oder fächerübergreifende Projekte zur Umsetzung der Bezugsfelder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Handlungsorientierung, Projektorientierung, Teilrahmenplan Ethik und Schüleraktivierung.
Warum ist der Klassenrat für den Ethikunterricht besonders relevant?
Der Klassenrat bietet eine praktische Plattform zur demokratischen Mitbestimmung und fördert die Sozial- und Handlungskompetenz der Schüler im täglichen Schulleben.
Welche Rolle spielt die Lehrperson in diesem Unterrichtskonzept?
Die Lehrperson fungiert nicht mehr als reiner Wissensvermittler, sondern nimmt eine beratende und unterstützende Rolle ein, die den Schülern mehr Selbstständigkeit und Verantwortung ermöglicht.
- Quote paper
- Fabienne Mies (Author), 2017, Inwieweit lässt sich der Teilrahmenplan Ethik für die Grundschule handlungs- und projektorientiert umsetzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426494