Am 24. Mai 2007 hat der Deutsche Bundestag dem Entwurf eines Unternehmensteuerreformgesetz 2008 (Drucksachen 16/4841, 16/ 5377) zugestimmt . Die „große Koalition“ von CDU, CSU und SPD beabsichtigte mit dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008 die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Steuerwettbewerb zu verbessern. Bei der Ausarbeitung des Unternehmensteuerreformgesetz 2008 ließ sich die schwarz-rote Koalition von folgenden Zielsetzungen leiten:
- Die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Europatauglichkeit,
- eine Rechtsform- und Finanzierungsneutralität,
- die Einschränkung von Gestaltungsmöglichkeiten,
- die Verbesserung der Planungssicherheit für Unternehmen und öffentliche Haushalte,
- die nachhaltige Sicherung der deutschen Steuerbasis.
Durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 wurde zum 01. Januar 2009 der Umfang der bis dahin steuerpflichtigen Kapitalerträge erweitert und die sog. Abgeltungsteuer eingeführt.
Zu Anfang des Untersuchungsverlaufs werden zunächst grundlegende thematische Begrifflichkeiten definiert. Darauf aufbauend wird dann auf die Kapitalerträge im Privatvermögen - „Die Abgeltungsteuer“ eingegangen. Hieran anschließend erfolgt eine Betrachtung von erwirtschafteten Kapitalerträgen aus der Beteiligung an Kapital- oder Personengesellschaften. Abschließend erfolgt eine kurze Schlussbetrachtung aus steuersystematischer Sicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Begriffsbestimmungen
2.1 Einkünfte aus Kapitalvermögen
2.2 § 20 und § 23 EStG vor und nach dem 01. Januar 2009
3 Kapitalerträge aus Privatvermögen - Die Abgeltungsteuer
3.1 Die Besteuerung von laufenden Kapitalerträgen
3.1.1 Kapitalerträge, die der Abgeltungsteuer unterliegen
3.1.2 Kapitalerträge die der Abgeltungsteuer, jedoch nicht der Kapitalertragsteuer unterliegen
3.2 Die Besteuerung von privaten Veräußerungsgewinnen aus Kapitalvermögen
4 Kapitalerträge aus der Beteiligungen an Kapital- oder Personengesellschaften
4.1 Kapitalerträge aus der Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft
4.1.1 Ausschüttungen
4.1.2 Veräußerung von Beteiligungen
4.2 Kapitalerträge aus der Beteiligung an einer Personengesellschaft
4.2.1 Mitunternehmer
4.2.2 Stiller Gesellschafter
4.2.3 Atypischer stiller Gesellschafter
5 Schlusswort / Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Konzept der Besteuerung von Einkünften aus Kapitalvermögen nach deutschem Recht, insbesondere im Hinblick auf die durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 eingeführte Abgeltungsteuer sowie deren Auswirkungen auf die steuerliche Behandlung privater und betrieblicher Kapitalerträge.
- Grundlagen der Einkunftsarten nach dem deutschen EStG
- Die Auswirkungen der Abgeltungsteuer ab 2009
- Besteuerung von laufenden Kapitalerträgen und privaten Veräußerungsgewinnen
- Unterschiede in der steuerlichen Behandlung bei Kapital- und Personengesellschaften
- Analyse des Teileinkünfteverfahrens
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Kapitalerträge, die der Abgeltungsteuer unterliegen
Der Abgeltungsteuer unterliegen die folgenden Erträge aus Privatvermögen, soweit diese über eine inländische Zahlstelle zufließen.
Nr. 1 Dividenden und dividendenähnliche Erträge
Nr. 2 Bezüge aus der Auflösung einer Körperschaft sowie aus Kapitalherabsetzungen einer solchen
Nr. 4 Einnahmen aus stiller Beteiligung und partiarischen Darlehen
Nr. 6 Erträge aus bestehenden Lebensversicherungen
Nr. 7 Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen
Nr. 9 Einnahmen aus Leistung einer nicht steuerbefreiten Körperschaft
Nr. 10 Leistungen eines Betriebs gewerblicher Art ohne eigene Rechtspersönlichkeit und Gewinne wirtschaftlicher Geschäftsbetriebe
Nr. 11 Erhaltene Stillhalterprämien für die Einräumung von Optionen
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der Zielsetzung der Seminararbeit vor dem Hintergrund der Unternehmensteuerreform 2008.
2 Grundlagen und Begriffsbestimmungen: Definition der Einkünfte aus Kapitalvermögen im Kontext der sieben Einkunftsarten sowie Darstellung der Rechtsänderungen durch das Unternehmensteuerreformgesetz.
3 Kapitalerträge aus Privatvermögen - Die Abgeltungsteuer: Erläuterung des Systems der Abgeltungsteuer, ihrer Bemessungsgrundlage und der Behandlung von laufenden Erträgen sowie Veräußerungsgewinnen.
4 Kapitalerträge aus der Beteiligungen an Kapital- oder Personengesellschaften: Analyse der steuerlichen Behandlung von Ausschüttungen und Veräußerungen im Kontext unterschiedlicher Gesellschaftsformen und Gesellschafterrollen.
5 Schlusswort / Ausblick: Kritische Würdigung der Auswirkungen der Abgeltungsteuer auf das Leistungsfähigkeitsprinzip und Ausblick auf zukünftige steuerliche Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Abgeltungsteuer, Einkommensteuergesetz, Kapitalvermögen, Kapitalertragsteuer, Unternehmensteuerreform 2008, Günstigerprüfung, Kapitalgesellschaft, Personengesellschaft, Mitunternehmer, Veräußerungsgewinne, Teileinkünfteverfahren, Dividenden, Steuerbasis, Leistungsfähigkeitsprinzip, Sparer-Pauschbetrag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das deutsche Steuersystem für Einkünfte aus Kapitalvermögen unter besonderer Berücksichtigung der Neuregelungen seit der Unternehmensteuerreform 2008.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Abgeltungsteuer, die Unterscheidung zwischen Privat- und Betriebsvermögen sowie die Besteuerung von Beteiligungen an Kapital- und Personengesellschaften.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, das Konzept der Besteuerung von Kapitaleinkünften verständlich darzulegen und die Auswirkungen der neuen steuerlichen Rahmenbedingungen auf den Steuerpflichtigen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung relevanter Gesetzesparagrafen (insbesondere EStG) und einschlägiger Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, das spezifische System der Abgeltungsteuer bei Privatvermögen und die detaillierte Betrachtung der Besteuerung bei verschiedenen Gesellschaftsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Abgeltungsteuer, Kapitalerträge, EStG, Günstigerprüfung und die verschiedenen Beteiligungsformen an Unternehmen.
Was ist unter der "Günstigerprüfung" zu verstehen?
Die Günstigerprüfung erlaubt Steuerpflichtigen mit einem persönlichen Einkommensteuersatz unter 25% die Besteuerung ihrer Kapitaleinkünfte zum persönlichen Steuersatz statt zum Pauschalsatz der Abgeltungsteuer.
Wie unterscheidet sich die Besteuerung bei einem stillen Gesellschafter im Vergleich zu einem atypisch stillen Gesellschafter?
Der stille Gesellschafter erzielt Einkünfte aus Kapitalvermögen, während der atypisch stille Gesellschafter aufgrund seiner Mitunternehmerrisiken als Mitunternehmer gilt und seine Einkünfte als solche aus Gewerbebetrieb versteuert.
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- Dominik Schwan (Autor), 2014, Das Konzept der Besteuerung von Einkünften aus Kapitalvermögen nach deutschem Recht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426500