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Die Sturmstillung. Eine neutestamentliche Exegese von Mt 8, 23-27

Title: Die Sturmstillung. Eine neutestamentliche Exegese von Mt 8, 23-27

Exegesis , 2017 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Theology - Biblical Theology
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Die Bibellektüre fällt in der heutigen Zeit häufig insbesondere dann schwer, wenn man auf Wundererzählungen stößt, denn die Historizität von Wundern sowie die Vereinbarkeit mit natur- und humanwissenschaftlichen Erkenntnissen sind strittig. Ob es nun ein Heilungs- oder Naturwunder ist, unser Verstand lässt uns vor diesen Erzählungen zurückweichen, weil wir der Ansicht sind, alles mit unserem Denken begreifen können zu müssen, damit es wahr sein kann.

Alles, was wir nicht mit eigenen Augen gesehen haben oder durch Überlegung beweisen können, ist nicht existent oder eine Lüge. Der zunehmende Fortschritt unserer Gesellschaft, gerade in Naturwissenschaft und Technik, lässt uns an der Glaubwürdigkeit biblischer Texte zweifeln oder diese sogar als Unsinn abtun. Durch den rasanten Erkenntnisgewinn der letzten Jahrhunderte wurden die Welt und wir selbst entmythologisiert, unsere Betrachtung der Dinge wurde nüchterner und wir glauben, für alles in dieser Welt eine rationale Erklärung zu haben.

So wird auf die Wundererzählungen der Bibel oft als Beweis dafür verwiesen, dass der Glaube an einen Gott und dessen Macht längst überholt und nur Phantasterei sei, die den Fortschritt und das moderne Denken nur bremse, anstatt es zu befördern. Und dennoch existiert die dem Menschen innenwohnende Sehnsucht nach Wundern, die „an den vielfältigen Begrenztheiten und Unvollkommenheiten unseres Lebens und unserer Wirklichkeit entsteht“. Es ergibt sich automatisch ein Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach der Wahrheit im Wunder und der rationalen (?) Wirklichkeitsbetrachtung.

Ein Naturwunder wie die Sturmstillung durch Jesus bei Matthäus trägt genau diese Problematik in sich. Was kann diese Erzählung aus der Antike für eine Wahrheit für den heutigen skeptisch denkenden Menschen beinhalten, wenn sie doch in den Augen der modernen Wissenschaft nicht viel mehr ist als ein Märchen? Hat sie überhaupt noch eine Bedeutung für die heutige Zeit und den Leser selbst? Mit dieser Exegese der Sturmstillungsperikope bei Matthäus soll ein Versuch unternommen werden, eine plausible Antwort auf diese Fragen zu finden und dem Wunder Jesu aus einer modernen Perspektive eine Chance auf neue Betrachtungsweisen zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzung Mt 8,23-27

3. Textkritik

4. Textanalyse

4.1 Sprachlich-syntaktische Analyse

4.2 Semantische Analyse

4.3 Narrative Analyse

4.4 Pragmatische Analyse

4.5 Kohärenz und Kohäsion

5. Synoptischer Vergleich und Literarkritik

6. Formgeschichte

7. Begriffs- und Motivgeschichte

8. Religionsgeschichtlicher Vergleich

9. Redaktionsgeschichte

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit unternimmt eine exegetische Analyse der Sturmstillungsperikope nach Matthäus (Mt 8,23-27), um das Wunder Jesu aus einer modernen Perspektive zu beleuchten und dessen Bedeutung für den heutigen, oft skeptisch denkenden Menschen kritisch zu untersuchen.

  • Exegetische Untersuchung des Textes Mt 8,23-27
  • Analyse der narrativen Dynamik und des theologischen Gehalts
  • Vergleich mit synoptischen Parallelen und intertextuellen Bezügen zum Alten Testament
  • Untersuchung der matthäischen Redaktion und deren Bedeutung für die Gemeinde
  • Reflektion über die Themen Nachfolge, Zweifel und Vertrauen in den Glauben

Auszug aus dem Buch

4.3 Narrative Analyse

Die Sturmstillungsperikope erhält ihre Besonderheit durch die innere Dynamik und den Spannungsbogen, den sie beinhaltet. Nach einer kurzen und doch prägnanten Einleitung erfolgt sogleich die spannungssteigernde Aktion: Der Sturm bricht los und droht, das Boot der Jünger zu versenken. Trotz des dramatischen Bildes, das erzeugt wird, ist der Sturm nicht der eigentliche Höhepunkt der Perikope. Das wird dran erkennbar, dass die Umstände und die Reaktion der Jünger auf den Sturm nicht spannungsvoll weiter erläutert werden, sondern die Darstellung knapp bleibt, um zum eigentlichen Höhepunkt voranzuschreiten, nämlich zur Stillung des Sturmes durch Jesus. Die Dynamik der Perikope besteht im Spiel zwischen Bewegung und totalem Stillstand.

Erst wird eine chaotische Situation beschrieben; das Boot hin und hergeworfen. Im kompletten Gegensatz dazu schläft Jesus, so als befände er sich außerhalb der Welt um ihn herum, denn das Schaukeln des Bootes oder gar der Sturm scheint für ihn nicht existent zu sein, wodurch die Spannung noch größer wird. Dann treten die Jünger an Jesus heran und verleihen ihrer Angst Ausdruck (V. 25). Es folgt die vollkommene Stille, herbeigeführt durch die Stillung des Sturmes durch Jesu Macht. Es ist, als würde das eben noch so lebendige Bild angehalten, gleichsam wie das Drücken der Stopp-Taste auf einer Fernbedienung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten heutiger Bibelleser angesichts von Wundererzählungen und formuliert das Ziel, die Sturmstillungsperikope für den modernen Menschen plausibel zu interpretieren.

2. Übersetzung Mt 8,23-27: Hier wird der griechische Urtext des Perikopenabschnitts wiedergegeben und in eine deutsche Fassung übersetzt.

3. Textkritik: Dieser Abschnitt erörtert die textkritischen Probleme der Perikope, insbesondere die Bezeugung der Lesarten durch verschiedene Codices.

4. Textanalyse: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der sprachlich-syntaktischen, semantischen, narrativen und pragmatischen Form sowie eine Betrachtung der Kohärenz und Kohäsion.

5. Synoptischer Vergleich und Literarkritik: Dieser Teil vergleicht die Darstellung der Sturmstillung bei Matthäus, Markus und Lukas, um literarische Abhängigkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.

6. Formgeschichte: Hier wird die Sturmstillungsperikope formgeschichtlich verortet und verschiedene Gattungszuordnungen wie "Wundererzählung" oder "Rettungswunder" werden diskutiert.

7. Begriffs- und Motivgeschichte: Dieser Abschnitt analysiert zentrale Motive wie die Errettung aus der Seenot, das Erdbeben (σεισμός) und das Schlafen Jesu im Vergleich zu biblischen und antiken Traditionen.

8. Religionsgeschichtlicher Vergleich: Es werden antike literarische Parallelen herangezogen, um das Verständnis von göttlichem Eingreifen in Seenot-Situationen zu kontextualisieren.

9. Redaktionsgeschichte: Hier werden die matthäischen Eigenheiten und Bearbeitungen der Vorlage untersucht, insbesondere im Hinblick auf seine Zielgruppe und theologische Intention.

10. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse und betont, dass die Perikope weniger ein reiner Bericht über ein Wunder, sondern ein Aufruf zur Nachfolge und zum Vertrauen ist.

Schlüsselwörter

Sturmstillung, Matthäusevangelium, Exegese, Wundererzählung, Nachfolge, Kleinglaube, Seenot, Redaktionsgeschichte, Formgeschichte, Textkritik, Vertrauen, griechische Antike, biblische Exegese, Jesus, Wunderheilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Analyse der neutestamentlichen Erzählung der Sturmstillung Jesu nach Matthäus (Mt 8,23-27).

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Wundergeschichte an sich, die Thematik der Nachfolge, der Kleinglaube der Jünger sowie die literarische und theologische Struktur des Matthäusevangeliums.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Wunder Jesu aus einer modernen, rational geprägten Perspektive zu hinterfragen und herauszuarbeiten, welche Bedeutung die Erzählung für den heutigen Leser und sein Verständnis von Glaube und Vertrauen haben kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt klassische exegetische Methoden wie die Textkritik, sprachlich-syntaktische Analyse, Form- und Redaktionsgeschichte sowie synoptische und religionsgeschichtliche Vergleiche.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Text philologisch, narrativ und inhaltlich, vergleicht ihn mit den anderen Synoptikern und zieht Parallelen zu antiken Motiven der Seenot und göttlichen Rettung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sturmstillung, Matthäusevangelium, Kleinglaube, Nachfolge und Exegese charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet sich die matthäische Erzählung von der bei Markus und Lukas?

Matthäus integriert die Perikope nahtlos in einen Wunderkontext, betont das Gespräch zwischen Jesus und den Jüngern stärker und verwendet spezifische Begriffe wie "Kleingläubige" (ὀλιγόπιστοι), um die Gemeinde direkt anzusprechen.

Warum ist das Motiv des "Schlafens Jesu" für die Analyse relevant?

Das Schlafen Jesu wird als antithetisches Element interpretiert, das die Spannung im Text erzeugt und im Kontrast zur Ängstlichkeit der Jünger eine Prüfungssituation darstellt.

Welche Rolle spielt der Begriff "σεισμός" in der Arbeit?

Der Begriff, der meist als Erdbeben verstanden wird, wird von Matthäus hier für den Sturm verwendet, um apokalyptische Assoziationen zu wecken und die göttliche Macht Jesu zu unterstreichen.

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Details

Title
Die Sturmstillung. Eine neutestamentliche Exegese von Mt 8, 23-27
College
University of Heidelberg  (Theologische Fakultät)
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
30
Catalog Number
V426568
ISBN (eBook)
9783668709812
ISBN (Book)
9783668709829
Language
German
Tags
sturmstillung eine exegese
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Die Sturmstillung. Eine neutestamentliche Exegese von Mt 8, 23-27, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426568
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