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Die deutschen Moralischen Wochenschriften des 18. Jahrhunderts als Medium der Aufklärung

Title: Die deutschen Moralischen Wochenschriften des 18. Jahrhunderts als Medium der Aufklärung

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Im 18. Jahrhundert waren die Moralischen Wochenschriften in der Kultur der bürgerlichen Schichten ein weitverbreitetes Medium der Aufklärung. Diese literarische Gattung besaß nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in ganz Europa ein großes Publikum. Sie trafen offenbar den „Nerv“ der Zeit, da sie die Nachfrage nach abwechslungsreicher Lektüre, die nicht nur für Gelehrte verständlich war, befriedigten und die aktuellen Diskussionen über tugendhaftes Verhalten und moralische Werte behandelten. Die Moralischen Wochenschriften richteten sich an ein breites Publikum und ausdrücklich auch an Frauen.
Die größtenteils wöchentlich erscheinenden Schriften enthielten keine politischen oder aktuellen Nachrichten wie in einer herkömmlichen Zeitung, sondern waren eine bunte literarische Mischung aus Briefen, Gedichten, Essays, Satiren, Charakterbildern, Fabeln und auch Dialogen. Diese Formen der Unterhaltungsliteratur dienten als Medium zur Vermittlung von sittlichen Lehren und sollten den Leser im Sinne der aufklärerischen Ideale erziehen. Die Moralischen Wochenschriften wiesen so beinahe über die gesamte Dauer des 18. Jahrhunderts hinweg ihre Leser auf die besondere Bedeutung individueller Tugend für das Gemeinwohl hin. Sie thematisierten und diskutierten vielfach Leitbilder tugendhaften bürgerlichen Verhaltens und bezogen sich auf die im Laufe der Zeit immer stärker auseinanderdriftenden Sphären des häuslich-familiären bzw. privaten Raumes und der bürgerlichen Öffentlichkeit. Aus diesem Blickwinkel heraus berührten sie einige der zentralen und seit der Antike immer wieder aufkommenden Fragestellungen wie z.B. die der Frage nach dem Verhältnis zwischen individuellem Glück und Gemeinwohl oder dem zwischen den Geschlechtern. Ebenfalls findet in den Moralischen Wochenschriften auch eine „nicht mehr von religiösen Motiven beherrschte bürgerliche Mentalität ihren Ausdruck. Das Bewusstsein kreist nicht mehr um die Frage der ewigen Seligkeit, sondern um die Probleme des irdischen Glücks“. Im Rahmen dieser Arbeit sollen nun ausgewählte deutschsprachige Schriften des 18. Jahrhunderts näher betrachtet werden, um deren Zielsetzungen und weltanschauliche Perspektiven bezüglich Tugend, Moral, des gesellschaftlichen Lebens und auch der Religion herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hinführung

3. Forschungsstand

4. Die Weltanschauung in den Moralischen Wochenschriften

4.1 Die Tugendhaftigkeit des Menschen

4.2 Der Mensch in Staat und Gesellschaft

4.3 Religion

5. Stellung und Wirkung von Frauen

5.1. Die Hinwendung zum weiblichen Lesepublikum

5.2 Die Bildung der Frau

5.3 Das Verhältnis der Frau zu Religion

6. Fazit

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

7.1 Quellen

7.2 Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle der Moralischen Wochenschriften des 18. Jahrhunderts als Medium der Aufklärung. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der vermittelten Werte, der moralischen Vorstellungen, des gesellschaftlichen Selbstverständnisses sowie der spezifischen Positionierung und Darstellung der Frau innerhalb dieser periodischen Schriften.

  • Vermittlung aufklärerischer Ideale und Tugendlehren
  • Einfluss auf bürgerliches Selbstbewusstsein und gesellschaftliche Rollenbilder
  • Die Funktion der Religion im Kontext von Tugend und Sitte
  • Die mediale Partizipation und Bildungssituation von Frauen im 18. Jahrhundert
  • Strategien zur moralischen Erziehung der Leserschaft

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Tugendhaftigkeit des Menschen

Der Mensch, der zugleich als Individuum und auch als Teil der Gesellschaft betrachtet wurde, ist beherrschendes Thema in den Moralischen Wochenschriften. Ihn galt es für die Autoren der aufklärerischen Schriften im Hinblick auf seine Sitten, seine Moral und seine Tugendhaftigkeit zu formen. Die Grundlage für dieses Vorhaben waren die anthropologischen Vorstellungen der Aufklärung, die sowohl vom englischen Empirismus, als auch vom Sensualismus beeinflusst wurden. Der Mensch wurde von den Verfassern der Wochenschriften als erziehbares Wesen gesehen, das nahezu ungeprägt sein Leben beginnt und durch Belehrung zur Tugendhaftigkeit gelangen kann. Damit lehnen sie sich geistesgeschichtlich stark an Jean-Jacques Rousseau an, der die Lehre von der natürlichen Unschuld des ursprünglichen Menschen entwickelte, die Thomas Hobbes Auffassung von der „natürlichen Bosheit“ der Menschen widerlegen sollte.

Den Grund für das Vorhandensein von Untugenden und schlechtem Verhalten sah man größtenteils nicht in der Erbsünde, sondern darin, dass der formbare Charakter des Menschen durch negative Einflussfaktoren zum Schlechten hin verändert wurde und so mit Hilfe von Belehrung und Erziehung im Sinne der Aufklärung gebessert werden konnte. Tugend sollte, so wurde es in den Moralischen Wochenschriften immer wieder betont, stets die Pflicht eines jeden Menschen sein. Der Mensch formuliert diesen Anspruch so: „Ein vernünftiger Mensch muß als freyes Wesen die Tugend ausüben.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Moralischen Wochenschriften als weitverbreitetes Medium der Aufklärung vor, das moralische Werte vermittelte und als Erziehungsinstrument für ein breites Publikum fungierte.

2. Hinführung: Der Abschnitt erläutert die englischen Ursprünge der Gattung und ihren Siegeszug durch Europa, wobei die Bedeutung für das bürgerliche Selbstbewusstsein und die Rolle der Zensur im 18. Jahrhundert hervorgehoben werden.

3. Forschungsstand: Hier wird der wissenschaftliche Diskurs zu den Moralischen Wochenschriften skizziert, wobei die Schwerpunkte der Literaturwissenschaft und der Pressegeschichte sowie maßgebliche Standardwerke gewürdigt werden.

4. Die Weltanschauung in den Moralischen Wochenschriften: Dieses Hauptkapitel analysiert das Menschenbild, die Bedeutung der Tugend, die Rolle des Bürgers in Staat und Gesellschaft sowie die praktische Funktion der Religion als Sittenwahrerin.

5. Stellung und Wirkung von Frauen: Das Kapitel untersucht die Hinwendung der Wochenschriften zum weiblichen Lesepublikum, die Bildungsanforderungen an Frauen sowie deren oftmals kritische Darstellung im Kontext von Religion und Aberglauben.

6. Fazit: Die abschließende Betrachtung bilanziert, wie die Wochenschriften durch tugendhafte Erziehung den Grundstein für eine moderne Weltsicht legten und den Weg zur Emanzipation der Frau bereiteten.

7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Eine detaillierte Aufstellung der zitierten Primärquellen sowie der verwendeten Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Moralische Wochenschriften, Aufklärung, Tugend, Moral, Bürgertum, Erziehung, Frau, Religion, Sitte, gesellschaftliche Rolle, Pressewesen, Vernunft, Gemeinwohl, Patriotismus, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die deutschen Moralischen Wochenschriften des 18. Jahrhunderts und untersucht deren Bedeutung als Medium der Aufklärung und Erziehungsinstrument.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Vermittlung moralischer Tugenden, das gesellschaftliche Selbstverständnis des Bürgertums, die Verknüpfung von Religion und Ethik sowie die Darstellung der Rolle der Frau.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, wie diese Schriften versuchten, auf das Denken und Handeln der Leser Einfluss zu nehmen und welche Rolle dabei spezifische Weltanschauungen und Geschlechterbilder spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literatur- und geistesgeschichtliche Analyse, basierend auf dem Studium der Primärquellen (Wochenschriften) und dem Abgleich mit dem aktuellen Forschungsstand.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die anthropologischen Grundlagen der Tugendlehre, das pro-monarchische und utilitaristische Staatsverständnis sowie die komplexe, oft widersprüchliche Haltung gegenüber Frauen und Religion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aufklärung, Tugendhaftigkeit, Moraljournalismus, bürgerliche Öffentlichkeit, Geschlechterrollen und die Funktionalisierung von Religion.

Wie wurde die Rolle der Frau in den Wochenschriften dargestellt?

Die Schriften sprachen Frauen zwar als Zielgruppe an und förderten ihre Bildung, grenzten sie jedoch gleichzeitig durch ein konservatives Rollenbild (Ehefrau, Mutter) ein und kritisierten sie häufig als anfällig für Aberglauben.

Welche Funktion hatte die Religion in diesem Kontext?

Religion wurde primär als Mittel zur Aufrechterhaltung von Sitte und Ordnung sowie zur Stärkung der tugendhaften Lebensführung im gesellschaftlichen Miteinander betrachtet.

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Details

Title
Die deutschen Moralischen Wochenschriften des 18. Jahrhunderts als Medium der Aufklärung
College
University of Heidelberg  (Theologische Fakultät)
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
29
Catalog Number
V426570
ISBN (eBook)
9783668712027
ISBN (Book)
9783668712034
Language
German
Tags
moralischen wochenschriften jahrhunderts medium aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Die deutschen Moralischen Wochenschriften des 18. Jahrhunderts als Medium der Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426570
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