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Die Revolution von 1918/19 in Berlin. Die Rezeption revolutionärer Ereignisse durch die Berliner Tagespresse

Titel: Die Revolution von 1918/19 in Berlin. Die Rezeption revolutionärer Ereignisse durch die Berliner Tagespresse

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
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Die Revolution von 1918, die das deutsche Kaiserreich seinem Ende zuführte und die Weimarer Republik gebar, zählt unbestritten zu den bedeutsamsten Zäsuren der deutschen Geschichte. Denn diese Revolution stellt einen politischen Systemwechsel dar, der in dieser Form für die deutsche Gesellschaft noch kurze Zeit zuvor nicht real greifbar gewesen war.
Dennoch wurden wenige Ereignisse in der deutschen Geschichte innerhalb der Forschung und auch der Gesellschaft so zwiespältig betrachtet wie die deutsche Revolution von 1918/19, die eher „im Schatten der Erinnerungskultur“ liegt. Die Bedeutung, die dem Geschehen und den Folgen vom 9. November beigemessen wurde, war stets an Zeit und Betrachtungsperspektive gebunden und wurde auf unterschiedliche Weise diskutiert. So verwundert es nicht, dass WOLFGANG NIESS beispielsweise in seiner Dissertation elf verschiedene Deutungsmuster in der geschichtswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Revolutionsthematik ausmachen kann. Die Revolution sei als „Verrat an Kaiser und Reich; Dolchstoß in den Rücken des Heeres; Verrat am Vaterland; Nationales Unglück; Störung des geordneten Reformprozesses; Abwehr der bolschewistischen Gefahr; Auftakt zur sozialistischen Revolution; Verratene Revolution; Verpasste Chance der Demokratisierung; Geburtsstunde der deutschen Republik [und als] keine wirkliche Revolution“ beschrieben worden.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen aber nicht die Revolutionsbilder innerhalb der Forschung, sondern die direkte Reaktion auf die Revolution in Berlin näher betrachtet werden. Dazu sollen unterschiedliche und hauptsächlich Berliner Zeitungen punktuell auf ihre Berichterstattung bezüglich der Revolutionsereignisse überprüft und miteinander verglichen werden, um zu klären, wie die Revolution bewertet wurde und ob es im Laufe der Zeit eine Entwicklung bzw. Veränderung in der Betrachtungsweise gab. Um das politische Spektrum besser abzudecken, werde ich für die sozialdemokratische Sichtweise auf den „Vorwärts“ zurückgreifen, der zwar nicht spezifisch für Berlin erschienen ist, aber dennoch die generelle sozialdemokratische Sichtweise wie keine andere Schrift repräsentiert. Zeitlich soll sich diese Untersuchung von der Ausrufung der Republik bis hin zum Ende des Rätekongresses im Dezember 1918 erstrecken. Methodisch wird sich die Zeitungslektüre auf prominente Ereignisse innerhalb der Revolution als Eckpunkte beschränken müssen, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontextualisierung

3. Die Abdankung des Kaisers und die doppelte Ausrufung der Republik

4. Karl Liebknecht und die sozialistische Republik

5. Bildung des Rates der Volksbeauftragten und Waffenstillstand

6. Die Weihnachtsunruhen

7. Der Berliner Reichsrätekongress

8. Fazit

9. Literatur- und Quellenverzeichnis

9.1. Quellen

9.2. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Rezeption der revolutionären Ereignisse von 1918/19 in Berlin durch verschiedene Berliner Tageszeitungen. Ziel ist es zu analysieren, wie die Presse die politischen Umbrüche bewertete, ob sich eine zeitliche Entwicklung in der Betrachtungsweise abzeichnete und wie das politische Spektrum von sozialdemokratischen bis zu linksliberalen und konservativen Medien die Geschehnisse einordnete.

  • Analyse der Berichterstattung Berliner Zeitungen während der Novemberrevolution.
  • Vergleich der unterschiedlichen politischen Perspektiven auf die Abdankung des Kaisers und die Ausrufung der Republik.
  • Untersuchung der medialen Reaktionen auf den Rätekongress und die Weihnachtsunruhen.
  • Einordnung der Rolle der SPD, der USPD und des Spartakusbundes in der zeitgenössischen Presse.
  • Bewertung des Einflusses der Waffenstillstandsbedingungen auf die Berichterstattung.

Auszug aus dem Buch

Die Abdankung des Kaisers und die doppelte Ausrufung der Republik

Wie bereits erwähnt, rief Philipp Scheidemann am Nachmittag des 9. November 1918 vom Balkon des Reichstages mit den Worten „Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt. Das alte Morsche ist zusammengebrochen; der Militarismus ist erledigt! Die Hohenzollern haben abgedankt! Es lebe die deutsche Republik!!“ die Republik aus, um der Konkurrenz, der äußersten Linken unter Führung von Karl Liebknecht, zuvorzukommen.

Das linksliberale Berliner Tageblatt, die auflagenstärkste Zeitung im Kaiserreich, berichtet in seiner Abendausgabe am 9. November 1918 auf der Titelseite über die Abdankung des Kaisers. Der Autor des Leitartikels schreibt:

„Die Abdankung des Kaisers ist durch die Ereignisse im Reiche, die von ungeheuerem Ernste sind, und jeden weiteren Aufschub unmöglich machten, zwingend herbeigeführt worden, der Verzicht des Kronprinzen, der noch nicht erfolgt zu sein scheint, ist, da bei der großen und berechtigten Unbeliebtheit dieses angeblichen Heerführers jeder Gedanke an seine Thronbesteigung ausgeschlossen erscheinen muss, eine Selbstverständlichkeit. Wilhelm II. war anscheinend schon gestern zur Abdankung bereit. Aber die Erledigung der Angelegenheit erforderte, da die alte höfische Routine nicht gleich mit abgeschafft werden konnte, allerlei überflüssige Beratungen, der Widerstand des Kronprinzen scheint mitgespielt zu haben, und so verstrich eine kostbare Zeit.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Zäsur der Revolution von 1918/19 ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Auswahl der untersuchten Zeitungen.

2. Kontextualisierung: Hier werden die historischen Ursachen der Revolution im militärischen Desaster und der politischen Krise des Kaiserreichs dargelegt.

3. Die Abdankung des Kaisers und die doppelte Ausrufung der Republik: Dieses Kapitel behandelt die unmittelbare mediale Reaktion auf das Ende der Monarchie und die konkurrierenden Proklamationen der Republik.

4. Karl Liebknecht und die sozialistische Republik: Untersuchung der Positionierung Liebknechts und der unterschiedlichen Zielsetzungen zwischen den gemäßigten Sozialdemokraten und den Spartakisten.

5. Bildung des Rates der Volksbeauftragten und Waffenstillstand: Analyse der Konstituierung der neuen Regierung und der Berichterstattung über die harten Bedingungen des Waffenstillstands.

6. Die Weihnachtsunruhen: Darstellung der gewaltsamen Konflikte zwischen der Regierung und der Volksmarinedivision sowie deren Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung der Regierungsstabilität.

7. Der Berliner Reichsrätekongress: Behandlung der Debatten um die künftige Staatsform, die Entscheidung für die Nationalversammlung und die mediale Beurteilung des Kongressverlaufs.

8. Fazit: Zusammenfassung der medialen Entwicklung von anfänglicher Skepsis und Unsicherheit hin zu einer vorsichtigen Hoffnung oder Optimismus bei den meisten Zeitungen.

9. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Novemberrevolution, 1918/19, Berliner Presse, SPD, USPD, Spartakusbund, Karl Liebknecht, Friedrich Ebert, Nationalversammlung, Rätekongress, Waffenstillstand, Weimarer Republik, Revolution, Kaiserreich, Pressegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die mediale Rezeption der Novemberrevolution 1918/19 in Berlin durch ausgewählte Zeitungen und analysiert deren politische Einordnung der Ereignisse.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind der Sturz der Monarchie, die doppelte Ausrufung der Republik, die Bildung der provisorischen Regierung sowie die Konflikte mit radikalen Kräften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, wie die Revolution bewertet wurde und ob sich die Sichtweise der Presse im Zeitverlauf durch die Ereignisse veränderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer zeitungswissenschaftlichen und historischen Quellenanalyse, bei der prominente Ereignisse der Revolution als Eckpunkte dienen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Ereignisse wie die Abdankung des Kaisers, die Weihnachtsunruhen und den Reichsrätekongress anhand von Leitartikeln und Berichten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernbegriff Novemberrevolution sind dies Begriffe wie Rätedemokratie, Nationalversammlung, politische Meinungsbildung und der Vergleich zwischen den politischen Lagern.

Wie positionierte sich die Presse zum Waffenstillstand?

Die Presse reagierte nahezu geschlossen mit Empörung und empfand die Bedingungen als unerhört hart, sah jedoch deren Annahme als unausweichlich für einen dauerhaften Frieden an.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung des Vorwärts von anderen Zeitungen?

Der Vorwärts unterstützte die Regierung unter Ebert von Beginn an und zeigte sich überzeugt vom Erfolg der revolutionären Ziele, während andere Zeitungen distanzierter oder skeptischer waren.

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Details

Titel
Die Revolution von 1918/19 in Berlin. Die Rezeption revolutionärer Ereignisse durch die Berliner Tagespresse
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
27
Katalognummer
V426571
ISBN (eBook)
9783668711594
ISBN (Buch)
9783668711600
Sprache
Deutsch
Schlagworte
revolution berlin rezeption ereignisse berliner tagespresse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2017, Die Revolution von 1918/19 in Berlin. Die Rezeption revolutionärer Ereignisse durch die Berliner Tagespresse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426571
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Leseprobe aus  27  Seiten
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