Ich behaupte, dass Einarbeitung neuer Mitarbeiter in Bereichen der Intensivpflege wenn nicht gar unsystematisch und rein intuitiv, vielfach immer noch nach starren „Einarbeitungsfahrplänen“ erfolgt. Die individuellen Voraussetzungen des einzelnen Mitarbeiters, sprich der individuellen Einarbeitungsbedarf, wird völlig außer acht gelassen lassen, und der einzuarbeitenden Mitarbeiter an der Planung des Einarbeitungsprozesses nicht beteiligt. Dies ist jedoch meiner Ansicht nach für die Effektivität und Qualität der Einarbeitung von entscheidender Bedeutung.
Basierend auf diese Überlegungen möchte ich nachfolgend folgende Fragen klären:
- Welches Ziel soll mit der Einarbeitung neuer Mitarbeiter erreicht werden?
- In welcher Form findet Einarbeitung neuer Mitarbeiter (auf Intensivstationen) derzeit statt?
- Wie sehen existierende Einarbeitungskonzepte derzeit aus?
- Können mit den bestehenden Konzepten und den angewandten Methoden die Ziele der Einarbeitung erreicht werden?
- Wie kann die Einarbeitung neuer Mitarbeiter verbessert werden?
Anschließend zeige ich ganz pragmatisch neue Perspektiven zur effektiveren Einarbeitung neuer Mitarbeiter auf und stelle dem Leser ein von mir entwickeltes Systematisierungsinstrument zur Verbesserung des Einarbeitungsprozesses zur Verfügung.
Torsten Eggelmann
Inhaltsverzeichnis
1. Erklärung
2. Einleitung
3. Welches Ziel soll mit der Einarbeitung neuer Mitarbeiter erreicht werden?
4. In welcher Form findet Einarbeitung neuer Mitarbeiter (auf Intensivstationen) derzeit statt?
5. Wie sehen existierende Einarbeitungskonzepte derzeit aus?
6. Können mit den bestehenden Konzepten und den angewandten Methoden die Ziele der Einarbeitung erreicht werden?
7. Wie kann die Einarbeitung neuer Mitarbeiter verbessert werden?
8. Aufzeigen neuer Perspektiven zur effektiveren Einarbeitung neuer Mitarbeiter
9. Entwicklung eines Systematisierungsinstrumentes zur Verbesserung des Einarbeitungsprozesses.
10. Schlusswort
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die Mängel in der aktuellen Einarbeitungspraxis neuer Mitarbeiter auf Intensivstationen, die oft durch starre, intuitive und defizitäre Konzepte geprägt ist, und entwickelt ein systematisches Modell zur individuellen und effektiven Einarbeitungsplanung.
- Kritik an der aktuellen, oft zufälligen Einarbeitungspraxis.
- Bedeutung der psychologischen und fachlichen Integration neuer Mitarbeiter.
- Übertragbarkeit systematischer Pflegeplanungsansätze auf den Einarbeitungsprozess.
- Bedarfsorientierte Analyse von Kompetenzen und Anforderungen.
- Entwicklung eines grafisch strukturierten Einarbeitungsinstruments.
Auszug aus dem Buch
2. Einleitung
8:30 Uhr am Tag X: Krankenschwester Nelly Neuling wird von der Pflegedienstleitung in einer „Herde“ mit sechs weiteren Neuanfängern durch das Krankenhaus Y auf die Intensivstation des Hauses gebracht. Mit der beiläufigen Bemerkung: „Das ist Schwester Nelly, eure Neue, passt gut auf sie auf!“, wird sie an die Stationsleitung übergeben. Stationsschwester Lena Leiterin, sichtlich genervt und in Erwartung der gerade bevorstehenden Chefarztvisite, nimmt Sr. Nelly in Empfang. Mit der Aufforderung, sich doch schon 'mal in blau zu „schmeißen“, sie müsse noch die Röntgenbilder vorbereiten, schickt sie Nelly in die Umkleide, wo sie nun ungefähr 15 Minuten damit zubringt, sich durch die Wäschestapel zu arbeiten, um schließlich tatsächlich eine passende Garnitur zu finden.
Als sie, nun endlich uniformiert, wieder auf den Flur tritt, fühlt sie sich doch etwas unwohl, denn die Chefvisite ist bereits in vollem Gange und Schwester Lena Leiterin somit leider unabkömmlich.
Nachdem Nellys unsichere Schritte sie 'mal hierhin und 'mal dorthin gebracht haben, und sie im lebhaften Treiben auf der Station niemand so richtig zu bemerken scheint, fasst sie sich ein Herz und spricht Schwester Lena zwischen zwei Zimmern an, „... was sie denn im Moment 'mal tun könne.“ Schwester Lena Leiterin ruft eine gerade vorbeihastende Kollegin zu sich und mit den Worten: „Petra, nimm die Neue doch 'mal mit und zeig' Ihr alles, anschließend kann sie sich ja schon mal die Einarbeitungsmappe vornehmen!“ überlässt sie Nelly Ihrer neuen Kollegin und Ihrem Schicksal, um sich wieder der Visite zuzuwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erklärung: Formelle Versicherung der selbstständigen Erarbeitung der Arbeit.
2. Einleitung: Darstellung eines exemplarischen, negativen Szenarios einer Einarbeitung als Ausgangspunkt für die Themenstellung.
3. Welches Ziel soll mit der Einarbeitung neuer Mitarbeiter erreicht werden?: Diskussion der Notwendigkeit einer Einarbeitung, die neben fachlichen Zielen auch die psychologische Integration und die Entwicklung mündiger Mitarbeiter umfasst.
4. In welcher Form findet Einarbeitung neuer Mitarbeiter (auf Intensivstationen) derzeit statt?: Analyse des IST-Zustands durch empirische Daten, die eine weitgehend zufallsgesteuerte und defizitäre Praxis belegen.
5. Wie sehen existierende Einarbeitungskonzepte derzeit aus?: Kritik an existierenden Konzepten, die meist nur starre Checklisten darstellen und keine wirkliche Individualität bieten.
6. Können mit den bestehenden Konzepten und den angewandten Methoden die Ziele der Einarbeitung erreicht werden?: Begründung, warum bestehende, starre Konzepte die angestrebten Ziele (Zeitökonomie, mündige Mitarbeiter, Teamintegration) verfehlen.
7. Wie kann die Einarbeitung neuer Mitarbeiter verbessert werden?: Transfer der Erkenntnisse aus der modernen Pflegeplanung auf die Einarbeitung neuer Mitarbeiter unter Betonung der Ressourcenorientierung.
8. Aufzeigen neuer Perspektiven zur effektiveren Einarbeitung neuer Mitarbeiter: Vorschlag für einen systematischen Prozess mit Gesprächsführung, Bedarfsanalyse und Zielvereinbarung.
9. Entwicklung eines Systematisierungsinstrumentes zur Verbesserung des Einarbeitungsprozesses.: Präsentation eines grafischen Modells zur Unterstützung der systematischen Einarbeitung in der Praxis.
10. Schlusswort: Resümee mit dem Appell, neue didaktische Wege in der Einarbeitung zu gehen, um Fluktuation zu senken und die Arbeitszufriedenheit zu steigern.
Schlüsselwörter
Einarbeitung, Intensivpflege, Mentoring, Einarbeitungskonzept, Stationsleitung, Pflegeplanung, Ressourcenorientierung, Systematisierung, Qualitätsanalyse, Mitarbeiterintegration, Anleitung, Fachkompetenz, Personalentwicklung, Pflegepraxis, Einarbeitungsbedarf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Einarbeitung neuer Mitarbeiter auf Intensivstationen und entwickelt Ansätze für eine qualitativ bessere und systematischere Einarbeitung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Kritik an der aktuellen Praxis, die Zielsetzung einer gelingenden Einarbeitung, die Übertragung von Pflegemodellen auf die Einarbeitung und die Erstellung eines neuen Planungsinstruments.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Einarbeitung von einem starren, zufallsbasierten Vorgehen in einen geplanten, bedarfsorientierten und individuell angepassten Prozess zu transformieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus Ergebnissen einer eigenen, früheren empirischen Studie, Literaturrecherche und der kritischen Analyse bestehender Konzepte im Vergleich mit Modellen aus der professionellen Pflegeplanung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, warum die derzeitige Praxis scheitert, definiert klare Ziele für die Einarbeitung und leitet daraus konkrete Verbesserungsvorschläge und ein systematisches Grafikmodell ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Einarbeitung, Intensivpflege, Systematisierung, Ressourcenorientierung und Mentoring fassen die Kernpunkte der Arbeit prägnant zusammen.
Warum ist das beschriebene "Horrorszenario" laut Autor kein Einzelfall?
Der Autor argumentiert aufgrund seiner eigenen Erfahrungen auf verschiedenen Stationen und durch die Ergebnisse seiner Umfrage, dass die unstrukturierte Einarbeitung aufgrund Zeitmangels und fehlender Konzepte weit verbreitet ist.
Wie unterscheidet sich das neue Systematisierungsinstrument von herkömmlichen Checklisten?
Im Gegensatz zu starren Checklisten, die nur zum "Abhaken" dienen, basiert das neue Modell auf einem ausführlichen Vorgespräch, einer individuellen Gegenüberstellung von Anforderungen und Ressourcen sowie einer regelmäßigen Evaluation.
Welche Rolle spielt die "Selbstpflegedefizittheorie" nach Orem in dieser Arbeit?
Die Theorie dient als methodisches Vorbild für eine systematische Problemanalyse, die den Vergleich von Soll- und Ist-Zustand nutzt, um klare Handlungsanweisungen zu definieren.
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- Torsten Eggelmann (Author), 2005, Effektive Einarbeitung neuer Mitarbeiter durch Ermitteln des individuellen Einarbeitungsbedarfs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42666