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Der Fernsehsatellit ASTRA und die Notwendigkeit einer europäischen Kontrolle

Title: Der Fernsehsatellit ASTRA und die Notwendigkeit einer europäischen Kontrolle

Term Paper (Advanced seminar) , 1996 , 35 Pages , Grade: 2

Autor:in: Bert Rösch (Author)

Politics - Other International Politics Topics
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Gut acht Jahre nach seinem Start hat sich der private Fernsehsatellit Astra zum alleinigen Marktführer in Europa entwickelt. 21,73 Millionen europäische Haushalte haben ihre Empfangsanlagen, sogenannte Satellitenschüsseln, auf den luxemburgischen Himmels¬körper ausgerichtet. Dies sind 90 Prozent aller europäischen Satellitenhaushalte. In Deutschland empfangen 1,21 Millionen Haushalte ihre Programme über Astra. Dazu kommen 15,4 Millionen deutsche Haushalte, bei denen die Astra-Programme ins Kabel¬netz eingespeist sind.

Der von dem privaten luxemburgischen Konsortium Societé Européenne des Satellites (SES) betriebene Satellit hat damit ein Quasi-Monopol in der Fernsehausstrahlung über Satellit inne. Umso verwunderlicher ist es, wenn man betrachtet, wer diesen privaten Monopolisten beaufsichtigt: Die Kontrolle, die vom luxemburgischen Staat ausgeübt wird, ist fast nur formaler Art. Schließlich ist Luxemburg als Anteilseigner vorrangig an einem wirtschaftlichem Erfolg des Unternehmens interessiert. Auch von den europä¬ischen Institutionen (Europäische Union und Europarat) gingen bisher keine gesetzgeberischen Maßnahmen aus, die eine effektive Aufsicht gewährleisten könnten. Angesichts dieser Situation stellt sich die Frage auf, wie es möglich war, daß sich Astra bisher jeglicher Kontrolle entziehen konnte bzw. warum es die europäischen Institutionen nicht geschafft haben, dieses neue Medium zu regulieren, zumal die Meinungsvielfalt in Europa ob der dubiosen Transpondervergabe-Politik des Betreibers immer mehr gefährdet ist. Schließlich entwickelt sich das Medium Satellit immer mehr zum Standardversorger für Fernsehprogramme, da die Preis- und Programmvorteile der Satelliten das Kabel immer mehr verdrängen.

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Zudem soll erläutert werden, wie eine Kontrolle der Satellitenbetreiber aussehen könnte und wie wirksam sie wäre.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Astras Weg zum Monopol

1.1. Die Gründungsgeschichte

1.2. Eutelsats Verhinderungspolitik

1.3. Die Transpondervergabepolitik

1.4. Zusammenfassung und Notwendigkeit einer Kontrolle

2. Die rechtlichen Rahmenbedingungen des Satellitenfernsehens

2.1. Die Regelungen bis zur Fernsehrichtlinie: Freier Informationsfluß versus staatliche Souveräntität

2.2. Die Fernsehrichtlinie und die Europaratskonvention

2.2.1. Bewertung der Richtlinie

2.3. Die kulturpolitische Kompetenz im Maastricher Vertrag

2.4. Die Fernsehnorm MAC

3. Chancen einer europäischen Medienaufsicht

3.1. Die Rundfunkfreiheit

3.2. Die Gestaltungsmodelle des Rundfunks

3.3. Vor- und Nachteile einer europäischen Medienaufsicht

3.4. Ansätze einer europäischen Medienaufsicht

3.5. Der aktuelle Stand einer europäischen Medienaufsicht

4. Zusammenfassung und Resümee

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die marktbeherrschende Stellung des privaten Fernsehsatellitenbetreibers ASTRA in Europa und analysiert die Defizite in der staatlichen Kontrolle sowie die Schwierigkeiten europäischer Institutionen, das Medium zu regulieren. Ziel ist es, Möglichkeiten für eine wirksame europäische Medienaufsicht aufzuzeigen, um die Meinungsvielfalt im Rundfunk zu wahren.

  • Marktentwicklung und Monopolbildung von ASTRA in Europa
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und europäische Medienpolitik
  • Problematik der Transpondervergabe und medienpolitische Konsequenzen
  • Chancen und Grenzen für eine europäische Medienaufsicht

Auszug aus dem Buch

1.1. Die Gründungsgeschichte

Bevor die SES im Jahre 1985 gegründet wurde, hatte es im Großherzogtum Luxemburg bereits zwei erfolglose Versuche gegeben, einen Fernsehsatelliten in die Umlaufbahn zu befördern. Zunächst scheiterte 1980 das sogenannte LUXSAT-Projekt von der CLT am Widerstand der französischen Regierung, die ihr eigenes nationales Rundfunksatellitenprojekt durch den geplanten luxemburgischen Satelliten gefährdet sah.

Drei Jahre später wurde die Idee von der luxemburgischen Regierung wieder aufgenommen, die ein großes Interesse daran hatte, die zukunftsträchtige Kommunikationswirtschaft, speziell den Rundfunkbereich auszubauen. Hierzu nahm der damalige luxemburgische Premierminister Pierre Werner im März 1983 Kontakt mit dem ehemaligen Hughes-Manager Clay T. Whitehead auf, der in den USA die Entwicklung des Galaxy-Satellitensystems vorangetrieben hatte, das für Fernsehübertragungen ausgelegt und inzwischen zu einem großen Erfolg in den Staaten geworden war. Dieser neue von Whitehead promotete Satellitentyp war ein sogenannter Medium-Power-Satellit oder auch Hybrid-Satellit, der pro Transponder mit nur 50 Watt auskam. Auf ihm konnten bis zu sechszehn Transponder für ebenso viele Fernsehprogramme untergebracht werden. Bisherige direktstrahlende Fernsehsatelliten (Direct Broadcasting Satellites, kurz DBS) konnten nur fünf Kanäle ausstrahlen, was sie extrem unwirtschaftlich machte. Für den Empfang der Signale eines Hybrid-Satelliten reichte eine Satellitenschüssel mit einem Durchmesser von 60 cm aus.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Beschreibt die Entstehung der Marktmacht von ASTRA und stellt die Frage, warum eine effektive Regulierung und Aufsicht bisher ausgeblieben ist.

1. Astras Weg zum Monopol: Analysiert die Gründungsgeschichte von SES, die Konflikte mit Konkurrenten wie Eutelsat und die umstrittene Praxis der Transpondervergabe.

2. Die rechtlichen Rahmenbedingungen des Satellitenfernsehens: Beleuchtet die Entwicklung des europäischen Rundfunkrechts, insbesondere der "Fernsehrichtlinie" von 1989, und den Einfluss des Maastricher Vertrages.

3. Chancen einer europäischen Medienaufsicht: Diskutiert die theoretischen Grundlagen der Rundfunkfreiheit, verschiedene Organisationsmodelle sowie die praktischen Hürden für eine europäische Kontrolle.

4. Zusammenfassung und Resümee: Zieht das Fazit, dass eine institutionalisierte europäische Aufsicht unwahrscheinlich bleibt und der Wettbewerb durch neue Akteure die wirksamere Antwort auf das ASTRA-Monopol darstellt.

Schlüsselwörter

ASTRA, SES, Satellitenfernsehen, Medienaufsicht, Europäische Union, Rundfunkfreiheit, Medienpolitik, Monopol, Transpondervergabe, Fernsehrichtlinie, Meinungspluralismus, Eutelsat, Regulierung, Medienkonzentration, Rundfunkrecht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die marktbeherrschende Stellung des privaten Satellitenbetreibers SES (ASTRA) und untersucht, warum bisher keine effektive europäische Kontrolle stattgefunden hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Gründungsgeschichte von ASTRA, die wettbewerbsrechtlichen Probleme bei der Transpondervergabe, die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-Fernsehrichtlinie und die Möglichkeiten einer grenzüberschreitenden Medienaufsicht.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Regulierungsbedarf im europäischen Satellitenfernsehen darzulegen und Wege aufzuzeigen, wie eine effektive Kontrolle zum Schutz der Meinungsvielfalt gestaltet werden könnte.

Welche methodischen Ansätze werden in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit verfolgt einen politikwissenschaftlichen Ansatz, greift auf bestehende Fachliteratur zurück und bezieht schriftliche sowie mündliche Informationen von Experten aus Politik, Medienaufsicht und Journalismus ein.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Entstehungsgeschichte von ASTRA, der rechtlichen Entwicklung der europäischen Medienpolitik, den theoretischen Modellen der Rundfunkfreiheit und den Vor- und Nachteilen einer europäischen Aufsicht.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Die zentralen Begriffe umfassen ASTRA, Satelliten-Monopol, Medienaufsicht, Rundfunkfreiheit, EU-Fernsehrichtlinie und Transpondervergabe.

Warum spielt die Transpondervergabe eine so kritische Rolle für die SES?

Die Praxis der SES, Kanäle bevorzugt an große Medienmultis zu vergeben, gefährdet den Wettbewerb und die Chancen kleinerer Sender, was die Notwendigkeit einer staatlichen oder überstaatlichen Kontrolle unterstreicht.

Welche Bedeutung kommt dem Maastricher Vertrag in dieser Analyse zu?

Der Maastricher Vertrag wird als wichtiger Ansatzpunkt für die EU gesehen, Kompetenzen im Bereich der Kulturpolitik zu erlangen, die eine künftige Medienregulierung überhaupt erst ermöglichen könnten.

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Details

Title
Der Fernsehsatellit ASTRA und die Notwendigkeit einer europäischen Kontrolle
College
University of Hamburg  (Institut für Politische Wissenschaften)
Course
Hauptseminar "Politik im Kommunikationsraum Europa"
Grade
2
Author
Bert Rösch (Author)
Publication Year
1996
Pages
35
Catalog Number
V42688
ISBN (eBook)
9783638406727
Language
German
Tags
Fernsehsatellit ASTRA Notwendigkeit Kontrolle Hauptseminar Politik Kommunikationsraum Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bert Rösch (Author), 1996, Der Fernsehsatellit ASTRA und die Notwendigkeit einer europäischen Kontrolle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42688
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