Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht in der Klärung der Frage, wie Gebäude gemeinhin in der Handels- und Steuerbilanz zu bewerten sind und wo Bewertungsschwierigkeiten auftreten. Dabei soll der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt werden. Sprich von der Zugangsbewertung bis hin zum Ausscheiden des Gebäudes aus dem Betriebsvermögen. Dadurch ist es möglich die einzelnen Bewertungsbereiche dahin gehend zu untersuchen, ob Unterschiede zwischen der handels- und steuerrechtlichen Gebäudebilanzierung bestehen und an welchen Stellen etwaige Differenzen auftreten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Bestimmung des Gebäudebegriffs
2.2 Abgrenzung gegen andere Vermögensgegenstände und Wirtschaftsgüter
2.3 Ansatzvoraussetzungen
3. Bewertung von Gebäuden in Handels- und Steuerbilanz
3.1 Zugangsbewertung
3.1.1 Anschaffungskosten
3.1.2 Bilanzieller Ansatz zu Herstellungskosten
3.1.2.1 Bestimmung der Herstellungskosten
3.1.2.2 Abgrenzung von nachträglichen Herstellungskosten zu Erhaltungsaufwendungen
3.2 Folgebewertung
3.2.1 Planmäßige Abschreibung
3.2.1.1 In der Handelsbilanz
3.2.1.2 In der Steuerbilanz
3.2.2 Außerplanmäßige Abschreibung und Wertaufholung
3.2.2.1 Handelsbilanzielle Behandlung
3.2.2.2 Steuerbilanzielle Behandlung
3.3 Behandlung nachträglicher Herstellungskosten
3.4 Ausscheiden von Gebäuden aus dem Betriebsvermögen
4. Besondere Bilanzierungsfragen
4.1 Anschaffungsnahe Herstellungskosten
4.2 Bilanzielle Behandlung des Gebäudeabbruchs
4.3 Miete, Pacht und Leasing von Gebäuden
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die handels- und steuerbilanzielle Bewertung von Gebäuden bei Einzelunternehmen über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu analysieren, um Bewertungsunterschiede und Problemfelder in der Praxis zu identifizieren und zu klären.
- Grundlagen zur Bestimmung des Gebäudebegriffs und der Ansatzvoraussetzungen
- Systematik der Zugangsbewertung (Anschaffungs- und Herstellungskosten)
- Methodik der Folgebewertung einschließlich Abschreibung und außerplanmäßiger Wertminderungen
- Abgrenzung von nachträglichen Herstellungskosten zu Erhaltungsaufwand
- Spezielle Fragestellungen wie anschaffungsnahe Herstellungskosten, Gebäudeabbruch sowie Miete und Leasing
Auszug aus dem Buch
3.1.2.2 Abgrenzung von nachträglichen Herstellungskosten zu Erhaltungsaufwendungen
Eine wichtige Rolle spielt die Differenzierung zwischen nachträglichen Herstellungskosten und Erhaltungsaufwand. Während Erhaltungsaufwendungen erfolgswirksam und gewinnmindernd, also als Betriebsausgaben zu berücksichtigen sind, ist nachträglicher Herstellungsaufwand aktivierungspflichtig. Durch die vorgeschriebene Aktivierung können sich die Abschreibungssätze sowie die Nutzungsdauer eines bestehenden Gebäudes erhöhen, was wiederum Einfluss auf die Steuerbelastung hat. Es ist daher unerlässlich, die beiden Begriffe voneinander abzugrenzen. Nach Meinung von Schubert/Hutzler ist dies in der Theorie relativ einfach. Demnach sind alle baulichen Maßnahmen, die nicht dem HK-Begriff des § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB entsprechen, als Erhaltungsaufwand einzustufen. In der Praxis bereitet die Abgrenzung jedoch häufig Schwierigkeiten.
Wird ein bisher noch nicht existierendes Gebäude erstellt, d. h. handelt es sich um die Erstherstellung eines Gebäudes, so stellt sich die Abgrenzungsfrage wohl kaum. Problematischer ist es allerdings, wenn es sich um Baumaßnahmen an bereits bestehenden Gebäuden handelt. Oft wird in diesem Zusammenhang von Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen gesprochen. Nachträgliche Herstellungskosten können nach Maßgabe und Wortlaut des § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB durch verschiedene Szenarien entstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bilanzierungsthematik von Gebäuden bei Einzelunternehmen ein und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Grundlagen: Hier werden die zivil- und bilanzrechtliche Definition eines Gebäudes sowie die Kriterien für dessen Ansatz im Betriebsvermögen erörtert.
3. Bewertung von Gebäuden in Handels- und Steuerbilanz: Dieses Kapitel erläutert detailliert die Zugangsbewertung durch Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie die laufende Folgebewertung mittels planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen.
4. Besondere Bilanzierungsfragen: Der Abschnitt adressiert komplexe Themen wie anschaffungsnahe Herstellungskosten, die bilanzielle Behandlung bei Gebäudeabbrüchen sowie die steuerliche Handhabung von Miete, Pacht und Leasing.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses abschließende Kapitel resümiert die erarbeiteten Erkenntnisse zu den Bewertungsschwierigkeiten und gibt einen Ausblick auf weitere Bilanzierungsaspekte außerhalb des Fokus dieser Arbeit.
Schlüsselwörter
Gebäudebilanzierung, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Erhaltungsaufwand, Abschreibung, AfA, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Nutzungsdauer, Wertminderung, Teilwert, Gebäudeabbruch, Mietkauf, Leasing, Betriebsvermögen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit behandelt die handels- und steuerrechtliche Bilanzierung von Gebäuden, die sich im Betriebsvermögen von Einzelunternehmen befinden.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Gebäudeabgrenzung, die Zugangsbewertung, die planmäßige und außerplanmäßige Folgebewertung sowie die Abgrenzung zwischen Herstellungs- und Erhaltungsaufwand.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, zu klären, wie Gebäude im Lebenszyklus zu bewerten sind, wo bilanzielle Schwierigkeiten entstehen und ob Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz existieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine deskriptive Analyse auf Basis relevanter Rechtsgrundlagen des HGB und EStG unter Berücksichtigung von BMF-Schreiben, aktueller Rechtsprechung sowie einschlägiger Fachliteratur.
Was ist der Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Zugangsbewertung, die Folgebewertung und spezielle Bilanzierungsfragen wie den Umgang mit Abbruchkosten oder Leasingmodellen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Gebäudebilanzierung, Anschaffungs- und Herstellungskosten, Erhaltungsaufwand, Abschreibungsmethoden und die Differenzierung zwischen Handels- und Steuerbilanz.
Welche Rolle spielen "anschaffungsnahe Herstellungskosten"?
Diese stellen eine steuerrechtliche Sonderregelung dar, durch die Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen innerhalb der ersten drei Jahre nach Anschaffung aktiviert werden müssen, sofern sie 15 Prozent der ursprünglichen Anschaffungskosten übersteigen.
Wie unterscheidet sich die Bilanzierung von Betriebsvorrichtungen von der von Gebäuden?
Betriebsvorrichtungen sind selbstständige Wirtschaftsgüter und werden nicht über die pauschalen Sätze für Gebäude (z.B. 3% oder 2% nach EStG), sondern gemäß ihrer individuellen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.
- Citation du texte
- Daniel Büdel (Auteur), 2018, Handels- und steuerrechtliche Bilanzierung von Gebäuden bei Einzelunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427096