Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Der Kriminalroman im Dritten Reich. Eine Waffe für und gegen das Regime

Am Beispiel: "Strogany und die Vermissten" von Adam Kuckhoff und Peter Tarin

Title: Der Kriminalroman im Dritten Reich. Eine Waffe für und gegen das Regime

Term Paper , 2018 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Chiara Michel (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ich möchte in dieser Arbeit erörtern, warum „Strogany und die Vermißten“ als „der ungewöhnlichste Kriminalroman, der während des Zweiten Weltkrieges in Deutschland veröffentlich wurde“ (Ansgar Warner: Kommentar zum Roman), bezeichnet wird und inwieweit diese Aussage zutrifft. Außerdem stellt sich mir die Frage, weshalb der Roman vor den Augen des NS Regierungsapparat bis zuletzt unentdeckt blieb. Wie haben die beiden Autoren es geschafft, unbemerkt so viele regimekritische Elemente in ihrem Text zu verarbeiten und welche Rolle spielt dabei Bertolt Brecht? Für mich ist aber auch interessant, inwiefern das Regime selbst Kriminalromane für ihre propagandistischen Zwecke nutzte.

Um all diese Fragen zu beantworten, werde ich mich zunächst dem Kriminalroman allgemein zuwenden. Mein Hauptaugenmerk werfe ich dabei darauf, wie dieser von einem reinen Unterhaltungsmedium zu einem propagandistischen Instrument weiterentwickelt wurde und welche Motive und Merkmale ein von den Kulturlenkern des Nazionalsozialistischen-Regimes beeinflusster Kriminalroman aufweist. Dies ist vor allem wichtig, um später die Sonderstellung des Textes „Strogany und die Vermißten“ zu verdeutlichen.

Der Schwerpunkt der Hausarbeit soll auf der Kriminalliteratur des Dritten Reiches liegen, da diese Zeit von der Literaturforschung häufig ausgeklammert wird und der Eindruck entstehen könnte, es wäre keine Kriminalliteratur verfasst worden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entwicklung des Kriminalromans

2.1 Der Kriminalroman als Unterhaltungsmedium

2.2 Der Kriminalroman im Dritten Reich

2.2.1 Die Entwicklung des Kriminalromans zur Propagandawaffe

2.2.2 Motive und Merkmale des Kriminalromans im Dritten Reich

3 Gegen das Regime

3.1 Die „Rote Kapelle“

3.1.1 Peter Tarin alias Edwin Tietjens

3.1.2 Adam Kuckhoff

3.2 „Strogany und die Vermissten“ – Ein Kriminalroman

3.2.1 Ein zeitkritischer Detektivroman?

3.2.2 Unterschiede zur „gelenkten“ Kriminalliteratur des Dritten Reiches

3.2.3 Die versteckten Botschaften

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern der Kriminalroman „Strogany und die Vermissten“ von Adam Kuckhoff und Peter Tarin als zeitkritische Literatur im Nationalsozialismus fungierte und wie es den Autoren gelang, regimekritische Botschaften unbemerkt durch Zensur und Gleichschaltung zu transportieren.

  • Entwicklung und Instrumentalisierung der Kriminalliteratur im NS-Regime
  • Die Rolle der „Roten Kapelle“ als Widerstandskontext
  • Analyse von „Strogany und die Vermissten“ als zeitkritischer Detektivroman
  • Vergleich zwischen staatlich gelenkter Literatur und antifaschistischen Texten
  • Anwendung der Theorie von Bertolt Brecht zum Schreiben der Wahrheit

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Die versteckten Botschaften

„Tatsächlich kann ein hohes literarisches Niveau einer Aussage als Schutz dienen. Oft allerdings erweckt es auch Verdacht. Dann kann es sich darum handeln, daß man es absichtlich herabschraubt. Das geschieht z.B., wenn man in der verachteten Form des Kriminalromans an unauffälligen Stellen Schilderungen übler Zustände einschmuggelt“

Mit diesen Worten bietet Bertolt Brecht in seinem Artikel über „Die fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit“, die perfekte Plattform: Den Kriminalroman. Laut Brecht muss man folgende Eigenschaften besitzen: Den Mut, die Wahrheit zu schreiben, die Klugheit, sie zu erkennen, die Kunst, sie als Waffe einzusetzen, das Urteilsvermögen, auszuwählen, wer damit umgehen kann und die List sie unbemerkt zu verbreiten. Wir können zwar nicht mit Sicherheit sagen, dass sich die beiden Autoren, die Worte Brechts zum Vorbild gemacht haben, dennoch lassen das einige im Roman verfasste Aussagen vermuten.

Schon das bereits in der Einleitung zitierte Vorwort, erregt beim reflektierten Leser Aufmerksamkeit. Es ist die Rede von „Erlebnissen und Erfahrungen […], die man nur sagen kann, wenn man sich freier gehen lässt“ und man möchte dem Leser „ein Stück Wirklichkeit mehr“ hinterlassen. Ungewöhnliche Worte, um einen Kriminalroman einzuleiten.

Ungewöhnlich geht es auch weiter: Es ist von „revolutionären Ideen“ die Rede und Fürst Bronsky, der im späteren Verlauf der Handlung als anarchistischer Propagandist enttarnt wird, vergleicht die Arbeit Stroganys mit einer „Jagd auf Menschen“. Wie der Herausgeber der neuen Ausgabe Ansgar Warner rausgefunden hat, „ist sogar ein Zitat des italienischen Antifaschisten Benedetto Croce“ im Roman verwendet worden. Immer wieder trifft der Leser auf Hinweise zeitkritischen Gedankenguts.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Werk „Strogany und die Vermissten“ vor und formuliert die Forschungsfrage bezüglich seiner Rolle als ungewöhnlicher, regimekritischer Kriminalroman.

2 Die Entwicklung des Kriminalromans: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel des Kriminalromans von der Unterhaltungsliteratur zum propagandistischen Instrument des NS-Regimes.

3 Gegen das Regime: Der Hauptteil beleuchtet den Widerstandskontext der „Roten Kapelle“ und analysiert den Roman als subversive, zeitkritische Detektivgeschichte mit versteckten Botschaften.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kriminalliteratur im Dritten Reich sowohl propagandistisch instrumentalisiert als auch als Medium für antifaschistische Kritik genutzt wurde.

5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Forschungsliteratur sowie Lexika zur wissenschaftlichen Arbeit.

Schlüsselwörter

Kriminalroman, Drittes Reich, Widerstand, Rote Kapelle, Propaganda, Zensur, Strogany und die Vermissten, Adam Kuckhoff, Peter Tarin, Antifaschismus, Literaturwissenschaft, Detektivroman, Bertolt Brecht, NS-Regime, Unterhaltungsliteratur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Kriminalromane während der Zeit des Nationalsozialismus sowohl als Propagandainstrument des Staates als auch als Medium für getarnten Widerstand genutzt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Kriminalliteratur unter dem NS-Regime, der Analyse von Widerstandsstrukturen wie der „Roten Kapelle“ und der Interpretation von „Strogany und die Vermissten“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass „Strogany und die Vermissten“ ein zeitkritischer Roman ist, der trotz der Zensur antifaschistische Botschaften verarbeitete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen und theoretischer Ansätze, etwa von Bertolt Brecht, durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Kriminalliteratur im NS-Reich, eine biografische Einordnung der Autoren und eine detaillierte textimmanente Analyse des Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem NS-Regime, Kriminalroman, Widerstand, Propagandawaffe, Antifaschismus und Literaturpolitik.

Warum blieb der Roman „Strogany und die Vermissten“ lange Zeit unentdeckt?

Die Autoren nutzten das Image des Kriminalromans als „minderwertige“ Unterhaltungsliteratur, um ihre regimekritischen Inhalte unter dem Radar der Zensur zu verbreiten.

Welche Rolle spielt Bertolt Brecht für die Argumentation der Autorin?

Die Autorin verwendet Brechts Aufsatz „Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit“ als theoretisches Gerüst, um die List der Autoren bei der Verbreitung ihrer Botschaften zu erklären.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Der Kriminalroman im Dritten Reich. Eine Waffe für und gegen das Regime
Subtitle
Am Beispiel: "Strogany und die Vermissten" von Adam Kuckhoff und Peter Tarin
College
University of Hagen  (Kulturwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Chiara Michel (Author)
Publication Year
2018
Pages
25
Catalog Number
V427277
ISBN (eBook)
9783668713390
ISBN (Book)
9783668713406
Language
German
Tags
Literatur Kriminalroman Strogany und die Vermissten Adam Kuckhoff Peter Tarin Drittes Reich Krimi Kulturwissenschaften Regime Nationalsozialismus Kriminalliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chiara Michel (Author), 2018, Der Kriminalroman im Dritten Reich. Eine Waffe für und gegen das Regime, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427277
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint