Beleg zum schulpädagogischen Blockpraktikum


Praktikumsbericht / -arbeit, 2004
41 Seiten, Note: Alle Testate erhalten!

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Praktikumsschule

2. Die Praktikumsklasse
2.1. Stundenplan

3. Der Unterricht
3.1. Unterrichtsprotokolle
3.1.1. Deutsch + Auswertung
3.1.2. Mathematik
3.1.3. Kunsterziehung
3.1.4. Ethik
3.1.5. Englisch + Auswertung

4. Eigene Unterrichtsversuche
4.1. Deutsch
4.2. Mathematik
4.3. Heimat- und Sachkunde
4.4. Deutsch

5. Praktikumsreflexion

6. Literaturverzeichnis

7. Bestätigung des Schulleiters über die Durchführung des Praktikums

8.Anlagen

1. Die Praktikumsschule

Die Adam-Ries Grundschule besteht seit 1976 zunächst unter dem Namen „Julian-Marchlewski Schule“ als polytechnische Oberschule für die Klassen 1 bis 10. 1992 wurde sie zur Grundschule umfunktioniert und auf den Namen „Adam-Ries-Schule“ umbenannt.

Die Schule liegt in einem großen Neubaugebiet, welches stark befahren ist. Zurzeit ist die angrenzende Straße aufgrund einer Baustelle gesperrt. Statt des Verkehrslärmes werden die Kinder jetzt mit Baustellenlärm beschallt.

Von einer „Lage im Grünen“ fehlt jede Spur, wobei man sich große Mühe gibt den Kindern das öde Betonschulgelände attraktiver zu gestalten. Hierfür wurde hinter der Schule ein großes Biotop errichtet, was im Sommer eine Mittagsruhe im Freien zulässt.

Um Bezug zu den Schulnamen zu nehmen, wurden in den einzelnen Etagen kleinere Materialsammlungen über Adam Ries und die damalige Zeit zusammengestellt. Neben einer alten Schulbank mit den damaligen Utensilien und Kleidung aus der Zeit, findet man auch viele biografische Dinge des Mathematikers.

Auf die Musik wird viel Wert gelegt. Die Kinder sollen an das Musizieren herangeführt werden, indem sie beispielsweise schon in der ersten Klasse Flöte spielen erlernen können. Die Schule ist der festen Überzeugung, dass so der Umgang miteinander harmonischer wird und die Kinder auch weniger Zeit haben, gewalttätige Gedanken zu entwickeln. Viele Kinder bauen die Musik auch in ihrer Freizeit aus, indem sie verschieden Musikschulen oder Tanzschulen besuchen. Das Musizieren macht sich auch in den Arbeitsgemeinschaften bemerkbar. Es gibt unter anderen einen Chor, eine Theatergruppe, einen Flöten- und einen Keyboardkurs. Natürlich werden durch die AGs noch andere Bereiche abgedeckt. So wird noch Englisch, Handball, Computer und einiges mehr angeboten. Die Schule trägt jedes Jahr den Adam-Ries-Wettbewerb für die Grundschulen in Zwickau aus. Ein Kind aus meiner Beobachtungsklasse führt seit drei Jahren den Schulrekord mit vollen Punktzahlen in jedem Wettbewerb an. Viel Wert wird neben Mathematik auch auf Sport gelegt. Meine Praktikumsschule ist amtierender „2-Völker-Ball“-Meister.

Die Schule möchte den Kindern vier schöne Jahre mit möglichst viel Entspannung und Ruhe ermöglichen. Eine Basis für dieses Vorhaben stellt die Disziplin im Klassenraum und im Schulgebäude dar. Die Kinder haben strenge Regeln, an die sie sich halten müssen, damit ein reibungsloser Ablauf garantiert ist. Das klingt aber viel schlimmer, als es sich in der Praxis erweist. Die Schule beginnt um 8 Uhr. Eine Viertelstunde vorher schließt die Direktorin persönlich die Eingangstür auf und begrüßt jedes Kind mit einem Händedruck. Danach begeben sich die Schüler in ihr Klassenzimmer, um dort ihren Schulranzen abzustellen. Somit müssen die Kinder die schweren Bücher nicht von Zimmer zu Zimmer tragen, sondern können nur die Sachen des jeweiligen Faches mitnehmen. Bei der Zimmerplanung wurde darauf geachtet, dass die Kinder nur selten wechseln müssen. Lediglich für den Werk,- Kunst,- Musik,- und Religionsunterricht gehen sie in ein anderes Zimmer und das nur nach dem Vorklingeln, was immer fünf Minuten vor Stundenklingeln ertönt. In der ersten großen Pause von 9:40-10:00 Uhr ist Frühstückspause. Nur in dieser Pause dürfen die Kinder essen. Von 11:45-12:00 Uhr ist dann Mittagspause. In dieser Pause müssen alle Kinder, die nicht im Speisesaal zu Mittag essen, auf den Hof zur Hofpause. Die Schule wird jeden Mittag von einer Großküche beliefert und dann fungiert die Hausmeisterin als ‚Essensfrau‘ und teilt im sich im Keller befindlichen Speisesaal die Portionen aus. In beiden großen Pausen ist außerdem die hauseigene Bücherei geöffnet, in der man einfach nur lesen oder sich Bücher ausleihen kann. Wer also keine Lust auf Schulhof hat, kann in die Bücherei gehen.

Um die Aufmerksamkeit der Kinder aufrecht zu erhalten, finden während des Unterrichts Bewegungs- und Entspannungsübungen statt. Dadurch wird versucht, den langen Sitzphasen entgegenzuwirken.

Weiterhin steht die Methode der Vielfalt im Vordergrund. Die Lehrer sollen nicht eingeengt und zu differenzierten Arbeiten ermutigt werden.

Ob Plan-, Frei-, Werkstatt – oder Partnerarbeit, die Kinder sollen zu Selbstständigkeit und Selbstkontrolle erzogen werden. So ist man zum Beispiel stolz auf das einmal im Jahr stattfindende projektorientierte Lernen, bei dem die Klassen für 4 Tage aufgelöst werden und jedes Kind sich seiner Interessengruppe zuordnen kann. Am 5.Tag werden dann die Ergebnisse der jeweiligen Projektgruppe vor der Klasse präsentiert.

Probleme bereitet immer noch die Zuteilung der Schüler bezüglich des Einzugsgebietes. Da in dem Stadtteil, wo sich meine Praktikumsschule befindet, eine zweite Grundschule, die „Goetheschule“ dicht in der Nähe liegt, wurde eine Regelung getroffen laut der alle Kinder, die rechts der Hauptstraße wohnen in die „Goetheschule“ gehen müssen und die linksseitig wohnenden Kinder in die „Adam-Ries-Schule“.

Einen Hort gibt es in der Schule nicht. Hierfür gehen die Kinder in die angrenzenden Kinderhäuser, die eine sehr gute Betreuung bei den Hausaufgaben und der Freizeitgestaltung gewährleisten. Ein neuer Service in den Kinderhäusern ist, dass Physio,- Ergotherapeut und Logopäde in die Einrichtung kommen.

2. Die Praktikumsklasse

Meine Praktikumsklasse war die Klasse 4a der „Adam-Ries-Grundschule“ in Zwickau.

Da ich mein Orientierungspraktikum bereits an der gleichen Einrichtung absolviert habe, bot es sich an, in die gleiche Klasse, wie das Jahr zuvor zu gehen. So konnte ich die Entwicklung ein Stück weit erkennen und hatte keine Startschwierigkeiten.

Meine Praktikumsklasse wurde nach der 2.Klasse aus 2 zweiten Klassen zusammengesetzt. Ein Grund für den Zusammenschluss waren einige Abgänge in andere Schulen und ein Wechsel innerhalb der Schule in die sogenannten LRS-Klassen. Kinder, bei denen eine LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) diagnostiziert wird, werden nach der 2.Klasse in eine Spezialklasse versetzt, in der sie gezielte Förderung erhalten.

Jetzt lernen 26 Kinder in der Klasse 4a, davon 15 Mädchen und 11 Jungen. Die meisten Kinder kommen aus dem angrenzenden Neubaugebiet, wobei der größte Teil in einem Hochhaus wohnt. Das soziale Umfeld der Kinder ist mittelmäßig bis sozial schwach. In der Klasse befinden sich zwei Mädchen mit russischer Abstammung, was man aber nur am Dialekt erkennt. Von den schulischen Leistungen her gesehen, gehören die beiden in die Spitzengruppe. Das Lernniveau ist gut bis befriedigend. Natürlich gibt es einzelne Schüler, denen es sehr schwer fällt. Auffällig ist, das Kinder aus kinderreichen Familien und die Kinder, die im Heim wohnen, eher lernschwach sind und das Klassenniveau so senken. Untereinander sind die Schüler sehr loyal und hilfsbereit. Gruppenarbeit und Stillarbeit ist in der Klasse kein Problem, weil es von Beginn an feste Regeln gibt, an die sich alle zu halten haben. So gibt es einen Klassensprecher für die Jungen und eine Klassensprecherin für die Mädchen, die die Geschlechterkonflikte regeln und bei der Lehrerin vorsprechen, wenn es Probleme gibt. Der Sitzplan wurde von der Lehrerin nachträglich korrigiert, nachdem die von den Kindern gewählte Sitzordnung zu Unruhe führte. Arbeitsanweisungen meinerseits wurden sofort verstanden und ausgeführt.

Ein gravierendes Problem gab es zu Beginn der Klasse 3 mit einem Mädchen, dessen Vater aus Kenia kommt. Die Kinder schlossen sie aus der Gemeinschaft aus und erkannten sie nicht als vollwertig an. Das Problem eskalierte, als 4 Mitschüler/innen dem Mädchen nach der Schule auflauerten und es verprügelten. Hier merkt man zum einen ganz deutlich das enorme Gewaltpotential der Kinder eines Ballungsgebietes und zum anderen die meist vom Elternhaus vorgelebte Abneigung gegen Menschen anderer Hautfarbe. Heute ist das Mädchen eingegliedert und ein Stück der Klassengemeinschaft.

Die Klasse ist sehr aufgeschlossen für neue Methoden im Unterricht. Die Lehrerin hat den Kindern von Anfang an die verschieden Handlungs- und Sozialformen beigebracht, was das Arbeiten für mich sehr erleichtert hat. Ich war über die Disziplin positiv überrascht. Die Kinder lieben ihre Lehrerin und haben großen Respekt vor ihr. Trotzdem steht sie nie mit dem ‚erhobenen Zeigefinger‘ vor der Klasse, sondern redet sehr viel mit den Schüler und erreicht sie so mehr, als andere Lehrer.

Einen Jungen möchte ich hier noch erwähnen. *Rick ist neben seinem Freund *Lukas der Kleinste und Schwächste in der Klasse. Trotz vieler Hänseleien und Sticheleien behauptet er sich in der Klasse durch ein Talent, was ihm in der Zukunft noch viel Nutzen bringen wird. Er ist hochbegabt im Fach Mathematik. Er hat immer eine 1 in dem Fach und gewinnt jeden Mathematikwettbewerb, an dem er teilnimmt. Obwohl er erst die vierte Klasse besucht, rechnet er zu Hause schon Brüche zusammen und kann bereits Wurzeln ziehen. Leider hat er auf anderen Gebieten starke Defizite, wie zum Beispiel in der Feinmotorik und in der Sprache. Er ist der Schlechteste in Sport und Deutsch und aufgrund seiner spastisch wirkenden Bewegungen stößt er oft auf Kritik. Mir ist aufgefallen, dass er eine große Narbe am Kopf hat. Auf meine Frage, woher die stammt, meinte er, dass er eine Platte im Kopf hat, weil er mal einen Unfall hatte. Die Lehrerin konnte mir jedoch auch keine weiteren Auskünfte erteilen.

Besonders verhaltensauffällig ist auch ein Mädchen namens *Anne, die jeden Tag zwei Tabletten Ritalin nehmen muss. Trotzdem ist sie mir sehr positiv aufgefallen. War sie in Klasse 3 noch sehr unkonzentriert, inaktiv und negativ eingestellt, wenn es um Schule ging, so ist sie jetzt in Klasse 4 sehr konzentriert, aktiv und hat ihre Meinung bezüglich Schule überdacht. Dies macht sich in den Noten bemerkbar. Sie hat sich in Mathe und Deutsch von einer 4 auf eine 2 gesteigert.

*Namen geändert

2.1. Stundenplan:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Der Unterricht

3.1. Unterrichtsprotokolle

3.1.1. Deutsch

Deutsch/Lesen, 3.Stunde, 14.09.2004, Klassenzimmer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auswertung:

Die Stunde war sehr gelungen. Besonders gut fand ich den Bezug zu meiner Stunde zuvor (siehe Eigene Unterrichtsversuche 4.4. Deutsch). Da die Lehrerin meiner Stunde nicht beiwohnte, konnte sie mit Hilfe der gemeinsamen Wiederholung herausfinden was die Schüler aus meiner Stunde mitgenommen hatten. Alles in allen kann ich zu dieser Stunde nichts mehr hinzufügen, weil sie einfach perfekt an meine Stunde angeknüpft hat und das Wissen der Kinder gefestigt und erweitert hat.

3.1.2 Mathematik

Mathematik, 3.Stunde, 02.09.2004, Klassenzimmer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Beleg zum schulpädagogischen Blockpraktikum
Hochschule
Universität Erfurt
Note
Alle Testate erhalten!
Autor
Jahr
2004
Seiten
41
Katalognummer
V42738
ISBN (eBook)
9783638407045
Dateigröße
781 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um den Praktikumsbericht in Anschluss an mein 4-wöchiges Blockpraktikum für das Lehramt an Grundschulen. Besonders interessant dürften die Unterrichtsentwürfe sein!
Schlagworte
Beleg, Blockpraktikum
Arbeit zitieren
Nadine Pohlers (Autor), 2004, Beleg zum schulpädagogischen Blockpraktikum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42738

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