Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse und Kommentierung eines Artikels, der den Zustand Griechenlands in der Finanzkrise kommentiert. Quelle dessen ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und der Redakteur R. Hermann. Der Kommentar von Hermann trägt den Titel "Griechen ohne Staat". Dessen Hauptthema ist die Finanzkrise in Griechenland und weshalb diese nicht bewältigt werden kann.
Was mich zu dieser Wahl geführt hat, ist, dass es sich um ein aktuelles Thema handelt, dass in den letzten Jahren ganz Europa beschäftigt und deshalb auch oft in der deutschen Presse auftaucht. In einer Vielzahl von erschienenen Artikeln kann man beobachten, was für einen Eindruck deutsche Journalisten darüber haben. Das passiert auch bei den ausgewählten Artikel.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.Medien: Einfluss und Politische Macht
2.1 Die Medien heute
2.2 Die Medien als einflussreiches System
2.2.1 Wie erfolgt dieser Einfluss
2.2.2 Die politische Macht der Medien
3. Die Zeitung Frankfurter Allgemeine (FAZ)
3.1 Der Redakteur Rainer Hermann
4. Der Text: Griechen ohne Staat
4.1 Steuern als Diebstahl des Staats
4.2. Von innen keine Reformen zu erwarten
4.3 Analyse des Artikels
4.4 Ziel des Artikels
4.5 Leserkommentare
4.6 Analyse der Kommentare
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die mediale Darstellung der griechischen Finanzkrise in der deutschen Presse, am Beispiel eines Kommentars der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Ziel ist es, die sprachlichen Mittel, die kritische Argumentation des Journalisten sowie den Einfluss der Medien auf die Meinungsbildung und das öffentliche Bild Griechenlands zu analysieren.
- Die Rolle und Macht der Medien in der modernen Gesellschaft.
- Wirkmechanismen der Berichterstattung bei politischen Krisen (Framing).
- Kritische Analyse des FAZ-Artikels „Griechen ohne Staat“ von Rainer Hermann.
- Untersuchung der Leserkommentare als Spiegel der öffentlichen Wahrnehmung.
- Die wechselseitige Beziehung zwischen Journalismus, Politik und öffentlicher Meinung.
Auszug aus dem Buch
4.1 Steuern als Diebstahl des Staats
Griechenland ist eine Demokratie. Die Politik funktioniert dennoch anders als in den meisten Staaten Europas. Noch immer verhalten sich die Griechen, obwohl sie seit fast zwei Jahrhunderten unabhängig sind, wie Gefangene ihrer Geschichte. Und sie sehen in ihrem Staat den ungerechten und despotischen Steuereintreiber; viele nehmen die Steuern unverändert als Diebstahl des Staats an ihrem Erarbeiteten wahr. Wenig verbreitet ist in dem Land, in dem durch die Beratschlagung der Bürger in der Agora und der Polis unser Verständnis von Politik entstanden war, der Gedanke vom Gemeinwohl, dem sich alle verpflichten. Einzelinteressen haben Vorrang. Ein Teufelskreis: Ohne ausreichende Einnahmen kann der Staat seine Aufgaben nicht erfüllen; daher sind die Schulen und die medizinische Versorgung schlecht. Wenn die Menschen im Staat keinen Nutzen für sich erkennen, sind sie noch weniger bereit, ausreichend Steuern zu zahlen.
In Wirklichkeit beutet nicht der griechische Staat seine Bürger aus, vielmehr melken diese Bürger den ungeliebten Staat. Stets gewannen die politischen Parteien Wahlen, indem sie Gefolgsleute im Staatsdienst versorgten; die Folge war ein beispiellos aufgeblähter Staatsapparat mit einer ausufernden Bürokratie. Zudem bewirkte die Verfilzung der Politik mit den Reichen, dass der Mittelstand und die Privatwirtschaft die Steuerlast tragen. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Politik bisher nicht zu radikalen Strukturreformen, die Effizienz und Innovation erzeugt hätten, in der Lage gewesen. Schon gar nicht ist es die Regierung Tsipras mit ihrem linksradikalen Programm. Alle Rettungsprogramme drehten weiter an der Steuerschraube; nur wenige tragen aber die Steuerlast. So blutet der einzige Teil der griechischen Gesellschaft aus, der das Land voranbringen könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des gewählten Zeitungsartikels und Darlegung des Forschungsinteresses bezüglich der medialen Darstellung der griechischen Finanzkrise.
2.Medien: Einfluss und Politische Macht: Theoretische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Rolle der Medien und deren Mechanismen zur Steuerung politischer Themen.
3. Die Zeitung Frankfurter Allgemeine (FAZ): Kurzvorstellung der FAZ als überregionale Tageszeitung sowie des Redakteurs Rainer Hermann.
4. Der Text: Griechen ohne Staat: Inhaltswiedergabe, sprachliche und inhaltliche Analyse des besprochenen Kommentars, inklusive einer Auswertung der zugehörigen Leserkommentare.
5. Schlusswort: Fazit über die Macht der Presse bei der Transformation von Nachrichten und die Bestätigung, dass die provokative Schreibweise das gewünschte Ziel der Leserlenkung erreicht hat.
Schlüsselwörter
Medien, Finanzkrise, Griechenland, Journalismus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Berichterstattung, Mediendemokratie, Framing, politische Macht, öffentliche Meinung, Reformen, Steuern, Klischees, Leserreaktion, Meinungsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch, wie die griechische Finanzkrise in deutschen Medien dargestellt wird und welche rhetorischen Mittel dabei zum Einsatz kommen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Macht der Medien in der Demokratie, die Rolle des Journalismus bei der Gestaltung des öffentlichen Bildes über Griechenland und die Analyse eines konkreten Kommentars.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Journalist durch eine spezifische, kritische Wortwahl die Meinung der Leser beeinflussen kann und ob die Berichterstattung über Griechenland ein verzerrtes Bild vermittelt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Inhaltsanalyse, die durch die Auswertung von Fachliteratur und quantitativer Leserkommentaranalyse unterstützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Medienmacht, eine Vorstellung der FAZ und des Redakteurs sowie eine detaillierte textimmanente Analyse des Artikels „Griechen ohne Staat“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienmacht, Framing, Griechenland, Finanzkrise und Meinungsbildung.
Welche Rolle spielt der Redakteur Rainer Hermann in dieser Analyse?
Rainer Hermann dient als Beispiel für einen Journalisten, der durch eine bewusst provokative und kritische Rhetorik die Leserschaft polarisiert und damit ein spezifisches Bild der griechischen Krise erzeugt.
Wie bewertet der Autor die Leserkommentare zum FAZ-Artikel?
Der Autor stellt fest, dass die Mehrheit der Leser die kritische Sichtweise des Journalisten stützt und lobt, während nur eine kleine Minderheit den Artikel als einseitig oder beleidigend empfindet.
- Arbeit zitieren
- Foteini Svarna (Autor:in), 2016, Die Medien als einflussreiches System. Griechenland in den deutschen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427388