Unterrichtsentwurf zum Thema "Entdeckungsfahrten. Ankommen und erster Kontakt"

Kamen die Spanier als Entdecker oder als Eroberer?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018
15 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Thema der Unterrichtssequenz und der Unterrichtsstunde

2. Unterrichtsbedingungen

3. Unterrichtsbezogene Sachanalyse

4. Didaktische Konstruktion

5. Kompetenzbezüge

6. Begründung der Lehr- und Lernstruktur – didaktische Entscheidung und methodische Umsetzung

7. Tabellarisch geplanter Unterrichtsverlauf

8. Arbeitsblätter zum Unterrichtsentwurf

9. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Thema der Unterrichtssequenz und der Unterrichtsstunde

Das Thema der Unterrichtsreihe, der dieser Entwurf einer Unterrichtsstunde angehört, lautet: „Entdeckungsfahrten – Fluch oder Segen?“, und beschäftigt sich mit der Ankunft der Spanier in Südamerika und deren ersten Kontakt mit den Eingeborenen. Die Leitfrage dieses Unterrichtsentwurfs ist: „Kamen die Spanier als Entdecker oder als Eroberer?“ Dabei soll die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Interessengruppen die Meinung zur Beantwortung der Leitfrage für die Schüler und Schülerinnen[1] nachvollziehbar machen und von einer Position zur n ächsten führen.

2. Unterrichtsbedingungen

Dem Unterrichtsentwurf voraus gehen die Unterrichtsstunden mit den Themen „Warum fuhren sie?“, „Vorbereitungen und Voraussetzungen“ und „Bedingungen auf See“. Die Unterrichtsreihe ist so aufgebaut, dass alle Einzelheiten der spanischen Entdeckungsfahrt, die zur Entdeckung Südamerikas führten, ebenso wie die Auswirkung auf die südamerikanischen Kulturen unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und erläutert werden. Die Vorkenntnisse zu diesem Unterrichtsentwurf sollten also ausreichend sein, um für die Einleitung des Unterrichtsentwurfes viel kreative Vorschläge zu haben und Ideen zu entwickeln, wie der erste Kontakt abgelaufen sein könnte. Die Arbeitsmittel für diesen Entwurf sind ein Smartboard oder OH-Projektor. Weiterhin in ausreichender Stückzahl vorhandene Arbeitsblätter, welche im Gliederungspunkt Nummer 8 “Arbeitsblätter zum Unterrichtsentwurf” aufgeführt sind. Außerdem eine Tafel und genug Platz, um die SuS in zwei Gruppen zu teilen.

3. Unterrichtsbezogene Sachanalyse

Der Schwerpunkt der Stunde ist das Kennenlernen der Motive der Spanier, mit welchen sie auf die Entdeckungsfahrten gingen und das Nachvollziehen des Wandels zu den Zielen, welche sich nach dem ersten Kontakt mit den Eingeborenen ergaben.. Die Frage nach den Motiven für die Eroberung wird in der Fachliteratur ausgiebig diskutiert. Da Europa zu dieser Zeit ein starkes Selbstbewusstsein hatte und die christliche Kultur spätestens seit den Kreuzzügen ein „aggressives Sendungsbewusstsein gegenüber anderen Kulturen“[2] zeigte, ist Beck davon überzeugt, dass die Europäer ihre Entdeckungsfahrten als Heilsbringer antraten. Ein Schreiben von Papst Alexander VI. enthält sogar wörtlich den Auftrag, die Bewohner der entdeckten Gebiete zum katholischen Glauben zu erziehen.[3] Da die Geldgeber für die Entdeckungsfahrten die Erwartung hatten, Gewinne zu erzielen, ist Beck gleichzeitig der Meinung, dass die Europäer neben dem Missionierungsgedanken vor allem Gold mitbringen wollten.[4] Eine hohe finanzielle Belastung trieb einige Monarchien zur Expansion, da Gold und Silber zum Beispiel für die Prägung neuer Münzen unablässig war und so wurde das Mitbringen von Gold ein wesentlicher Bestandteil der Entdeckungsfahrten.[5] Kritischere Historiker behaupten, wie zum Beispiel Arens, dass das Finanzielle immer im Vordergrund stand und das Christentum lediglich ein Instrument zur Legitimierung für Unterdrückung und Gewalt war.[6] Ebenso behauptet auch Straub, dass die Religion von Anfang an zur Legitimierung der militärischen Eroberung benutzt wurde.[7] Vermutlich war das Motiv tatsächlich eine Mischung aus dem christlichen Bedürfnis, andere Völker zum eigenen Glauben zu bekehren und Goldgier, wie auch Johnson schreibt: „Das riesige spanische Kolonialreich war eine seltsame Mischung aus Bekehrungseifer und herzloser Habgier“.[8]

4. Didaktische Konstruktion

Stundenablaufsplan nach Dietmar van Reeken:

1. Einstieg
2. Hypothesenbildung
3. Erarbeitung
4. Auswertung/Zwischensicherung
5. Auswertung/Ergebnissicherung

Bei dem Stundenentwurf handelt es sich um eine Stunde des problemorientierten Geschichtsunterrichts.[9] Die SuS bekommen keine fertigen Ansätze oder Ideen vorgegeben, stattdessen müssen sie die Quellen eigenständig und in Hinsicht auf eine Leitfrage bearbeiten. Die Motive für die Auswahl dieser Unterrichtsmethode sind der Kompetenzerwerb und das Wecken von Interesse für das Thema. Ziel der Stunde ist die Frage nach den Motiven der Spanier und die Entwicklung neuer Ziele nach dem ersten Kontakt. Die Lösungsansätze hierfür sollen die SuS, wie es im problemorientierten Unterricht vorgesehen ist, selbst formulieren. Zudem sollen die SuS sich in die beiden Interessengruppen hineinversetzen und ihre Ideen und Meinungen zu dem Thema, welche sie aus eigenen Erfahrungen und Vorwissen bilden sollen, einbringen. Das Zusammentreffen von zwei unterschiedlichen Kulturen und die damit auftretenden Konflikte sind vermutlich in der Gegenwartserfahrung der SuS verankert (welche durch Berichtserstattungen aus derzeitigen Krisenregionen ähnliche Eindrücke vermittelt bekommen) und lassen somit eine Verknüfung der eigenen Erfahrungen mit den historischen Problemen zu. Dadurch werden die geschichtsbezogenen Probleme für die SuS greifbar und führen zu einer Bindung zum Thema, woraus hoffentlich ein höheres Interesse resultiert. Außerdem helfen sie beim Aufbau einer historischen Identität.[10] Auch das Formulieren von Arbeitshypothesen, welche im Einstieg der Unterrichtseinheit aufgestellt werden sollen, ist Bestandteil des problemorientierten Unterrichts.[11] In gewisser Weise wird das Grundprinzip des exemplarischen Lernens in der Stunde angewandt, denn die

[...]


[1] Nachfolgend abgekürzt als „SuS“.

[2] Beck, Thomas: „Kolumbus Erben. Europäische Expansion und überseeische Ethnien im ersten Kolonialzeitalter 1414-1815“, Darmstadt 1992, S. 3.

[3] Vgl. Prem, Hanns J.: “Die Azteken. Geschichte, Kultur, Religion”, München, 1999, S. 106.

[4] Vgl. Beck (wie Anm. 2)

[5] Vgl. Straub, Eberhard: “Conquista. Amerika oder die Entdeckung der Menschenrechte”, Köln 1991, S. 18f.

[6] Vgl. Arens, Werner: “Die Indianer. Ein historisches Lesebuch”, München 1995, S.14.

[7] Vgl Straub (wie Anm. 5), S. 17.

[8] Johnson, William W.: “Cortez. Die Eroberung und Zerstörung des Aztekenreichs”, Wiesbaden 1979, S. 10.

[9] Uffelmann, Uwe, Problemorientierter Geschichtsunterricht, in: Bergmann, Klaus (Hrsg.): “Handbuch der Geschichtsdidaktik”, Seelze-Velber, 5. Aufl. 1997, S. 282.

[10] Vgl. Uffelmann (wie Anm. 9), S. 284.

[11] Vgl. Uffelmann (wie Anm. 9), S. 285.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf zum Thema "Entdeckungsfahrten. Ankommen und erster Kontakt"
Untertitel
Kamen die Spanier als Entdecker oder als Eroberer?
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Jahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V427547
ISBN (eBook)
9783668718371
ISBN (Buch)
9783668718388
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterricht, Schule, Didaktik, Entdeckung, Amerika, Christoph Kolumbus, Kontakt, Azteken, Spanien
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Unterrichtsentwurf zum Thema "Entdeckungsfahrten. Ankommen und erster Kontakt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427547

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