Diese Arbeit beinhaltet folgende Punkte: (1) Die Rolle der Mündlichkeit im frühen Zeitsprachenerwerb, (2) Grammatische Phänomene bei Gedichten für das Generative Schreiben, (3) Die Sprache der Lehrkraft unter Bezugnahme der Literatur und (4) Scaffolding nach Gibbons.
Inhaltsverzeichnis
1. Rolle der Mündlichkeit im frühen Zweitspracherwerb
2. Grammtisches Phänomen bei einem Gedicht für das Generative Schreiben
3. Die Sprache der Lehrkraft unter Bezugnahme der Literatur
4. Scaffolding nach Gibbons
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Aspekte der mündlichen Sprachvermittlung im Deutschunterricht für Zweitspracherwerbende (DaZ). Dabei liegt der Fokus auf der Bedeutung der Lehrkraft als sprachliches Vorbild sowie der Anwendung didaktischer Konzepte zur Förderung der Ausdrucksfähigkeit und kognitiven Entwicklung.
- Bedeutung mündlicher Kommunikation im frühen Zweitspracherwerb
- Kreative Methoden wie das Generative Schreiben
- Vorbildfunktion und Sprache der Lehrkraft
- Scaffolding als Unterstützungssystem im Unterricht
- Verbindung von Alltagssprache und Bildungssprache
Auszug aus dem Buch
4. Scaffolding nach Gibbons
Das englische Wort „scaffolding“ („Baugerüst“) wird in der sprachwissenschaftlichen und erziehungswissenschaftlichen Literatur unterschiedlich definiert. Gibbons greift die Metapher des „Baugerüsts“ auf und erklärt dahinterstehende Bedeutung wie folgt: „Scaffolding, in its non-metaphorical sense, is a temporary structure that builders use in the process of constructing a building.“ Scaffolding ist eine zeitlich begrenzte sprachliche Unterstützung, die von Erwachsenen in der Interaktion mit einem Kind verwendet wird. Mit der Metapher des Baugerüstes gesprochen bedeutet dies: „Wenn das Kind in der Lage ist, eine (sprachliche) Handlung selbstständig auszuführen, wird das stützende Gerüst entfernt.“
Pauline Gibbons bezeichnet es, übertragen auf den Zweitspracherwerb, als ein „Unterstützungssystem in Bezug auf einen sprachsensiblen Unterricht“. SuS, deren Muttersprache sich von der Unterrichtssprache unterscheidet, sollen demnach mit Hilfe des Scaffolding-Prinzips dazu angeleitet werden, sich auf der sprachlichen wie auch der fachlichen Ebene neue Unterrichtskonzepte, -inhalte und Fähigkeiten zu erarbeiten. SuS sollen darin unterstützt werden, selbst über sich hinaus zu wachsen, indem sie schwierigere Aufgaben bewältigen als solche, die für sie ohne Hilfe zu lösen sind. Als Voraussetzung muss demnach für die Lehrpersonen gelten, dass sie über die sprachlichen sowie fachlichen Kompetenzen ihrer SuS informiert sind, um die Lernenden gemäß ihrem Potential fördern zu können. Wird eine Unterrichtsstunde mit einer entsprechenden Interaktion geplant, so kann Scaffolding dazu verwendet werden, eine Brücke zu bauen zwischen dem aktuellen Lernstand der SuS und dem, was mit Unterstützung geleistet werden kann. Scaffolding ist eine temporäre Maßnahme zur Unterstützung, zeitlich begrenzt, um einem DAZ-Lerner zu helfen, sich neue Konzepte, Begriffe, Wissen etc. zu erschließen. Das „Wie“ steht vor dem „Was“. Durch Scaffolding erfährt der Lerner, wie er etwas machen kann (nicht nur, was er machen soll), damit er ähnliche Aufgaben später alleine bewältigen kann. Scaffolding ist zukunftsorientiert, denn was ein DAZ-Lerner heute mit Unterstützung schafft, kann er morgen vielleicht schon alleine bewältigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Rolle der Mündlichkeit im frühen Zweitspracherwerb: Dieses Kapitel erläutert die Herausforderungen der mündlichen Kommunikation und die Differenz zwischen Alltags- und Bildungssprache für DaZ-Lernende.
2. Grammtisches Phänomen bei einem Gedicht für das Generative Schreiben: Hier wird die Methode des Generativen Schreibens vorgestellt, die durch kreativen Umgang mit Texten hilft, grammatische Strukturen implizit zu erwerben.
3. Die Sprache der Lehrkraft unter Bezugnahme der Literatur: Das Kapitel beleuchtet die Rolle der Lehrkraft als sprachliches Vorbild und die Notwendigkeit einer klaren, bewussten Artikulation im Unterricht.
4. Scaffolding nach Gibbons: Dieses Kapitel definiert Scaffolding als zeitlich begrenzte Unterstützung zur Förderung der Selbstständigkeit und kognitiven Entwicklung von Lernenden im Zweitspracherwerb.
Schlüsselwörter
DaZ-Unterricht, Mündlichkeit, Scaffolding, Generatives Schreiben, Zweitspracherwerb, Lehrkraft, Vorbildfunktion, Sprachförderung, Bildungssprache, Unterrichtskommunikation, Grammatik, Phänomen, Lernprozess, Kompetenzaufbau, Sprachwahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktischen Ansätze und Rahmenbedingungen zur Förderung der mündlichen Sprachkompetenz im Deutschunterricht für Zweitspracherwerbende.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Bedeutung der Mündlichkeit, das Generative Schreiben, die Vorbildrolle der Lehrkraft sowie das Scaffolding-Konzept.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie DaZ-Lernende durch gezielte methodische Unterstützung und sprachbewusste Interaktion im Unterricht zum autonomen Handeln befähigt werden können.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf Konzepte wie die Zone der nächsten Entwicklung von Wygotski sowie die Scaffolding-Theorie von Pauline Gibbons.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur Mündlichkeit, praktische Ansätze des kreativen Schreibens und die didaktische Analyse der Lehrer-Schüler-Interaktion.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Scaffolding, Zweitspracherwerb, Sprachförderung, mündliche Kommunikation und fachsensibler Unterricht.
Wie unterscheidet sich die Alltagssprache von der Bildungssprache im DaZ-Kontext?
Die Alltagssprache dient der informellen Kommunikation, während die Bildungssprache komplexere kognitive Anforderungen stellt, die für schulischen Erfolg essenziell sind.
Welche Bedeutung hat das "Baugerüst" (Scaffolding) im Unterricht?
Es fungiert als zeitlich begrenzte Unterstützung, die abgebaut wird, sobald die Lernenden Aufgaben eigenständig bewältigen können.
Wie trägt die Lehrkraft zur Entwicklung phonologischer Kompetenzen bei?
Durch die eigene korrekte Aussprache und Intonation dient die Lehrkraft als wichtiges Modell für Lautdifferenzierung und Rhythmusgefühl der Lernenden.
Was versteht man unter dem Generativen Schreiben?
Es handelt sich um eine Form des kreativen Schreibens, bei der Lernende anhand von literarischen Vorlagen eigene Texte produzieren, um grammatische Strukturen spielerisch zu üben.
- Arbeit zitieren
- Kerstin Reule (Autor:in), 2017, Mündlichkeit im DaZ-Unterricht. Produktiver und rezeptiver Umgang mit Texten und Literatur/Fachsprachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427574