Motivation. Begriffsklärung im Rahmen der Sportdidaktik


Seminararbeit, 2016

7 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

1. Definition des Begriffs ״Motivation“

Motivation ist ein Begriff, der jedem Menschen geläufig ist. Jeder kennt ihn. Aber weiß auch tatsächlich jeder, was wortwörtlich damit gemeint ist? Dem Ursprung nach hat das Wort ״Mo ti va ti on (Substantiv) [die]“[1] zwei Bedeutungen. Zum einen ist Motivation die Haltung einer Person, in der die Motive einer Entscheidung oder Handlung zusammengefasst sind.[2] Es ist aber auch der Zustand selbst, in dem man innerlich aktiviert ist, etwas zu tun.[3] Der Begriff Motivation leitet sich aus dem lateinischen Verb ״movere“ ab und heißt übersetzt ״in Bewegung setzen“.[4]

Wer motiviert, der will also sich oder andere in Bewegung setzen. Gemeint ist der Zustand, der jemanden dazu veranlasst, eine bestimmte Handlungsalternative auszuwählen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen und dafür sorgt, dass diese Person ihr Verhalten hinsichtlich Richtung und Intensität beibehält. In der Psychologie ist Motivation ein Zustand des Motiviertseins, der von vier Merkmalen gekennzeichnet ist.[5] Jede Motivation ist immer ein Prozess, in dem Verhalten in Bewegung umgesetzt wird. Die Aktivität wird auf ein bestimmtes Ziel hin gesteuert und bleibt in der Regel so lange bestehen, bis dieses Ziel erreicht ist oder bis ein anderes Motiv vorrangig wird. Ihrer Intensität nach kann sie mehr oder weniger stark, mehr oder weniger gründlich ausgeführt werden. Zielstrebiges Verhalten weist meistens Beständigkeit auf und wird auch dann noch aufrechterhalten, wenn sich Schwierigkeiten ergeben.[6] Zusammenfassend ist Motivation also ״eine momentane Gerichtetheit auf die Bewegung eines Handlungsziels hin.“[7] In der Motivationsforschung bestehen zwei unterschiedliche Konzepte über den Ausgangspunkt des Impulses für diese Bewegung. Nimmt der Impuls seinen Anfang im Inneren des Menschen oder muss er von außen kommen? In diesem Zusammenhang spricht man von 'intrinsischer' oder 'extrinsischer' Motivation. Die Begriffe intrinsische und extrinsische Motivation wiederum gehen auf zwei lateinische Adverbien zurück: ״intrinsecus“ bedeutet ״innerlich“, ״extrinsecus“ bedeutet ״von außen“.[8] Es gibt also zwei Hauptantriebskräfte, die jemanden bewegen können etwas zu tun. Einmal ist es der Einfluss von außen, der motiviert, ein andermal kommt der Einfluss direkt aus dem Inneren des Menschen selbst. Zunächst möchte ich in meiner Arbeit auf diejenigen Videos näher eingehen, die aufgrund von Einflüssen von außen entstanden sind.

2. extrinsische Motivation versus intrinsische Motivation 2.1. extrinsische Motivation

Extrinsische Motivation besteht aus Lern- und Arbeitsanreizen, die mit positiven Folgen versehen sind oder negative Folgen zu vermeiden helfen. Die Folgen der Handlung sind dabei wichtiger als der Handlungsvollzug selbst.[9] Der Anreiz kann in materieller Art wie Geld oder in Form von sozialer Anerkennung durch das persönliche Umfeld gegeben sein. (Beispiel: ״Ich lerne für die Prüfung, damit ich nicht durchfalle.“; ״Ich arbeite, um Geld zu verdienen.“) Die Wirkung extrinsischer Anreize nimmt einen anderen Verlauf als die eines intrinsischen Impulses, denn extrinsische Motivation nimmt mit der Zeit deutlich ab. Ihre Wirkung muss durch Erneuerung oder Veränderung der Anreize aufrechterhalten werden. Dies bedeutet, dass entweder die 'Dosis' erhöht wird (etwa durch eine höhere Geldprämie) oder ein neuer Anreiz (etwa eine neue Sachprämie) geschaffen werden muss.[10]

2.2 intrinsische Motivation

Der Begriff intrinsische Motivation steht im Gegensatz zur extrinsischen Motivation für das Lernen und Arbeiten aus eigenem, innerem Antrieb heraus. Die Handlung, die aus dieser Motivation entsteht, dient der persönlichen Befriedigung. Sie wird als interessant, spannend oder herausfordernd beschrieben. Faktoren wie Geld oder Bewunderung (von außen) spielen dabei keine auslösende Rolle.[11] Die intrinsische Motivation ist die innere, aus sich selbst entstehende Motivation eines jeden Menschen: bestimmte Tätigkeiten macht man einfach gern, weil sie Spaß machen, sinnvoll oder herausfordernd sind oder einen schlichtweg interessieren. Intrinsisch motivierte Tätigkeiten werden - im Gegensatz zu extrinsischen Motiven - um ihrer selbst Willen durchgeführt und nicht, um eine Belohnung zu erlangen oder eine Bestrafung zu vermeiden.[12] Die intrinsische Motivation entsteht aus inneren Motiven eines Menschen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Begriff Motiv kurz näher eingehen.

Zur Relevanz intrinsischer Motivation schreibt der Psychologe Weinert 1997:

״Positiv zu bewerten sind vor allem intrinsische Beweggründe zum Lernen, also das persönliche Interesse an den Lerninhalten, die Lust am Lernen selbst und die Freude am Erreichen selbst gesteckter Ziele. Die intrinsischen Beweggründe erscheinen im Vergleich zu den extrinsischen langfristig dem Lernen förderlicher zu sein. Auf der anderen Seite gilt aber auch: Wenn die spontane Motivation zum Erwerb notwendiger oder nützlicher Kompetenzen bei Schülern fehlt oder gestört ist, so sind extrinsische Anregungen, Anreize und Bekräftigungen wirksame, keineswegs schädliche Mittel zur Motivierung des Lernens.“[13]

3. Motivation im Zusammenhang mit dem Begriff ״Motiv“

In der Psychologie heißt es, dass hinter jeder intrinsischen Motivation ein oder mehrere Motive stecken würden, die verantwortlich für das entsprechende Handeln wären. Die Begriffe Motivation und Motive sind also miteinander verbunden und gehören zusammen, weil es ohne Motive überhaupt keine Motivation geben würde. Im Gegensatz zu den angeborenen biologischen Instinkten oder Antrieben des Menschen sind sowohl Motivation als auch Motive etwas Erlerntes. Während ein Motiv als eine überdauernde Eigenschaft einer Person definiert wird, ist Motivation der Zustand einer Person zu einem bestimmten Zeitpunkt, in einer bestimmten Situation.[14] ״Motivation ist die aktuelle Haltung eines Menschen, die durch die Anregung durch ein Motiv ausgelöst wird.“[15] Was sind nun wiederum Motive, die eine so große Rolle bei der Entstehung der Motivation eines Menschen spielen?

[...]


[1] vgl. Häcker, V.H. (2009): Dorsch Psychologisches Wörterbuch.

[2] http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/lehre/wct/m/M01/M0102beg.htm zuletzt besucht am 07.01.2017

[3] ebd.

[4] vgl. Häcker, V.H. (2009): Dorsch Psychologisches Wörterbuch.

[5] ebd.

[6] ebd.

[7] http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/lehre/wct/m/M01/M0102beg.htm zuletzt besucht am 07.01.2017

[8] vgl. Häcker, V.H. (2009): Dorsch Psychologisches Wörterbuch.

[9] vgl. Heckhausen, H. (2010): Motivation und Handeln.

[10] ebd.

[11] vgl. Heckhausen, H. (2010): Motivation und Handeln.

[12] vgl. Heckhausen, H. (2010): Motivation und Handeln.

[13] Helmke, A. (2012). Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. Kl ett-Kall meyer, S.217

[14] vgl. Schmält, H.-D. (2009): Motivation.

[15] ebd.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Motivation. Begriffsklärung im Rahmen der Sportdidaktik
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
7
Katalognummer
V427596
ISBN (eBook)
9783668715431
ISBN (Buch)
9783668715448
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
motivation, begriffsklärung, rahmen, sportdidaktik
Arbeit zitieren
Kerstin Reule (Autor:in), 2016, Motivation. Begriffsklärung im Rahmen der Sportdidaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427596

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Motivation. Begriffsklärung im Rahmen der Sportdidaktik



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden