Die vorliegende Arbeit nimmt es sich zur Aufgabe einen fundierten Beitrag zur empirischen Evidenz der o.g. und weiterführenden Fragen zu leisten um somit die Konformität der Kapitalstrukturtheorien mit der gegenwärtigen Praxis deutscher börsennotierter Unternehmen zu untersuchen, sodass im Idealfall durch die gewonnen Erkenntnisse eine optimale Kapitalstruktur ableitbar wäre.
Zur Erreichung dieser Zielsetzung werden in Kapital 1 zunächst begriffliche und theoretische Grundlagen der Kapitalstrukturforschung erläutert, die für die folgende wissenschaftliche Untersuchung von elementarer Bedeutung sind.
Anschließend erfolgt im 2. Kapital eine Bewertung und Aufarbeitung der wesentlichen Kapitalstrukturtheorien. Daraufhin wird ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand und die gewonnenen empirischen Ergebnisse gegeben, sodass im weiteren Verlauf verschiedene Hypothesen bezüglich potenzieller Kapitalstrukturdeterminanten abgeleitet und zusammenfassend aufgeführt werden können.
In Kapital 3 werden das Konzept und die grundlegenden Voraussetzungen für die folgende Untersuchung dargestellt.
Im 4. Gliederungspunkt erfolgt die empirische Untersuchung des Verhältnisses von Eigen- und Fremdkapital respektive der Kapitalstruktur mittels einer multivariaten Regressionsanalyse. Nach der Interpretation und kritischen Würdigung des Forschungsergebnisses werden Rückschlüsse auf die Gültigkeit einer vorhandenen Kapitalstrukturtheorie gezogen, um in letzter Konsequenz die praktische Relevanz für deutsche börsennotierte Unternehmen zu verdeutlichen.
Abschließend werden Kernaussagen konkludiert und ein Ausblick auf zukünftige Forschungspotentiale gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Fachrelevanz
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen der Kapitalstrukturtheorien
2.1 Definition
2.2 Zielsetzung der klassischen Finanzierungstheorie
2.2.1 Leverage Effekt
2.3 Kapitalstrukturtheorien
2.3.1 Irrelevanztheorem Modigliani/Miller
2.3.2 Statische Trade-off-Theory
2.3.3 Integrierte Trade-Off-Theory
2.3.4 Dynamische Trade-Off-Theory
2.3.5 Überblick der abgeleiteten Hypothesen
2.4 Aktueller Forschungsstand
3 Konzeption und Grundlagen der empirischen Untersuchung
3.1 Methodik der Untersuchung
3.1.1 Prüfung der Regressionsfunktion
3.1.2 Regressionsvoraussetzungen
3.1.2.1 Korrektheit der Modellspezifikation
3.1.2.2 Erwartungswert der Residuen
3.1.2.3 Keine Autokorrelation
3.1.2.4 Homoskedastizität
3.1.2.5 Keine hohe Multikollinearität
3.1.2.6 Normalverteilung der Residuen
3.1.3 Operationalisierung der Variablen
3.1.3.1 Abhängige Variable
3.1.3.2 Unabhängige Variablen
3.1.4 Datenerhebung und Datengrundlage
4 Empirische Analyse der Kapitalstrukturdeterminanten
4.1 Deskriptive Analyse
4.2 Regressionsdiagnostik
4.3 Ergebnisse der empirischen Untersuchung
4.4 Konformität der Kapitalstrukturtheorien und kritische Würdigung
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die empirische Konformität der Trade-Off-Theory mit der Kapitalstruktur deutscher börsennotierter Unternehmen, um zu prüfen, ob sich daraus eine optimale Kapitalstruktur ableiten lässt.
- Analyse unternehmensspezifischer Kapitalstrukturdeterminanten
- Untersuchung deutscher börsennotierter Unternehmen im Prime Standard
- Anwendung der multivariaten Regressionsanalyse
- Kritische Würdigung der Trade-Off- und der integrierten Trade-Off-Theory
- Überprüfung theoretischer Hypothesen an der aktuellen Unternehmenspraxis
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Irrelevanztheorem Modigliani/Miller
Das im Jahre 1958 veröffentlichte Irrelevanztheorem von MM bildet den Ursprung der modernen Kapitalstrukturtheorien. Die beiden Forscher wurden von dem Gedanken angetrieben eine Theorie zu entdecken, die den Zusammenhang zwischen der Kapitalstruktur eines Unternehmens sowie dessen Unternehmenswert begründet.
Im Gegensatz zu den klassischen Finanzierungstheorien versuchten MM die Kapitalstruktur unter der Voraussetzung einiger Prämissen zu erklären. Ausgangspunkt der Theorie ist die Existenz eines vollkommenen Kapitalmarktes. Ein vollkommener Kapitalmarkt postuliert eine Welt ohne Steuern und Transaktionskosten. Daneben gibt es einen risikolosen, einheitlichen Zinssatz zu dem jeder Marktteilnehmer unter den gleichen Bedingungen uneingeschränkt finanzielle Mittel aufnehmen kann. Durch nicht existente Informationskosten liegen keine Informationsasymmetrien vor, sodass alle Akteure zu einer identischen Einschätzung des Marktes kommen. Darüber hinaus sind Investoren in der Lage, verschiedene Unternehmen hinsichtlich ihrer Risikoklasse in homogene Gruppen einzuordnen. Im Hinblick auf die zukünftige Gewinnerwartung der Unternehmen herrscht zudem Konsens unter den Marktteilnehmern. Des Weiteren wird der Periodenüberschuss vor Zinsen ausgewiesen, sodass die Finanzierungsentscheidung keinen Einfluss auf die Höhe des Jahresabschlusses ausübt. Die Anlagemöglichkeiten sind auf Anleihen und Aktien begrenzt, wobei die Finanzierungstitel uneingeschränkt teilbar sind. Die Gefahr einer Insolvenz wurde im Rahmen der Theorie aufgehoben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der optimalen Kapitalstruktur ein und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen der Kapitalstrukturtheorien: Dieses Kapitel bewertet und erarbeitet die wesentlichen Kapitalstrukturtheorien, insbesondere die Trade-Off-Theory, und leitet daraus prüfbare Hypothesen ab.
3 Konzeption und Grundlagen der empirischen Untersuchung: Hier werden das methodische Konzept der multivariaten Regressionsanalyse sowie die Datenerhebung und die Voraussetzungen für die empirische Untersuchung dargestellt.
4 Empirische Analyse der Kapitalstrukturdeterminanten: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptive Analyse sowie die Regressionsdiagnostik und die Ergebnisse der Untersuchung deutscher Unternehmen.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernaussagen der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungspotentiale.
Schlüsselwörter
Kapitalstruktur, Trade-Off-Theory, Fremdkapital, Eigenkapital, Regressionsanalyse, Unternehmenswert, Verschuldungsgrad, empirische Analyse, Prime Standard, Finanzierung, Kapitalkosten, Agency-Kosten, Leverage-Effekt, Determinanten, Unternehmensgröße.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert unternehmensspezifische Determinanten der Kapitalstruktur deutscher börsennotierter Unternehmen mit einem besonderen Fokus auf die Trade-Off-Theory.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung der Kapitalstruktur, die Agency-Problematik, die empirische Überprüfung mittels Regressionsmodellen und die Validierung der Trade-Off-Theorie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Beitrag der Trade-Off-Theorie zur Erklärung der Kapitalstruktur in der aktuellen Praxis deutscher börsennotierter Unternehmen zu untersuchen und zu prüfen, ob sich eine optimale Kapitalstruktur ableiten lässt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine multivariate OLS-Regressionsanalyse (Methode der kleinsten Quadrate) verwendet, um den Einfluss verschiedener unabhängiger Variablen auf den Verschuldungsgrad zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Kapitalstrukturtheorien, die methodische Konzeption der empirischen Analyse, die Durchführung der Regression und die abschließende kritische Würdigung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kapitalstruktur, Trade-Off-Theory, Verschuldungsgrad, empirische Analyse, Unternehmensfinanzierung und Regressionsanalyse sind die prägendsten Begriffe.
Warum wurden Banken und Versicherungen aus der Stichprobe ausgeschlossen?
Diese Unternehmen weisen aufgrund besonderer gesetzlicher Bestimmungen Besonderheiten in ihrer Kapital- und Finanzierungsstruktur auf, die das Ergebnis verzerren könnten.
Welche Determinante zeigte sich als einzige gemäß der Trade-Off-Theorie bestätigt?
Die Unternehmensgröße war die einzige Determinante, deren positiver Zusammenhang mit dem Verschuldungsgrad empirisch bestätigt werden konnte.
Wie bewertet der Autor die Übereinstimmung der Theorie mit der Praxis?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Übereinstimmung mit der Trade-Off-Theorie nur sehr begrenzt gegeben ist und eine universelle Theorie zur Wahl der Kapitalstruktur nicht existiert.
- Arbeit zitieren
- Pascal Wald (Autor:in), 2018, Unternehmensspezifische Determinanten der Kapitalstruktur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427612