In der folgenden Abhandlung sollen Antworten betreffend des wirklichen Ausmaßes der Korruption mithilfe ausgewählter Beispielfälle ermittelt werden. Hierzu bedarf es zunächst der Klärung der Begriffe Elite und Korruption, um in einem zweiten Schritt die vielfältigen Ursachen der Käuflichkeit zu diskutieren. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich sodann mit den wichtigsten Korruptionsfällen, in deren Anschluss jeweils auf die nationalen und internationalen Folgen und Reaktionen eingegangen wird. Der nächste Abschnitt widmet sich etwaiger Lösungsmöglichkeiten im Sinne einer denkbaren Korruptionsbekämpfung. In den letzten beiden Kapiteln wird ein Fazit gezogen und abschließend ein kurzer Ausblick auf die Zukunft der Korruptionsentwicklung gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Die Eliten Argentiniens und die Korruption
1.2 Definitionen von Elite und Korruption
2. Die Ursachen der Korruption
2.1 Formen von Korruption
2.2 Historische Wurzeln der Korruption
2.3 Politische Ursachen der Korruption
2.4 Bedeutung der Tradition
3. Ausgewählte Korruptionsfälle mit Auswirkungen auf nationaler und internationaler Ebene
3.1 Das Zugunglück im Once-Bahnhof
3.2 Die Siemens-Schmiergeldaffäre
3.3 Der Odebrecht-Skandal
4. Die Korruptionsbekämpfung
5. Fazit
6. Ausblick
7. Quellennachweis
Zielsetzung und Thematik der Seminararbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Ausmaß und die tieferliegenden Ursachen der Korruption innerhalb der argentinischen Elite. Ausgehend von einer begrifflichen Klärung wird analysiert, wie historische, politische und traditionelle Faktoren ein Milieu geschaffen haben, in dem Korruption als tägliche Normalität wahrgenommen wird, um anschließend anhand markanter Fallbeispiele die gesellschaftlichen und politischen Folgen aufzuzeigen.
- Historische Herleitung der Korruptionskultur in Argentinien
- Analyse der sozio-politischen Ursachen und Mechanismen
- Untersuchung prominenter Korruptionsfälle (Once-Bahnhof, Siemens, Odebrecht)
- Evaluation von Ansätzen zur Korruptionsbekämpfung
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Siemens-Schmiergeldaffäre
Das nächste Beispiel zeigt deutlich, dass Korruption nicht immer so weit von uns entfernt ist wie es scheint. Von 1998 bis 2006 hat der Münchner Siemens-Konzern Präsidenten und ranghohe Regierungsmitglieder in Argentinien bestochen. Das Unternehmen, das schon länger wegen Korruptionsverdachts in anderen Ländern unter Druck gestanden hatte, erreichte mit dem Skandal in Argentinien den Höhepunkt seiner Schmiergeldaffäre. Nachdem ein Ermittlungsrichter Untersuchungen wegen Korruptionsverdachts eingeleitet hatte, wurden in Buenos Aires mehrere Büros von Siemens durchsucht. Hintergrund der Ermittlungen waren zahlreiche Großaufträge von Siemens in Argentinien, bei denen Schmiergelder von über 12,7 Millionen Dollar gezahlt wurden. Ursprünglich standen mehr als 40 Millionen Dollar im Raum. Der deutsche Konzern war 1998 beauftragt worden, ein neues System für Grenzkontrollen und ein elektronisches Pass-Systems aufzubauen und zu verwalten. Das Gesamtvolumen für dieses sogenannte DNI-System lag bei einer Milliarde US-Dollar. Zudem erhielt die Firma 2006 den Zuschlag für den Bau von zwei Kraftwerken in Argentinien mit einem Auftragsvolumen von 1,6 Milliarden US-Dollar.
In diese Bestechungsskandale waren neben zahlreichen Regierungsmitgliedern auch die jeweiligen Präsidenten der betroffenen Regierungen involviert. Im Einzelnen handelte es sich um Carlos Menem (1989--1999), Fernando de la Rúa (1999--2001) sowie Eduardo Duhalde (2002--2003) und Néstor Kirchner (2003—2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Korruption in Argentinien und Vorstellung der zentralen Fragestellung anhand des Schicksals betroffener Bevölkerungsgruppen.
2. Die Ursachen der Korruption: Analyse der theoretischen Formen von Korruption sowie der historischen und politischen Wurzeln, die in Argentinien zu einer tief verwurzelten Korruptionskultur führten.
3. Ausgewählte Korruptionsfälle mit Auswirkungen auf nationaler und internationaler Ebene: Detaillierte Untersuchung dreier prägender Korruptionsskandale, die die Verflechtung von Wirtschaft und Politik illustrieren.
4. Die Korruptionsbekämpfung: Erörterung der Wirksamkeit von Antikorruptionsmaßnahmen und der Rolle von Zivilgesellschaft und Legislative bei der Eindämmung des Phänomens.
5. Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der Korruptionsanfälligkeit der argentinischen Elite und Einordnung in den globalen Kontext.
6. Ausblick: Kritische Betrachtung der aktuellen politischen Situation unter Präsident Macri in Bezug auf die Fortdauer der Korruptionsproblematik.
7. Quellennachweis: Zusammenstellung der verwendeten Literatur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Argentinien, Korruption, Elite, Schmiergeldaffäre, Odebrecht, Siemens, Once-Bahnhof, Korruptionskultur, Politik, Wirtschaft, Justiz, Korruptionsbekämpfung, Vetternwirtschaft, Klientelismus, Staatsapparat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Ausmaß und die Ursachen der Korruption innerhalb der argentinischen Elite sowie deren Auswirkungen auf Staat und Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit beleuchtet die historischen Wurzeln der Korruption, deren Verankerung in der politischen Kultur und die Analyse prominenter nationaler sowie internationaler Skandale.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie korrupt die Elite Argentiniens tatsächlich ist und welche Faktoren diese Entwicklung begünstigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine analytische Abhandlung, die auf der Auswertung aktueller Fachliteratur, Internetartikel sowie einer komparativen Betrachtung ausgewählter Fallbeispiele basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse (historisch, politisch, traditionell) und die detaillierte Darstellung der Korruptionsfälle Once-Bahnhof, Siemens und Odebrecht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Seminararbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Korruptionskultur, Systemische Korruption, politische Elite, wirtschaftliche Verflechtung und Transparenz definiert.
Inwiefern hat das "Vier-Säulen-Modell" Relevanz für diese Arbeit?
Das Modell dient als theoretischer Rahmen, um die verschiedenen Akteure (Legislative, Exekutive, Unternehmen, Zivilgesellschaft) in der Korruptionsbekämpfung zu bewerten.
Warum wird das Zugunglück im Once-Bahnhof als Korruptionsfall gewertet?
Der Vorfall dient als Beispiel dafür, wie mangelnde staatliche Kontrollen und die Veruntreuung von Subventionen durch private Betreiber zu einer direkten Bedrohung für Menschenleben führen können.
Welche Rolle spielt die historische Dimension für die Korruption in Argentinien?
Der Autor argumentiert, dass Strukturen wie die Kolonialzeit, der Caudillismo und die spätere politische Instabilität den Grundstein für eine Akzeptanz von Rechtsbrüchen legten.
Wie bewertet die Arbeit die Zukunftsaussichten für Argentinien?
Die Prognose fällt eher düster aus, wobei der Autor betont, dass ein echtes Aufbegehren der Zivilgesellschaft und eine konsequente Strafverfolgung zwingende Voraussetzungen für eine Besserung wären.
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- Lukas Heldmann (Author), 2017, Die Eliten Argentiniens und die Korruption, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427662