Paul Johannes Tillich (1886-1965) und Karl Barth (1886-1968) waren zwei der prägendsten Dogmatiker im Bereich der deutschsprachigen protestantischen Theologie des vergangenen Jahrhunderts.
Am Beispiel des Gottes- und Menschenbildes werden im Hauptteil dieser Arbeit zunächst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden theologischen Konzeptionen herausgearbeitet, wobei zuvor ein kurzer Abriss der beiden Dogmatiken erfolgt.
Zum Schluss dieser Proseminararbeit erfolgt ein kurzes Resümee, in welchem die Möglichkeiten und Grenzen eines synthetisierten Gottes- und Menschenbildes diskutiert und erörtert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort: Methodische Vorbemerkungen und Zielsetzung der Arbeit
2 Prolegomena: Kurzer Abriss der theologischen Konzeptionen
2.1 Karl Barth als Begründer der Dialektischen Theologie
2.2 Paul Tillich und seine Apologetische Theologie
3 Gottes- und Menschenbild von Barth und Tillich im Vergleich
3.1 Vergleich des Gottesbildes
3.1.1 Das Gottesbild in der Dialektischen Theologie Karl Barths
3.1.2 Das Gottesbild in der Apologetischen Theologie Paul Tillichs
3.2 Vergleich des Menschenbildes
3.2.1 Das Menschenbild bei Karl Barth
3.2.2 Das Menschenbild bei Paul Tillich
4 Resümee: Möglichkeiten, Grenzen und Konzeption eines einheitlichen Gottes- und Menschenbildes
4.1 Möglichkeiten eines einheitlichen Gottes- und Menschenbildes
4.2 Grenzen eines einheitlichen Gottes- und Menschenbildes
4.3 Konzeption eines einheitlichen Gottes- und Menschenbildes
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theologischen Konzeptionen von Karl Barth und Paul Tillich anhand ihrer Gottes- und Menschenbilder. Das primäre Ziel besteht darin, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und zu prüfen, ob die Aufstellung einer synthetisierten, einheitlichen dogmatischen Konzeption möglich ist, um neue Impulse für den theologischen Diskurs zu gewinnen.
- Vergleichende dogmatische Analyse des Gottesbildes
- Analyse des Menschenbildes unter anthropologischen und philosophischen Aspekten
- Untersuchung der Dialektischen Theologie (Barth) gegenüber der Apologetischen Theologie (Tillich)
- Diskussion der Korrelationsmethode bei Tillich
- Herausarbeitung der Möglichkeiten und Grenzen einer theologischen Synthese
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Das Gottesbild in der Apologetischen Theologie Paul Tillichs
Für Paul Tillich ist Gott „die Antwort auf die Frage, die in der Endlichkeit des Menschen [Anm.: begründet] liegt, er ist der Name für das, was den Menschen unbedingt angeht. Das heißt nicht, daß es zunächst ein Wesen gibt, das Gott genannt wird, und dann die Forderung, daß es den Menschen unbedingt angehen soll. Es heißt daß das, was einen Menschen unbedingt angeht, für ihn zum Gott (oder Götzen) wird, und es heißt, daß nur das ihn unbedingt angehen kann, was für ihn Gott (oder Götze) ist.“
Dem sich anschließend konstatiert auch der ev. Theologe und Tillich-Experte Werner Schüßler in einem Kommentar über den philosophischen Gottesgedanken im Frühwerk Tillichs treffend, dass sich Tillich bei der Beschreibung des Gottesgedankens vor allem philosophischen Kategorien, insbesondere der Ontologie und Phänomenologie, bedient, wenn er davon spricht, dass Gott im Grunde nur das ist, was den Menschen unbedingt angeht.
Auch Ilona Nord kommt in einer Studie zu den Lebens- und Denkwegen Paul Tillichs zu dem Urteil, dass der Gottesbegriff Tillichs kein gewöhnlicher ist. Er ist vielmehr ein Abstraktum, das sich nur mit biographischen Kenntnissen über Tillich erschließen lässt. Dadurch, dass sich Tillich Zeit seines Lebens immer „auf der Grenze“ zwischen Theologie und Philosophie gesehen hat, war es für ihn schlichtweg nicht möglich, den herkömmlichen Gottesbegriff zu vertreten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Methodische Vorbemerkungen und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Thematik der beiden Dogmatiker Barth und Tillich sowie Darlegung der Vorgehensweise und der angestrebten Synthese.
2 Prolegomena: Kurzer Abriss der theologischen Konzeptionen: Kurze Vorstellung der Dialektischen Theologie Barths und der Apologetischen Theologie Tillichs als Grundlage für den Vergleich.
3 Gottes- und Menschenbild von Barth und Tillich im Vergleich: Detaillierte Gegenüberstellung der Gottes- und Menschenbilder beider Theologen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Hauptwerke.
4 Resümee: Möglichkeiten, Grenzen und Konzeption eines einheitlichen Gottes- und Menschenbildes: Bewertung der synthetischen Möglichkeiten und Aufzeigen der grundlegenden Differenzen, die eine Einheit als utopisch erscheinen lassen.
Schlüsselwörter
Karl Barth, Paul Tillich, Dialektische Theologie, Apologetische Theologie, Gottesbild, Menschenbild, Kirchliche Dogmatik, Systematische Theologie, Korrelation, Existenz, Sein-Selbst, Christologie, Kerygma, Dogmatik, Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich dem Vergleich der dogmatischen Ansätze von Karl Barth und Paul Tillich hinsichtlich ihrer spezifischen Gottes- und Menschenbilder.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen der Vergleich der Dialektischen Theologie Barths mit der Apologetischen Theologie Tillichs, die Rolle des Kerygmas sowie die ontologischen Grundlagen des Menschenbildes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu prüfen, ob die theologischen Konzeptionen von Barth und Tillich zu einem einheitlichen, synthetisierten Gottes- und Menschenbild vereint werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Arbeit nutzt eine vergleichende, textorientierte Analyse der theologischen Hauptwerke (Kirchliche Dogmatik und Systematische Theologie) unter Einbeziehung der jeweiligen fachwissenschaftlichen Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl das Gottes- als auch das Menschenbild beider Denker detailliert gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und fundamentale Differenzen aufzuzeigen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kerygma, Korrelation, Sein-Selbst, Existenz, Christologie, Schöpfungslehre und die Frage nach dem unbedingt angehenden Gott.
Warum hält der Autor eine Synthese für utopisch?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die unterschiedlichen erkenntnistheoretischen Voraussetzungen – Barths Fokus auf das Kerygma vs. Tillichs Methode der Korrelation – zu unüberbrückbaren Gräben führen.
Welchen Einfluss hatte der Zweite Weltkrieg auf Barths Theologie?
Barth wird laut Autor stark von den Gräueltaten der Weltkriege beeinflusst, was ihn zur strikten Rückbesinnung auf das Wort der Schrift und einer „Theologie von oben“ führt.
Was bedeutet bei Tillich der „Gott, der uns unbedingt angeht“?
Für Tillich ist dies keine abstrakte Wesenheit, sondern das, was in der menschlichen Existenz als absolut existenzbedeutend oder existenzstiftend erfahren wird.
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- Jan Mark Budde (Author), 2016, Vergleichende dogmatische Analyse des Gottes- und Menschenbildes bei Karl Barth und Paul Tillich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427736