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Mittelalterliche Erziehung mit Schwerpunkt ritterliche Erziehung

Title: Mittelalterliche Erziehung mit Schwerpunkt ritterliche Erziehung

Term Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Florian Sasse (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Die Epoche des Mittelalters erfreut sich zunehmender Beliebtheit, gerade bei der jüngeren Generation. So fällt auf, dass die Medien, hier ganz besonders die Filmindustrie, aber auch interaktive Medien wie Computer- und Videospiele, diese Epoche der Geschichte vermehrt aufgreifen und reichlich ausgeschmückt gerade dem jüngeren Publikum präsentieren. Die Figur des Ritters übt nach wie vor eine große Faszination aus. Weniger stehen hier natürlich die korrekten historischen Ereignisse und Fakten im Vordergrund, als vielmehr der Mythos des tapferen und heldenhaften Kriegers, der vor allem durch sein Kampfgeschick, aber auch durch tadellose Haltung und tugendhafte Lebensweise glänzt. Beachtlich ist in jedem Fall, dass das Interesse an diesem Mythos vom Rittertum, nicht abzunehmen scheint. Daher verdient diese Epoche nach wie vor erhöhte Aufmerksamkeit, eben um auch die historischen Tatsachen nicht hinter den fiktiven Vorstellungen Hollywoods verschwinden zu lassen.
Eher weniger bekannt ist das gesamte Feld der Erziehung von Kindern und Jugendlichen im Mittelalter. Ganz besonders schwierig ist es, spezifische Literatur über die Erziehung zum Ritter zu finden. Eindeutige Daten und aufschlussreiche Zeitzeugenberichte sind in der Literatur schwer bis kaum zu finden. Dagegen besteht die mittelalterliche Dichtung nahezu nur aus heldenhaften Rittergeschichten, die aber vom Wahrheitsgehalt eher einem fiktiven Roman ähneln. Trotzdem soll in dieser Arbeit herausgestellt werden, ob es Erziehung im Mittelalter gab, in dem Sinne wie wir Erziehung heute verstehen, was diese gegebenenfalls ausmachte und welche Ziele sie verfolgte. Von allgemeinen Dingen über die Erziehung im Mittelalter, der Erziehung der Bauernkinder und der Erziehung der Kinder in der Stadt, führt die Arbeit schließlich zur ritterlichen Erziehung. Hier soll die Erziehung eines zum Ritter vorgesehenen Jungen beleuchtet werden, wobei nicht nur die allseits bekannte körperliche Schulung Beachtung findet, sondern vielmehr auch die Vermittlung der berühmten ritterlichen Werte und Tugenden. So soll abschließend dann der Frage nachgegangen werden, ob Ritterlichkeit auch heute noch existiert und in wie weit sie heute noch Erziehung beeinflusst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung in die Thematik

2 Die Epoche des Mittelalters

3 Allgemeines zur Erziehung im Mittelalter

3.1 Die Erziehung auf dem Lande

3.2 Die Erziehung in der Stadt

4 Die ritterliche Erziehung

4.1 Das Rittertum

4.2 Das ´kint´

4.3 Vom Pagen zum Knappen

4.4 Das Ziel der Erziehung: Die Ritterwürde

4.5 Tugenden und Werte – die Ritterlichkeit

4.6 Bedeutung und Einfluss der Religion

4.6.1 Die Kreuzritter

4.6.2 Versagen der Ritterlichkeit bei den Kreuzzügen

5 Gibt es heute noch Ritterlichkeit?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Erziehung im Mittelalter, mit einem spezifischen Fokus auf die ritterliche Ausbildung und die Vermittlung von ritterlichen Werten und Tugenden, um abschließend die Frage nach der Relevanz dieser Ideale in der heutigen Zeit zu erörtern.

  • Historische Einordnung und Grundlagen der Erziehung im Mittelalter
  • Differenzierung der Erziehung zwischen Landbevölkerung, Bürgertum und Adel
  • Die stufenweise Ausbildung zum Ritter vom Pagen bis zur Schwertleite
  • Bedeutung von Tugendsystemen, Minne und religiösen Einflüssen
  • Kritische Reflexion über das Versagen ritterlicher Ideale während der Kreuzzüge
  • Transfer der ritterlichen Werte auf moderne gesellschaftliche und soldatische Anforderungen

Auszug aus dem Buch

4.3 Vom Pagen zum Knappen – die Ausbildung am Hofe

Im zweiten Lebensabschnitt, in dem der junge Anwärter meist als Page (oder auch ´garzûn´) bezeichnet wurde, war es zu jener Zeit schon durchaus üblich, den Jungen an einen anderen Lehnsherrn, meist einem dem Vater Übergeordneten, in die Lehre zu geben. Geschah dies nicht in der pueritia, dann aber spätestens in der adolescentia zwischen dem zwölften und 14. Lebensjahr, der Zeit ab dem der Page zum Knappen (in einigen Quellen auch ´puer´ oder ´armiger´ genannt) wurde. Zu den Begriffen Page und Knappe fällt auf, dass hier das Verhältnis vom jungen Auszubildenden zu seinem Herrn deutlich wird. Er ist in erster Linie Diener von diesem, ganz wie ein Angestellter oder Leibeigener auf dem Hof.

„An welchen Hof man Söhne zur Ausbildung schicken konnte, hing wohl ebenso von der sozialen Stellung und dem Rang der eigenen Familie wie auch ihren Lehnsbeziehungen [!] ab. Auf jeden Fall galt es als erstrebenswert und standesgemäß, wenn eine solche Erziehung an einem Adelshof erfolgte, der dem eigenen gesellschaftlichen Standard überlegen war.“

Die Verschickung des Sohnes ist in keiner Weise als Bequemlichkeit oder Antipathie diesem gegenüber zu deuten. Ganz im Gegenteil diente diese Handlungsweise der Sicherung der Karriere und Zukunft des Sohnes. Einmal durch die erhoffte gute ritterliche Erziehung und Ausbildung am fremden Hofe und für die späteren Beziehungen zu dem neuen Herrn für den Sohn selbst, sowie die Festigung der Beziehung des Vaters dem Lehnsherrn gegenüber. Dieser zeigte damit, dass er den Sohn in fremde Hände gab, sein Vertrauen und seine Treue gegenüber diesem ihm übergeordneten Fürsten oder Lehnsherrn. Ob noch am Hofe des Vaters oder schon beim neuen Herrn, die tatsächliche Ausbildung und Erziehung zum Ritter hatte nun begonnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung in die Thematik: Einführung in die Faszination des Rittertums in den Medien und Darlegung der Zielsetzung, die historische Realität der mittelalterlichen Erziehung zu beleuchten.

2 Die Epoche des Mittelalters: Zeitliche Einordnung des Mittelalters mit Fokus auf das Hochmittelalter als Blütezeit des Rittertums.

3 Allgemeines zur Erziehung im Mittelalter: Darstellung der Kindheitsphasen (infantia, pueritia, adolescentia) sowie allgemeiner erzieherischer Rahmenbedingungen.

3.1 Die Erziehung auf dem Lande: Kurzer Überblick über die bäuerliche Erziehung, die primär auf die Vorbereitung zur harten körperlichen Arbeit ausgerichtet war.

3.2 Die Erziehung in der Stadt: Zusammenfassung der schulischen und beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder im städtischen Kontext.

4 Die ritterliche Erziehung: Einleitung in das Thema des Rittertums als soziale und ideelle Struktur.

4.1 Das Rittertum: Definition des Rittertums, Bedeutung des Lehnswesens und die Entstehung der Berufsethik des Ritters.

4.2 Das ´kint´: Beschreibung der frühen Kindheitsphase des Adels, in der noch keine spezifische ritterliche Erziehung stattfand.

4.3 Vom Pagen zum Knappen: Erläuterung der schrittweisen Ausbildung am fremden Hof, körperliche Ertüchtigung und erste praktische Erfahrungen.

4.4 Das Ziel der Erziehung: Die Ritterwürde: Beschreibung der Schwertleite als feierlicher Akt der Aufnahme in den Ritterstand.

4.5 Tugenden und Werte – die Ritterlichkeit: Analyse des Tugendsystems (êre, mâze, zuht) und der Rolle der Minne als erzieherisches Element.

4.6 Bedeutung und Einfluss der Religion: Untersuchung des Verhältnisses zwischen Kirche und Rittertum sowie der Bedeutung des religiösen Dienstes.

4.6.1 Die Kreuzritter: Spezifische Betrachtung der christlichen Ritterorden und der Ausbildung der Novizen.

4.6.2 Versagen der Ritterlichkeit bei den Kreuzzügen: Reflexion über den Widerspruch zwischen ritterlichem Ehrenkodex und religiös motivierter Gewalt.

5 Gibt es heute noch Ritterlichkeit?: Analyse des Fortbestehens ritterlicher Werte in der heutigen Zeit, insbesondere im Kontext soldatischer Erziehungsziele.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Rittertum, ritterliche Erziehung, Pädagogik, Knappe, Schwertleite, Ritterlichkeit, Tugendsystem, Minne, Kreuzzüge, Feudalwesen, Geschichte, ethische Erziehung, Kodex, Tradition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Erziehungspraxis im Mittelalter mit einem starken Fokus auf die Ausbildung zum Ritter sowie die damit verbundenen Werte und Ideale.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die allgemeine mittelalterliche Erziehung, die ritterliche Ausbildung vom Pagen zum Ritter, das Tugendsystem der Ritterlichkeit und den Einfluss von Religion und Feudalwesen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Erziehungsprozess zum Ritter zu durchleuchten und zu hinterfragen, welche ritterlichen Tugenden auch heute noch als Erziehungsideale von Bedeutung sein könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene historische Quellen und wissenschaftliche Abhandlungen über das Mittelalter und das Rittertum miteinander in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst allgemeine Erziehungsformen (Land, Stadt) dargestellt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der ritterlichen Ausbildung, der Ritterwürde, der Tugendethik und der Rolle der Religion bei den Kreuzzügen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mittelalter, Rittertum, ritterliche Erziehung, Tugendsystem, Minne und ethische Erziehung charakterisiert.

Warum wurde die Ausbildung zum Knappen als „Dienst“ bezeichnet?

Der junge Anwärter agierte am Hof seines Herrn primär als Diener, der Aufgaben in der Rüstungspflege, Pferdehaltung und im allgemeinen Alltag übernahm, um durch Nachahmung und Gehorsam das ritterliche Handwerk zu erlernen.

Inwiefern beeinflussten die Kreuzzüge das ritterliche Ideal?

Während die Kreuzzüge einerseits als Dienst an Gott legitimiert wurden, offenbarten sie gleichzeitig ein massives Versagen der ritterlichen Werte, da religiöser Fanatismus zu Grausamkeiten führte, die dem Ehrenkodex der Ritter widersprachen.

Bleibt die „Ritterlichkeit“ in der heutigen Gesellschaft relevant?

Ja, der Autor argumentiert, dass Aspekte wie Respekt, Fairness, Schutz Schwächerer und die Achtung der Frau als universelle und lohnenswerte Erziehungsziele auch in der modernen Welt Bestand haben sollten.

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Details

Title
Mittelalterliche Erziehung mit Schwerpunkt ritterliche Erziehung
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,7
Author
Florian Sasse (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V42789
ISBN (eBook)
9783638407366
ISBN (Book)
9783638655651
Language
German
Tags
Mittelalterliche Erziehung Schwerpunkt Erziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Sasse (Author), 2005, Mittelalterliche Erziehung mit Schwerpunkt ritterliche Erziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42789
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