Das Internet ist weit mehr als ein herkömmliches Kommunikationssystem zwischen zwei Individuen. Es ist allen anderen Kommunikationssystemen, wie zum Beispiel einem Telefon mit Konferenzschaltung, weit überlegen. Man spricht daher von einer Informationsrevolution, welche mit der Ausbreitung des weltweiten Netzes ihren Anfang nahm. Sie ist gekennzeichnet von dem Verschwinden räumlicher und zeitlicher Grenzen. Mit der neuen Technik des Internets sind Informationen nun zu jeder Zeit an jedem Ort verfügbar. Jeder einzelne hat mit dieser Technik die Möglichkeit, Informationen zu gewinnen, zu verarbeiten und weltweit zu verbreiten. Damit verbunden ist das Verschwinden von Informationsmonopolen, das heißt, massenhaft weltweite Kommunikation der Individuen ohne Kontrolle. (GORA 2001, S. 138)
Für Unternehmen hat dieser Wandel enorme Auswirkungen. Zum einen dominiert immer mehr der Produktionsfaktor „Wissen“, was dazu führt, dass Mitarbeiter hinsichtlich der Fähigkeit, Informationen zu sammeln, zu strukturieren und auf die Lösung von Problemen anzuwenden, gebildet werden müssen. (WIRTZ 2000, S. 10) Zum anderen werden die neuen Möglichkeiten der Informationsbeschaffungstechnik, also in erster Linie das Internet, in der Ökonomie schon länger genutzt. Das Unternehmen selbst kann weltweit Informationen gewinnen, aber sich auch selbst mit Hilfe des Internets weltweit präsentieren. Es kann in Sekundenschnelle global mit anderen Wirtschaftssubjekten kommunizieren, so dass Ereignisse rund um die Welt in Echtzeit stattfinden. Dadurch werden neue Netzwerke als auch neue Märkte geschaffen. Man spricht von „Electronic Business“, also einer neuen Form von Wirtschaft, aus der auch neue Unternehmen, die virtuellen Unternehmen hervorgehen. Mit Hilfe dieser neuen Informations- und Kommunikationssysteme entsteht außerdem eine ganz neue Dimension des Handels, nämlich der elektronische Handel.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Definition “Electronic Business"
2.2 Definition “Electronic Commerce”
2.3 Begriffsabgrenzungen
2.4 Entwicklungen
3. Electronic Business
3.1 Virtuelle Unternehmen
3.2 Neue Geschäftsprozesse
3.3 Techniken
3.4 Netzwerke
4. Electronic Commerce
4.1 Business to Consumer (B2C)
4.2 Business to Business (B2B)
4.3 Consumer to Consumer (C2C)
4.4 Bewertung
5. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Electronic Business und seine Auswirkungen auf Unternehmen. Dabei wird analysiert, wie moderne Informations- und Kommunikationstechnologien Geschäftsprozesse, Netzwerke und Handelsmodelle verändern, um den Übergang von traditionellen Strukturen hin zu einer globalen, durch elektronischen Handel geprägten Wirtschaft zu verstehen.
- Grundlegende Definition und Abgrenzung von Electronic Business und Electronic Commerce.
- Analyse der technologischen Entwicklung und deren Einfluss auf Geschäftsprozesse.
- Untersuchung von Geschäftsmodellen im B2C-, B2B- und C2C-Umfeld.
- Bewertung von Chancen und Risiken im digitalen Wirtschaftsumfeld.
- Ausblick auf den Strukturwandel hin zur Informations- und Wissensgesellschaft.
Auszug aus dem Buch
3.1 Virtuelle Unternehmen
Mit dem verstärkten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien verlagert sich unternehmerisches Handeln in den virtuellen, ortsunabhängigen Raum. Dies bringt eine verstärkte Anonymität, Distanz und auch größere Risiken zwischen Geschäfts- bzw. Vertragspartnern im Rahmen der Abwicklungen von Prozessen und Geschäftsbeziehungen mit sich. (BERRES 2002, S. 588) So entstehen sogenannte virtuelle Unternehmen.
In Abbildung 5 ist ein virtuelles Unternehmen dargestellt, welches eigentlich nur durch eine Website als Plattform bzw. Schnittstelle existiert. Es ist abhängig vom Internet, Extranet, Intranet, den E-Business Geschäftsprozessen, von der E-Government, einem Marketing, von den Kunden und Geschäftspartnern. Anderseits sind diese eben genannten Elemente bzw. Institutionen wiederum abhängig vom virtuellen Unternehmen. Damit bestehen Wechselwirkungen zwischen dem virtuellen Unternehmen und seiner Umwelt.
Aber auch die reellen Unternehmen werden vom E-Business als auch von dieser neuen Konkurrenz beeinflusst. Bestehende Geschäftsbeziehungen sind zum Beispiel neu auszugestalten. Es müssen außerdem webbasierte kunden- und zuliefererzentrierte Systeme aufgebaut werden, also das reelle Unternehmen muss in die Systeme von Kunden und Zulieferern integriert werden, indem die internen Geschäftsprozesse umstrukturiert werden. Der zunehmende Grad an Vernetzung, die enorm hohe Transparenz von Anbietern und Produkten durch das Internet sowie der damit verbundene erhöhte Wettbewerbsdruck zwingen zu mehr qualitätsorientiertem unternehmerischen Handeln. (BERRES 2002, S. 588)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel durch die Informationsrevolution und das Internet, welche räumliche und zeitliche Grenzen für Unternehmen auflöst und neue Marktdynamiken schafft.
2. Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung der Begriffe Electronic Business und Electronic Commerce sowie deren Abgrenzung und historische Entwicklung.
3. Electronic Business: Das Kapitel behandelt die Auswirkungen des E-Business auf Unternehmensstrukturen, die Entstehung virtueller Unternehmen, veränderte Geschäftsprozesse, technische Grundlagen und neue Netzwerkformen.
4. Electronic Commerce: Hier werden die Geschäftsmodelle des E-Commerce detailliert nach den Teilnehmergruppen B2C, B2B und C2C analysiert und hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile bewertet.
5. Ausblick: Der Ausblick skizziert den fortlaufenden Strukturwandel zur Informationsgesellschaft und die Notwendigkeit für Unternehmen, Flexibilität als strategisches Muss zu begreifen.
Schlüsselwörter
Electronic Business, Electronic Commerce, B2C, B2B, C2C, Virtuelle Unternehmen, Informationsgesellschaft, Internetökonomie, Geschäftsmodelle, Digitalisierung, Geschäftsprozesse, Netzwerkökonomie, E-Business-Zyklus, Markttransparenz, Informationsrevolution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der digitalen Transformation von Wirtschaftsprozessen durch das Internet, fokussiert auf die Bereiche Electronic Business und Electronic Commerce.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Begriffsdefinitionen, den technischen Grundlagen, den virtuellen Organisationsformen sowie den spezifischen Geschäftsmodellen für verschiedene Marktteilnehmer.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das junge Phänomen des E-Business Unternehmen verändert und welche Chancen und Risiken sich aus der Anwendung elektronischer Handelsmodelle ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, um den aktuellen Wissensstand des Jahres 2003 zu systematisieren und durch Praxisbeispiele zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der technischen und organisatorischen Veränderungen durch das E-Business sowie eine detaillierte Analyse der E-Commerce-Modelle in den Bereichen B2C, B2B und C2C.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Electronic Business, E-Commerce, Virtuelle Unternehmen, Geschäftsmodelle und die Transformation zur Informationsgesellschaft.
Was unterscheidet das Content-Modell von anderen Geschäftsmodellen?
Das Content-Modell konzentriert sich auf die Sammlung, Aufbereitung und Bereitstellung von Informationen für Nutzer, wobei die Finanzierung primär über Werbeeinnahmen erfolgt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen B2B und B2C im E-Commerce so wichtig?
Die beiden Bereiche unterscheiden sich maßgeblich in der Zahlungsbereitschaft, den Prozesszielen (z.B. Transaktionskostenreduktion bei B2B vs. Marketingreichweite bei B2C) und den Anforderungen an die Systeminfrastruktur.
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- Jessica Mücke (Author), 2001, Electronic Business und Electronic Commerce, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42796