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Das "Weistum von Rhense" und "Licet iuris". Ergebnis und Höhepunkt der antikurialen Oppositionsbewegung in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts

Titre: Das "Weistum von Rhense" und "Licet iuris". Ergebnis und Höhepunkt der antikurialen Oppositionsbewegung in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2004 , 26 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Theres Vorkäufer (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Das 14. Jahrhundert brachte fühlbare Wandlungen und bedeutsame gesellschaftliche Veränderungen und Umschichtungen mit sich.“ Sie waren das Resultat einer jahrhundertlangen Entwicklung, an deren Ende „der Streit zwischen diesen höchsten europäischen Feudalinstitutionen“ stand, resultierend „aus dem Zusammenprall der Kräfte, die unter der Führung des Königtums den zentralisierten Nationalstaat zu schaffen beabsichtigten, mit denen, die unter der Führung des Papstes an der Errichtung der Universalmacht der katholischen Kirche interessiert waren“ .
Eben mit dieser Thematik sollen sich die folgenden Ausführungen befassen; speziell mit den Inhalten und der Bedeutung des kurfürstlichen „Weistums von RhenseA“ und dem kaiserlichen Gesetz „Licet iuris“ von Ludwig dem Bayern (beide aus dem Jahr 1338) im Zusammenhang mit der angesprochenen gesellschaftlichen und politischen Umgestaltung. Nach einer genauen Analyse der beiden Quellen, sowie deren Vergleich miteinander, soll eine Einbettung in den historischen Kontext erfolgen. Dabei sollen auch die Regeln der deutschen Königswahl beim Tode Kaiser Heinrich VII. und die Stellung des Papstes zu Beginn des 14.Jahrhunderts untersucht werden. Anschließend möchte ich noch die Positionen der Kurfürsten und des Kaisers hinsichtlich der Geschehnisse, als auch im Verlauf des Jahres 1338 darlegen. Alles in allem soll herausgestellt werden, weshalb man gerade diese beiden Schriftstücke als so bedeutend in der Forschung ansieht und inwiefern sie den Beginn einer anderen Ära eingeleitet haben bzw. die Grundsteine für neue politische, verfassungsrechtliche und gesellschaftliche Veränderungen in Deutschland darstellen. Es darf zu Recht von einer eigenen Epoche gesprochen werden: die Entwicklung der exklusiven Königswähler und die der damit verbundenen Entfaltung des Partikularismus macht einen entscheidenden Schritt zur Festigung ihrer Machtposition. In Deutschland entsteht eine Art von stabiler Verfassungspolitik, wie sie es vorher noch nicht gab. Jedoch konnte es diesen Neubeginn nur aufgrund eines jahrhundertlangen vorbereitenden Prozesses geben, denn „niemals liegt politische Ordnung ausschließlich im Ermessen der Zeitgenossen, schon gar nicht in einer Zeit, in der die Tradition legitimierende, rechtsetzende Kraft hatte. Kaisertum und Wahlmonarchie waren dem spätmittelalterlichen Reich vorgegeben“.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Quellen

2.1. Analyse des „Rhenser Kurfürstenweistums“

2.2. Analyse von „Licet iuris“

2.3. Vergleich der beiden Quellen miteinander

2.3.1. Gemeinsamkeiten

2.3.2. Unterschiede

3. Historischer Kontext

3.1. Die Regel für die deutsche Königswahl beim Tode Kaiser Heinrich VII.

3.1.1. Die Ansprüche des Wahlrechts an eine Königswahl

3.1.2. Das Verhältnis zwischen Reich und Kirche als Ausgangspunkt aller Reichspolitik

3.1.3. Die Entwicklung der Kurfürsten als Königswähler

3.2. Die Jahre 1314 – 1337 im Überblick

3.3. Die Ereignisse des Jahres 1338

4. Die Positionen der Beteiligten im Verlauf des Jahres 1338

4.1. Die Standpunkte der Kurfürsten

4.2. Die kaiserliche Haltung

5. Schluss

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

6.1. Quellen

6.2. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des „Rhenser Kurfürstenweistums“ und des kaiserlichen Gesetzes „Licet iuris“ aus dem Jahr 1338 im Kontext der politischen und gesellschaftlichen Umgestaltung in Deutschland im 14. Jahrhundert. Dabei soll geklärt werden, inwieweit diese Dokumente den Beginn einer neuen Ära markieren und als Grundlage für die spätere Goldene Bulle von 1356 fungierten.

  • Analyse und Vergleich der Rechtsquellen „Rhenser Kurfürstenweistum“ und „Licet iuris“.
  • Untersuchung der Regeln der deutschen Königswahl beim Tode Kaiser Heinrich VII.
  • Erörterung des Konflikts zwischen Papsttum und Kaisertum in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.
  • Darstellung der Positionen der Kurfürsten und des Kaisers im Verlauf des Jahres 1338.
  • Bewertung der langfristigen verfassungsrechtlichen Folgen dieser Ereignisse für das Reich.

Auszug aus dem Buch

2.1. Analyse des „Rhenser Kurfürstenweistums “

Es war „im Jahre 1338 nach der Geburt ebendies Herrn, am 16. Tag des Monats Juli, ungefähr um die siebte Stunde dieses Tages, in der 6. Indiktion, im 4. Jahr des Pontifikats des Herrn Papstes Benedikt XII.“9, also am 16. Juli 1336 zwischen 12 und 13 Uhr, als nahe dem Dorf RhenseA, am rechten Rheinufer, in einem BaumgartenB ein Weistum über die Königswahl gefunden werden sollte, nachdem sich bereits am Vortag der Kurverein als solches in Lahnstein, unter dem Beisein des Kaisers, zusammengeschlossen hatte. Neben den „Kurfürsten des heiligen Römischen Reiches…, …die in Christus hochwürdigen Väter und Herren“ 9 : Heinrich von Virneburg Erzbischof von Mainz, Erzbischof Walram von Köln und der Trier Erzbischof Balduin, sowie die „erlauchten Fürsten und Herren“ 9 : Rudolf II., Ruprecht I. „der Ältere“, Ruprecht II. „der Jüngere“ und Stephan II. (als vierfache Vertretung für den Pfalzgrafen bei Rhein), Rudolf Herzog von Sachsen und Ludwig Markgraf von Brandenburg, waren weiterhin viele Getreuen des Reiches, Kleriker, Laien, sowie, nach einstimmiger Berufung, drei öffentliche Notare anwesend. Die Ausnahme bildete der Kurfürst Johann von Böhmen, ein Feind Kaiser Ludwigs, der diesem Ort fern blieb.10

Diese „Verhandlung über die Rechte des Reiches und seine Gewohnheiten“11, fand, „wie es bei Festlegungen dieser Fürsten Brauch ist“11, unter notarischer Aufsicht statt, zumal es sich hier um ein „öffentliches Schriftstück“9 handelt. Erst nachdem alle Anwesenden einen Eid auf das Reich geleistet hatten, begannen die Kurfürsten mit der Darlegung folgender Festlegungen. Dabei beginnen sie mit der Betonung des Gewohnheitsrechts („de iure et antiqua consuetudine imperii“12), womit ausgedrückt werden soll, dass es sich hierbei um keine Neuregelung handelt. Sie halten fest, dass das Wahlrecht ein kürfürstliches ist, d.h. das der Römische König „von den Kurfürsten des Reiches oder von der zahlenmäßigen Mehrheit dieser Fürsten – auch im Zwiespalt -“11 gewählt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der untersuchten Quellen im Kontext der gesellschaftlichen und politischen Umgestaltung im 14. Jahrhundert.

2. Die Quellen: Dieses Kapitel analysiert das „Rhenser Kurfürstenweistum“ sowie das kaiserliche Gesetz „Licet iuris“ und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Ziele und Inhalte.

3. Historischer Kontext: Hier werden die Rahmenbedingungen der Königswahl bei Tod Heinrich VII., der Konflikt zwischen Reich und Kirche sowie die Ereignisse der Jahre 1314 bis 1338 beleuchtet.

4. Die Positionen der Beteiligten im Verlauf des Jahres 1338: Das Kapitel widmet sich den Standpunkten der Kurfürsten und der Haltung des Kaisers im ereignisreichen Jahr 1338.

5. Schluss: Der Schluss fasst die Bedeutung der Ereignisse für die deutsche Verfassungsgeschichte zusammen und zieht ein Fazit bezüglich der langfristigen Auswirkungen.

6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Rhenser Kurfürstenweistum, Licet iuris, Ludwig der Bayer, Königswahl, Kurfürsten, Reichspolitik, Papsttum, Kaisertum, Goldene Bulle, Verfassungsgeschichte, 14. Jahrhundert, Rhens, Approbation, Gewohnheitsrecht, Partikularismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die politische Auseinandersetzung zwischen dem deutschen Kaisertum und dem Papsttum im 14. Jahrhundert, fokussiert auf zwei zentrale Dokumente aus dem Jahr 1338.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Königswahl im spätmittelalterlichen Reich, die Rolle der Kurfürsten als exklusive Wahlberechtigte sowie das Verhältnis zwischen Reich und Kirche.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Bedeutung des „Rhenser Kurfürstenweistums“ und des Gesetzes „Licet iuris“ zu analysieren und deren Rolle als Vorläufer für verfassungsrechtliche Veränderungen, insbesondere die Goldene Bulle von 1356, herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse der zwei Hauptdokumente durchgeführt, ergänzt durch einen Vergleich der Texte und die Einbettung in den historischen Kontext unter Nutzung von Fach- und Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die detaillierte Analyse der Quellen, den historischen Hintergrund des Konflikts ab dem Tod Heinrichs VII. und die konkreten Positionen von Kaiser Ludwig dem Bayern und den Kurfürsten während des Jahres 1338.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rhenser Kurfürstenweistum, Licet iuris, Königswahl, Kurfürsten, Papsttum und Verfassungsgeschichte charakterisiert.

Welche Rolle spielt Balduin von Trier in den Ereignissen von 1338?

Balduin von Trier wird in der Forschung unterschiedlich bewertet; während ihn einige als bedeutenden politischen Kopf sehen, attestieren ihm andere eine eher zurückhaltende oder opportunistische Rolle im Konflikt.

Wie beeinflusste das Jahr 1338 die zukünftige Verfassungspolitik?

Die Ereignisse festigten die Stellung der Kurfürsten als exklusive Königswähler und führten zu einer dauerhaften Schwächung der päpstlichen Ansprüche auf Approbation, was die Grundlage für die Goldene Bulle von 1356 bildete.

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Résumé des informations

Titre
Das "Weistum von Rhense" und "Licet iuris". Ergebnis und Höhepunkt der antikurialen Oppositionsbewegung in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts
Université
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Cours
Die deutsche Königswahl und die Goldene Bulle von 1356
Note
1,3
Auteur
Theres Vorkäufer (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
26
N° de catalogue
V42803
ISBN (ebook)
9783638407465
Langue
allemand
mots-clé
Weistum Rhense Licet Ergebnis Höhepunkt Oppositionsbewegung Hälfte Jahrhunderts Königswahl Goldene Bulle
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Theres Vorkäufer (Auteur), 2004, Das "Weistum von Rhense" und "Licet iuris". Ergebnis und Höhepunkt der antikurialen Oppositionsbewegung in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42803
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Extrait de  26  pages
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