Eine Gesellschaft lässt sich in vier Sektoren unterteilen. Jeder Part der Gesellschaft weist wesensimmanente Strukturen und Funktionen auf.
Die Fragestellungen der Ausarbeitung gehen auf neuralgische Punkte der einzelnen Sektoren ein. Was versteht man auf Ebene des Staates von "Governance" oder "Good Governance"? Auf welcher Verständigungsebene können Unternehmen der Privatwirtschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen kooperieren? Wo gibt es Übereinstimmungen zwischen demokratischen Grundsätzen und der Zivilgesellschaft?
Die Familie ist der schwächste Part dieses Modells und von den Entscheidungen der gewählten Vertreter eines Landes, den Entscheidungen der Privatwirtschaft und dem Einfluss von Zivilgesellschaft abhängig.
Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit haben die verschiedenen Sektoren mit ihren Entscheidungen Einfluss darauf, ob sich ein Land ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig entwickelt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Darstellung der systemischen Kernelemente in den verschiedenen Definitionen von Governance
2. Welches gemeinsame Grundverständnis gibt es in der internationalen Entwicklungspolitik, was die Förderung von Good Governance leisten soll und leisten kann?
3. Chancen und Risiken in der Kooperation zwischen einem Unternehmen und der Zivilgesellschaft
4. Darstellung der Parallelen zwischen Good Governance und Civil Society
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von staatlichen Strukturen, privater Wirtschaft und der Zivilgesellschaft im Kontext von Good Governance. Dabei wird analysiert, wie sich Governance von traditionellen Regierungsformen abgrenzt, welche Rolle Good Governance in der internationalen Entwicklungspolitik spielt und welche Chancen sowie ethische Spannungsfelder sich aus der Kooperation zwischen Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren ergeben.
- Systemische Kernelemente und Begriffsdefinition von Governance
- Bedeutung und Wirksamkeit von Good Governance in der Entwicklungspolitik
- Chancen und Risiken in Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft
- Normative, habituelle und funktionale Parallelen zwischen Civil Society und Good Governance
- Ethische Verantwortung von Unternehmen im globalen Gesundheitssektor
Auszug aus dem Buch
3. Chancen und Risiken in der Kooperation zwischen einem Unternehmen und der Zivilgesellschaft
In einer Presseerklärung eines Unternehmens heißt es zum Thema Schlafkrankheit: „Im Rahmen dieser ersten Partnerschaft zwischen 2001 und 2006 wurden über 320.000 Pentamidinkapseln, über 420.000 Melarsoprolkapseln und mehr als 200.000 Flaschen Eflornithin, die das Unternehmen herstellte und der WHO spendete, über den logistischen Apparat von Ärzte ohne Grenzen in Endemiegebieten verteilt. Die finanziellen Mittel, die zusätzlich zu den gespendeten Medikamenten bereitgestellt wurden, trugen zur Unterstützung der nationalen Programme zur Bekämpfung der Krankheit bei.“ Diskutieren Sie die Handlungsweisen und Rollen in dieser Partnerschaft im Hinblick auf das Thema Zivilgesellschaft.
MSF, das „1971“ (Bartsch, Kohlmorgen: 70) gegründet wurde, hilft in „…Not- und Krisensituationen sowie Kriegen bei der Gewährleistung medizinischer Hilfe und führt in über 80 Ländern zahlreiche Projekte durch.“ (ebd.: 70). Die Organisation entspricht der Definition nach den Anforderungen an eine Zivilgesellschaft, da sie vom Ansatz her altruistisch nicht gewinnorientiert mit ehrenamtlichen Helfern öffentlich agiert. Pharmaunternehmen sind häufig weltweit aktiv und marktwirtschaftlich orientiert. Die WHO ist die Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen. Die UNO ist eine Vereinigung der meisten Staaten mit teils ständigem Sitz der Mitgliedsländer und einigen Ländern mit zeitweiligem Sitz. Da sie sich eine Charta, also eine Art Weltverfassung gegeben hat, müsste man diese in dem Vier-Sektoren-Modell unter der Rubrik „Staat“ einordnen, obwohl sie überstaatlich zur weltweiten Friedenssicherung gegründet wurde. Im Kontext der Verteilung von Medikamenten und Hilfsmaßnahmen auf internationaler Ebene ist die WHO der politisch legitimierte Ansprechpartner für überstaatliche Belange.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Vier-Sektoren-Modell der Gesellschaft und Darlegung der Themenbereiche der Arbeit.
1. Darstellung der systemischen Kernelemente in den verschiedenen Definitionen von Governance: Analyse des Governance-Begriffs und dessen Abgrenzung zum klassischen Regierungsverständnis (Government).
2. Welches gemeinsame Grundverständnis gibt es in der internationalen Entwicklungspolitik, was die Förderung von Good Governance leisten soll und leisten kann?: Untersuchung des Paradigmenwechsels in der Entwicklungspolitik hin zu Good Governance als Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung.
3. Chancen und Risiken in der Kooperation zwischen einem Unternehmen und der Zivilgesellschaft: Diskussion der Rolle von NGOs als Partner von Wirtschaftsunternehmen am Beispiel der Bekämpfung der Schlafkrankheit.
4. Darstellung der Parallelen zwischen Good Governance und Civil Society: Identifikation normativer, habitueller und funktionaler Übereinstimmungen zwischen zivilgesellschaftlichem Engagement und Good Governance.
5. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Reflexion über die Bedeutung nachhaltiger Regierungsführung.
Schlüsselwörter
Governance, Good Governance, Zivilgesellschaft, Entwicklungspolitik, Public-Private-Partnership, Institutionenökonomik, Nachhaltigkeit, Nonprofit-Organisationen, Staatlichkeit, CSR, Konsensfindung, Gemeinwohl, Entwicklungshilfe, Weltbank, soziale Intergration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den modernen Konzepten von Regierungsführung (Governance) und deren Bedeutung für die internationale Zusammenarbeit und das gesellschaftliche Miteinander.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Governance, die Rolle von Good Governance in Entwicklungsländern, das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Unternehmensinteressen und zivilgesellschaftlichem Engagement sowie die normativen Parallelen zwischen Staat und Zivilgesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für zeitgemäße Formen der Regierungsführung zu vermitteln und Gedankenanstöße für das Überdenken gesellschaftlicher Verhaltensweisen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Analyse und Literaturarbeit, die theoretische Ansätze der Politologie und Institutionenökonomik auf praktische Fallbeispiele anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung von Governance, die ökonomische und politische Bedeutung von Good Governance, eine Fallanalyse zu Pharma-NGO-Partnerschaften sowie eine vergleichende Betrachtung von Civil Society und Governance.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Governance, Zivilgesellschaft, Nachhaltigkeit, Institutionenökonomik und Good Governance.
Wie unterscheidet sich "Governance" vom herkömmlichen "Government"?
Governance beschreibt einen interagierenden Prozess, der über staatliche Strukturen hinausgeht und private Akteure sowie kooperative Entscheidungsprozesse einbezieht, während Government eher den institutionellen Apparat des Staates fokussiert.
Warum wird die Kooperation zwischen Pharmaunternehmen und NGOs kritisch hinterfragt?
Die Kooperation birgt Risiken wie die Instrumentalisierung von NGOs für PR-Zwecke des Unternehmens, stellt aber gleichzeitig eine Chance dar, ethische Standards und Fachwissen zu kombinieren, um die Versorgung Bedürftiger zu verbessern.
- Quote paper
- Carola Schätzlein (Author), 2017, Good Governance & Civil Society, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428122