Während Rapper Sido heute die Charts stürmt und mit Künstlern wie Mark Forster und Andreas Bourani zusammenarbeitet, galt er lange Zeit aufgrund seiner provokanten Texte als schlechter Einfluss für die Jugend. In dieser Arbeit wird der Wandel Sidos Musik untersucht. War Sido überhaupt ein Gangsta-Rapper? Wenn ja, ist er es heute auch noch oder hat er möglicherweise das Genre gewechselt? All diese Fragen sollen in dieser Arbeit möglichst beantwortet. Methodisch wird dies mittels einer maschinellen Analyse der genutzten Sprache in seinen Texten erfolgen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Genre Gansta-Rap
3. Maschinelle Analyse der Sprache
3.1. Korpus
3.2. Vorgehen
3.3. Ergebnisse
4. Sidos Karriere
5. Gegenüberstellung
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den musikalischen und inhaltlichen Wandel des Rappers Sido im Hinblick auf seine ursprüngliche Einordnung als Gangsta-Rapper. Ziel der Forschungsarbeit ist es, durch eine maschinelle Analyse der Songtexte und eine Betrachtung seiner öffentlichen Karriere zu klären, ob Sido den Stil des Gangsta-Raps über die Jahre verlassen hat und inwieweit eine künstlerische sowie persönliche Transformation stattgefunden hat.
- Analyse der zentralen Merkmale des Genres Gangsta-Rap.
- Empirische Untersuchung der Songtexte von 2004 bis 2016 mittels maschineller Sprachanalyse.
- Vergleich von zwei Textkorpora zur Identifikation signifikanter Veränderungen.
- Biografische Einordnung der Karriere und Selbstdarstellung von Sido.
- Gegenüberstellung von Sprachdaten und öffentlichem Image.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Sido wollte […] auf keinen Fall ein Gangsta-Rapper sein, sondern lediglich der Straße […] seine Stimme leihen.“ - Wurde Sido jahrelang im falschen Genre verortet?
Während Sido heute die Charts stürmt und mit Künstlern wie Mark Forster und Andreas Bourani zusammenarbeitet, galt er lange Zeit aufgrund seiner provokanten Texte als schlechter Einfluss für die Jugend.
Im Folgenden gilt es, den Wandel Sidos Musik zu untersuchen. War Sido überhaupt ein Gangsta-Rapper? Wenn ja, ist er es heute auch noch oder hat er möglicherweise das Genre gewechselt? All diese Fragen sollen in dieser Arbeit möglichst beantwortet werden und führen mich zu der These, dass Sidos Veränderung so stark stattgefunden hat, dass er früher dem Gangsta-Rap zugeordnet werden konnte, das Genre des Gangsta-Raps jedoch mit den Jahren verlassen hat.
Gegenstand der Untersuchung sind einerseits die Songtexte Sidos insgesamt sieben Solo Alben, andererseits auch seine Wirkung auf die Öffentlichkeit. Zuerst ist es jedoch sinnvoll, das Subgenre Gangsta-Rap vorzustellen. Im Anschluss daran sollen die Songtexte Sidos einer maschinellen Analyse unterzogen werden. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die zuvor dargestellten Merkmale des Gangsta-Raps gelegt. Im Anschluss daran soll ein kurzer Überblick über Sidos Leben und seine Karriere folgen wobei seine Wirkung auf die Öffentlichkeit ebenfalls eine Rolle spielen wird. Zuletzt werden diese Ergebnisse schließlich mit denen der maschinellen Sprachanalyse gegenübergestellt, was schließlich zu Antworten der gestellten Fragen führen soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage und die These auf, dass sich Sidos Musikstil von den Merkmalen des Gangsta-Raps hin zu einer neuen Ausrichtung gewandelt hat.
2. Das Genre Gansta-Rap: Das Kapitel definiert das Subgenre Gangsta-Rap, beleuchtet dessen Themenfelder wie Gewalt, Sexismus und Selbstdarstellung sowie die Funktion als Identifikationsfläche für Jugendliche.
3. Maschinelle Analyse der Sprache: Dieser Abschnitt beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der Songtexte in zwei Korpora (vor und nach 2009) und präsentiert die quantitativen Ergebnisse.
4. Sidos Karriere: Hier wird der biographische Hintergrund des Rappers Sido aufgearbeitet, inklusive seiner frühen Jahre bei Aggro Berlin bis hin zu seiner späteren Entwicklung als Familienvater und etablierter Künstler.
5. Gegenüberstellung: In diesem Kapitel werden die Analyseergebnisse mit Sidos Lebenslauf verknüpft, um zu interpretieren, wie sich die sprachlichen Veränderungen in seiner öffentlichen Wahrnehmung widerspiegeln.
6. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Sido zu Beginn seiner Karriere zweifelsfrei dem Gangsta-Rap zuzuordnen war, sich jedoch inhaltlich wie persönlich deutlich von diesem Genre distanziert hat.
Schlüsselwörter
Sido, Gangsta-Rap, Aggro Berlin, Songtextanalyse, Sprachwandel, Maschinelle Analyse, Authentizität, Selbstdarstellung, Signifikanztest, Hip-Hop, Musikbiografie, Genrewechsel, Aggressivität, Sozialer Brennpunkt, Identifikationsfläche
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Rapper Sido sich von seiner ursprünglichen Identität als Gangsta-Rapper durch einen musikalischen und persönlichen Wandel entfernt hat.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Arbeit behandelt die Definition des Gangsta-Raps, die maschinelle Analyse von Liedtexten, biographische Aspekte von Sidos Karriere sowie die Entwicklung seines öffentlichen Images.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob Sido heute noch als Gangsta-Rapper klassifiziert werden kann oder ob er das Genre über die Jahre hinweg verlassen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine maschinelle Sprachanalyse durchgeführt, bei der songtextbasierte Korpora (2004-2009 vs. 2009-2016) mittels Signifikanztests statistisch verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Genre, eine detaillierte Auswertung der Sprachdaten zu typischen Gangsta-Rap-Begriffen und eine biographische Aufarbeitung der Karriere.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Sido, Gangsta-Rap, Songtextanalyse, Sprachwandel und Authentizität definieren.
Wie genau wurden die Songtexte für die Analyse ausgewählt?
Es wurden zwei Korpora gebildet: Der erste deckt die Ära von Aggro Berlin (2004–2009) ab, der zweite umfasst die Alben nach der Auflösung des Labels bis 2016.
Warum spielt die Verwendung von Personalpronomina eine Rolle in der Analyse?
Die Frequenz von Pronomen wie „ich“ oder „Sido“ dient als Indikator für die Selbstdarstellung des Rappers und die für den Gangsta-Rap typische Ich-Bezogenheit.
Welches Ergebnis erzielt der Signifikanztest in Bezug auf Fäkalausdrücke?
Interessanterweise zeigt der Test bei den untersuchten Fäkalausdrücken keine signifikante Veränderung über die Zeiträume hinweg, was auf eine gewisse Kontinuität in diesem Bereich hindeutet.
Was schließt die Arbeit aus der Beobachtung von Sidos heutigem Leben?
Die Autorin stellt fest, dass Sidos Integration in ein bürgerliches Leben (Haus, Familie) die Authentizität als Gangsta-Rapper vollständig unmöglich gemacht hat.
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- Luisa Rehmke (Autor), 2017, Sido. Geläuterter Gangsta-Rapper?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428346